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Abgeordneter Pac-Man

Manny Pacquiao

Im Alter von 31 Jahren hat "Pac-Man" Manny Pacquiao (51-3-2, 38 KO) bereits mehr erreicht als einige sich zu träumen wagen. Geboren in den Armenvierteln der südphilippinischen Insel Mindanao, brachte es der bescheidene aber hochtalentierte Boxer zum siebenfachen Weltmeister. Oft bezeichnete sich der aktuelle WBO Weltergewichtschampion als „Peoples Champ“ - der Champion des Volkes. Nun kann Pacquiao tatsächlich etwas für sein Volk tun.

Am vorvergangenen Dienstag gewann der Boxer offiziell die Wahl um einen Sitz im philippinischen Kongress. Dabei setzte er sich gegen den klaren Favoriten und Sprössling eines Milliardärsclans Roy Chiongbian durch. Er wird die Provinz Sarangani, auf seiner von Armut geplagten Geburtsinsel Mindanao, vertreten.

Pacquiao ist somit der erste Boxer, der noch während seiner aktiven Sportlaufbahn ein politisches Amt innehat. Er selbst bezeichnet seinen Wahlsieg als „erdrutschartig“ - bereits nach 90.000 ausgezählten von 125.000 abgegebenen Stimmen war es für Gegner Chiongbian unmöglich zu gewinnen. Die Bürgen entschieden mit 80 zu 20 Prozent der Stimmen für ihren Volkshelden.

„Dies ist Mannys bislang größter Sieg, größer als jeder Boxkampf“, so Pacquiaos Manager Michael Koncz. Ein strategisch gut organisierter Wahlkampf seiner eigens gegründeten Partei PCM („Peoples Champ Movement“) sicherte ihm den Sieg und ersparte dem ambitionierten Sportler eine Wahlschlappe wie noch vor drei Jahren, als „Pac-Man“ schon einmal für einen Sitz im Kongress kandidierte, jedoch gnadenlos scheiterte.

Pacquiao wird aller Voraussicht nach im Juni vereidigt, um im Juli seinen Pflichten als Kongressabgeordneter nachkommen zu können. Dies wird es ihm ermöglichen früh genug wieder ins Training einzusteigen, um fit für den im November geplanten Fight zu sehen. Wunschgegener wäre nach wie vor „Money“ Floyd Mayweather.