Vorberichte

UFC Fight Night 85: Mark Hunt trifft auf Frank Mir

Welcher Veteran kann sich weiter an der Spitze behaupten? (Foto: Zuffa LLC).

Zwischen den Blockbuster-Kämpfen Anfang dieses und im Laufe des nächsten Monats macht die UFC an diesem Wochenende wieder einmal in Down Under Station. Im Hauptkampf stehen sich mit Mark Hunt und Frank Mir zwei Veteranen im Schwergewicht gegenüber, die beweisen wollen, dass sie noch zur Elite gehören. Außerdem in Brisbane mit von der Partie ist K.o.-Maschine Hector Lombard – nach Ablauf seiner Doping-Sperre kehrt er gegen Arbeitstier Neil Magny ins Octagon zurück.

Die UFC Fight Night 85 wird in Deutschland auf dem UFC Fight Pass übertragen, der ab 5,99 Euro monatlich auf ufc.tv erhältlich ist.

Anbei die Startzeiten:
Vorprogramm Teil 1 (UFC Fight Pass): Sonntag, 20. März, 0 Uhr
Vorprogramm Teil 2 (UFC Fight Pass): Sonntag, 20. März, 2 Uhr
Hauptprogramm (UFC Fight Pass): Sonntag, 20. März, 3 Uhr

Hauptkampf: Mark Hunt vs. Frank Mir

Standkämpfer vs. Grappler: Selten sind die Fronten auf dem höchsten Level der schweren Jungs so klar abgesteckt wie im Duell zwischen Mark „The Super Samoan“ Hunt (11-10-0(1)) und Frank Mir (18-10). Während Hunt im Stand, vor allem in Sachen Technik und Schlagkraft, deutlich die Nase vorn haben dürfte, wird Ex-UFC-Champion Mir die Oberhand haben, sobald das Duell der beiden in Brisbane auf die Matte geht.

Dass Hunt 2016 überhaupt noch ins Octagon steigt, ist eine Geschichte für sich. Der gebürtige Neuseeländer hatte fünf Niederlagen in Folge zu verbuchen, als die UFC ihn 2010 dazu bewegen wollte, seinen aus PRIDE-Zeiten stammenden Vertrag gegen eine Zahlung aufzulösen. Hunt bestand darauf, zu kämpfen, und verlor prompt in 63 Sekunden durch Aufgabe gegen Sean McCorkle.

McCorkle kennt heute kaum noch jemand, Hunt dagegen ist eines der populärsten Schwergewichte der Liga. Mit einer Mischung aus Knockout-Power, Granitkinn und einem allzeit stoischen Gemüt hat sich der mittlerweile 41-Jährige zu einem Fan-Liebling entwickelt, der im Octagon u.a. Siege gegen Ben Rothwell, Stefan Struve, Roy Nelson und Antonio Silva vorweisen kann.

Ende 2014 kämpfte Hunt sogar um den Interims-Titel im Schwergewicht und bereitete dem späteren Champion Fabricio Werdum auf den Beinen Probleme, bevor er selbst mit einem eingesprungenen Kniestoß auf die Bretter geschickt wurde. Hunt nimmt solche Rückschläge gelassen.

Frank Mir ist in vielerlei Hinsicht ein Gegenpol zu Hunt. Während der „Super Samoan“ nur dann spricht, wenn er gefragt wird, und auch dann nicht viel, ist Mir eine der Zitatmaschinen der UFC, außerhalb des Käfigs sicht- und hörbar in seiner Rolle als Teilzeit-Kommentator.

Im Käfig dagegen war Mir ursprünglich ein purer Grappling-Experte, versucht seit einigen Jahren aber verstärkt, sein Boxen zur Schau zu stellen. Gegen Namen wie Antonio Rodrigo Nogueira, Antonio Silva und Todd Duffee hat das zu spektakulären K.o.-Siegen geführt, gegen Junior dos Santos, Shane Carwin und Josh Barnett dagegen war es Mir, der teils böse auf die Bretter geschickt wurde.
Jahrelanges, hartes Training, ein schwerer Motorradunfall und ein etwas wackliges Kinn haben dem Ex-Champion mit der Zeit zu schaffen gemacht, gefährlich bleibt der 36-Jährige trotzdem noch immer. 

Ob Mir also versuchen wird, gegen K.o.-Schläger Hunt zu beweisen, dass er auch mit einem K-1-Champion stehen kann, oder die vermeintlich leichte Route zum Sieg auf der Matte nehmen wird? Die Antwort lässt nicht mehr lange auf sich warten.

Co-Hauptkampf: Neil Magny vs. Hector Lombard

Da ist er wieder. Hector „Showeather“ Lombard (34-4-1(2)) bekommt eine neue Chance, nachdem er seine UFC-Karriere vor einem Jahr spektakulär an die Wand gefahren hat.

Lombard kam im Sommer 2012 als Bellator-Champion mit Dynamit-Fäusten in die Liga, zwei Niederlagen in drei Kämpfen nahmen dem Hype jedoch schnell den Wind aus den Segeln. Seitdem konnte Lombard zwar mit einem krachenden Knockout gegen Nate Marquardt und einem Punktsieg gegen Jake Shields beeindrucken, ein positiver Dopingtest nach einem weiteren Punktsieg gegen Josh Burkman jedoch stellte Anfang 2015 ein großes Fragezeichen hinter diese Erfolge.

Ein geplanter Kampf gegen Rory MacDonald fiel nach Bekanntwerden des Testergebnisses ins Wasser, Lombard wurde für ein Jahr gesperrt. Sämtliche Bemühungen, den MacDonald-Kampf nach der Sperre zurückzubekommen, schlugen seitdem fehl, und so wird „Showeather“ nun mit Neil Magny (17-4) einen Gegner aus der unteren Top Ten vor die Fäuste bekommen.

Magny schien nach einem Auftritt in der 16. „The Ultimate Fighter“-Staffel auf dem Weg raus aus der UFC zu sein – zwei von drei Kämpfen verlor der Mann aus Colorado im Octagon. 2014 allerdings, mit dem Rücken zur Wand, startete Magny einen ebenso beeindruckenden wie überraschenden Lauf: Sieben Kämpfe nacheinander gewann er innerhalb von eineinhalb Jahren, bevor eine Aufgabe-Niederlage gegen BJJ-Guru Demian Maia im August des letzten Jahres die Serie stoppte.

Von diesem Rückschlag allerdings kehrte Magny innerhalb von drei Monaten mit Punktsiegen gegen Erick Silva und Kelvin Gastelum zurück – zwei der wichtigsten Erfolge seiner Laufbahn, dank denen Magny die Top Ten einer der härtesten Gewichtsklassen der UFC geknackt hat.

Die weiteren Kämpfe von UFC Brisbane

Keine großen Stars, aber ein paar junge Talente und bekannte Gesichter bietet das Programm von UFC Brisbane. Auf dem Hauptprogramm werden mit Jake „The Celtic Kid“ Matthews (9-1) und Johnny „Hollywood“ Case (22-4) zwei Leichtgewichte aufeinandertreffen, die in Zukunft noch für Furore sorgen könnten. Matthews, im zarten Alter von 21 Jahren, hat in der UFC bereits drei Kämpfe gewonnen, allesamt vorzeitig. Lediglich eine schnelle Aufgabe-Niederlage gegen James Vick im Mai 2015 sorgt für einen trüben Fleck auf der ansonsten weißen Weste.

Case dagegen, selbst erst 26 Jahre alt, verlor seine ersten beiden Profi-Kämpfe, hat seitdem aber mit kurzen Unterbrechungen einen imposanten Lauf. Mit durchschnittlich drei bis fünf Kämpfen pro Jahr ist „Hollywood“ äußerst aktiv und darüber hinaus deutlich erfahrener als sein Gegner. In der UFC konnte er bisher jeden seiner vier Kämpfe gewinnen, zuletzt nach Punkten gegen Yan Cabral.

Im „Fight Pass“-Hauptkampf des Abends, dem zweiten Kampf des Abends, wird außerdem Leichtgewichtsveteran Ross „The Real Deal“ Pearson (18-10-0(1)) ins Octagon steigen.

Ergebnistechnisch ist der 31-Jährige TUF-Sieger aktuell wenig konsistent – Siege und Niederlagen wechseln sich seit mehreren Jahren zuverlässig ab – einen spannenden Kampf darf man bei ihm aber trotzdem immer erwarten.

Nachdem Abel Trujillo wegen Problemen bei der Ausstellung seines Visums nicht nach Australien reisen konnte, wird Pearson nun auf den starken Kickboxer Chad „The Disciple“ Laprise (10-1) treffen. Laprise verlor im August – wie Pearson im Januar bei UFC Boston – gegen Francisco Trinaldo, war davor jedoch in zehn Profi-Kämpfen ungeschlagen und gewann die zwischen Australien und Kanada ausgetragene „TUF: Nations“-Staffel.


Anbei das gesamte Programm im Überblick:

UFC Fight Night 85: Hunt vs. Mir
Sonntag, 20. März 2016
Brisbane Entertainment Centre in Brisbane, Australien


Hauptprogramm (UFC Fight Pass)
Mark Hunt vs. Frank Mir
Neil Magny vs. Hector Lombard
Jake Matthews vs. Johnny Case
Dan Kelly vs. Antonio Carlos Júnior
James Te-Huna vs. Steve Bossé
Bec Rawlings vs. Seohee Ham

Vorprogramm Teil 2 (UFC Fight Pass)
Brendan O’Reilly vs. Alan Jouban
Dan Hooker vs. Mark Eddiva
Leslie Smith vs. Rin Nakai
Richard Walsh vs. Viscardi Andrade

Vorprogramm Teil 1 (UFC Fight Pass)
Ross Pearson vs. Chad Laprise
Alan Patrick vs. Damien Brown