Vorberichte

Unification: Brähmer vs. Shumenov

Unsere Vorschau zum ersten großen Titelkampf 2011.

Update: WBO-Weltmeister Jürgen Brähmer (36-2-0, 29 KO) wird nicht wie geplant am 8. Januar 2011 zur großen Titelvereinigung im Halbschwergewicht gegen den WBA-Weltmeister Beibut Shumenov (10-1-0, 5 KO) antreten können. Dies gab Universum Boxpromotion nun offiziell bekannt. Grund ist eine Magendarm-Erkrankung Brähmers, der sich bereits am Veranstaltungsort Schymkent, in Kasachstan befindet.

„Das ist eine große Katastrophe“, so Universum-Promoter Klaus-Peter Kohl. „Wir und vor allem Jürgen sind sehr geknickt. Dieser Kampf hätte deutsche Box-Geschichte geschrieben.“ Ob der WM-Vereinigungskampf zwischen Brähmer und Shumenov nachgeholt werden kann, ist bislang noch unklar.

Das neue Jahr ist noch jung und schon steht die erste Titelverteidigung für einen deutschen Boxer an. Noch dazu ein Vereinigungskampf auf fremdem Terrain: WBO-Weltmeister Jürgen Brähmer  wird am 8. Januar in Kasachstan gegen den WBA-Weltmeister Beibut Shumenov antreten.

Brähmer (36-2-0, 29 KO) blickt zurück auf eine erfüllte Karriere als Amateurboxer und gewann 95 seiner 100 Kämpfe. 1996 wurde er Kuba Junioren-Weltmeister, schlug als Amateur unter anderem Namen wie Ricky Hatton und Carl Froch. 1999 wurde er Profi. Seit Universum-Champion Zsolt Erdei im November 2009 vom Halbschwer- ins Cruisergewicht wechselte, ist Brähmer WBO Weltmeister im Halbschwergewicht. Bislang konnte Brähmer das Gold zweimal verteidigen, zuletzt recht eindrucksvoll via TKO gegen Mariano Nicolas Plotinsky. Nun greift der Schweriner nach dem zweiten WM-Gürtel.

„Das wird das größte Box-Abenteuer meiner Karriere“, so der 32-Jährige. „Ich hatte mein erstes Abenteuer 1996 mit dem Gewinn der Junioren-WM auf Kuba. Jetzt fühlt sich das ähnlich an.“ Und weiter: „Ich freue mich sehr, mit Shumenov in den Ring zu steigen und ihm in seinem Heimatland den Gürtel wegzunehmen. Leute, ich werde mit zwei Gürteln über meiner Schulter zurück nach Deutschland kommen!“

Abseits des Rings hatte Brähmer immer wieder mit der Justiz zu kämpfen. Eine Verhandlung wegen zwei Körperverletzungsdelikten zwang ihn fast das gesamte letzte Jahr zur Pause. Seit April stand er nicht mehr im Ring. Nach Aussage seines Trainers Michael Timm ist Brähmer fit, doch wie sehr lenkt den Universum-Boxer das noch immer offene Ende des Verfahrens ab? Und ist ein Gegner vom Kaliber Shumenovs nicht ein bisschen viel für einen Comeback-Fight nach acht Monaten Abstinenz?

Universum-Promoter Klaus-Peter Kohl freut sich auf die Begegnung: „Dieser Kampf schreibt deutsche Box-Geschichte. Zum ersten Mal kann ein deutscher Profiboxer zwei WM-Gürtel in einem fremden Land vereinen. [...] Das wird ein sehr interessantes Duell. Zwei Champions in einem Ring, Jürgen muss in die Höhle des Löwen.“

Die „Höhle des Löwen“, das ist die Provinzhauptstadt Tschimkent, im Süden Kasachstans, und der Geburtsort von Brähmers Gegners Beibut Shumenov (10-1-0, 11 KO). Der lebt und trainiert mittlerweile in Las Vegas, USA und ist seit Januar letzten Jahres WBA Champion. Er sicherte sich in seinem erst zehnten Profikampf den Titel durch einen umstrittenen geteilten Punktentscheid gegen Gabriel Campillo, der ihm fünf Monate zuvor seine erste Niederlage beibrachte. Beide Kämpfer waren sehr knapp. Seitdem verteidigte Shumenov seinen Titel einmal, im Juli letzten Jahres, gegen Viacheslav Uzelkov. Der 27-Jährige Kasache hat große Ziele: „Mein Ziel ist es, die Titel im Halbschwergewicht alle zu vereinigen. Das Duell gegen Jürgen Brähmer ist der nächste Schritt dort hin.“

Shumenov hat auf dem Papier weniger Erfahrung, er boxte seit seinem Debüt als Profi allerdings alles andere als Aufbaugegner, während Brähmer zuletzt ausschließlich die handverlesene Universum-Kost serviert bekam. Shumenovs Chancen stehen also nicht schlecht. In der Tat könnte dies der bislang schwerste Kampf in Brähmers Karriere werden - und ein weiterer schwarzer Tag für Universum, die mit Vitali Tajbert vor kurzem schon einen Weltmeister verloren haben. „Schumenov ist ein starker Mann“, bestätigte Klaus-Peter Kohl. „Das wir ein sehr enger Kampf. Aber man muss auch mal solche Vereinigungskämpfe machen und nicht nur drüber reden.“

Der Vereinigungskampf wird von Shumenovs „KZEvents Productions“ und dessen US-Promoter „Goossen Tutor“, zusammen mit Universum auf die Beine gestellt. Details zum Sendetermin im deutschen TV gibt es bislang noch nicht. Warum der Kampf ausgerechnet in Kasachstan ausgetragen wird, erklärte Klaus-Peter Kohl: „Wir hätten den Kampf natürlich auch gern in Deutschland oder in den USA veranstaltet. Aber eine Unification braucht ein gewisses Budget, damit die Boxer zusagen. Und das war hier nur so mit diesen Partnern umsetzbar.“ Befragt zum Sendetermin antwortete er knapp: „Wir sind noch mitten in den Verhandlungen.“

The Unification: Brähmer vs. Shumenov
8. Januar 2011
Ice Mansion Arena in Tschimkent, Kasachstan


WBO Weltmeisterschaft im Halbschwergewicht
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