Vorberichte

UFC Fort Lauderdale: Holt sich Jacaré endlich seinen Titelkampf?

UFC Fort Lauderdale steht vor der Tür (Quelle: Zuffa LLC)

Am Samstag, den 27. April, endet ein für die UFC geschäftiger Monat. Nach UFC 236 und der Fight Night in St. Petersburg steht in Florida UFC Fort Lauderdale an. Im Hauptkampf des Abends will sich Ronaldo „Jacaré“ Souza den Titelkampf verdienen, den er schon so lange von seinem Arbeitgeber fordert. Um seinem Appell Nachdruck zu verleihen, muss er den kurzfristig eingesprungenen Jack Hermansson möglichst eindrucksvoll bezwingen. Zuvor wird der ehemalige Footballspieler Greg Hardy seinen zweiten UFC-Kampf bestreiten.

Das Vorprogramm von UFC on ESPN+ 8 wird auf dem UFC Fight Pass übertragen, der ab 5,99 Euro monatlich auf ufc.tv erhältlich ist. Das Hauptprogramm wird vom UFC Fight Pass und DAZN übertragen. Ein Abo kostet dort monatlich 9,99 Euro, der erste Monat ist gratis. Für UFC-Events fallen keine weiteren Kosten an.

Anbei die Startzeiten: 
Vorprogramm Teil 1 (ufc.tv): Samstag, 27. April, 23:30 Uhr
Vorprogramm Teil 2 (ufc.tv): Sonntag, 28. April, 01:00 Uhr
Hauptprogramm (ufc.tv/DAZN): Sonntag, 28. April, 03:00 Uhr

Der Main-Event: Ronaldo Souza vs. Jack Hermansson

Kaum ein Mittelgewicht in der Geschichte der gemischten Kampfkünste kann eine Vita aufweisen, die sich so eindrucksvoll liest wie die von Ronaldo Souza (26-6-0(1)). Der Brasilianer war Mittelgewichtschampion bei Strikeforce und hat Siege über Tim Kennedy, Robbie Lawler, Gegard Mousasi und Chris Weidman vorzuweisen. Dennoch stand „Jacaré“ nie in einem UFC-Titelkampf. Immer wieder musste er kurz vor diesem Ziel empfindliche Niederlagen einstecken.

Am kommenden Wochenende geht es für Souza deshalb um alles: Bereits im Vorfeld seines Kampfes kündigte er an, seine Karriere beenden zu wollen, falls er trotz eines Sieges über Jack Hermansson keinen Titelkampf erhalten sollte. Seine Bilanz spricht definitiv für ihn: Neun Siege hat Souza in der UFC schon eingefahren, acht davon vorzeitig. Seine einzigen Rückschläge erlitt er geteilt nach Punkten gegen die Top-Mittelgewichte Kelvin Gastelum und Yoel Romero, sowie etwas eindeutiger gegen Champion Robert Whittaker.

Zuletzt präsentierte sich Jacaré stark wie nie und knockte einen gut aufgelegten Chris Weidman nach zwölf harten Minuten eindrucksvoll aus. Ein Sieg im Rückkampf mit Yoel Romero sollte ihn endgültig als ersten Herausforderer etablieren, daraus wurde jedoch nichts. Der Kubaner musste den Kampf krankheitsbedingt absagen.

Des einen Leid, des anderen Freud galt in diesem Fall für Jack Hermansson (19-4). Erst vor vier Wochen hatte der Schwede im Octagon gestanden und seinen Kampf mit David Branch so unbeschadet überstanden, dass er schon jetzt wieder ins Geschehen eingreifen kann. Gegen den ehemaligen Doppel-Champion der World Series of Fighting, David Branch, sicherte er sich mit einer Submission in nur 49 Sekunden den bedeutendsten Sieg seiner Karriere.

Ein Triumph über den Weltklasse-Grappler Souza würde den „Joker“, der für sein Ground and Pound und seine unkonventionellen Submissions bekannt ist, innerhalb eines Monats in die Diskussion um ein Aufeinandertreffen mit dem Sieger des Titelkampfes zwischen Robert Whittaker und Israel Adesanya bringen.

Der Co-Main-Event: Greg Hardy vs. Dmitry Smolyakov

Man sagt, jeder Mensch habe eine zweite Chance verdient. Dritte Chancen sind hingegen selten im Leben. Für Athleten von Weltklasseformat gelten jedoch andere Regeln. Das weiß keiner besser als Greg Hardy (3-1). Der ehemalige Defensive End der Carolina Panthers war schon der häuslichen Gewalt angeklagt und des Kokainbesitzes überführt. Dennoch durfte er seine Karriere als American Footballspieler so lange fortsetzen, bis die sportlichen Leistungen einen Verbleib in der NFL nicht mehr rechtfertigten.

Daraufhin wendete sich der 1,93 Meter große, 120 Kilo schwere Musterathlet dem MMA zu. In keinem seiner drei Amateurkämpfe stand er länger als zwei Minuten im Käfig, jeden gewann er durch krachenden Knockout. Genau so ging es bei den Profis weiter: Seine zwei Auftritte bei Dana Whites Tuesday Night Contender Series sowie einer bei der Xtreme Fight Night dauerten jeweils weniger als eine Minute.

Dementsprechend groß war die Freude auf sein UFC-Debüt im Co-Hauptkampf der Fight Night in Brooklyn, die von T.J. Dillashaw und Henry Cejudo angeführt wurde. Umso enttäuschender war seine Leistung: Gegen Allen Crowder zeigte er früh im Kampf Ermüdungserscheinungen und landete in der zweiten Runde ein Knie zum Kopf seines am Boden knieenden Gegners, das genauso brutal wie illegal war und eine Disqualifikation zur Folge hatte.

Wie so oft in seinem Leben erhält Hardy jedoch am kommenden Wochenende eine zweite Chance und bestreitet erneut den Co-Hauptkampf des Abends. Diesmal trifft er auf Dmitry Smolyakov (9-2). Der Russe ist ein „Master of Sport“ im Freistil-Ringen und konnte jeden seiner ersten acht Kämpfe gewinnen. In der UFC hatte er weniger Erfolg: In beiden Duellen musste er sich vorzeitig geschlagen geben und wurde folgerichtig aus der Organisation entlassen. Ein Sieg in der Heimat verschaffte dem 36-Jährigen nun das Aufeinandertreffen mit dem schlagstarken Hardy, in das er als klarer Außenseiter geht.

Das weitere Programm

Ein wegweisender Kampf steht Mike Perry (12-4) bevor. „Platinum“ begann seine UFC-Karriere mit vier Siegen aus fünf Kämpfen, konnte zuletzt aber nur noch eines von vier Duellen gewinnen. Nach einer Submission-Niederlage gegen Donald „Cowboy“ Cerrone bekommt er es in Fort Lauderdale mit dem nächsten Cowboy zu tun:  Alex „Cowbox“ Oliveira (19-6-1(2)). Der Brasilianer will nach einer Niederlage gegen Gunnar Nelson ebenfalls auf die Siegerstraße zurück.

Zuvor erwartet die Fans ein Generationenkampf im Halbschwergewicht: Glover Teixeira (28-7) hat im Laufe seiner illustren Karriere bereits alles gesehen und kämpfte sogar schon um den UFC-Titel. Sein Kontrahent Ion Cutelaba (14-3-0(1)) will den Altersunterschied von 14 Jahren nutzen und sich mit den Federn des Veteranen schmücken.

Einer der wichtigsten Kämpfe des Abends findet im Bantamgewicht statt. Der K.o.-Schläger John Lineker (31-8) will sich mit dem dritten Sieg in Folge für einen Titelkampf empfehlen. Sein Kontrahent Cory Sandhagen (10-1) gehört zu den größten Talenten der Gewichtsklasse und hat ähnliche Ambitionen wie sein Gegner.

Im ersten Kampf des Hauptprogramms will Roosevelt Roberts (7-0) seine perfekte Bilanz auf acht Kämpfe ausbauen. Der 25-Jährige kam ebenfalls über Dana Whites Tuesday Night Contender Series in die UFC und wird von dem UFC-Präsidenten für einen zukünftigen Star gehalten. Er trifft in Fort Lauderdale auf Thomas Gifford (14-7).

Anbei findet ihr das komplette Programm in der Übersicht:

UFC on ESPN+ 8
27. April 2019
BB&T Center, Sunrise, Florida, USA

Hauptprogramm (Dazn/ufc.tv)
Ronaldo Souza vs. Jack Hermansson
Greg Hardy vs. Dmitrii Smoliakov
Alex Oliveira vs. Mike Perry
Ion Cutelaba vs. Glover Teixeira
John Lineker vs. Cory Sandhagen
Thomas Gifford vs. Roosevelt Roberts

Vorprogramm Teil 2 (ufc.tv)
Takashi Sato vs. Ben Saunders
Andrei Arlovski vs. Augusto Sakai
Carla Esparza vs. Virna Jandiroba
Gilbert Burns vs. Mike Davis

Vorprogramm Teil 1 (ufc.tv)
Jason Gonzalez vs. Jim Miller
Jodie Esquibel vs. Angela Hill
Dhiego Lima vs. Court McGee