Vorberichte

UFC Fight Night 80: Sage VanZant in Vegas

UFC Fight Night: Vegas (Foto: Zuffa LLC).

„Nine days of fury“ – mit diesem passenden Titel sind die kommenden eineinhalb Wochen in der UFC überschrieben. Drei Events und über dreißig Fights gibt es allein zwischen Donnerstag und Samstag aus Las Vegas zu sehen. Vor dem Blockbuster-Event UFC 194 macht die 80. UFC Fight Night den Anfang, für die man das Octagon zum ersten Mal im 5-Sterne-Cosmopolitan Hotel direkt am Vegas Strip aufgebaut hat. Im Fokus stehen dabei die beiden jüngsten Shootingstars der Liga: Paige VanZant und Sage Northcutt, die zusammen gerade 40 Jahre alt sind.

Die UFC Fight Night 80 wird in Deutschland auf dem UFC Fight Pass übertragen, der ab 5,99 Euro monatlich auf ufc.tv erhältlich ist.

Anbei die Startzeiten
Vorprogramm (UFC Fight Pass): Freitag, 11. Dezember, 0:45 Uhr
Hauptprogramm (UFC Fight Pass): Freitag, 11. Dezember, 4 Uhr

Hauptkampf

Sex sells? Offensichtlich schon, denn in ihrem erst vierten UFC-Kampf steht Power-Blondine Paige „12 Gauge“ VanZant (6-1) bereits ganz oben auf dem Programm. 2014 war ein Wendepunkt für die Kalifornierin aus dem 94er-Jahrgang – erst durfte sie nicht bei der 22. „The Ultimate Fighter“-Staffel teilnehmen, weil sie zu jung war für den Alkohol in der TUF-Villa, dann debütierte sie trotzdem in der UFC und schaffte mit nur einem Sieg den Durchbruch.

Seit dem technischen Knockout gegen Kailin Curran vor knapp einem Jahr geht es steil bergauf für das harmlos aussehende Nesthäkchen, das im April Felice Herrig nach Strich und Faden dominierte und im September Alex Chambers zur Aufgabe zwang. Ein unerbittlich aggressiver Kampfstil kombiniert mit ihrem Cheerleader-Look haben eingeschlagen wie eine Bombe, und am Donnerstag soll Sieg Nummer drei den Sprung auf das nächste Level der UFC-Marketingmaschinerie rechtfertigen.

Eigentlich hätte sie hier auf die schottische Thaiboxerin Joanne Calderwood treffen sollen, die sich allerdings verletzte und durch Rose „Thug“ Namajunas (3-2) ersetzt wurde. Namajunas kämpfte vor einem Jahr gegen Carla Esparza um den vakanten, weil neu eingeführten Strohgewichtsgürtel der UFC und verlor, sicherte sich dann aber im Oktober mit einem Aufgabe-Sieg gegen Angela Hill ihren ersten Octagon-Sieg.

Zwei Monate später steht sie zum zweiten Mal in einem UFC-Hauptkampf und bekommt einmal mehr die Chance, eine Menge Aufmerskamkeit auf sich zu ziehen. Falls sie VanZant schlagen kann, dann kommen die PR-Bemühungen der UFC nämlich ihr zugute, ganz zu schweigen von der Sympathie einer Menge Fans, denen der Fokus der UFC auf VanZants blonde Mähne sauer aufstößt.

Co-Hauptkampf

Im zweiten Hauptkampf des Abends kommt es zum Generationenkampf der Marke taffer, bärtiger Grappler. Jim Miller (25-6-0(1)) gehört zu dieser Sorte Kämpfer und Michael „Maverick“ Chiesa (12-2) ebenso. Die Hauptunterschiede: Alter und Erfahrung. Miller ist 32 Jahre alt und stand bisher 20 Mal im Octagon, der fünf Jahre jüngere Chiesa dagegen hat erst sieben Mal für die UFC gekämpft.

Schaut man sich die Karrieren der beiden an, dann erkennt man, warum fünf Jahre hier einen großen Unterschied machen. Miller kämpft seit 2008 in der UFC und stand in jeder Menge Schlachten gegen Namen wie Frankie Edgar, Joe Lauzon, Donald Cerrone und Ben Henderson. Nach Niederlagen gegen Cerrone und Beneil Dariush wurde es ruhig um ihn, bevor er sich im Juli mit einem knappen Punktsieg gegen Danny Castillo zurück auf Spur brachte.

Jetzt soll er seinen potentiellen Nachfolger auf Herz und Nieren testen. Chiesa hat, nachdem er 2012 die 15. „The Ultimate Fighter“-Staffel gewann, noch vier weitere Siege im Octagon eingefahren, allerdings auch gegen Jorge Masvidal und, wenn auch durch einen Cut, gegen Joe Lauzon verloren. Gegen Miller soll nun ein prestigeträchtiger Erfolg her, um die Karriere richtig auf Trab zu bringen.

Restlicher Event

UFC Vegas ist nur aus dem Grund aus dem Boden gestampft worden, weil die UFC noch einigen ihrer Sportler einen weiteren Kampf in diesem Jahr geschuldet hat. Unter diesen Sportlern war der ein oder andere mit einer Menge Potential, und so hat sich aus der vermeintlichen Reste-Rampe ein überaus solides Programm gebildet, vor allem für eine reine Fight-Pass-Show.

Auf dem Hauptprogramm beispielsweise stehen mit Shooting-Star Sage Northcutt (6-0) und Herzschmerzroman-Covermodel Elias „The Spartan“ Theodorou (11-0) zwei neue Gesichter, die man in Zukunft wohl noch häufiger sehen wird.

Northcutt, der von UFC-Präsident Dana White höchstpersönlich gescoutet wurde, zerlegte erst im Oktober in seinem Octagon-Debüt Francisco Trevino in nur 57 Sekunden. Um den Hype ja nicht abflauen zu lasen, wird der 19-Jährige „Super Sage“ zwei Monate später gleich wieder in den Käfig geschickt, dieses Mal gegen Cody „The Fist“ Pfister, der aktuell 1-1 in der UFC steht und seinen letzten Kampf nach Punkten gegen Yosdenis Cedeno gewann.

Theorodou gewann 2014 die „The Ultimate Fighter: Nations“-Staffel zwischen Kanada und Australien, seitdem hat der 27-Jährige aus Toronto Bruno Santos und Roger Narvaez geschlagen. Nun steht ihm in Form von Thiago Santos ein in dem Sinne recht undankbarer Gegner gegenüber, als dass der Brasilianer zwar gefährlich ist, allerdings nicht wirklich populär. Santos ging im vergangenen Jahr mit Uriah Hall in einem harten Kampf über die Distanz und knockte in diesem Jahr bereits Andy Enz und Steve Bosse aus.

Der interessanteste Kampf des Abends aber ist unerklärlicherweise auf dem Vorprogramm vergraben worden. Aljamain „The Funk Master“ Sterling (11-0) demontierte im April Takeya Mizugaki, konnte sein Momentum aber nicht ausnutzen, weil die UFC es nicht schaffte, ihm einen Kampf zu besorgen. Im September kündigte Sterling daher an, zurück an die Uni gehen zu wollen, sollte er nicht pronto ein Datum und einen Gegner vorgelegt bekommen. Vielleicht ist dieses Ultimatum der Grund, warum sein Duell mit dem brasilianischen Muay Thai-Spezialisten Johnny „Pretinho“ Eduardo (27-9) in den Vorkämpfen versteckt wurde, am Potential dieser Paarung ändert die Platzierung aber nichts.

Eduardo ist seit eineinhalb Jahren verletzt, hat in seinem letzten Kampf aber mit einem krachenden Knockout gegen Eddie Wineland auf sich aufmerksam gemacht. Der 35-jährige Brasilianer ist der Thaibox-Coach im Nova Uniao Gym, in dem Namen wie José Aldo und Renan Barao trainieren, hat aber tatsächlich ganze 13 Kämpfe durch Aufgabe gewonnen. Auf den Beinen und dem Boden dürfte er also deutlich machen können, ob Sterling an die Spitze gehört oder nicht.

Angesichts fehlender neuer Herausforderer für Champion T.J. Dillashaw oder den Ex-Champion und aktuellen Herausforderer Dominick Cruz könnten sich jedenfalls beide Kämpfer mit einem Sieg in Vegas weit vorne in der kurzen Schlange positionieren.


Anbei das gesamte Programm im Überblick:

UFC Fight Night 80: Namajunas vs. VanZant
Donnerstag, 10. Dezember 2015
The Chelsea at the Cosmopolitan, Las Vegas, Nevada, USA

Hauptprogramm (UFC Fight Pass)
Rose Namajunas vs. Paige VanZant
Jim Miller vs. Michael Chiesa
Sage Northcutt vs. Cody Pfister
Elias Theodorou vs. Thiago Santos

Vorprogramm (UFC Fight Pass)
Tim Means vs. John Howard
Omari Akhmedov vs. Sérgio Moraes
Antonio Carlos Júnior vs. Kevin Casey
Aljamain Sterling vs. Johnny Eduardo
Santiago Ponzinibbio vs. Andreas Stahl
Nathan Coy vs. Danny Roberts
Zubaira Tukhugov vs. Phillipe Nover
Kailin Curran vs. Emily Kagan