Vorberichte

UFC Monterrey: Gastelum, Sanchez, Lamas und Cejudo in Aktion

Kann Neil Magny bei UFC Monterrey die Überraschung gegen Kelvin Gastelum schaffen? (Foto: Zuffa LLC).

Es ist Wochenende, und im Jahr 2015 heißt das mit einiger Sicherheit, dass wieder einmal die UFC ansteht. Und so geht es auch am kommenden Samstag im Octagon zur Sache, dieses Mal in Monterrey, Mexiko. Während das Finale der zweiten „The Ultimate Fighter: Lateinamerika“-Staffel für den Großteil der deutschen Zuschauer völlig irrelevant sein dürfte, gibt es trotzdem Grund, einzuschalten: Kelvin Gastelum und Diego Sanchez sind bekanntermaßen immer für einen guten Kampf zu haben, während wir im Fliegengewicht den nächsten Titelherausforderer in Aktion sehen könnten.

Die UFC Fight Night 78 wird in Deutschland auf dem UFC Fight Pass übertragen, der ab 5,99 Euro monatlich auf ufc.tv erhältlich ist.

Anbei die Startzeiten:
Vorprogramm Teil 1 (UFC Fight Pass): Sonntag, 22. November, 0:30 Uhr
Vorprogramm Teil 2 (UFC Fight Pass): Sonntag, 22. November, 2 Uhr
Hauptprogramm (UFC Fight Pass): Sonntag, 22. November, 4 Uhr

Hauptkampf

Neil Magny (16-4) ist jemand, der eigentlich gar nicht mehr hier sein sollte. 2013 verlor er zwei seiner ersten drei UFC-Kämpfe – oftmals reicht das für den Rauswurf. 2014 gewann Magny dann fünf Mal hintereinander, 2015 bisher drei von vier Kämpfen. Das Geheimnis des Erfolgs? Kennt, wenn überhaupt, nur Magny selbst.

Interessanter für ihn ist aber wohl ohnehin, dass er an diesem Wochenende seinen ersten UFC-Hauptkampf bestreiten wird. Nachdem Matt Brown sein Duell mit „The Ultimate Fighter“-Staffelsieger Kelvin Gastelum (11-1) vor wenigen Wochen verletzt absagen musste, sprang Magny kurzfristig ein. Ein Risiko, aber eines, das sich schon im August ausgezahlt hat, als Magny ohne nennenswerte Vorbereitungszeit Erick Silva bezwingen konnte.

Mit Kelvin Gastelum steht ihm jetzt ein noch größeres Kaliber gegenüber. Der 24-Jährige war 2012 als letzter übrig, als Chael Sonnen und Jon Jones ihre Teams für die 17. TUF-Staffel wählten. Als Dank zog Gastelum eine Schneise der Verwüstung durch seine vermeintlich überlegenen Gegenspieler und gewann die Staffel mit einem Punktsieg gegen damals noch als Naturgewalt geltenden Uriah Hall.

Einzig wiederkehrende Gewichtsprobleme und eine wohl zum Teil daraus resultierende Punktniederlage gegen Tyron Woodley schmälern seitdem Gastelums Aufstieg. Vor dem Kampf bei UFC 183 im Januar musste er dehydriert ins Krankenhaus eingeliefert werden, verpasste das Gewichtslimit und wurde anschließend ins Mittelgewicht strafversetzt.

Dort wischte Gastelum mit Nate Marquardt die Matte auf und darf nun, leicht kontrovers dank einem von der UFC angeheuerten Ernährungsberater, sein Glück erneut im Weltergewicht versuchen.

Co-Hauptkampf

Der zweite Hauptkampf verspricht vor allen Dingen eine Menge Action: Diego „The Dream“ Sanchez (25-7), ehemals im Leicht-, Welter- und sogar Mittelgewicht unterwegs, ist jetzt ein Federgewicht. Mit dem Gewinn der ersten „The Ultimate Fighter“-Staffel startete der mittlerweile 33-Jährige seine UFC-Karriere hervorragend, konnte sein Potential aber nie voll ausreizen. Sanchez setzte im Laufe der Jahre einige überzeugende Siegesserien zusammen, scheiterte aber immer wieder kurz vor dem Ziel – und wenn er es schon bis zum Titelkampf geschafft hatte.

Zum letzten Mal war Sanchez im Juni 2014 im Käfig zu sehen – gegen Ross Pearson holte er sich offiziell einen geteilten Punktsieg, der Kampf gilt allerdings gemeinhin als die größte Fehlentscheidung der letzten Jahre. Bei allen Aufs und Abs und unverdienten Siegen darf man trotzdem nicht vergessen, was Sanchez all die großen Kämpfe eingebracht hat: Ein beizeiten beinahe lächerlich aggressiver Kampfstil und ein unerschütterliches Kämpferherz. Sanchez’ Kampf gegen Gilbert Melendez bei UFC 166 sollte als Erinnerung genügen.

Allzu sehr sollte Ricardo „The Bully“ Lamas (15-4) seinen nächsten Gegner jedenfalls nicht auf die leichte Schulter nehmen. Lamas kam 2011 aus der WEC in die UFC und machte mit vier Siegen in Folge, u.a. gegen Cub Swanson und Hatsu Hioki, schnell auf sich aufmerksam.

Einen Titelkampf gegen José Aldo verlor er jedoch Anfang 2014, bevor er zwei Siege später von Chad Mendes ausgeknockt wurde. Für Lamas könnte dieses Wochenende daher ein Wendepunkt sein: Ein Sieg gegen den alternden Sanchez ist aus Sicht der Öffentlichkeit die Pflicht, ein vorzeitiger Erfolg die Kür. Eine Niederlage dagegen würde sämtliche Titelträume zerstören für den 33-Jährigen, der tatsächlich genauso alt ist wie sein Gegner.

Restlicher Event

Zwischen einigen Debütanten verstecken sich eine handvoll Kämpfe auf dem Programm, die durchaus sehenswert sein dürften. So könnte sich auf dem Hauptprogramm entscheiden, wer den nächsten Titelkampf im Fliegengewicht bekommt: Henry „The Messenger“ Cejudo (9-0) ist Olympia-Sieger im Ringen und darüber hinaus im MMA noch ungeschlagen. Seit er 2014 in der UFC debütierte, wird er als potentieller Herausforderer auf Demetrious Johnsons Titel gehandelt, der seine Gewichtsklasse seit Jahren fest im Griff hat und noch immer auf seine große Herausforderung wartet: Ob Cejudo diese Rolle ausfüllen kann?

Am Samstag muss er zunächst einmal seine Feuertaufe bestehen: Jussier „Formiga“ da Silva (18-3) kam 2012 als ehemaliger Shooto-Champion und hoch gehandeltes Talent in die UFC. Mit Niederlagen gegen John Dodson und Joseph Benavidez setzte er den Start seiner Octagon-Karriere zwar in den Sand, seitdem konnte der Brasilianer jedoch mit Scott Jorgensen, Zach Makovsky und zuletzt Wilson Reis drei solide Gegner bezwingen und will sich nun selbst an die Spitze der Gewichtsklasse absetzen.

Auf dem Vorprogramm versteckt sich außerdem Bantamgewichtstalent Érik „Goyito“ Pérez (14-6). Der 25-Jährige war 2012 der erste Mexikaner in der UFC und startete mit drei vorzeitigen Siegen richtig durch. Seit 2013 allerdings läuft es nicht mehr so rund für den Schüler von Greg Jackson – lediglich einen seiner letzten drei Kämpfe hat er gewonnen und stand seit einer Niederlage gegen Bryan Caraway im Juni 2014 nicht mehr im Octagon.

Vor heimischer Kulisse kehrt „Goyito“ nun ins Octagon zurück, wo Taylor „Double Impact“ Lapilus (10-1) bereits auf ihn warten wird. Der Franzose stand zuletzt in Berlin im Octagon, wo er Ulka Sasaki in der zweiten Runde ausknocken konnte.

Anbei das gesamte Programm im Überblick:

UFC Fight Night 78: Magny vs. Gastelum
Samstag, 21. November 2015
Arena Monterrey in Monterrey, Mexiko


Hauptprogramm (UFC Fight Pass)
Neil Magny vs. Kelvin Gastelum
Ricardo Lamas vs. Diego Sanchez
Jussier Formiga vs. Henry Cejudo
Erick Montano vs. Enrique Marín
Enrique Barzola vs. Horacio Gutiérrez
Efrain Escudero vs. Leandro Silva

Vorprogramm Teil 2 (UFC Fight Pass)
Érik Pérez vs. Taylor Lapilus
Héctor Urbina vs. Bartosz Fabinski
Scott Jorgensen vs. Alejandro Pérez
Gabriel Benitez vs. Andre Fili

Vorprogramm Teil 1 (UFC Fight Pass)
Vernon Ramos vs. Alvaro Herrera
Cezar Arzamendia vs. Marco Polo Reyes
Valmir Lázaro vs. Michel Prazeres