Vorberichte

UFC London: Tills Comeback gegen Masvidal im Londoner Hexenkessel

Darren Till und Jorge Masvidal (Foto: Alexander Petzel-Gligoreaa/GNP1.de)

Zum zweiten Mal in diesem Jahr macht die UFC Halt in Europa und dabei erneut in der englischen Metropole und Hauptstadt London. Wie so oft sind wieder viele Kämpfer aus Europa im Einsatz. Was in der Vergangenheit jedoch zu merkwürdigen Matchups aus der zweiten Reihe führte, ist in London einem guten Matchmaking mit Auswirkungen auf die Rankings verschiedener Gewichtsklassen gewichen. An vorderster Stelle natürlich im Weltergewicht, wo vier der 15 Kämpfer aus den Rankings im Käfig stehen werden.

Das Vorprogramm von UFC on ESPN+ 5 wird auf dem UFC Fight Pass übertragen, der ab 5,99 Euro monatlich auf ufc.tv erhältlich ist. Das Hauptprogramm wird vom UFC Fight Pass live und außerdem zeitversetzt von DAZN übertragen. Ein Abo kostet dort monatlich 9,99 Euro, der erste Monat ist gratis. Für UFC-Events fallen keine weiteren Kosten an.

Anbei die Startzeiten: 
Vorprogramm (ufc.tv): Samstag, 16. März, 18:00 Uhr
Hauptprogramm (ufc.tv/DAZN): Samstag, 16. März, 21:00 Uhr

Der Main Event: Darren Till vs. Jorge Masvidal

Ein halbes Jahr nach seinem ersten Titelkampf in der UFC bekommt Darren Till (17-1-1) wieder im Hauptkampf einer UFC-Veranstaltung in einem weiteren Heimspiel. In London bekommt er es mit Jorge Masvidal (32-13) zu tun und will dabei den ersten Schritt zurück zum Titelkampf gehen.

Vorerst will Till dabei im Weltergewicht bleiben. Auch wenn das Kampfgewicht auch 2019 noch ein Problem für den Rechtsausleger ist, will er es weiterhin bei 77 Kilogramm versuchen und dort weiter glänzen. Der „Gorilla“ gehört in dieser Gewichtsklasse immer noch zu den massiveren Athleten und will diese Vorteile auch im neuen Jahr für sich nutzen. Bisher konnte ihn in der UFC nur Ex-Champion Tyron Woodley knacken, das dafür umso deutlicher. Nun, mit neuem Ernährungsberater im Hintergrund soll zumindest der eigene Körper am Kampftag kein Nachteil mehr sein. Nun kann er sich auf seine technischen Mängel fokussieren. Und der UFC einen Dank aussprechen, denn diese vermeidet es weiterhin, Till gegen Ringer anzusetzen, wenn sie es nicht unbedingt muss.

In London wartet mit Jorge Masvidal zwar ein echter Veteran des Sports auf Till, dafür aber wieder jemand, der seine Kämpfe vornehmlich im Stand austrägt. Noch bevor der 34-Jährige bei Strikeforce und der UFC für Furore sorgte, war er Teil der Hinterhof-Kämpfe, in denen auch Kimbo Slice zur Internet-Berühmtheit wurde. Diesen Teil hat sich Masvidal immer bewahrt, er ist ein echter Kämpfer, der vor allem seine Fäuste sprechen lassen will. Doch was einerseits eine Stärke ist, wird bei Masvidal leider wiederholt zur Schwäche, denn „Gamebred“ ist nicht sonderlich dafür bekannt, taktische Anpassungen vorzunehmen, wenn ihm der Kampf entgleitet und darüber hinaus auch körperlich eher ein Leichtgewicht. Keine guten Vorzeichen für den alten Hasen also. Doch auch wenn Masvidal in der UFC bisher jeden knappen Kampf verlor, darf sich sein Gegner nicht ausruhen, denn wenn der Amerikaner mit kubanischen Wurzeln eines ist, dann erfahren und trickreich.

Der Co-Main Event: Leon Edwards vs. Gunnar Nelson

Im vorletzten Kampf des Abends kommt es zu einem europäischen Top-Duell im Weltergewicht zwischen dem Engländer Leon Edwards (16-3) und dem Isländer Gunnar Nelson (17-3-1).

Bevor Till den Hauptkampf bestritt, will Edwards seine Platzierung in der Euro Top Ten untermauern. Der Engländer hat sich nach einer Niederlage im UFC-Debüt in den vergangenen Jahren stetig die Ranglisten nach oben gearbeitet und dabei bisher kaum eine Schwäche gezeigt, egal, ob es gegen Kickboxer, Ringer oder Grappler ging, sieht man einmal von der Niederlage gegen Champion Kamaru Usman ab. Im vergangenen Jahr durfte der 27-Jährige seinen ersten Hauptkampf bestreiten und besiegte dabei Donald Cerrone, wobei im Nachhinein Fragezeichen aufkamen, ob Cerrone topmotiviert in das Duell gegen den jungen Engländer ging. Nichtsdestotrotz zeigte „Rocky“ eine stetige Verbesserung seiner Techniken und gehört mittlerweile zu den besten Allroundern der Gewichtsklasse. Ob es jedoch eine so gute Idee ist, mit Gunnar Nelson auf die Matte zu gehen, bleibt dahingestellt.

Denn der Isländer, der sich Edwards in London stellt, gehört immer noch zur Elite auf der Matte innerhalb der UFC und ist in seinem Naturell für jeden Gegner ein Problem, wenn er nicht Demian Maia heißt. Problematisch wird es für den 30-Jährigen eher, wenn er sich gegen starke Standkämpfer in deren Paradedisziplin bewähren will, auch wenn es in der jüngeren Vergangenheit in der Regel noch glimpflich für ihn ausging. Gegen einen durchweg soliden Gegner wie Edwards, der keine klaren Schwachstellen hat, könnte sich Nelson wieder auf seine Stärken besinnen und vorerst den Standkampf hintenanstellen, um nach einer Submission gegen Alan Jouban und einen Brechstangen-T.K.o. gegen Alex Oliveira den dritten Sieg in Serie zu feiern und auf lange Sicht irgendwann selbst den Hut in den Titel-Ring zu werfen.

Die weiteren Kämpfe von UFC London

Zuvor will Volkan Oezdemir (15-3) nach seinem Seuchenjahr 2018 in die Erfolgsspur zurückehren, wenn er auf den ungeschlagenen Dominick Reyes (10-0) trifft. Oezdemir kam per Senkrechtstart in die UFC und kämpfte zwölf Monate nach seinem Debüt bereits um den Titel. Erfolglos, wie sich wenig überraschend herausstellte. Nun will der gefährliche Knockout-Puncher wieder Siege feiern und Reyes, den viele schon als kommenden Champion sehen, die perfekte Bilanz vermiesen.

Auch im Bantamgewicht geht es zur Sache. Der frühere Cage-Warriors-Champion Nathaniel Wood (15-3) machte im vergangenen Jahr mit zwei schnellen UFC-Siegen auf sich aufmerksam und auch die UFC scheint große Stücke auf den 25-jährigen Schüler von Brad Pickett zu halten, denn im Mexikaner Jose Albert Quinones (7-2) bekommt er einen stilistisch ansprechenden Gegner mit guter UFC-Bilanz. Ideal, um die europäische Krone im Bantamgewicht anzugreifen.

Eine Gewichtsklasse höher will auch Top-Ten-Kämpfer Arnold Allen (13-1) weiter nach oben. Der 25-Jährige, der seine UFC-Karriere einst als kurzfristiger Ersatz mit einem Sieg über Alan Omer begann, hat seitdem drei weitere Erfolge aneinandergereiht und hätte schon längst seine Visitenkarte in den USA hinterlassen, wenn ihm nicht Verletzungsprobleme und eine Anzeige nach einer Kneipenschlägerei die Kämpfe vermasselt hätten. So muss er weiter in der englischen Heimat ran, mit Jordan Rinaldi (14-6) hat er dabei keine leichte Aufgabe.

Zuvor gibt der Ire Joseph Duffy (16-3) nach anderthalb Jahren Pause sein Comeback im Octagon. Duffy hat in der UFC bisher nur gegen Dustin Poirier und James Vick verloren und ansonsten vier Siege geholt, dementsprechend kompliziert wird der Comeback-Kampf. Denn in Marc Diakiese (12-3) bekommt er einen Gegner, der nach drei Niederlagen in Folge schon mit dem Rücken zur Wand steht und darüber hinaus allein mit seiner Athletik immer für Überraschungen gut ist, auch wenn Duffy technisch in allen Belangen überlegen sein sollte.

Das Programm in der Übersicht:

UFC on ESPN+ 5
16. März 2019
O2 Arena in London, England

Hauptprogramm
Darren Till vs. Jorge Masvidal
Leon Edwards vs. Gunnar Nelson
Volkan Oezdemir vs. Dominick Reyes
Nathaniel Wood vs. Jose Quinonez
Danny Roberts vs. Claudio Silva
Jack Marshman vs. John Phillips

Vorprogramm
Arnold Allen vs. Jordan Rinaldi
Marc Diakiese vs. Joseph Duffy
Saparbeg Safarov vs. Nicolae Negumereanu
Tom Breese vs. Ian Heinisch
Danny Henry vs. Dan Ige
Molly McCann vs. Priscila Cachoeira
Mike Grundy vs. Nad Narimani