Vorberichte

UFC Ottawa: MacDonald, Thompson, Cerrone und Jotko in Aktion

Wer kann sich in Ottawa für einen Titelkampf empfehlen - Rory MacDonald oder Stephen Thompson? (Foto: Zuffa LLC).

Am Wochenende kehrt die UFC nach Kanada zurück, und zwar erstmalig in die Hauptstadt des großen Landes im Norden. Wenig überraschend, sind in Ottawa daher auch jede Menge Kanadier dabei – von Rory MacDonald über Patrick Coté bis zu Elias Theodorou, die mit Stephen Thompson, Donald Cerrone und Sam Alvey keine leichten Gegner vor den Fäusten haben. Mit von der Partie sind außerdem Joanne Calderwood, Krzysztof Jotko und der frühere Titelherausforderer Ali Bagautinov.

UFC Ottawa wird auf dem UFC Fight Pass gezeigt, der ab 5,99 Euro monatlich auf ufc.tv erhältlich ist.

Anbei die Startzeiten:
Vorprogramm Teil 1 (UFC Fight Pass): Samstag, 19. Juni, 0:45 Uhr
Vorprogramm Teil 2 (UFC Fight Pass: Sonntag, 19. Juni, 2:30 Uhr
Hauptprogramm (UFC Fight Pass): Sonntag, 19. Juni, 4:30 Uhr

Hauptkampf: Rory MacDonald vs. Stephen Thompson

Knapp ein Jahr nach seiner epischen Titelschlacht gegen Robbie Lawler bei UFC 189 kehrt Rory „Red King“ MacDonald (18-3) ins Octagon zurück, und viel hat sich seitdem geändert. Lawler ist noch immer Champion, MacDonald dagegen hat seit Juli nicht mehr gekämpft, sein UFC-Vertrag läuft am Samstag aus, eine Einigung auf neue Konditionen ist bisher fehlgeschlagen und nächsten Monat kommt MacDonalds erste Tochter auf die Welt: aufregende Zeiten also für den „Red King“.

Mit Stephen „Wonderboy“ Thompson (12-1) hat er darüber hinaus keineswegs eine leichte Aufgabe vor sich. Tatsächlich könnte der 33-Jährige aktuell der härteste Gegner in der ohnehin schon extrem gefährlichen Gewichtsklasse sein – der neue Schwager von Chris Weidman hat in 70 professionellen MMA- und Kickboxkämpfen lediglich ein Mal verloren, und das war vor mittlerweile vier Jahren gegen Matt Brown.

Seitdem hat Thompson eine Schneise der Verwüstung durch das Weltergewicht gezogen, die ihn Schritt für Schritt an die Spitze der 77-Kilo-Klasse gebracht hat – nach vorzeitigen Siegen gegen Namen wie Robert Whittaker, Jake Ellenberger und zuletzt Ex-Champion Johny Hendricks steht Thompson aktuell auf Rang zwei der offiziellen Rangliste, direkt hinter MacDonald.

Das macht diesen Kampf so interessant – der neue MacDonald nach dem Lawler-Kampf mitsamt seiner vertraglichen Situation dürfte mit einem Sieg ganz vorne in der Reihe potentieller Titelkandidaten stehen, ebenso Thompson.

Ob sich Thompsons technisch präziser Karate-Stil mit den brandgefährlichen Schlag-Kick-Kombinationen und der verlässlichen Beinarbeit durchsetzen wird oder MacDonalds rundum solider Kampfstil und sein zur Genüge bewiesenes Kämpferherz - der Sieger sollte das Duell zwischen Lawler und Tyron Woodley bei UFC 201 genau im Auge behalten.

Co-Hauptkampf: Donald Cerrone vs. Patrick Coté

Ehemaliges Leichtgewicht gegen früheres Mittelgewicht heißt es im zweiten Hauptkampf von UFC Ottawa, in dem Donald „Cowboy“ Cerrone (29-7-0(1)) auf einen anderen Ex-Titelherausforderer treffen wird, den kanadischen Veteranen Patrick „The Predator“ Coté (23-9).

Cerrone ist bekannt dafür, sowohl inner- als auch außerhalb des Octagons durchgehend aufs Gas zu drücken. Wakeboard-Stunts während der Fight Week, der Rekord für die meisten Bonus-Schecks für besonders gute Leistungen in der Geschichte der UFC und WEC (16) oder auch mal zwei Kämpfe innerhalb von zwei Wochen: Die Fakten zeigen schon, warum Donald Cerrone regelmäßig am lautesten angefeuert wird.

Zahlen und Daten werden dem „Cowboy“ aus Neu-Mexiko allerdings nicht gerecht – die lässige Art des 33-Jährigen, der sich von Zuschauern auch gerne mal bei offiziellen UFC-Veranstaltungen ein paar Bier ausgeben lässt, hat ihn über die Jahre zu einem der größten Fan-Lieblinge der Liga werden lassen. Und wenn zwischendurch mal ein Titelkampf in 66 Sekunden verloren geht – ein paar Wochen später wird man den „Cowboy“ wieder in Aktion sehen.

So beliebt Cerrone in der MMA-Welt ist – in Kanada wird er es schwer haben, die Popularität von Patrick Coté zu übertreffen. Kaum jemand außer Georges St-Pierre bekommt im französischsprachigen Osten des Landes so laute Unterstützung wie der „Predator“, der seit seinem Octagon-Debüt – einem Titelkampf gegen Tito Ortiz bei UFC 50 im Jahr 2006 – von Cung Le über Joe Riggs bis hin zu Anderson Silva Top-Kämpfer jeder Generation vor den Fäusten hatte.

Nach fünf Siegen bei nur einer Niederlage seit seinem Wechsel runter ins Weltergewicht wird Coté nun auf Cerrone treffen, der aus der anderen Richtung in der 77-Kilo-Klasse angekommen ist. Nach acht Siegen in Folge und einem Titelkampf im Leichtgewicht debütierte der „Cowboy“ im Februar mit einem schnellen Aufgabe-Sieg gegen Alex Oliveira in seiner neuen Gewichtsklasse.

Die eine Gemeinsamkeit, die für die Fans interessant sein dürfte, ist allerdings das Fehlen eines Rückwärtsganges: keiner der beiden ist einer harten Schlacht in der Mitte des Octagons abgeneigt.

Die weiteren Kämpfe von UFC Ottawa

Für eine Fight Night ist die Veranstaltung in Kanadas Hauptstadt gar nicht mal schlecht besetzt.

Im Fight Pass-Hauptkampf des Abends wird im Mittelgewicht Elias „The Spartan“ Theodorou (11-1), seines Zeichens der Mann mit den schönsten Haaren in der UFC, auf den dauergrinsenden Sam „Smile‘n“ Alvey (26-7-0(1)) treffen und versuchen, diesem sein patentiertes Lächeln aus dem Gesicht zu wischen.

Theodorou gewann 2014 die „The Ultimate Fighter“-Staffel zwischen Australien und Kanada und seitdem zwei weitere Kämpfe, bevor der brasilianische Bulldozer Thiago Santos dieser Erfolgsserie im Dezember ein Ende setzte.

Auch Alvey musste sich 2015 von einer Siegesserie verabschieden: Nach drei aufeinanderfolgenden Knockouts war es im August Alvey selbst, der gegen Derek Brunson auf die Bretter ging. In Ottawa wollen beide Mittelgewichte nun wieder angreifen.

Außerdem mit von der Partie ist Krzystof Jotko (17-1), der zum ersten Mal seit seinem UFC-Debüt in Australien wieder außerhalb Europas kämpft und dabei auf Tamdan „The Barn Cat“ McCrory (14-3) treffen wird.

Jotko wird dabei seine Siegesserie von drei Erfolgen am Stück gegen einen echten Veteranen aufs Spiel setzen: McCrory kämpfte bereits zwischen 2007 und 2009 in der UFC, kehrte dem Sport dann über Jahre den Rücken und kehrte 2014 mit zwei schnellen Siegen bei Bellator zurück. In der UFC feierte „The Barn Cat“ im Dezember mit einem Aufgabe-Sieg gegen Josh Samman ein erfolgreiches Comeback.

Im ersten Kampf des Hauptprogramms wird übrigens ein kleines Stück UFC-Geschichte geschrieben: Valérie „Trouble“ Létourneau (8-4) und Joanne „Jo Jo“ Calderwood (10-1) werden nach ihrem Duell zwar wahrscheinlich wieder ins Titelgeschehen des Strohgewichts einsteigen, am Samstag aber auch den ersten und vorläufig einzigen UFC-Kampf im Fliegengewicht der Damen (bis 56 Kilo) bestreiten.


Anbei das gesamte Programm im Überblick:

UFC Fight Night 89
Samstag, 18. Juni 2016
TD Place in Ottawa, Ontario, Kanada


Hauptprogramm (UFC Fight Pass)
Rory MacDonald vs. Stephen Thompson
Donald Cerrone vs. Patrick Coté
Steven Bossé vs. Sean O’Connell
Olivier Aubin-Mercier vs. Thibault Gouti
Valérie Létourneau vs. Joanne Calderwood

Vorprogramm Teil 2 (UFC Fight Pass)
Jason Saggo vs. Leandro Silva
Misha Cirkunov vs. Ion Cutelaba
Tamdan McCrory vs. Krzysztof Jotko
Chris Beal vs. Joe Soto

Vorprogramm Teil 1 (UFC Fight Pass)
Elias Theodorou vs. Sam Alvey
Randa Markos vs. Jocelyn Jones-Lybarger
Colby Covington vs. Jonathan Meunier
Ali Bagautinov vs. Geane Herrera