Vorberichte

UFC on Fuel TV 7: Barão vs. McDonald

Renan Barão verteidigt seinen Interim-Bantamgewichtstitel gegen Michael McDonald. (Alle Fotos: Dorian Szücs/Groundandpound.de)

Zum ersten Mal seit fast sechs Jahren wird am kommenden Samstag wieder ein UFC-Weltmeistertitel auf europäischem Boden verteidigt. Bei UFC on Fuel TV 7 wird Interim-Bantamgewichtschampion Renan Barão seinen Gürtel in der Londoner Wembley Arena gegen Michael McDonald aufs Spiel setzen.

Zwar ist Renan Barão (31-1-1) hinter dem „tatsächlichen“ Bantamgewichtstitelträger Dominick Cruz lediglich die Nummer zwei der Gewichtsklasse, gehört mit 29 Siegen aus 31 Kämpfen aber zu den beeindruckendsten Figuren des Sports. Mit Michael McDonald (15-1) sieht er sich dem vielleicht schwersten Test seiner bisherigen Karriere gegenüber.

Der kommt mit einer nicht minder beeindruckenden 15-1 Bilanz in den Kampf und ist angesichts dieses bislang wichtigsten Fights seiner Karriere unglaublich gelassen und selbstbewusst. So ist ein Kampf „immer nur so groß, wie man selbst ihn macht“, verriet er Groundandpound mit einem Grinsen. An den Gürtel verschwendet er dabei nach eigener Aussage keinen Gedanken, konzentriert sich einzig auf Barão.

Und das wird er auch müssen. Barão ist sowohl im Stand als auch am Boden kreuzgefährlich und hat für seinen Herausforderer in jedem Fall „eine Überraschung parat“, so die Worte des Brasilianers.

Der Gewinner dieses Interim-Titelkampfes soll im Sommer auf den zurückkehrenden Dominick Cruz treffen und die Bantamgewichtsgürtel vereinigen.

Interviews mit beiden Kämpfern gibt es hier.

Cub Swanson vs. Dustin Poirier

Cub Swanson (l.) und Dustin Poirier

Ursprünglich hätte Cub Swanson (18-5) den Co-Hauptkampf in London gegen Deutschlands Dennis Siver bestreiten sollen. Doch der Mannheimer verletzte sich im Training und musste absagen. Dies war die Chance von Dustin Poirier (13-2), der kurzerhand einsprang und damit die Möglichkeit erhält, sich an die Spitze der Federgewichtsklasse zu katapultieren.

Swanson und Poirier sind explosive Standkämpfer mit gefährlichen Submissions. Zwar ist der Ausfall von Siver für deutsche Fans bitter, mit Poirier hat man aber sicher den bestmöglichen Ersatz gefunden. Stilistisch ist der 24-jährige Rechtsausleger das komplette Gegenteil des Deutschen, für Swanson jedoch kein Problem: „Wir haben kurz überlegt, ob wir die Umstellung schaffen. In meinem derzeitigen Zustand sollte das jedoch kein Problem sein“, erklärte er.

Für Poirier ist dies der erste Schritt an die Spitze seiner Gewichtsklasse: „Ich werde mir Stück für Stück den Weg nach oben freihacken“, versprach der junge „Diamond“ am Rande der Pressekonferenz.

Interviews mit beiden Kämpfern gibt es hier.

Jimi Manuwa vs. Cyrille Diabaté



Seit Jimi Manuwa (12-0) im September letzten Jahres bei seinem UFC-Debüt Kyle Kingsbury zwei Runden lang nach Strich und Faden vermöbelt hat, ist der gebürtige Nigerianer in aller Munde. Mit Cyrilly Diabaté (19-8-1) bekommt er am Samstag einen erfahrenen Standkämpfer vor die Nase gesetzt, der mit Technik und Erfahrung gegen den brandgefährlichen Finisher bestehen will.

Lokalmatador Manuwa sieht dem Kampf gelassen entgegen. „Wenn er mit mir stehen will, wird das ein kurzer Abend für ihn“, verspricht er im Interview. Und Diabaté ist mit 41 Siegen aus 51 Kickbox-Kämpfen einer der erfahrensten Kickboxer in der UFC.

Dennoch dürfte es für den Franzosen in der Tat clever sein, den Bodenkampf zu suchen. Schon mehrfach war Diabaté per Submission erfolgreich, Manuwa hingegen wurde am Boden bislang kaum getestet.

Interviews mit beiden Kämpfern gibt es hier.

Gunnar Nelson vs. Jorge Santiago
Islands Grappling-Spezialist Gunnar Nelson (10-0-1) wird in seinem zweiten UFC-Kampf auf den früheren Sengoku-Champion Jorge Santiago (25-10) treffen, der den verletzen Justin Edwards ersetzt. Im Gegensatz zu DaMarques Johnson, den Nelson in seinem UFC-Debüt im September problemlos am Boden dominieren konnte, ist Santiago ein guter All-Rounder und BJJ-Schwarzgurt.

Dennoch fürchtet sich der stoische Isländer nicht davor, sich egal in welcher Disziplin mit Santiago zu messen. „Man muss reaktiv sein“, erklärt er im Interview. „Man kann sich nicht aussuchen, was man tut, in einem Kampf ist das schon vorherbestimmt.“

Für Santiago ist dies der bereits dritte Anlauf in der UFC, nachdem er in der Vergangenheit zweimal wegen Doppel-Niederlagen entlassen wurde. Ob für den erfahrenen Brasilianer aller guten Dinge drei sein werden, ist fraglich – selbst für BJJ-Schwarzgurte ist Submission-Maschine „Gunni“ Nelson eine schwer lösbare Aufgabe.

Ein Interview mit Gunnar Nelson findet sich hier.

James Te-Huna vs. Ryan Jimmo
Auf den Kanadier Ryan Jimmo (18-1) dürften am Samstagabend einige Augen gerichtet sein. Der 31-Jährige hat mit 17 Niederlagen in Folge eine mehr als beeindruckende Bilanz vorzuweisen, obendrein konnte er Anthony Perosh in seinem UFC-Debüt im vergangenen Juli nach nur 7 Sekunden K.o. schlagen – und teilt sich damit mit Duane „Bang“ Ludwig den Rekord für den schnellsten Knock-out der UFC-Geschichte.

Wie viel all das wert ist, wird er nun gegen James Te-Huna (15-5) beweisen müssen. Der konnte nach einer Niederlage gegen Alexander Gustafsson, im Februar 2011, drei Siege in Folge einfahren, zuletzt gegen Joey Beltran, im Juli vergangenen Jahres.

Che Mills vs. Matthew Riddle

Che Mills (l.) und Matthew Riddle

Langweilig wurde es mit Che Mills (15-5-1) in der UFC bislang nicht. Nachdem er in seinem Debüt Chris Cope nach nur 40 Sekunden ausknocken konnte, wurde er in seinem zweiten Octagon-Auftritt von Rory McDonald praktisch auseinandergenommen. Zuletzt stand er im vergangenen September gegen Duane Ludwig im Ring, der sich aber nach gut zwei Minuten das Knie verletzte. Auch für Samstag verspricht er im Interview wieder einen „aufregenden Kampf“.

Matthew Riddle (6-3-1) mag zwar nicht der begabteste Standkämpfer sein, will sich nach eigener Aussage aber nicht nur auf seine ringerischen Fähigkeiten verlassen, sondern freut sich darauf, es mit Mills im Stand gehörig krachen zu lassen. Sogar einen Knock-out schließt er nicht aus:

„Mirko Cro Cop wurde schon von Kevin Randleman ausgeknockt“, so Riddle. „Es sind schon verrücktere Dinge im MMA-Sport passiert“.

Interviews mit beiden Kämpfern finden sich hier.

Das Vorprogramm
Den letzten Fight vor dem Hauptprogramm wird der nach über einem Jahr zurückkehrende Terry Etim (15-4) gegen The Ultimate Fighter Brazil-Veteran Renee (7-2) Forte bestreiten. Etim war einer spektakulären K.o.-Niederlage gegen Edson Barboza und einer schweren Schulterverletzung seit Januar 2012 nicht mehr in Action – ist nun nach eigener Aussage aber wieder zu 100 Prozent fit und will auf die Siegerstraße zurückkehren. Hier geht es zum Interview.

Etims Teamkollege, der Triangle-Spezialist Paul Sass (13-1), wird gegen Daniel Castillo erneut versuchen, einen Submission-Sieg durch sein Markenzeichen – die Sassangle – einzufahren. Beide Kämpfer haben ihre letzten Kämpfe verloren und brauchen einen Sieg.

Ähnlich geht es Andy Ogle (14-5) und Josh Grispi (14-4). Nachdem der beliebte The Ultimate Fighter-Veteran Ogle sein UFC-Debüt in Nottingham gegen Akira Corassani knapp nach Punkten verloren hat, bekommt er nun die Chance, sich erneut vor heimischem Publikum zu beweisen. Sein Gegner Grispi steht dabei mit dem Rücken zur Wand, er hat zuletzt drei Kämpfe in Folge verloren. Ogle hofft dennoch auf einen hochmotivierten Gegner, wie er im Interview verriet, dass man hier findet.

BAMMA-Champion Tom „Kong“ Watson (15-5) war nach Siegen über mehrere UFC-Veteranen mit einer Menge Hype in der UFC angekommen, musste in seinem Debüt im September aber eine knappe Punktentscheidung an Brad Tavares abgeben.

„Es ist einfach mit mir durchgegangen“, so Watson im Interview. „Ich wollte möglichst spektakulär kämpfen.“ Ob er gegen den zähen und auf dem Papier ungeschlagenen Bulgaren Stanislav Nedkov (12-0-1) seinen ersten Erfolg im Octagon einfahren können wird, zeigt sich Samstag.

Nach nur einem Sieg aus drei UFC-Fights, Kämpft Vaughan Lee (12-8-1) nach eigenen Worten „ums Überleben“ in der MMA-Champions League. Der Japaner Motonobu Tezuka wird ihm das nicht leicht machen. Der Submission-Spezialist musste sich Alex Caceres (19-5-4) in seinem UFC-Debüt knapp nach Punkten geschlagen geben und wird alles versuchen, um den britischen Striker zu Boden zu bringen. Lee fürchtet sich jedoch nicht vor dem Bodenkampf, wie er im Interview verriet, hofft aber dennoch darauf, es Stand so richtig krachen lassen zu können.

Den Abend in London eröffnen Phil Harris (21-10-1) und Ulysses Gomez (9-3). Beide haben zuletzt ihre jeweiligen UFC-Debüts verloren und sind entsprechend motiviert, ihren ersten Sieg im Octagon einzufahren. Ein Interview mit Harris gibt es hier.

UFC on Fuel TV: Barao vs. McDonald
16. Februar 2013
Wembley Arena in London, England

UFC Interim-Bantamgewichtstitelkampf
Renan Barão vs. Michael McDonald
Cub Swanson vs. Dustin Poirier                
Jimi Manuwa vs. Cyrille Diabaté                
Gunnar Nelson vs. Jorge Santiago                
James Te-Huna vs. Ryan Jimmo                
Che Mills vs. Matthew Riddle                

Vorprogramm (Facebook)
Terry Etim vs. Renee Forte                
Paul Sass vs. Danny Castillo                
Andy Ogle vs. Josh Grispi                
Tom Watson vs. Stanislav Nedkov                
Vaughan Lee vs. Motonobu Tezuka                
Phil Harris vs. Ulysses Gomez