Vorberichte

Vorschau auf UFC 126

UFC 126 (Poster via Zuffa LLC)

In der Nacht von Samstag auf Sonntag ist es endlich so weit: UFC 126 in Las Vegas. Das stark besetzte Hauptprogramm bestimmt schon seit langem die Diskussionsforen: Anderson Silva gegen Vitor Belfort um den Mittelgewichtstitel der UFC, der ehemalige Mittelgewichtschampion Rich Franklin trifft auf den ehemaligen Halbschwergewichtschampion Forrest Griffin, dazu noch der lang erwartete Kampf zwischen Ryan Bader und Jon Jones. Außerdem trifft der Hamburger Carlos Eduardo Rocha auf Jake Ellenberger und der ehemalige WEC Bantamgewichtschampion Miguel Torres steigt gegen Antonio Banuelos ins Octagon.

Anderson Silva vs. Vitor Belfort

Am Kampf zwischen Mittelgewichtschampion Anderson „The Spider“ Silva (27-4) und Herausforderer Vitor „The Phenom“ Belfort (19-8) kann man sehen, wie dominant Silva in den letzten Jahren über das Mittelgewicht geherrscht hat. Die UFC hat keinen Herausforderer mehr gefunden und somit kommt Belfort, ohne einen Mittelgewichtskampf in der UFC absolviert zu haben, zu einem Titelkampf.

„The Spider“ hat seine zwölf UFC-Kämpfe allesamt gewonnen und dominiert seit 2006 seine Gewichtsklasse. Der Mangel an würdigen Herausforderern hatte Silva schon für zwei Kämpfe ins Halbschwergewicht gebracht. Nachdem er auch dort erfolgreich war, wuchs das Ansehen des scheinbar unbesiegbaren Silva immer weiter. All das änderte sich bei UFC 117 im Kampf gegen Chael Sonnen. Dieser dominierte den Kampf über vier Runden und zerstörte dadurch Silvas Aura der Unbesiegbarkeit – auch wenn Silva am Ende wieder siegreich war. Sonnen dominierte Silva durch seine guten Qualitäten als Ringer, darauf wird sich Belfort kaum verlassen können.

Der ehemalige Halbschwergewichtschampion der UFC ist, wie Silva, ebenfalls ein ausgezeichneter Standkämpfer und einer der wenigen Kämpfer, die auf diesem Gebiet mit dem Champion mithalten können.  Dies stellte er in seinen letzten drei Kämpfen eindrucksvoll unter Beweis. Sowohl Terry Martin als auch Matt Lindland und Rich Franklin fielen den schnellen Händen von Belfort zum Opfer. Die Kämpfe gegen Martin und Lindland, die unter der Flagge der inzwischen zusammengefallenen MMA-Organisation Affliction ausgetragen wurden, stellen dabei auch die bisher einzigen Mittelgewichtskämpfe von Belfort dar. Deswegen ist es verständlich, warum es einige Fans nicht verstehen können, dass Belfort diesen Titelkampf, der bereits letztes Jahr hätte stattfinden sollen, bekommt. Allerdings konnte man bereits früher sehen, dass nicht immer der Kämpfer einen Titelkampf bekommt, der diesen auch verdient hat. Vielmehr ist die UFC dafür bekannt, den Fans die Kämpfe zu bieten, die diese sehen wollen, und Silva gegen Belfort gehört sicherlich in diese Kategorie. Zwei hervorragende Striker, die mit einem Treffer den Kampf beenden können, steigen gegeneinander ins Octagon. Und während Silva seinen unglaublichen UFC Rekord von zwölf Siegen in Folge, davon sieben erfolgreiche Titelverteidigungen, ausbauen will, kämpft Belfort gegen seinen Ruf an, in den großen Kämpfen immer zu versagen. Bei UFC 126 wird sich zeigen, wer sein Ziel erreichen konnte.

Forrest Griffin vs. Rich Franklin

Im Kampf zwischen Rich Franklin (28-5 (1)) und Forrest Griffin (17-6) treffen zwei ehemalige Titelträger aufeinander, die wieder an ihre alten Glanzzeiten anknüpfen wollen. Um dieses Ziel zu erreichen, haben beide allerdings noch einen schweren Weg vor sich. Auch wenn beide in ihrem letzten Kampf siegreich waren, musste besonders Griffin zuletzt einige Rückschläge einstecken. Nachdem der erste Gewinner der Reality-Serie „The Ultimate Fighter“ seinen Titel bei UFC 92 an Rashad Evans abgeben musste, wurde er bei UFC 101 von Anderson Silva vorgeführt und durch einen der „peinlichsten KOs“ die UFC-Kommentator Joe Rogan je gesehen hat, nach Hause geschickt. Dem geteilten Punktsieg gegen den schon lange sieglosen Tito Ortiz folgte ein Schulteroperation, die den charismatischen Kämpfer im Jahr 2010 außer Gefecht setzte. Leider gibt es in der sehr stark besetzten Halbschwergewichtsdivision der UFC keine Aufbaukämpfe und somit wird der Zuschauer schon in der Nacht von Samstag auf Sonntag erfahren, wie viel „Ringrost“ Griffin angesetzt hat.

Franklin konnte in letzter Zeit auch nicht mehr so glänzen, wie es noch zu Zeiten war, als Anderson Silva nicht das Mittelgewicht beherrschte. Nachdem ihn der dominante Champion aus dem Mittelgewicht vertrieben hatte, folgten zwei Catchweight- und drei Halbschwergewichtskämpfe, dabei folgte auf einen Sieg immer eine Niederlage, was Franklin eine Zeit lang im Niemandsland verschwinden ließ. Sein letzter Sieg gegen Chuck Liddell, mit dem er den „Iceman“ in den Ruhestand schickte, brachte ihn wieder zurück auf die Landkarte, allerdings sagt ein KO-Sieg über den weit von seiner Bestform entfernten Liddell nicht viel aus. Erst nach UFC 126 wird man wissen, wohin die Karriere von Franklin geht. Kann er im Halbschwergewicht noch nach dem Titel greifen oder nähert sich auch seine Karriere dem Ende?

Jake Ellenberger vs. Carlos Eduardo Rocha

Nach seinem großartigen Auftritt bei UFC 122 bekommt der Hamburger Carlos Eduardo Rocha (9-0) schon in seinem zweiten UFC-Kampf die Chance, einen der Hauptkämpfe in Las Vegas zu bestreiten. Allerdings sieht sich der BJJ-Spezialist dem aufstrebenden Ringer Jake Ellenberger (23-5) gegenüber, der zuletzt Mike Pyle und John Howard durch TKO besiegen konnte. Davor musste Ellenberger eine geteilte Punktniederlage gegen Carlos Condit einstecken. Dies war aber auch seine einzige Niederlage in seinen letzten sieben Kämpfen.

Während Ellenberger in seinen letzten Kämpfen gegen Leute gekämpft hat, die am oberen Ende der Weltergewichtsdivision der UFC stehen, ist Rocha noch unerfahren, wenn es gegen Spitzenkämpfer geht. Vor seinem Aufgabesieg gegen Kris McCray bei UFC 122 hatte „Ta Danado“ nur für kleinere Organisationen gekämpft, was natürlich die Frage aufkommen lässt, wie gut er mit dem Rampenlicht umgehen kann. An seinen kämpferischen Fähigkeiten gibt es schließlich kaum einen Zweifel. Auf dem Boden gehört der BJJ-Schwarzgurt zu den Besten und auch im Standkampf hat er sich sehr verbessert. Am 5. Februar wird sich zeigen, wie viel er von seinem Können zeigen kann.

Jon Jones vs. Ryan Bader

Das Duell zwischen Ryan „Darth“ Bader (12-0) und Jon „Bones“ Jones (11-1) könnten die Fans in Zukunft noch einige Male sehen – wenigsten wenn beide Kämpfer so weiter machen wie bisher. Mit 23 bzw. 27 Jahren haben sowohl Jones als auch Bader ihre besten Jahre noch vor sich und dennoch gehören sie schon zu dem Besten, was das Halbschwergewicht zu bieten hat.

Abgesehen von der einen unglücklichen Disqualifikationsniederlage von Jones gegen einen vollkommen unterlegenen Matt Hamill, haben beide Kämpfer den Käfig bisher immer siegreich verlassen und dabei sehr erfahrene und talentierte Kämpfer alt aussehen lassen.
So konnte Jones in seinen letzten beiden Kämpfen sowohl Brandon Vera als auch Vladimir Matyushenko in der ersten Runde durch TKO besiegen. Bader gelang es seinerseits bei UFC 110 Keith Jardine in der dritten Runde KO zu schlagen. In seinem bisher letzten Kampf gegen Antonio Rogerio Nogueira ging es dann zwar über die volle Distanz, aber wieder war Bader siegreich. Ein weiterer Sieg gegen den von den Experten als die Zukunft des Halbschwergewichts gesehen Jones, würde den Sieger der achten Staffel von „The Ultimate Fighter“ weit nach vorne bringen.

Miguel Torres vs. Antonio Banuelos

Im ersten Hauptkampf von UFC 126 geben zwei WEC Veteranen ihr UFC Debüt. Miguel Torres (38-3) und Antonio Banuelos (18-6) haben zusammen 21 WEC Kämpfe bestritten und davon nur sechs verloren. Torres gelang es dazu bei WEC 32 den Bantamgewichtstitel zu gewinnen und diesen drei Mal zu verteidigen. Bei WEC 42 musste er dann aber gegen Brian Bowles die erste Niederlage nach fünf Jahren hinnehmen und seinen Gürtel abgeben. Eine weitere Niederlage bei WEC 47 gegen Joseph Benavidez warf das ehemalige Aushängeschild der WEC weiter zurück, bevor ihm bei WEC 51 gegen Charlie Valencia endlich wieder ein Sieg gelang.

Banuelos gelang es dagegen nie, eine richtige Siegesserie in der WEC aufzubauen. Immer wieder musste er auf dem Weg an die Spitze Niederlagen einstecken. So war es auch bei WEC 48, als er, nach zuvor drei Siegen in Folge, gegen Scott Jorgensen nach Punkten verlor. Bei WEC 51 gelang Banuelos dann ein Punktsieg gegen Chad George. Ein Sieg in seinem UFC-Debüt gegen Torres wäre auf jeden Fall hilfreich, wenn Banuelos jemals um einen Titel kämpfen will.

UFC 126: Silva vs. Belfort
5. Feburar 2011
Mandalay Bay Events Center in Las Vegas, Nevada, USA


Mittelgewichtstitelkampf
Anderson Silva (c) vs. Vitor Belfort

Hauptkämpfe
Forrest Griffin vs. Rich Franklin
Jake Ellenberger vs. Carlos Eduardo Rocha
Ryan Bader vs. Jon Jones
Antonio Banuelos vs. Miguel Torres

Spike TV
Paul Kelly vs. Donald Cerrone
Chad Mendes vs. Michihiro Omigawa

Vorkämpfe
Gabe Ruediger vs. Paul Taylor
Demetrious Johnson vs. Norifumi "Kid" Yamamoto
Kyle Kingsbury vs. Ricardo Romero
Mike Pierce vs. Kenny Robertson