Vorberichte

UFC London: Die Rückkehr der Spinne!

Morgen Nacht richten sich die Augen aller MMA-Fans weltweit auf London. Hier, bei der UFC Fight Night 84, wird Anderson Silva nach Ablauf seiner einjährigen Sperre ins Octagon zurückkehren, um seinen Zweiflern zu beweisen, dass er es schon immer ohne verbotene Mittelchen konnte. Zuvor stehen sich die Top-15-Mittelgewichte Gegard Mousasi und Thales Leites gegenüber. Für deutsche Fans interessant: Schwergewicht Jarjis Danho gibt sein UFC-Debüt gegen den Polen Daniel Omielanczuk.

Das Vorprogramm der UFC Fight Night in London wird auf dem UFC Fight Pass gezeigt, der ab 5,99 Euro monatlich erhältlich ist. Das Hauptprogramm zeigt ranFighting zum Preis von 9,99 Euro.

Die Startzeiten für Samstag, 27. Februar:
Vorprogramm auf Fight Pass: 18:45 Uhr
Hauptprogramm auf ranFighting: 22:00 Uhr

Hauptkampf: Anderson Silva vs. Michael Bisping

Seit fast zehn Jahren in der UFC, unzählige Titelverteidigungen und Momente für die Ewigkeit: Andersons Karriere (33-6) gehörte bis Anfang letzten Jahres zu den beeindruckendsten Lebensläufen im Sport. Bis diese positive Dopingprobe im Anschluss an den Kampf gegen Nick Diaz auftauchte und damit Silvas Lebenswerk in Zweifel zog. War es wirklich nur ein einmaliger Ausrutscher nach der brutalen Verletzung im Rückkampf gegen Weidman oder hat sich Silva in all den Jahren nur cleverer angestellt als seine Kollegen, die immer wieder erwischt wurden. Ein Zweifel, der auch von Gegenüber Michael Bisping (28-7) wiederholt geäußert wurde. Der Engländer lässt seit Monaten keine Gelegenheit aus, der „Spinne“ nicht nur den positiven Test, sondern auch die fadenscheinige Ausrede, der positive Test kam aufgrund eines Potenzmittels zustande, unter die Nase zu reiben.

Der britische „Count“ wollte nach Niederlagen gegen Belfort, Silva, Sonnen und Henderson nicht mehr mit Kämpfern in den Käfig steigen, die entweder einen positiven Test oder eine Testosteron-Ersatz-Therapie hinter sich haben. Für Anderson Silva macht der 36-Jährige allerdings eine Ausnahme, schließlich ist er seit seiner eigenen UFC-Premiere 2006 auf der Jagd nach diesem Kampf. Mit einem Sieg am Samstag kann sich Bisping nicht nur ins Titelrennen bewegen, sondern sich selbst das schönste Geschenk für seinen 37. Geburtstag am Sonntag machen.

Co-Hauptkampf: Gegard Mousasi vs. Thales Leites

Andere Vorzeichen herrschen im Co-Hauptkampf des Abends im Mittelgewicht. Von einem Titelkampf sind beide Athleten nach ihren letzten Leistungen recht weit entfernt. Besonders bitter ist es dabei für Gegard Mousasi (37-6-2). Der Niederländer hatte sich mit zwei Siegen gegen Dan Henderson und Costas Phillippou schon von seiner heftigen Niederlage gegen Ronaldo Souza rehabilitiert und die erste Runde gegen Uriah Hall bestimmt, bevor dieser mit einer atemberaubenden Kombination den Kampfverlauf komplett auf den Kopf stellte und seinerseits den größten Erfolg seiner Karriere feiern. Nun geht der Weg zum Titel für den „Dreamcatcher“ von vorne los.

Dabei stellt er sich dem Brasilianer Thales Leites (25-5). Der 34-Jährige hat Mousasi eine Chance auf den Gürtel der UFC bereits voraus, diese liegt aber fast sieben Jahre zurück. Seitdem wurde der Bodenspezialist zwischendurch von der UFC entlassen, kämpfte sich aber wieder in die Organisation und zahlte das neu ausgesprochene Vertrauen mit fünf Siegen in Folge zurück, drei davon vorzeitig. Auch im Hauptkampf der UFC Fight Night in Glasgow sah Leites nicht schlecht aus, musste sich aber nach fünf hart umkämpften Runden Michael Bisping nach Punkten geschlagen geben. Will der Brasilianer noch einmal ein Wörtchen um einen Titelmitreden, müssen wieder Siege über Gegner aus der Rangliste her. Mit Gegard Mousasi könnte am Samstag der erste folgen.

Die weiteren Kämpfe von UFC London

Da man mit Silva und Bisping zwei Top-Stars der UFC nach London lotsen konnte, ist auch der weitere Teil des Programms besser besetzt, als für eine europäische Fight Night üblich. Mit dem ungeschlagenen Tom Breese (9-0) gegen Keita Nakamura (31-6-2) und Brad „One Punch“ Pickett (24-11) im Duell gegen den ebenfalls spektakulär agierenden Francisco Rivera (11-5) sollte die Halle zu Beginn des Hauptprogramms schon kochen, wenn sie es nicht schon zuvor tut. Im letzten Kampf des Vorprogramms messen sich die Federgewichte Makwan Amirkhani (12-2) und Mike Wilkinson (9-1). Die sonst im Trash Talk eher zurückhaltenden Kämpfer feuerten in den vergangenen Monaten in diversen Interviews wiederholt verbal aufeinander und scheinen das nicht nur für die Kameras vorzuspielen. Ein intensiver Kampf steht also auf dem Programm, wenn sich die Käfigtür hinter den beiden schließt.

Für deutsche Fans dürfte darüber hinaus der dritte Vorkampf besonders interessant werden. Dann gibt Jarjis Danho (6-0) seine UFC-Premiere und wird damit das erste deutsche Schwergewicht in der UFC. Der ungeschlagene Kämpfer vom Nürnberger Hammers Team darf sich auf den Polen Daniel Omielanczuk freuen, der seinen fünften Kampf für die Organisation bestreitet. Obwohl mit starken Leistungen und viel Selbstvertrauen unterwegs, sollte der „Man Mountain“ gewarnt sein. Der letzte Debütant, der sich Omielanczuk gegenüber fand, wurde innerhalb der ersten Runde ausgeknockt.

Das Programm im Überblick:

UFC Fight Night 84
27. Februar 2016
o2 Arena, London

Anderson Silva vs. Michael Bisping
Gegard Mousasi vs. Thales Leites
Tom Breese vs. Keita Nakamura
Brad Pickett vs. Francisco Rivera

Vorprogramm
Makwan Amirkhani vs. Mike Wilkinson
Davey Grant vs. Marlon Vera
Scott Askham vs. Chris Dempsey
Arnold Allen vs. Yaotzin Meza
Krzysztof Jotko vs. Brad Scott
Rustam Khabilov vs. Norman Parke
Jarjis Danho vs. Daniel Omielanczuk
Thibault Gouti vs. Teemu Packalen
Martin Svensson vs. David Teymur