Vorberichte

Usyk gegen Gassiev: Wer gewinnt die WBSS und alle vier WM-Titel?

Oleksandr Usyk (li.) und Murat Gassiev machen die Cruisergewichts-WM unter sich aus (Foto: 112 International)

Geld, Prestige und die Muhammad-Ali-Trophy, all das steht im morgigen Finale der World Boxing Super Series auf dem Spiel. Viel wichtiger ist für die beiden Cruisergewichte Oleksandr Usyk und Murat Gassiev jedoch, dass der Gewinner alle vier WM-Titel mit nach Hause nimmt und zur unangefochtenen Nummer 1 der Gewichtsklasse wird.

Wenn man Experten fragt, gebührt dieser Titel bereits dem Ukrainer Oleksandr Usyk (14-0, 11 K.o.). Der 31-Jährige ging als absoluter Favorit ins Turnier und untermauerte seinen Status durch beeindruckende Siege. Dabei unterstrich der Olympiasieger von 2012 seine Qualitäten als Auswärtsspezialist, denn immer wieder musste er sich in die Höhle des Löwen vorwagen. In Berlin demontierte er Marco Huck und beendete das Duell in der zehnten Runde mit einem technischen Knockout.

Im Anschluss ging es für den Linksausleger nach Riga in die Heimat des Letten Mairis Briedis, dem er in einem hervorragenden Kampf mit einem Punktsieg den WBC-Titel abnehmen konnte. Dass Auswärtsreisen für den Edeltechniker kein Problem sind, zeigte er bereits 2016, als er seinen ersten WM-Titel in Polen gegen Krzystof Glowacki gewann und ihn anschließend zwei Mal in den USA verteidigte. Somit dürfte ihn auch der Heimvorteil des kommenden Gegners nicht einschüchtern.

Denn Usyk muss morgen in der Olimpiyskiy-Arena in Moskau auf den Russen Murat Gassiev (26-0 (1), 19 K.o.) treffen. Der Cruiserweight-Golovkin konnte sich in seiner bisherigen Karriere ebenfalls schadlos halten und klopft mit gerade einmal 24 Jahren schon an der Weltspitze an. Seit anderthalb Jahren kann sich „Iron“ Gassiev Weltmeister nennen. Damals schlug er Denis Lebedev K.o. und sicherte sich den IBF-Gürtel.

Als an Zwei gesetzter Boxer wählte er in der ersten Runde Krzysztof Wlodarczyk als Gegner und ging innerhalb von drei Runden wie ein heißes russisches Messer durch die polnische Butter. Vier Monate später wurde er dann schon härter getestet, als ihn WBA-Champion Yunier Dorticos bis in die zwölfte Runde zwang, dann jedoch acht Sekunden vor Kampfende nach einem Niederschlag nicht mehr auf die Beine kam. Jetzt geht es ans Finale und die WBSS dürfte zufrieden sein, denn der Kampf der beiden ist ein mehr als würdiger Endkampf um die erste Muhammad-Ali-Trophy.

Neben den beiden Cruisergewichten steht mit Cecilia Braekhus (33-0, 9 K.o.) eine weitere Weltmeisterin im Programm. Die „First Lady“ aus Norwegen ging in ihrem letzten Kampf gegen Kali Reis sogar einmal zu Boden, bevor sie sich den Punktsieg holte, die 36-Jährige hat nun gegen Inna Sagaydakovskaya (7-0, 3 K.o.) also etwas zu beweisen, wenn sie erneut ihre fünf WM-Titel aufs Spiel setzt.

Im Vorprogramm tummeln sich zudem mit Fedor Chudinov (gegen Nadjib Mohammedi um den Internationalen WBA-Titel), Mairis Briedis (gegen Brandon Deslaurier) und Denis Shafikov (gegen Jhon Gemino) weitere bekannte Namen der Box-Szene.

Die Veranstaltung wird ab 20 Uhr als PPV zum Preis von 14,99 Euro von ran Fighting live übertragen.