Vorberichte

Vorschau auf Strikeforce: Overeem vs. Werdum

Strikeforce: Overeem vs. Werdum (Poster via Strikeforce)

In der Nacht von Samstag auf Sonntag ist es endlich so weit. Das Strikeforce Schwergewichtsturnier geht in die zweite Runde. Am 18. Juni findet im American Airlines Center in Dallas, Texas Strikeforce: Overeem vs. Werdum statt.

Im Rahmen der Veranstaltung werden die letzten beiden Viertelfinalkämpfe des Schwergewichtsturniers zwischen Alistair Overeem und Fabricio Werdum sowie Brett Rogers und Josh Barnett ausgetragen. Außerdem kehr KJ Noons ins Leichtgewicht zurück, dort trifft er auf Jorge Masvidal. Dazu finden weitere Schwergewichtskämpfe zwischen Daniel Cormier und Jeff Monson sowie Valentijn Overeem und Chad Griggs statt.

Alistair Overeem vs. Fabricio Werdum
Im Hauptkampf des Abends trifft Alistair Overeem (34-11 (1)) auf Fabricio Werdum (14-4-1), mit anderen Worten: der Schwergewichtschampion von Strikeforce, DREAM und K1 trifft auf den Mann, der Fedor Emelianenko zur Aufgabe gebracht hat.

Mit dem Sieg gegen Emelianenko hat Werdum sich wieder in die Top 10 im Schwergewicht katapultiert, zudem sehen viele seinen Sieg gegen Antonio Silva, der Emelianenko mit einer dominanten Leistung aus dem Turnier geworfen hat, nun mit anderen Augen und keiner spricht mehr von seiner Zeit vor Strikeforce. Ein Rückkampf gegen Silva würde natürlich eine sehr interessante Geschichte für einen potentiellen Halbfinalkampf ergeben, sollte Werdum wieder die Überraschung gelingen.

Wie in seinem Kampf gegen Emilianenko, geht Werdum nämlich auch gegen Overeem als krasser Außenseiter ins Rennen. Overeem hat seit 2007 im MMA nicht mehr verloren und sich aus Mangel an passenden Gegnern auch im Kickboxen gemessen und dort den K-1 World Grand Prix 2010 gewonnen. Somit ist es nicht verwunderlich, dass dieser Kampf als das klassische Duell Grappler vs. Kickboxer aufgebaut wurde. Für Overeem ist es zudem die Gelegenheit sich für die Niederlage, die er bei PRIDE Total Elimination Absolute gegen Werdum einstecken musste, zu revanchieren. Damals siegte Werdum durch einen Kimura in der zweiten Runde.

Für Overeem geht es zudem um den Titel des besten Schwergewichtskämpfers der Welt: „Ich glaube, dass die acht besten Schwergewichtskämpfer an diesem Turnier teilnehmen. Wer dieses Turnier gewinnt, darf sich die Nummer eins der Welt nennen.“

Auf jeden Fall könnte Overeem mit einem Sieg über einen Top 10 Gegner beweisen, dass er von vielen zu Recht zu den besten Schwergewichtskämpfern der Welt gezählt wird und diesen Status nicht nur durch Kämpfe gegen unterklassige Gegner erreicht hat.

Josh Barnett vs. Brett Rogers
Josh Barnett (29-5) und Brett Rogers (11-2) tragen den zweiten Kampf des Schwergewichtsturniers an diesem Abend aus. Beide Kämpfer hatten in den letzten Jahren mit einigen Problemen zu kämpfen, auch wenn diese kaum unterschiedlicher hätten sein können. Während Brett Rogers nach einem Karrierestart von 10-0 im November 2009 gegen Feder Emilianenko seine erste Niederlage einstecken musste und im Mai 2010 anschließend noch von Overeem in der ersten Runde KO geschlagen wurde, hatte Barnett seine Probleme hauptsächlich außerhalb des Käfigs.

Nachdem er vor seinem potentiellen Kampf gegen Emilianenko bei dem anschließend abgesagten dritten Event von Affliction zum wiederholten Mal positiv auf verbotene, leistungssteigernde Substanzen getestet wurde, bekam Barnett kein Fuß mehr auf den Boden. Ihm gelangen zwar noch Siege gegen Mighty Mo bei DREAM 13 und Geronimo dos Santos bei Impact FC 1, aber die Sportkommission von Kalifornien hat ihm immer noch keine Lizenz erteilt, weswegen es für Strikeforce schwierig war, einen passenden Austragungsort für Barnetts Kämpfe zu finden. In Texas darf er nun kämpfen und er hat bereits versprochen, dass er diese ganzen Strapazen an Brett Rogers auslassen wird:

„Ich nehme die ganzen Qualen, die ganzen Schmerzen, alles, was ich, meine Familie und meine Trainer durchmachen mussten und werde es an dir auslassen, Brett Rogers.“

Ob ihm dies gelingt oder ob nach Andrei Arlovski der zweite ehemalige UFC Schwergewichtschampion das Turnier frühzeitig verlassen muss, wird sich in der Nacht von Samstag auf Sonntag zeigen.

KJ Noons vs. Jorge Masvidal
Das einzige Nicht-Schwergewichtsduell unter den Hauptkämpfen findet im Leichtgewicht zwischen KJ Noons (10-3) und Jorge Masvidal (21-6) statt. Damit springt Noons nach seiner Niederlage im Weltergewichtstitelkampf gegen Nick Diaz bei Strikeforce: Diaz vs. Noons 2 zurück ins Leichtgewicht. Dort hatte er zuvor Jorge Gurgel bei Strikeforce: Houston in der zweiten Runde KO geschlagen.

Masvidal hat zuletzt ebenfalls in verschiedenen Gewichtsklassen gekämpft. In seinem letzten Kampf besiegte er Billy Evangelista nach Punkten. Dieser Kampf fand im Leichtgewicht statt, nachdem er zuvor bei Shark Fights 13 gegen Paul Daley in einem Catchweight-Kampf nach Punkten verloren hatte.

Für Noons ist der Kampf ein weiterer Schritt in Richtung Titelkampf, dieses Mal allerdings wieder im Leichtgewicht. So bestätigte er vor Kurzem, dass der Gewinner dieses Duells einen Titelkampf gegen den amtierenden Leichtgewichtschampion Gilbert Melendez bekommen würde. Diesen Fight hatte er schon letztes Jahr im Auge, bevor man ihm den Kampf gegen Nick Diaz anbot. Nun steht er wieder kurz vor seinem Ziel: „Ich will diesen Titel, aber zuerst muss ich diesen Kampf hinter mich bringen.“

Daniel Cormier vs. Jeff Monson
An diesem Abend feiert zudem Jeff Monson (42-11) seine Rückkehr auf die große Bühne. In seinem Strikeforce-Debüt trifft der Weltenbummler auf den in MMA relativ unerfahrenen zweifachen Olympioniken Daniel Cormier (7-0). Monson, der nach seiner Entlassung aus der UFC in fast jeder MMA-Organisation auf der Welt gekämpft hat, konnte zuletzt acht Siege in Folge einfahren und seine Gegner dabei fünf Mal zur Aufgabe zwingen.

Cormier, der vier seiner sieben MMA-Fights in Strikeforce bestritten hat, konnte sechs seiner sieben Kämpfe vorzeitig beenden. Ob der hochdekorierte Ringer seine Serie gegen den inzwischen 40 Jahre alten Monson fortsetzen kann, wird sich am Wochenende zeigen.

Valentijn Overeem vs. Chad Griggs
Im Kampf zwischen Valentijn Overeem (29-25) und Chad Griggs (10-1) können sich die Fans auf einen Schlagabtausch freuen. Zusammen kommen beide Kämpfer auf 65 Auftritte im Käfig und nur einer davon ging an die Punktrichter. Griggs gelangen zuletzt fünf (T)KO Siege in Folge, der bekannteste dabei war wahrscheinlich sein Sieg bei Strikeforce: Houston gegen Ex-WWE-Superstar Bobby Lashley. Zuletzt besiegte er Gianpiero Villante bei Strikeforce: Fedor vs. Silva in der ersten Runde.

Am gleichen Abend gab der ältere der Overeem Brüder sein Strikeforce-Debüt und wie in seinen elf Kämpfen zuvor, ging auch dieser Kampf nicht über die erste Runde hinaus. Er besiegte den Kickboxer Ray Sefo via Neck Crack nach 1:37 Minuten und kann damit zum ersten Mal nach 2003 wieder auf drei Siege in Folge zurückblicken. Auch wenn ihn ein Sieg gegen Griggs nicht aus dem Schatten seines Bruders befördern würde, wäre es ein weiterer Schritt, um sich in Strikeforce zu etablieren.

Gesias „JZ“ Cavalcante vs. Justin Wilcox
Die Vorkämpfe dieses Abends werden angeführt vom Aufeinandertreffen zwischen Gesias „JZ“ Cavalcante (15-4-1 (1)) und Justin Wilcox (11-3), deren Karrieren zuletzt sehr unterschiedlich verliefen. Während Cavalcante seit seinem Sieg im September 2007 gegen Andre Amade nur einen weiteren Sieg einfahren konnte, gelangen Wilcox zuletzt sechs Siege in Folge. Die letzten fünf davon fanden unter dem Strikeforce-Logo statt. Dabei gelang ihm unter anderem ein Punktsieg gegen den TUF 13-Teilnehmer Shamar Bailey. Während Wilcox seine Siege hauptsächlich gegen durchschnittliche Gegner einfahren konnte, sah sich Cavalcante bereits so bekannten Namen wie Shinya Aoiki, Tatsuya Kawajiri, Caol Uno und Josh Thomson gegenüber. In der Nacht von Samstag auf Sonntag wird sich zeigen, wie viel diese Erfahrungen wert sind.

Die Vorkämpfe
Wie bereits von den vorherigen Strikeforce Events bekannt, geben auch dieses Mal einige Kämpfer im Vorprogramm ihr Strikeforce-Debüt. Der BJJ-Experte Magno Almeida (9-1-1) trifft in seinem ersten Kampf in Strikeforce auf Conor Heun (8-4), der seine beiden letzten Kämpfe gegen KJ Noons und Jorge Gurgel jeweils nach Punkten verloren hat.

Nah-Shon Burell (5-1), der seine fünf MMA-Siege allesamt durch (T)KO einfahren konnte, gibt ebenfalls sein Strikeforce-Debüt. Er trifft auf Joe Ray (5-1), der im Januar letzten Jahres seinen ersten Profikampf bestritt. Dieser Kampf, ein TKO Sieg in der ersten Runde gegen John Clarke, war gleichzeitig sein erster und bis dato einziger Kampf für Strikeforce.

Weitere Strikeforce-Debütanten sind Todd Moore (13-4) und Mike Bronzoulis (12-2-1), die in einem Weltergewichtskampf aufeinander treffen. Da Moore bereits für Dream und WEC gekämpft hat, dürfte ihm das Rampenlicht allerdings ebenfalls nicht so viel ausmachen wie Bronzoulis, der bereits für Shark Fights im Käfig stand.

Der erste Kampf des Abends wird ebenfalls zwischen zwei Strikeforce-Neulingen ausgetragen. Isaac Vallie-Flagg (11-3-1) trifft dabei auf Brian Melancon (5-1). Melancon hatte bisher ein Mal die Gelegenheit vor großem Publikum zu kämpfen, als er bei Bellator 20 Adam Schindler unterlag. Vallie-Flagg ist dagegen seit über drei Jahren ungeschlagen und will diese Erfolgsserie am Samstag fortsetzen.

Die Card im Überblick:

Strikeforce: Overeem vs. Werdum
18. Juni 2011
American Airlines Center, Dallas, Texas, USA.

Hauptkämpfe
Alistair Overeem vs. Fabricio Werdum
Josh Barnett vs. Brett Rogers
K.J. Noons vs. Jorge Masvidal
Daniel Cormier vs. Jeff Monson
Valentijn Overeem vs. Chad Griggs

Vorkämpfe
Gesias “JZ” Cavalcante vs. Justin Wilcox
Conor Heun vs. Magno Almeida
Nah-Shon Burrell vs. Joe Ray
Todd Moore vs. Mike Bronzoulis
Brian Melancon vs. Isaac Vallie-Flagg