Das Regelwerk

Veranstalter aus aller Welt richten sich heutzutage nach den „Unified Rules of Mixed Martial Arts“, welche die staatlichen Sportkommissionen der USA am 3. April 2001 veröffentlichten. Die Nordamerikaner müssen sie beachten, die Südamerikaner und Europäer können es. In den USA reguliert der Staat den MMA-Sport; die jeweilige Sportkommission eines Bundesstaats überwacht die Veranstaltungen und sorgt für die Einhaltung des Regelwerks.

Eine deutsche Übersetzung der kompletten „Unified Rules“ finden Sie unter diesem Link. In diesem Beitrag geben wir Ihnen eine kurze Übersicht.

Wege zum Sieg

Knock-out: Wenn ein Sportler nach einem Niederschlag die Orientierung oder das Bewusstsein verliert. Ein Niederschlag entsteht auf vielerlei Weise, manchmal durch einen einzigen präzisen Schlag oder Tritt, manchmal durch eine ganze Schlagsalve. Wenn sich ein Sportler nicht mehr intelligent verteidigen kann, bricht der Ringrichter den Kampf zu seinem Schutz ab. Dies nennt man einen technischen Knock-out.

Aufgabe: Sieht man als Sportler keinen Ausweg mehr aus dem Würgegriff oder der Hebeltechnik des Gegners, kann man den Kampf durch eine Aufgabe beenden. Diese kann verbal erfolgen oder, und das ist der Normalfall, durch Abklopfen auf dem Boden oder dem Körper des Gegners. Aufgeben kann man aber auch, wenn man sich durch die Schlagwirkung des Gegners nicht mehr in der Lage sieht, den Kampf weiterzuführen.

Punktsieg: Wird ein Kampf nicht innerhalb der vorgegebenen Kampfzeit durch Knockout oder Aufgabe beendet, entscheiden drei Punktrichter über Sieg und Niederlage. Dabei verwenden sie das so genannte „Ten Point Must System“, welches auch im Boxsport eingesetzt wird. Der Gewinner einer Runde erhält 10 Punkte, der Verlierer 9 oder, wenn er besonders unterlegen war, 8 Punkte. Am Ende des Kampfes werden die Punkte zusammengerechnet.

Gewichtsklassen

Die „Unified Rules“ listen folgende 9 Gewichtsklassen auf:

  • Fliegengewicht (bis 56,7 kg)
  • Bantamgewicht (bis 61,2 kg)
  • Federgewicht (bis 65,8 kg)
  • Leichtgewicht (bis 70,3 kg)
  • Weltergewicht (bis 77,1 kg)
  • Mittelgewicht (bis 83,9 kg)
  • Halbschwergewicht (bis 93,0 kg)
  • Schwergewicht (bis 120,2 kg)
  • Superschwergewicht (über 120,2 kg)

Kampfdauer

Ein MMA-Kampf umfasst gemäß „Unified Rules“ 3 Runden à 5 Minuten, Titelkämpfe  5 Runden à 5 Minuten. Steht bei dem Hauptkampf einer Veranstaltung kein Titel auf dem Spiel, darf er dennoch auf 5 Runden angesetzt werden. Zwischen jeder Runde gibt es eine Pause von 1 Minute.

Kleidung

Die Sportler kämpfen barfuß und mit freiem Oberkörper. Sie tragen eine kurze Hose ohne Knöpfe und Reißverschlüsse, die eng anliegend oder weit geschnitten sein kann. Folgende Schutzausrüstung ist verpflichtend: Zahnschutz, Tiefschutz, ca. 110 Gramm leichte Faustschützer.

Fouls

In den „Unified Rules“ sind 31 Fouls aufgelistet, deren Ausführung im Kampf verschiedene Strafen nach sich zieht, von einer Verwarnung über einen Punktabzug bis zu einer Disqualifikation. So ist es unter anderem verboten, den Gegner mit einem Kopfstoß zu attackieren, ihm in den Unterleib zu treten, ihm gegen den Hals zu schlagen, seine Luftröhre zu greifen, ihn zu beißen, ihn anzuspucken, ihn an den Haaren zu ziehen oder einen am Boden liegenden Gegner zum Kopf zu treten. Die vollständige Liste ist in der deutschen Übersetzung der „Unified Rules“ einzusehen.