Vorberichte

UFC Kopenhagen: Der nächste europäische UFC-Champion?

Die Hauptkämpfer von UFC Kopenhagen (Quelle: Zuffa LLC)

Erstmals in der Geschichte der UFC zieht es die weltweit größte MMA-Organisation nach Dänemark. Wie bei europäischen Events üblich, ist das Programm der anstehenden Fight Night in der Hauptstadt Kopenhagen vollgepackt mit Kämpfern von eben jenem Kontinent. So geht es im Hauptkampf des Abends für den Schweden Jack Hermansson um einen Titelkampf im Mittelgewicht. Zuvor steigt der Lokalmatador und Olympionike Mark Madsen erstmals ins Octagon der UFC.

Sowohl das Vorprogramm, als auch das Hauptprogramm von UFC Kopenhagen werden auf dem UFC Fight Pass übertragen, der ab 5,99 Euro monatlich auf ufc.tv erhältlich ist. Das Hauptprogramm wird zudem auf DAZN gezeigt. Ein Abo kostet dort monatlich 11,99 Euro mit monatlicher Kündigungsmöglichkeit, oder 119 Euro im Jahr. Der erste Monat ist gratis. Für UFC-Events fallen keine weiteren Kosten an.

Anbei die Startzeiten:
Vorprogramm (ufc.tv): Samstag, 28. September, 17:00 Uhr
Hauptprogramm (ufc.tv/DAZN): Samstag, 28. September, 20:00 Uhr

Der Main Event: Jack Hermansson vs. Jared Cannonier

Noch vor zwei Jahren hätte wohl kaum niemand prophezeit, dass sich Jack Hermansson (20-4) in absehbarer Zeit in der Nähe eines Titelkampfes befinden würde. Der Schwede hatte gerade gegen Thiago Santos verloren und es in diesem Kampf nicht einmal in die zweite Runde geschafft. Obwohl er im folgenden Jahr Thales Leites und Gerald Meerschaert bezwingen konnte, galt Hermansson bestenfalls als Top-15-Athlet in der dicht besetzten Gewichtsklasse.

Dies sollte sich in diesem Jahr ändern. Nur 49 Sekunden benötigte er, um den starken Veteranen David Branch in seiner eigenen Variation des Guillotine Chokes abklopfen zu lassen. Nicht mal einen Monat nach dem größten Sieg seiner Karriere bekam Hermansson dann die Chance, für den verletzten Yoel Romero einzuspringen und sich mit Ronaldo „Jacare“ Souza zu messen. Und diese Chance packte er ohne zu zögern beim Schopf.

Der Schwede präsentierte sich gegen den BJJ-Spezialisten stark wie nie und stand in der ersten Runde sogar kurz vor einem Submission-Sieg. Obwohl ihm dieser nicht gelang, ließ er sich nicht aus dem Konzept bringen und fuhr einen weitestgehend ungefährdeten Punktsieg ein. Mit etwas Glück hätte ein solcher Sieg bereits für einen Titelkampf gereicht, der war jedoch Israel Adesanya vorbehalten.

So muss Hermansson noch einmal ran. In Kopenhagen trifft er auf Jared Cannonier (12-4). Das ehemalige Schwergewicht, das nun im Mittelgewicht antritt, präsentierte sich seit dem Wechsel äußerst dominant und beeindruckte mit zwei vorzeitigen Siegen. Erst knockte er David Branch aus, bevor er Anderson Silva mit einem Leg Kick aus dem Kampf nahm. Nur ein Jahr nach seinem Debüt in der 185-Pfund-Klasse könnte sich der physisch imposante Cannonier bereits auf die Pole Position in Sachen Titelkampf schieben.

Das weitere Programm

Im Co-Hauptkampf stehen sich zwei Kämpfer gegenüber, die gemeinsam noch keinen einzigen Sieg in der UFC vorzuweisen haben. Dennoch ist der Grund für die Positionierung dieses Gefechts klar. Mit Mark Madsen (8-0) gibt nicht nur ein ungeschlagener Lokalmatador sein Debüt beim Weltmarktführer. Der Däne ist darüber hinaus auch Olympionike, der im Griechisch-römischen Ringen 2016 eine olympische Medaille gewinnen konnte. Erst danach widmete er sich in Vollzeit seiner MMA-Karriere, in deren Verlauf er bisher jeden seiner acht Kämpfe gewinnen konnte. In seinem UFC-Debüt trifft er auf Danilo Belluardo (12-4), der sich in seinem eigenen UFC-Debüt geschlagen geben musste.

Sechs Wochen nach seinem überraschenden Sieg über den bis dato ungeschlagenen Alexey Kunchenko könnte sich Gilbert Burns (16-3) endgültig an der Spitze des Weltergewichts etablieren. Durch den Ausfall von Thiago Alves rutschte der BJJ-Spezialist in den Kampf mit Gunnar Nelson (17-4-1), der nach einer knappen Punktniederlage gegen Leon Edwards in die Erfolgsspur zurückwill.

Im Halbschwergewicht treffen mit Ion Cutelaba (15-4) und Khalil Rountree (8-3) zwei Athleten aufeinander, die diesen Namen wirklich verdient haben. Beide sind physisch äußerst stark und können Kämpfe mit nur einem Schlag beenden. Gegen den ebenfalls versierten Standkämpfer Cutelaba könnte Rountree seine neuerlich erworbenen Fähigkeiten im Muay Thai unter Beweis stellen, die ihm schon gegen Eryk Anders zum Sieg verholfen haben.

Den ersten Kampf des Hauptprogramms bestreitet Nicolas Dalby (17-3-1). Der zweite Däne im Programm wurde nach einer Niederlage gegen Peter Sobotta von der UFC entlassen und kehrt nun als Cage-Warriors-Champion in die Organisation zurück. Mit Alex Oliveira (20-7-1(2)) wird ihm gleich ein echter Brocken vorgesetzt.

Im Vorprogramm treffen zudem mit Siyar Bahadurzada (24-7-1) und Ismail Naurdiev (18-3) zwei hoch gehandelte Weltergewichte aufeinander, die sich jeweils von Punktniederlagen erholen wollen. Auch das Duell zwischen den spektakulären Leichtgewichten Marc Diakiese (13-3) und Lando Vannata (10-3-2) verspricht einiges an Action.

Das komplette Programm in der Übersicht:

UFC on ESPN+ 18
28. September 2019
Royal Arena, Kopenhagen, Dänemark

Hauptprogramm (Dazn/ufc.tv)
Jack Hermansson vs. Jared Cannonier
Danilo Belluardo vs. Mark Madsen
Gunnar Nelson vs. Gilbert Burns
Ion Cutelaba vs. Khalil Rountree
Michal Oleksiejczuk vs. Ovince Saint Preux
Nicolas Dalby vs. Alex Oliveira

Vorprogramm (ufc.tv)
Alen Amedovski vs. John Phillips
Alessio Di Chirico vs. Makhmud Muradov
Siyar Bahadurzada vs. Ismail Naurdiev
Giga Chikadze vs. Brandon Davis
Macy Chiasson vs. Lina Länsberg
Marc Diakiese vs. Lando Vannata
Nohelin Hernandez vs. Jack Shore