Vorberichte

Venator FC III: „Mayhem“ Miller, Rousimar Palhares und Matt Hamill in Aktion

Ob Emil Weber Meek seine Beine am Samstag außerhalb Rousimar Palhares' Reichweite halten kann? (Foto: Venator FC).

Wer in Europa eine MMA-Liga gründet, der fängt meistens ganz unten an. Venator FC mit Investor Frank Merenda dagegen geht gleich auf’s Ganze: Ganze 19 Profi-Duelle stehen bei Venator FC III am Samstag auf dem Programm. Während in den ersten Kämpfen vor allem europäische Sportler mit einer Handvoll Kämpfen ihre Chance bekommen, glänzt das Hauptprogramm mit ordentlich Star-Power: Mit Rousimar Palhares, Jason „Mayhem“ Miller, Luke Barnatt, Matt Hamill, Karl Amoussou, Cody McKenzie u.v.m. sind gleich eine ganze Reihe bekannter Gesichter mit von der Partie.

Venator FC III kann in Deutschland über mmatv.co.uk verfolgt werden. Der Stream wird zum Preis von 7,99 Euro angeboten.

Anbei die Startzeiten:
Vorprogramm (mmatv.co.uk): Samstag, 21. Mai, 17 Uhr
Hauptprogramm (mmatv.co.uk): Samstag, 21. Mai, 21 Uhr

Hauptkampf: Rousimar Palhares vs. Emil Meek

Paul Harris is back! Trotz Zwei-Jahres-Suspendierung und einem Vertrag mit der World Series of Fighting (WSOF) wird Rousimar „Toquinho“ Palhares (18-6) am Wochenende in Mailand für Venator FC in den Käfig steigen.

Jahrelang galt der brasilianische Beinhebel-Experte als eines der gefährlichsten Mittelgewichte der Welt – ganze 15 Kämpfe hat Palhares im Laufe der Jahre durch Aufgabe beendet, u.a. gegen Tomasz Drwal, Mike Pierce, Jon Fitch und Jake Shields, die Griffe dabei aber immer wieder zu lange gehalten, damit das ein oder andere Knie geschreddert und den Zorn von Fans, Promotern und Kämpfern gleichermaßen auf sich gezogen.

Vor allem hat es ihm erst die Entlassung aus der UFC und anschließend eine Zwei-Jahres-Sperre der Sportkommission von Nevada eingebracht. Das scheint weder Palhares noch Venator FC zu stören – am Samstag wird „Toquinho“ in Mailand um den Weltergewichtsgürtel der Italiener kämpfen.

Ihm gegenüber wird dabei Emil „Valhalla“ Weber Meek (7-2-0(1)) stehen. Der 27-jährige Norweger ist keiner, der sich gerne auf die Punktrichter verlässt – in zehn Profi-Kämpfen ist „Valhalla“ noch nie über die volle Distanz gegangen, ganze sechs davon hat Meek dabei mit seinen Fäusten beendet.

Ob er überhaupt die Chance bekommt, sie gegen Palhares einzusetzen oder ob seine Hände zum Abklopfen brauchen wird, werden wir am Samstag erfahren. Was am Wochenende auch passieren wird – reden wird man von diesem Kampf aller Voraussicht nach auch nach der letzten Runde noch.

Co-Hauptkampf: Luke Barnatt (c) vs. Jason Miller

Nicht weniger kontrovers ist der zweite Hauptkampf des Abends. Als Jason „Mayhem“ Miller (28-9-0(1)) zum letzten Mal im Käfig stand, da war Luke „Bigslow“ Barnatt (10-3) noch ein unbeschriebenes Blatt.

Vier Jahre ist Millers unehrenhafte Entlassung aus der UFC nach deutlichen Niederlagen gegen Michael Bisping und CB Dollaway sowie einem darauffolgenden Backstage-Vorfall jetzt her. In der Zwischenzeit schaffte es Barnatt über das „The Ultimate Fighter“-Haus in die UFC, machte sich mit drei imposanten Siegen einen Namen, stürzte dann mit drei Niederlagen in Folge wieder ab und wurde entlassen.

In ihren Titelkampf bei Venator FC III gehen die beiden daher aus völlig unterschiedlichen Richtungen. Während Barnatt sich mit zwei vorzeitigen Siegen in Folge und dem Venator-Titelgürtel im Gepäck auf bestem Weg zurück ins Octagon befindet, weiß niemand so recht, was man von „Mayhem“ erwarten soll. Auf den Top-Athleten zu hoffen, der Kazushi Sakuraba, Tim Kennedy und Robbie Lawler besiegt hat, wäre jedenfalls gewagt.

Wenn Miller seit dem Dollaway-Kampf bei UFC 146 in den Schlagzeilen stand, dann wegen Skandalen, die vom nackten Randalieren in einer Kirche über Anschuldigungen zu häuslicher Gewalt bis hin zur Belagerung seines Hauses und anschließender Festnahme durch ein SWAT-Team reichen.

Zumindest hat er es nach Italien geschafft, was angesichts der zahlreichen Kollisionen mit dem Gesetz an und für sich bereits nicht selbstverständlich war.

Die weiteren Kämpfe von Venator FC III

„Ich glaube wirklich, dass (Venator FC) aktuell die beste Organisation in Europa ist“, verriet uns Luke Barnatt kürzlich im Interview. „Die Liga ist sehr jung und hat noch nicht so viele Shows veranstaltet, aber nenn mir eine andere Organisation in Europa, die so ein Programm auf die Beine stellt.“

Für eine recht neue Liga kann sich das Lineup tatsächlich sehen lassen. Ganze acht UFC-Veteranen stehen bei Venator FC III auf dem Programm: Neben Palhares, Miller und Barnatt sind das Matt Hamill, Sokoudjou, Cody McKenzie, Che Mills und Igor Araujo.  

Während die meisten Ex-UFCler dabei versuchen, wieder auf den grünen Zweig zu kommen – wie Hamill, der hier zum zweiten Mal seit seiner UFC-Entlassung Ende 2014 in den Käfig steigt oder McKenzie, der nach seinem Rücktritt vom Rücktritt in einer 1-5-Durststrecke festhängt.

Im Mailänder PalaSesto werden aber auch einige europäische Talente auflaufen, deren kämpferische Zukunft ein ganzes Stück vielversprechender sein dürfte.

So wird Conor McGregors Trainingspartner Peter „The Showstopper“ Queally (8-2) versuchen, gegen Giorgio Pietrini (5-3) seinen vierten Sieg in Folge einzufahren. Der irische „Showstopper“ hat zwar bisher für jeden seiner acht Siege die Punktrichter gebraucht, dafür aber innerhalb von weniger als zwei Jahren Siege bei Ligen wie BAMMA und Cage Warriors gegen Kämpfer mit überwiegend soliden Bilanzen angesammelt. Ein Sieg gegen Pietrini wäre sein vierter in Folge.

Ebenfalls gesundes Potential hat der erst 22-jährige Italiener Marvin Vettori (9-2) gezeigt, der mit dem 13 Jahre älteren UFC-Veteran Igor Araujo (25-8-0(1)) den härtesten Test seiner Karriere vor den Fäusten hat. Vettori konnte auf der letzten Venator-Veranstaltung im Dezember den britischen Veteranen Jack Mason in der ersten Runde ausknocken und wird an diesem Wochenende versuchen, sein Momentum gegen Araujo weiter auszubauen.

Der Brasilianer aus Greg Jacksons Team wird hier zum ersten Mal seit seiner Entlassung aus der UFC in den Käfig steigen – nach zwei Siegen im Octagon kegelten Araujo Niederlagen gegen George Sullivan und Sean Strickland aus der Liga.

Ein Auge sollte man auch auf Jack „The Joker“ Hermansson (12-2) haben. Der amtierende Cage Warriors-Mittelgewichtschampion hat vor Jahren zwei Mal für Bellator gekämpft und dort die einzigen beiden Niederlagen seiner Karriere einstecken müssen.

Seitdem hat der 27-Jährige „Joker“ aus Norwegen allerdings seinen Rhythmus gefunden und sieben Mal in Folge gewonnen, fünf davon vorzeitig, u.a. gegen UFC-Veteran Karlos Vemola. In Mailand wird ihm nun der Pole Ireneusz Cholewa (10-7-3) gegenüberstehen.


Anbei das gesamte Programm im Überblick:

Venator FC III: Palhares vs. Meek
Samstag, 21. Mai 2016
PalaSesto in Mailand, Italien


Titelkampf im Weltergewicht
Rousimar Palhares vs. Emil Weber Meek

Titelkampf im Mittelgewicht
Luke Barnatt (c) vs. Jason Miller

Hauptprogramm
Rameau Thierry Sokoudjou vs. Matt Hamill
Igor Araujo vs. Marvin Vettori
Peter Queally vs. Giorgio Pietrini
Karl Amoussou vs. Giovanni Melillo
Ireneusz Cholewa vs. Jack Hermansson
Valeriu Mircea vs. Cody McKenzie
Terry Montgomery vs. Che Mills

Vorprogramm
Leonardo Zecchi vs. Alessandro Botti
Cristian Binda vs. Davide Baneschi
Federico Mini vs. Ciro Ruotolo
Stefan Croitoru vs. Mattia Schiavolin
Danyel Pilò vs. Luca Puggioni
Pietro Cappelli vs. Franco De Martiis
Daniele Miceli vs. Danilo Belluardo
Cristian Magro vs. Guiseppe Ruotolo
Stefano Paterno vs. Andrea Fusi
Manolo Zecchini vs. Dennis Coste