Vorberichte

UFC Fortaleza: Assuncao gegen Moraes um die Titelchance

Käfig frei für Runde 4 zwischen Assuncao und Moraes (Foto: ZUFFA LLC)

Die zweite Fight Night auf ESPN+ findet im brasilianischen Fortaleza statt und stellt in einer seltenen Ansetzung zwei Brasilianer im Hauptkampf gegeneinander. Die beiden kennen sich gut, haben sie doch bereits drei Runden miteinander verbracht. Damals war es Marlon Moraes UFC-Debüt, morgen kämpft er gegen Raphael Assuncao um seine Titelchance im Bantamgewicht der UFC. Einer, der die Titel schon hinter sich gelassen hat, ist José Aldo, dessen Abschiedstournee gegen Renato Moicano startet.

Das Vorprogramm der UFC Fight Night on ESPN+ 2 wird auf dem UFC Fight Pass übertragen, der ab 5,99 Euro monatlich auf ufc.tv erhältlich ist. Das Hauptprogramm wird vom UFC Fight Pass und außerdem von DAZN übertragen. Ein Abo kostet dort monatlich 9,99 Euro, der erste Monat ist gratis. Für UFC-Events fallen keine weiteren Kosten an.

Anbei die Startzeiten: 
Vorprogramm (ufc.tv): Samstag, 02. Februar, 23 Uhr
Hauptprogramm (ufc.tv/DAZN): Sonntag, 03. Januar, 2 Uhr

Der Hauptkampf: Marlon Moraes vs. Raphael Assuncao 2

Gerade einmal 19 Monate ist das erste Duell zwischen Raphael Assuncao (27-5) und dem damals frisch in die UFC gewechselten Marlon Moraes (21-5-1) her, schon geht es in die nächste Runde. Der Grund für einen zweiten Fight lag auf der Hand, das Urteil für Assuncao war bereits damals nicht eindeutig, nun gilt es, es zu korrigieren.

Für beide steht dabei auch ein Kampf um den Titel im Bantamgewicht auf dem Spiel. Eigentlich ist es nahezu unbegreiflich, dass Assuncao ihn noch nicht bekommen hat. Seit er 2011 sein UFC-Debüt im Federgewicht gegen Erik Koch verlor, hat der 36-Jährige elf von zwölf Kämpfen gewonnen und dabei so illustre Namen wie Bryan Caraway, Pedro Munhou, Aljamain Sterling, Moraes und einen gewissen TJ Dillashaw besiegt, wenngleich Letzterer für die einzige Niederlage in mitten dieser Serie verantwortlich ist.

Assuncao hat jedoch ein großes Problem. So gut und unterschätzt er mit seinen Fähigkeiten auch ist, so wenig sticht er aus der Masse hervor. Zu bodenständig ist das Repertoire, um Highlights wie die Konkurrenten zu produzieren. Gleichzeitig bietet er kaum Lücken, um selbst in Gefahr zu geraten. Genau diese Kombination ist aus risikoarmer Offensive und solider Defensive macht ihn zwar unattraktiv für Titelkämpfe, aber genauso unangenehm auf der anderen Seite des Käfigs.

Das durfte Moraes damals bereits zu spüren bekommen und nun könnte es ihm ein zweites Mal so ergehen. Dabei machte der 30-Jährige nach dem Debüt alles richtig, schlug den unangenehmen John Dodson und schickte dann Aljamain Sterling und Jimmie Rivera ins Land der Träume. Mit Geschwindigkeitsvorteil, harten Leg Kicks und mehr Finishing-Potenzial könnten ihm fünf statt drei Runden mehr liegen, doch Assuncao ist genau die Art Veteran, die ihren Gameplan perfekt anpassen kann.

Die Frage ist daher nach dem Kampf eigentlich nur, ob die UFC auf die sportlichen Leistungen der Bantamgewichte setzt, oder ob sich der Sieger ein weiteres Mal hintenanstellen muss, weil sich der Bantam-Champion ein weiteres Mal mit dem Titelträger im Fliegengewicht messen muss.

Der Co-Main Event: José Aldo vs. Renato Moicano

Zuvor kann sich Fortaleza von José Aldo (27-4) verabschieden. Die MMA-Legende will mit diesem Jahr seine Karriere beenden und dabei noch drei Mal vor seinen Landsleuten ins Octagon steigen. Dabei kann er in Fortaleza den Staffelstab an Renato Moicano (13-1-1) weitergeben. Moicano ist zwar nur drei Jahre jünger als Aldo, doch vertritt er bereits eine neue Generation an MMA-Kämpfern.

War Aldo zu seiner besten Zeit noch selbst ein körperlich überlegenes Federgewicht, gibt er gegen Moicano mittlerweile selbst zehn Zentimeter Größe ab. Und Moicano weiß diesen Vorteil mit seinem Jab und den Kontern einzusetzen und ist, sollte es auf die Matte gehen, auch ein sehr starker Grappler.

Ob das für die Legende reicht? Aldo zeigte zuletzt gegen Jeremy Stephens, dass er zwar anfälliger für harte Treffer wird, er aber bei einem Kampf, in welchem er nicht auf die Kondition achten muss, früh Vollgas gehen kann. Stephens‘ Leber wird heute noch Albträume haben. Gegen Moicano kann Aldo erneut aggressiv vorangehen, schließlich mangelte es Moicano bisher an furchterregender Knockout-Power.

Besteht Moicano diese frühen Attacken und kann sein eigene Offensive anbringen, kann sich der Jüngere mit einem Sieg einen Titelkampf gegen Holloway verdienen. Doch die Legende will zeigen, dass sie immer noch genug im Tank hat und sich gebührend von den Fans verabschieden. Welcher Brasilianer auch immer triumphiert, die Fans gewinnen in jedem Fall.

Die weiteren Kämpfe von UFC Fortaleza

Aldo ist dabei nicht der einzige langjährige UFC-Veteran im Programm, denn direkt vor ihm steigt Grappling-Ikone Demian Maia (25-9) gegen Lyman Good (20-4) in den Käfig. Maia hatte zuletzt mit klaren Niederlagen gegen starke Ringer zu kämpfen, gegen den Standexperten Good wird er nicht so große Probleme haben, auch wenn der New Yorker weiterhin sehr gefährlich bleibt. Doch der 41-Jährige denkt noch nicht ans Aufhören. Solange seine Leistung den eigenen Ansprüchen entspricht, will er auch elf Jahre nach seinem UFC-Debüt noch weitermachen und mit seinem BJJ weiterhin Gegner zur Verzweiflung bringen. Good könnte dabei Opfer Nummer 20 werden.

Während Maia sein BJJ meist zur Kontrolle des Gegners verwendet, geht Charles Oliveira (25-8) deutlich aggressiver zu Werke. Der Brasilianer ist ein Derwisch auf der Matte, wenn er eine Chance zur Submission sieht, packt er sie sich. Kein Wunder, dass der 29-Jährige den UFC-Rekord für Submission-Siege innehat, der vorher einem gewissen Royce Gracie gehörte. „Do Bronx“ ist zu einem MMA-Pflichtprogramm geworden, das letzte Mal ging er vor vier Jahren über die komplette Distanz, seitdem hat er zehn Kämpfe bestritten. Eine harte Aufgabe für den Schweden David Teymur (8-1).

Zwischen all den starken Technikern sticht einer negativ heraus: Johnny Walker (15-3). Was dem Brasilianer an technischer Raffinesse fehlt, macht er durch Aggressivität und rohe Kraft wieder wett. Ob das gegen soliden Boxer Justin Ledet (9-1) reicht?

Im Vorprogramm feiert Thiago Alves (22-13) seine Rückkehr nach Fortaleza. Der „Pitbull“ kehrt zum ersten Mal seit 18 Jahren für einen Kampf nach Fortaleza zurück, denn Alves bestritt 2001 sein MMA-Debüt dort und unterlag damals Gleison Tibau durch eine Armbar. Der 35-Jährige ist mittlerweile am anderen Ende des Karrierespektrums angekommen und muss nach vier Niederlagen in den letzten fünf Kämpfen sogar um seinen UFC-Platz bangen. Gegen den schlagkräftigen Amerikaner Max Griffin (14-5) kann Alves noch einmal zeigen, dass er es noch drauf hat.

Das Programm in der Übersicht:

UFC on ESPN+ 2
2. Februar 2019
Centro de Formacao Olimpica do Nordeste in Fortaleza, Brasilien

Hauptprogramm (DAZN/UFC.tv)
Marlon Moraes vs. Raphael Assuncao
José Aldo vs. Renato Moicano
Demian Maia vs. Lyman Good
Charles Oliveira vs. David Teymur
Justin Ledet vs. Johnny Walker
Sarah Frota vs. Livia Renata Souza

Vorprogramm (UFC.tv)
Anthony Hernandez vs. Markus Perez
Mara Romero Borella vs. Taila Santos
Thiago Alves vs. Max Griffin
Junior Albini vs. Jairzinho Rozenstruik
Geraldo de Freitas vs. Felipe Colares
Said Nurmagomedov vs. Ricardo Ramos
Rogerio Bontorin vs. Magomed Bibulatov