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Boxen

Amasheh & Güncavdi sichern WBC-Titel

Raja Amasheh (20-1-1, 4 K.o.) konnte sich am gestrigen Samstag erneut zur Weltmeisterin krönen. Die Karlsruherin besiegte die Ungarin Kleopatra Tolnai (12-10, 3 K.o.)  in der Heinz-Reinhard Halle in Darmstadt einstimmig nach Punkten. Die 34-Jährige ist damit  erneute Trägerin des WBC Silver-Titels im Fliegengewicht. Lokalmatador Ali Güncavdi behielt seine weiße Weste und krönte sich ebenfalls zum WBC-Titelträger. Wir blicken für euch auf die Ergebnisse der Boxnacht.

Darmstadt wurde für die Kämpferin aus dem Mach1-Gym aus Karlsruhe zu einem Heimspiel. In der Nähe ihres Wohnortes überzeugte die einstige WBC-Titelträgerin auf ganzer Linie und sicherte ihren 20. Karriereerfolg. Amasheh boxte ihre ungarische Kontrahentin aus und traf besonders mit ihrem linken Haken.

Die gebürtige Jordanierin rüttelte Tolnai damit mehrfach durch, die 20-Jährige blieb jedoch konzentriert und versuchte mit eigenen Jabs zu punkten. Zwar zirkelte die Ungarin mehrfach aus der Schlaghand der Deutschen, doch machte Amasheh diesem Plan des Öfteren einen Strich durch die Rechnung, ging in die Nahdistanz und traf dort mit guten Kombinationen.

Sie selbst wurde selten getroffen, obwohl sie teilweise stand, um Wucht in ihre Schläge zu bringen.  Am Ende der zehn Runden a zwei Minuten gab es keine Diskussionen. Die Punktrichter waren sich einig und werteten mit jeweils 100 zu 90 für Amasheh. Ein gelungenes Comeback.

Vorgeschichte: In Wien erlitt „Raging Raja“ im Oktober 2016 ihre erste und bisher einzige Niederlage gegen die Mexikanerin Ana Arrazola (23-11-3, 13 K.o.) durch eine einstimmige Punktrichterentscheidung. Diese gewann damit den WBC Silver-Titel von der Deutschen, weigerte sich darauf einen Rückkampf zu bestreiten, gab den Titel ab und wird demnächst voraussichtlich gegen WBC-Fliegengewichtschampion Jessica Chavez ins Seilgeviert steigen.

Den vakanten WBC Silver-Titel eroberte Amasheh nun erneut und bringt sich damit wieder ins Gespräch, als eine der weltbesten Kämpferinnen im Fliegengewicht.

Güncavdi behält weisse Weste
Schon beim Einzug von Lokalmatador Ali Güncavdi brandete grenzenloser Jubel auf und das war auch gut so, denn lange konnte dieser vor seinen Fans nicht zeigen wie gut er in Form ist. Von Anfang an hatte Güncavdi das Heft fest in der Hand und beeindruckte mit brachialen Körpertreffern. Die spürte Movsesyan auch schon bald. Der Georgier wusste nicht wie im hier geschah. Bereits in der Auftaktrunde stand das Ende kurz bevor, nur der Ringgong rettete Movsesyan.

Dafür machte der Offenbacher in der zweiten Runde dann kurzen Prozess, denn bereits beim dritten Niederschlag signalisierte der Georgier, dass er keine Interesse mehr hat weiter zu boxen, dennoch gab der Ringrichter den Kampf noch einmal frei. Dabei dauerte es nur wenige Momente, bis Güncavdi den Sack endgültig zumachte und sich nicht nur den 11. Sieg im 11. Kampf sicherte - sondern auch den Interkontinentalen Junioren Titel des WBC.

Cicek, Martin und Hoffmann mit kurzen Auftritten
Ebenfalls kurzweilig waren die Auftritte von Mirco Martin und Lokalmatador Ahmet Cicek. Martin traf auf Richard Voros aus Ungarn, welcher in Darmstadt seinen 50. Kampf als Profi bestritt. Allerdings kam dieser mit den schnellen Aktionen von Martin überhaupt nicht zurecht und bereits in der ersten Runde war das Duell auch schon wieder beendet, bevor es richtig an Fahrt aufgenommen hatte. Zwar konnte sich Martin über seinen neunten Sieg im neunten Kampf als Profi freuen, man sah dem Saarländer aber an, dass er gerne noch wesentlich mehr gezeigt hätte.

Nicht sehr viel länger sollte der Kampf von Lokalmatador Ahmet Cicek und Nikoloz Berkatsashvili dauern. Im Vergleich zu seinem letzten Kampf war Cicek hellwach und stellte klar, dass nur der Sieg und nichts anderes für ihn in Frage kommt. Immer wieder traf er mit seinen harten Aktionen Berkatsashvili schwer. Der Georgier fand einfach kein Mittel, um dem aggressiven Kampfstil von Cicek etwas entgegen zu setzen. So ging der Kampf auch nur bis in die zweite Runde, in welcher Cicek seinem Gegner die Lichter ausknipsen konnte und damit erfolgreich auf die Siegerstraße zurückkehrte.

Ein überraschendes Ende fand der Kampf im Super-Weltergewicht zwischen Antonio Hoffmann und Robizoni Omsrashvili. Hoffmann bestimmte dieses Duell, konnte aber seine wirkliche Stärke nicht komplett ausspielen, da Omsarashvili zunächst ohne erkennbaren Grund in der Pause zur zweiten Runde den Kampf aufgab. Eine Verletzung, die zunächst nicht erkennbar war, stoppte diesen. Ob er gegen den variablen Kampfstil von Hoffmann hätte bestehen können, ist schon äußerst fraglich. Für Antonio Hoffmann war es der 15. Sieg im 16. Kampf als Profi.

Der Event am gestrigen Samstag hat gezeigt, Profi-Boxen ist in Darmstadt auf dem besten Weg salonfähig zu werden und deshalb wird Veranstalter Christian Bugge mit seinem Team im Herbst dieses Jahres mit dem nächsten Event wieder zurückkehren. Ort und Datum sind dabei aber noch offen.

GnP1 - Fight Night Award
Kampf des Abends: Raja Amasheh vs. Kleopatra Tolnai
K.o. des Abends: Ahmet Cicek vs. Nikoloz Berkatsashvili

Profi-Boxen LIVE
18. März 2017
Heinz-Reinhard-Halle, Darmstadt


WBC-Intercontinentaler Junioren Titel / Super-Federgewicht
Ali Güncavdi bes. Artur Movsesyan durch T.K.o. in Runde zwei

WBC-Female Silver Championship / Fliegengewicht
Raja Amasheh bes. Kleopatra Tolnai durch einstimmige Punktentscheidung

Leichtgewicht
Ahmet Cicek bes. Nikoloz Berkatsashvili durch K.o. in Runde zwei

Super-Weltergewicht
Antonio Hoffmann bes. Robizoni Omsarashvili durch T.K.o. in Runde zwei

Fliegengewicht
Mirco Martin bes. Richard Voros durch T.K.o. in Runde eins

Cruisergewicht
Rashid Raad bes. Michael Klempert durch T.k.o. in Runde vier

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