Die UFC

Die Ultimate Fighting Championship (UFC) ist die größte Veranstaltungsreihe im MMA-Sport. Ihre Gründung im Jahr 1993 war der Auftakt zur Entwicklung des MMA-Sports, wie wir ihn heutzutage kennen.

Im Grunde genommen war die erste Veranstaltung der UFC als Marketing-Gag für das brasilianische Jiu-Jitsu gedacht; eine Bodenkampfkunst, die  darauf abzielt, den Gegner mit Würgegriffen oder Hebeltechniken zur Aufgabe zu zwingen. Erfunden wurde sie von der Gracie-Familie. Eines der Familienmitglieder, Rorion Gracie, lehrte seine Kunst in den USA. Er war davon überzeugt, dass das brasilianische Jiu-Jitsu für einen echten Kampf die effektivsten Techniken haben würde.

Auf der Suche nach einer Möglichkeit, die Amerikaner für seine Kampfkunst zu gewinnen, erinnerte er sich an die „Vale Tudo“-Kämpfe – Vergleichskämpfe unterschiedlicher Stilrichtungen – aus seiner Heimat, die dort häufig im Fernsehen übertragen wurden. Einer von Rorions Schüler war der Filmemacher John Milius. Er brachte Rorion mit dem Unternehmer Art Davie zusammen. Gemeinsam entwarfen sie das Konzept einer Veranstaltung, die den Amerikanern die Effektivität des brasilianischen Jiu-Jitsus näherbringen sollte: ein Turnier mit acht Kämpfern unterschiedlicher Stilrichtungen. Sie nannte diese Veranstaltung „The Ultimate Fighting Championship“.

Die Kämpfe sollten so realitätsnah wie möglich sein. Verboten waren lediglich Tiefschläge, Angriffe gegen die Augen und Beißen. Gewinnen konnte ein Kämpfer nur durch Knockout, Aufgabe oder Handtuchwerfen durch die Ringecke. Eine Kampfrunde dauerte fünf Minuten.

Die Gracie-Familie überlegte lange, welchen Repräsentanten sie zur ersten „UFC“ schicken sollte. Am Ende entschieden sie sich für Royce, einen schlaksigen Jüngling, der eher wie ein Buchhalter aussah als wie ein Kämpfer.

Ihm standen gegenüber: Art Jimmerson, ein Profiboxer mit einer Bilanz von 26-5. Kevin Roser, ein schlagkräftiger Kickbox-Champion. Zane Frazier, ein mehrfacher Karate- und Kickbox-Champion. Patrick Smith, ein Schwarzgurt im Taekwondo, Kenpo und Hapkido. Gerard Gordeau, ein Kickboxer mit Erfahrung im Karate, Savate und Muay Thai. Teila Tuli, ein fast 200 Kilogramm schwerer Sumo-Ringer. Ken Shamrock, ein Ringer und Bodenkämpfer.

Diese acht Kämpfer stiegen am 12. November 1993 in Denver, Colorado in das „Octagon“, eine achteckige Matte, die von einem schwarzen Maschendrahtzaun umgeben ist. Royce besiegte Jimmerson, indem er auf der Matte eine dominante Position einnahm. Jimmerson gab auf, da er nicht wusste, wie er sich auf dem Boden verteidigen sollte. Shamrock und Gordeau zwang Royce in 57 bzw. 104 Sekunden zur Aufgabe.

Die erste „UFC“ war ein großer Erfolg für die Gracie-Familie. Von der Veranstaltung inspiriert und motiviert, begannen tausende Amerikaner damit, brasilianisches Jiu-Jitsu zu trainieren. Royce Gracie wurde zur Kampfsportikone.

Vom Prototypen zur Serie

Für die zweite „UFC“ ging man einen Schritt weiter. Rundenzeiten wurden aufgehoben, die Kämpfe hatten kein Zeitlimit mehr. Tiefschläge wurden erlaubt. Diese zweite „UFC“ fand im März 1994 statt, ebenfalls in Denver. Die Teilnehmerzahl wurde von 8 auf 16 erhöht. Mit Siegen über den japanischen Karateka Minoki Ichihara, den Kung-Fu-Kämpfer Jason DeLucia, den holländischen Judoka Remco Pardoel und den „UFC 1“-Halbfinalisten Patrick Smith gewann Royce Gracie auch das zweite „UFC“-Turnier.

Bis dato trainierte außer den Catch-Wrestlern niemand den Bodenkampf – Gracie hatte leichtes Spiel mit seinen Gegnern, die ihm zwar körperlich überlegen waren, aber keine Ahnung davon hatten, was sie auf der Matte tun können. Nachdem die ersten Vorurteile gegenüber dem brasilianischen Jiu-Jitsu überwunden waren, begannen immer mehr Kämpfer, den Bodenkampf zu trainieren. Darüber hinaus eigneten sie sich auch wirkungsvolle Techniken aus anderen Kampfstilen an. Ringer lernten, wie man boxt und Boxer lernten, wie man ringt. Jeder aber lernte, wie man Techniken aus dem brasilianischen Jiu-Jitsu verteidigt.

Die dritte „UFC“ war von Verletzungen geplagt. Die Favoriten Royce Gracie, Ken Shamrock und Keith Hackney verletzten sich, sodass keiner von ihnen am Finale teilnehmen konnte. Hier zeigten sich erstmals die Schwächen an dem Turnierformat.

Erster Gegenwind und Abschied von den Gracies

Im Vorfeld der „UFC 4“, die im Dezember 1994 stattfand, startete der spätere Präsidentschaftskandidat John McCain, damals noch Senator, eine Verbotskampagne. Er hatte es sich zur Aufgabe gemacht, die von ihm als „menschliche Hahnenkämpfe“ bezeichneten Veranstaltungen der UFC für immer zu verbieten.

McCain wies die örtlichen Veranstalter an, „UFC 4“ abzusagen, doch diese ignorierten ihn. Dann wendete er sich an die Bereitsteller der PPV, „UFC 4“ aus dem Programm zu nehmen, doch die bisherigen Verkaufszahlen waren so hoch, dass auch sie ihn ignorierten. Die Veranstaltung fand wie geplant statt.

Im Zuge von „UFC 5“ führte die UFC im April 1995 den „Superfight“ ein, einen Kampf, der nicht im Rahmen eines Turniers stattfindet. Dies war der Anfang vom Ende der Turniere, denn für die Sportler war es aus gesundheitlichem Blickwinkel besser, nur einen Kampf an einem Abend zu bestreiten, als womöglich bereits angeschlagen noch einen oder zwei weitere.

Den ersten „Superfight“ bestritten der dreifache Turniersieger Royce Gracie und sein Erzrivale Ken Shamrock. Es sollte ein Champion gekrönt werden, der im weiteren Verlauf von den kommenden Turniersiegern herausgefordert werden sollte. Später wurde daraus ein normaler Kampf ohne spezielle Stipulationen.

Im Oktober 1998 hatte der „Superfight“ die Turnierkämpfe vollends abgelöst. „UFC Brazil“ war die erste Veranstaltung, bei der es nur noch solche Einzelkämpfe zu sehen gab.

Doch zurück zum „Superfight“ zwischen Gracie und Shamrock. Dieser endete nach 36 Minuten in einem Unentschieden und ist damit bis heute der längste Kampf, der je im Octagon stattgefunden hat.

Nach „UFC 5“ verkauften Art Davie und Rorion Gracie ihre Anteile an SEG und lösten WOW Promotions auf. Davie arbeitete weiterhin für SEG in der UFC mit, während Rorion und der Rest der Gracie-Familie – inklusive Royce – die UFC verließen. Angeblich taten sie dies, weil sie mit dem sich weiterentwickelnden Regelwerk nicht mehr einverstanden waren.

Der ausgefallene Kampf zwischen Shamrock und Royce Gracie konnte also nicht bei „UFC 6“ im Juli 1995 nachgeholt werden. Der Ringer Dan Severn ersetzte Gracie, musste sich Shamrock jedoch durch Aufgabe geschlagen geben. Shamrock krönte sich somit zum ersten Titelträger in der UFC, dem „Superfight Champion“.

Der Abstieg

Derweil trug die Anti-UFC-Kampagne von Senator John McCain Früchte. Er hatte den Gouverneuren aller fünfzig US-Staaten geschrieben und sie gebeten, jegliche „no holds barred“-Veranstaltungen zu verbieten. 36 Staaten kamen dieser Bitte nach, darunter New York, wo dieses Verbot auch heute noch gültig ist.

Die UFC musste ihre Veranstaltungen daraufhin über den Satellitensender DirecTV ausstrahlen und erreichte dadurch nur noch einen Bruchteil der Haushalte wie zu den Zeiten, als sie ihre Veranstaltungen über das Bezahlfernsehen im Kabelnetzwerk verkaufte.

Die UFC reagierte auf die Kritik, indem sie mit den Sportbehörden der Staaten zusammenarbeitete, die auch den Boxsport regulieren. Schritt für Schritt änderte man das Regelwerk, um den sportlichen Charakter der Kämpfe besser hervorzuheben. Eine genaue Auflistung der Änderungen ist unter diesem Link zu finden.

Seit „UFC 12“ im Februar 1997 gibt es Gewichtsklassen. Seit „UFC 14“ im Juli 1997 sind Faustschützer verpflichtend und Tritte zum Kopf eines am Boden liegenden Gegners verboten. Seit „UFC 15“ im Oktober 1997 sind Kopfstöße, Tiefschläge, Schläge gegen Nacken und Hinterkopf und Angriffe gegen kleine Gelenke (wie beispielsweise Finger und Zehen) verboten. Seit „UFC 17“ im Juli 1999 dauern Runden nur noch fünf Minuten. Langsam aber sicher wandelte sich die UFC vom Spektakel zum Sport.

In Zusammenarbeit mit den staatlichen Sportkommissionen erarbeitete die UFC ein Regelwerk, das noch heute gültig ist: die „Unified Rules of Mixed Martial Arts“ (eine vollständige deutsche Übersetzung ist unter diesem Link zu finden). Die erste Veranstaltung mit diesem Regelwerk fand am 30. September 2000 statt, abgehalten wurde sie von den International Fighting Championships (IFC). Die erste UFC-Veranstaltung unter den „Unified Rules“ war „UFC 28“ am 17. November desselben Jahres.

Durch den Verlust ihres Sendeplatzes im Kabelfernsehen entging der UFC ihre Haupteinnahmequelle. Zudem gelang es ihr nicht, im Zeitraum zwischen November 1999 und Dezember 2000 („UFC 23“ bis „UFC 29“) einen Vertrieb für die VHS-Kassetten zu finden. Diese Zeit wird in der Unternehmensgeschichte als „Dark Ages“ bezeichnet, da die Veranstaltungen außerhalb der Hallen kaum gesehen werden konnten. Die kostspieligen Kampagnen mit dem Ziel der Akzeptanz und Regulierung taten ihr übrigens – SEG, und damit die UFC, verlor immer mehr Geld.

Dana White und die Fertitta-Brüder übernehmen die UFC

Als SEG Ende 2000 kurz vor dem Bankrott stand, kauften zwei Milliardäre aus Las Vegas die am Boden liegende Organisation. Frank und Lorenzo Fertitta, Eigentümer der mächtigen Station Casinos, erstanden die UFC im Januar 2001 für zwei Millionen US-Dollar. Lorenzos Kindheitsfreund, Dana White – welcher den Kauf angestachelt hatte – wurde der Präsident der UFC. Als Muttergesellschaft gründeten sie Zuffa, LLC.

Lorenzo Fertitta arbeitete von November 1996 bis Juli 2000 bei der staatlichen Sportkommission von Nevada als Kommissar. Dies erleichterte es der UFC, in Nevada reguliert zu werden. Am 28. September 2001 fand in Las Vegas „UFC 33“ statt, die erste staatlich regulierte UFC-Veranstaltung in Nevada. Mit dieser Veranstaltung kehrte die UFC ins Bezahlfernsehen zurück.

Die neuen Besitzer der UFC brachten weitaus mehr Verständnis für Geschäftspraktiken und Marketing mit als ihre Vorgänger. Im Laufe der nächsten Monate gewann die UFC wieder an Popularität. Dies führte dazu, dass der TV-Sender Fox Sports Net die UFC in sein Programm aufnahm. So wurde am 22. Juni 2002 der erste MMA-Kampf im amerikanischen Kabelfernsehen ausgestrahlt.

Den ersten großen Erfolg feierte die Zuffa-UFC wenige Monate später mit „UFC 40“. 150.000 Zuschauer kauften diese PPV-Veranstaltung – das waren mehr als dreimal so viele wie bei den vorherigen Zuffa-Veranstaltungen. Hauptattraktion war ein Titelkampf im Halbschwergewicht zwischen dem MMA-Pionier Ken Shamrock und dem Senkrechtstarter Tito Ortiz. Die Fehde zwischen den beiden bescherte der UFC erstmals die Aufmerksamkeit großer amerikanischer Medien wie ESPN und USA Today.

Reality-Show „The Ultimate Fighter“ verhilft UFC zum Durchbruch in den Mainstream

Der Erfolg, den die UFC durch „UFC 40“ hatte, sollte nicht lange anhalten. Die Veranstaltungen warfen nicht so viel ab wie erhofft, die UFC machte nach wie vor Verluste. Alt eingesessene Fans waren zwar mit dem neuen Produkt zufrieden, doch es fehlte die Akzeptanz der Massen und Medien. Viel schlimmer wiegten die 34 Millionen US-Dollar Verlust, welche die UFC in den ersten drei Jahren unter der neuen Regie machte. Es musste dringend etwas geschehen, um wieder schwarze Zahlen zu schreiben. Und da kam den Fertittas eine Idee, die die UFC nachhaltig änderte.

2004 nahmen die Fertittas an der Reality-TV-Serie „American Casino“ teil und erkannten schnell, wie sich solche realitätsnahen Formate zu Promotionzwecken nutzen lassen. Also entwickelten sie ihre eigene Reality TV-Show für die UFC: „The Ultimate Fighter“.

Ihre Idee sah vor, 16 talentierte Kämpfer, die es noch nicht in die UFC geschafft hatten, in ein Haus zu stecken. Sie sollten gemeinsam wohnen, unter der Leitung bekannter Kämpfer trainieren und in Trainingskämpfen im Turniermodus gegeneinander antreten, bis nur noch einer von ihnen übrig blieb. Immer unter Beobachtung von mehreren Kamerateams.

Zahlreiche TV-Stationen lehnten die Show ab. Nachdem die Fertittas anboten, die Produktionskosten in Höhe von 10 Millionen US-Dollar aus eigener Tasche zu bezahlen, fand sich mit Spike TV schließlich ein Kabelfernsehsender, der das Projekt in sein Programm aufnahm.

Für die erste Staffel von „TUF“, welche am 18. Januar 2005 erstmals über die Bildschirme flimmerte, wurden die UFC-Legenden Chuck Liddell und Randy Couture als Trainer engagiert. Aus den 16 Halbschwergewichten und Mittelgewichten wählte jeder Trainer acht Kämpfer in sein Team, das er fortan auf die Ausscheidungskämpfe vorzubereiten hatte. In den einstündigen Episoden wurden das harte Training und das turbulente Zusammenleben im Haus zusammengefasst und von den Kämpfern kommentiert. Die Kämpfe bekam man stets in voller Länge präsentiert.

Zwei der Teilnehmer von „The Ultimate Fighter 1“ waren Stephan Bonnar und Forrest Griffin, der spätere Sieger des Turniers der Halbschwergewichte. Sie sind es, die im Finale jenen fantastischen Kampf im April 2005 bestritten, der Dana White und den Fertittas noch heute Freudentränen in die Augen treibt. Begeisterte Fans hatten damals während der TV-Übertragung ihre Freunde angerufen, damit sie ebenfalls einschalteten. 2,6 Millionen Millionen Zuschauer, so wurde hinterher bekannt gegeben, wohnten dem Kampf von zuhause aus bei und mit jeder Minute wurden es mehr. Die Siegerehrung sahen 3,3 Millionen Menschen.

Diejenigen, die erst durch „TUF“ zur UFC gefunden hatten, bekamen eindrucksvoll vor Augen geführt, was den MMA-Sport ausmacht: Spannung, Unterhaltung, Nervenkitzel. Obwohl der Kampf zwischen Griffin und Bonnar der abschließende Höhepunkt war, so darf man nicht vergessen, was die vorherigen zwölf Wochen für das Ansehen des MMA-Sports und seiner Kämpfer bewirkt haben. Die breite Öffentlichkeit bekam erstmals zu sehen, was hinter diesen „Verrückten“ steckt, die in Käfige steigen und sich mit allen legalen Mitteln bekämpfen, die ihnen zur Verfügung stehen. Die Erkenntnis war für viele überraschend: Sie sind ganz normale Menschen mit normalen Gefühlen und normalen Gedanken.

Vor „TUF“ waren die Auseinandersetzungen im Octagon nur mittels Pay-Per-View oder Satellitenübertragung verfügbar. Ihre Reality TV-Show bescherte der UFC nach langem Warten endlich den heiß ersehnten Sendeplatz im Kabelfernsehen und darüber hinaus eine völlig neue Fanbasis. Ohne den Erfolg von „The Ultimate Fighter“ und des laut Dana White „wichtigsten Kampfes in der Geschichte der UFC“ zwischen Griffin und Bonnar würde es die MMA-Promotion heutzutage wahrscheinlich nicht mehr geben. Mittlerweile läuft die 18. Staffel von „TUF“ und es gibt internationale Versionen in Brasilien und Australien.

Der Aufstieg

Die „UFC 52“, die erste Veranstaltung nach dem Ende von „The Ultimate Fighter“, verkaufte sich 300.000 Mal und verdoppelte damit den bisherigen Zuffa-Rekord von „UFC 40“. In den folgenden Monaten stiegen die Verkaufszahlen stetig: 620.00 Käufe für „UFC 60“, die Rückkehr von Royce Gracie, 775.000 Käufe für „UFC 61“ mit dem Rückkampf zwischen Tito Ortiz und Ken Shamrock.

Im Dezember knackte die UFC mit „UFC 66“ erstmals die bahnbrechende Marke von einer Million Käufen. Im selben Monat kaufte die UFC eine kleinere Organisation aus Kalifornien: World Extreme Cagefighting (WEC). Der Plan war, die konkurrierende International Fight League (IFL) daran zu hindern, einen Platz im Programm des TV-Senders Versus zu bekommen. Die UFC war noch exklusiv an Spike gebunden, konnte aber WEC bei Versus platzieren, um so die IFL an einem Fernsehvertrag zu hindern. Im Unterschied zur UFC gab es bei WEC bereits die leichteren Gewichtsklassen Federgewicht (bis 66 Kilo) und Bantamgewicht (bis 61 Kilo).

Weitaus bedeutender war jedoch der Kauf einer anderen Organisation am 27. März 2007. PRIDE Fighting Championship (PRIDE FC) aus Japan war jahrelang der größte – und einzig ernstzunehmende – Rivale der UFC. Die Japaner füllten riesige Hallen und hatten einige der besten Kämpfer weltweit unter Vertrag. Als die japanische Öffentlichkeit erfuhr, dass PRIDE FC rege Kontakte zu den Yakuza unterhielt, gingen Fernseh- und Werbeverträge verloren – der Anfang vom Ende für die einst glorreiche Organisation. Die UFC war fortan weltweit konkurrenzlos und expandierte seitdem nach Europa, Südamerika und Asien.

Am 11. Juli 2009 veranstaltete die UFC die geschichtsträchtige „UFC 100“. Mit 1,6 Millionen PPV-Käufen stellte die UFC einen MMA-Rekord auf, der bis heute gültig ist.

Im Oktober 2010 löste Zuffa, LLC die Schwesterliga der UFC, World Extreme Cagefighting, auf und gliederte deren Gewichtsklassen Federgewicht und Bantamgewicht in die UFC ein. Von da an bot sie den Fans Kämpfe in sieben verschiedenen Gewichtsklassen an. Im März 2012 kam zudem das Fliegengewicht hinzu.

Vier Jahre nach dem PRIDE-Coup gelang Zuffa, LLC eine weitere Übernahme. Am 12. März 2011 gab Dana White bekannt, dass Zuffa, LLC den neuen Hauptkonkurrenten Strikeforce, eine Organisation aus Kalifornien, aufgekauft hatte. Strikeforce hielt weiterhin in unregelmäßigen Abständen Veranstaltungen ab, die letzte davon am 21. Januar 2013. Anschließend übernahm die UFC fast alle der Kämpfer, die noch bei Strikeforce unter Vertrag waren.

Eine neue TV-Zukunft

Ein Meilenstein in der Geschichte der UFC ist die Zusammenarbeit mit der amerikanischen FOX Sports Media Group. Am 18. August 2011 enthüllte die UFC, dass sie sich mit dem TV-Netzwerk FOX auf einen Vertrag über sieben Jahre geeinigt hatte. Die UFC hielt seitdem große Veranstaltungen auf FOX und kleinere auf FX und Fuel TV ab. 8,8 Millionen Zuschauer sahen den ersten UFC-Kampf auf FOX, ein Schwergewichtsduell zwischen Champion Cain Velasquez und Herausforderer Junior dos Santos.

Aufgrund der Umstrukturierung innerhalb des FOX-Netzwerks wird die UFC in den USA seit dem 17. August 2013 auf dem neuen Sportsender FOX Sports 1 ausgestrahlt. Damit erreicht sie ein größeres Publikum als über FX und Fuel TV.

Frauen an die Macht

Im November 2012 verpflichtete die UFC ihre erste weibliche Kämpferin. Ronda Rousey, Bronzemedaillengewinnerin im Judo bei den Olympischen Spielen 2008, bestritt am 23. Februar 2013 bei „UFC 153“ gegen Liz Carmouche den ersten Frauenkampf im Octagon. Heute ist sie einer der größten Superstars der UFC. Im nächsten Jahr wird sie in mehreren Hollywoodfilmen zu sehen sein.

Status quo

Seit ihrer Gründung im November 1993 hat die UFC über 240 Veranstaltungen in 13 verschiedenen Ländern abgehalten. Derzeit ist sie in über 145 Ländern im TV zu sehen und erreicht dadurch knapp 2,5 Milliarden Menschen.