Vorberichte

Viertelfinalkämpfe der K-1 World Grand Prix Series veröffentlicht

Totgesagte leben ja bekanntlich länger und auch wenn es in den vergangenen Monate um das ehemalige Traditionslabel K-1 eher ruhig geworden ist, so ist man dennoch weiter am Leben, nur mit einem anderen Fokus.

Denn vornehmlich hatte man in der Vergangenheit in Asien veranstaltet, wenn man mal die Events in Bosnien und Serbien (beide in 2016) außen vor lässt. Dabei hat man sich nicht erst seit gestern auch auf weitere Gewichtsklassen ausgedehnt. Zu den Glanzzeiten gab es ja bekanntlich nur das Schwergewicht und die MAX-Klasse (damals bis 70kg). Das alles hat man mittlerweile quasi reformiert und bietet nur eine weitaus breitere Palette an. Das ist etwas, was man schon vor mindestens zehn Jahren hätte tun sollen.

Gesucht wird am 18. Juni in der Saitama Super Arena der Nachfolger von Marat Grigorian, welcher diesen Grand Prix, der letztmalig 2015 ausgetragen wurde, durch drei vorzeitige Siege gegen Yoichi Yamazaki, Makihira Keita und Jordann Pekeur gewinnen konnte. Ein Blick auf das Feld der acht Teilnehmer lässt auch den Schluss zu, dass Japan auf Europa trifft, um einen neuen Champion zu ermitteln. Bei den Kämpfern aus Europa hat man sich dabei gleich die Dienste von drei ehemaligen Glory-Kämpfern gesichert. Jordan Watson (England), Sanny Dahlbeck (Schweden) und Chingiz Allazov (Weißrussland) standen alle schon für den Branchenprimus im Ring.

Glory hatte gerade in den Engländer Jordan Watson größere Hoffnungen gesetzt, welche dieser aber nicht wirklich erfüllen konnte. Dabei kann man dessen Viertelfinale gegen den Japaner Yasuhiro Kido schon fast als vorweggenommenes Finale betrachten. Zumindest haben beide Kämpfer anhand ihrer Fähigkeiten das Zeug dazu, diesen Kampf großartig werden zu lassen.

Sanny Dahlbeck aus Schweden wird zum Auftakt auf Hirono Yu treffen. Der Japaner stand vor ein paar Jahren zum bisher einzigen Mal in seiner Laufbahn in Europa im Ring, wo dieser allerdings in Basel eine Niederlage gegen Shemsi Beqiri kassierte. Dahlbeck hingegen war einer der ersten Kämpfer bei Glory und stand u.a. im Final 8 Tournament bei Glory 3 in Rom. Der Schwede möchte beweisen, dass es ein Fehler war, dass Glory ihn zu früh und zu schnell hat gehen lassen.

Mit Chingiz Allazov wird nicht nur ein sehr interessanter Kämpfer, sondern auch ein weiterer Glory-Veteran in Saitama in den Ring steigen. Wie schlagstark der Weißrusse ist, das musste im vergangenen Jahr auch Enriko Kehl sehr schmerzhaft feststellen - er unterlag vorzeitig. Mit Hiroki Nakajima könnte er fast den leichtesten Gegner im Feld haben. Doch ein Tournament hat ja bekanntlich seine eigenen Gesetze.

Im letzten Viertelfinale werden sich der Finalist von 2015 - Jordann Pikeur aus den Niederlanden - und Hinata Watanabe aus Japan gegenüberstehen. Der Japaner befindet sich dabei auf einer Comeback-Tour bei K-1. Für die stand er zuletzt im November 2010 im Ring, bevor es ihn zu Shootboxing, Glory, Rizin und Rebels zog. Beim im Februar ausgetragenen Grand Prix der 62,5kg Klasse bestritt Hinata einen Superfight gegen Matsuhiro Shintaro, den er nach Punkten bezwingen konnte. Pikeur war 2015 kurz vor dem totalen Triumph und wurde dabei nur von Marat Grigorian gestoppt. Daher lautet in diesem Jahr das Ziel für den Holländer - der Titelgewinn.

K-1 World Grand Prix
18. Juni 2017
Saitama Super Arena


K-1 World Grand Prix Tournament / Viertelfinals
Yasuhiro Kido vs. Jordan Watson
Hirono Yu vs. Sanny Dahlbeck
Hiroki Nakajima vs. Chingiz Allazov
Hinata Watanabe vs. Jordann Pikeur