Vorberichte

UFC San Antonio: Noch ein Contender im Weltergewicht?

Schafft es Leon Edwards in die Top-10? (Quelle: Zuffa LLC)

An potentiellen Herausforderern auf den Titel im Weltergewicht mangelt es der UFC derzeit wahrlich nicht. Da wäre Colby Covington, der sich nach seinem Sieg über Rafael dos Anjos weiterhin als Weltmeister sieht, obwohl ihm die UFC seinen Interim-Gürtel schon lange aberkannt hat. Dann gibt es Jorge Masvidal, der mit seinem 5-Sekunden-Knockout gegen Ben Askren nicht nur Geschichte schrieb, sondern sich auch in die Top-5 der stärksten Gewichtsklasse der Welt schob. Auch Anthony Pettis ist nach seinem spektakulären Sieg über Stephen Thompson ein nicht zu verachtender Faktor in der 77-Kilo-Klasse geworden. Am kommenden Wochenende will sich noch ein weiterer Kämpfer in diese Riege vorarbeiten. Sein Name? Leon Edwards.

Sowohl das Vorprogramm, als auch das Hauptprogramm von UFC San Antonio werden auf dem UFC Fight Pass übertragen, der ab 5,99 Euro monatlich auf ufc.tv erhältlich ist. Das Hauptprogramm wird zudem auf DAZN gezeigt. Ein Abo kostet dort monatlich 9,99 Euro, der erste Monat ist gratis. Für UFC-Events fallen keine weiteren Kosten an.

Anbei die Startzeiten:
Vorprogramm (ufc.tv): Sonntag, 21. Juli, 00:00 Uhr
Hauptprogramm (ufc.tv/DAZN): Sonntag, 21. Juli, 03:00 Uhr

Der Main Event: Leon Edwards vs. Rafael dos Anjos

„Das ist wirklich der Wahnsinn. Ich weiß nicht, wo all das Gerede über einen Titelkampf herkommt. Erst vor zwei Kämpfen hatte er (Jorge Masvidal) zwei in Folge verloren und wurde fast von der UFC entlassen. Ich finde, über einen Titelkampf zu reden ist schwachsinnig. Es ist der Wahnsinn, aber es ist wie es ist. Bring ihn nach Texas und wir können das nach meinem Kampf regeln. Wir müssen kämpfen.“

Es ist wohl nicht allzu gewagt zu behaupten, Leon Edwards (17-3) sei kein besonders großer Fan von Jorge Masvidal. Nicht nur aufgrund ihres ersten Aufeinandertreffens kann Edwards den UFC-Rekordhalter nicht leiden, auch seine Siegesserie von zwei Kämpfen scheint ihn nicht besonders zu beeindrucken. Edwards hingegen konnte jeden seiner letzten sieben Kämpfe gewinnen. Während dieser Serie schlug er namhafte Kämpfer wie Vicente Luque, Peter Sobotta, Donald Cerrone und zuletzt Gunnar Nelson. Einzig sein vergleichsweise unspektakulärer Kampfstil scheint dem Briten im Weg zu stehen. Vier seiner letzten fünf Kämpfe gingen über die volle Distanz, was oftmals an Edwards lag, der lieber auf Nummer sicher geht, als den vorzeitigen Sieg zu jagen.

Dies könnte auch der Grund sein, warum der 27-Jährige trotz seiner Siegesserie noch keinen Platz innerhalb der Top-10 innehat. An seinen Fähigkeiten liegt es jedenfalls nicht. Edwards ist ein exzellenter Standkämpfer, der es dort mit jedem Weltergewicht der Welt aufnehmen kann. Auch auf der Matte weiß sich „Rocky“ zu wehren, was er unter anderem in seinem Kampf mit dem BJJ-Schwarzgurt  Peter Sobotta unter Beweis stellte. Will sich Edwards endlich in der Top-10 etablieren und sich einen Rückkampf mit Champion Kamaru Usman verdienen, dem er vor vier Jahren nach Punkten unterlegen war, muss er am kommenden Wochenende ein Zeichen setzen.

Einen bleibenden Eindruck würde ein vorzeitiger Sieg gegen Rafael dos Anjos (29-11) hinterlassen. Leichter gesagt als getan: Obwohl der 34-Jährige ausschließlich gegen die besten Athleten der Welt antritt, verliert er nur äußerst selten vorzeitig. Seine letzte Niederlage dieser Art geht auf das Jahr 2016 zurück, als er seinen Leichtgewichtstitel an Eddie Alvarez abgeben musste. Davor waren sechs Jahre ohne einen solchen Rückschlag vergangen.

Obgleich dos Anjos von vielen Fans nach Niederlagen gegen Kamaru Usman und Colby Covington schon abgeschrieben worden war, zeigte er in seinem letzten Kampf eine mehr als überzeugende Leistung gegen Kevin Lee, den er in der vierten Runde zur Aufgabe zwang. Folgt nun ein Sieg gegen den aufstrebenden Edwards, könnte sich der Brasilianer sofort im Gespräch um einen Titelkampf wiederfinden.

Das weitere Programm

Zwar findet sich im weiteren Programm kein Kampf von der Güteklasse des Hauptkampfes, jedoch ist die vierte Veranstaltung der UFC auf ESPN in der Breite sehr solide besetzt. So kommt es unter anderem zu einem Gefecht im Schwergewicht zwischen Aleksei Oleinik (57-12-1) und Walt Harris (12-7-1). Während sich der Ukrainer von einer K.o.-Niederlage gegen Alistair Overeem erholen will, peilt Harris den dritten Sieg in Folge an.

Zuvor bestreitet Greg Hardy (4-1) seinen dritten UFC-Kampf. Der vorbelastete ehemalige NFL-Spieler war über Dana Whites Tuesday Night Contender Series zum Weltmarktführer gekommen und hatte sein Debüt gegen Allen Crowder gefeiert. Nach einem starken Beginn zeigte er in der zweiten Runde klare Ermüdungserscheinungen und wurde schließlich wegen eines illegalen Kniestoßes disqualifiziert. Deutlich besser lief es für den 30-Jährigen bei seinem zweiten Auftritt: Gegen einen wehrlosen Dmitry Smoliakov fuhr Hardy einen schnellen T.K.o.-Sieg ein. In San Antonio erwartet ihn mit Juan Adams (5-1) die wohl schwerste Aufgabe seiner jungen Karriere. Der 27-Jährige ist ein solides Schwergewicht, das einen seiner zwei Kämpfe in der UFC für sich entscheiden konnte.

Zwei interessante Kämpfe finden zudem im Leichtgewicht statt. James Vick (13-3) braucht nach Niederlagen gegen Justin Gaethje und Paul Felder dringend einen Sieg gegen Daniel Hooker (17-8), der seinerseits zuletzt gegen Edson Barboza verloren hat.

Ähnliches hat Alexander Hernandez (10-2) vor. Der 26-Jährige musste nach acht Siegen in Folge zuletzt eine krachende Niederlage gegen Donald Cerrone hinnehmen und muss sich jetzt erneut an die Spitze des Leichtgewichts arbeiten. Den ersten Schritt will er gegen Francisco Trinaldo (23-6) gehen.

Den ersten Kampf des Hauptprogramms bestreiten die Schwergewichts-Veteranen Andrei Arlovski (27-18) und Ben Rothwell (36-11). Mit drei bzw. zwei Niederlagen in Folge kämpfen die beiden um ihre Zukunft beim Weltmarktführer.

Der wohl vielversprechendste Kämpfer im Vorprogramm ist Gabriel Silva (7-0). Der Bruder von Erick Silva ist in sieben Kämpfen noch ungeschlagen und gibt sein UFC-Debüt. Wie sein Bruder ist auch „Gabito“ aufgrund seiner Explosivität vor allem in der ersten Runde brandgefährlich. Er bekommt es mit Ray Borg (11-4) zu tun.

Das komplette Programm in der Übersicht:

UFC on ESPN 4
21. Juli 2019
AT&T Center, San Antonio, USA

Hauptprogramm (Dazn/ufc.tv)
Rafael dos Anjos vs. Leon Edwards
Aleksei Oleinik vs. Walt Harris
Greg Hardy vs. Juan Adams
James Vick vs. Dan Hooker
Alexander Hernandez vs. Francisco Trinaldo
Andrei Arlovski vs. Ben Rothwell

Vorprogramm (ufc.tv)
Alex Caceres vs. Steven Peterson
Raquel Pennington vs. Irene Aldana
Sam Alvey vs. Klidson Farias de Abreu
Roxanne Modafferi vs. Jennifer Maia
Ray Borg vs. Gabriel Silva
Mario Bautista vs. Jin Soo Son
Domingo Pilarte vs. Felipe Colares