Vorberichte

UFC Fight Night 77: Belfort, Henderson, Teixeira und Guida

Vitor Belfort und Dan Henderson schließen am Samstag ihre Trilogie ab (Foto: Tobias Bunnenberg/GNP1.de).

Aller guten Dinge sind drei: 2006 wurde Vitor Belfort von Dan Henderson nach Punkten geschlagen, 2013 holte er sich mit einem krachenden Knockout seine Revanche. Am Wochenende werden die beiden Legenden ein weiteres Mal aufeinandertreffen und ihre Trilogie zu einem Abschluss bringen. Außerdem mit von der Partie sind eine Reihe bekannter Gesichter wie Glover Teixeira, Fabio Maldonado und Clay Guida.

Die 77. UFC Fight Night kann in Deutschland über den UFC Fight Pass verfolgt werden, der ab 5,99 Euro monatlich auf ufc.tv erhältlich ist.

Anbei die Startzeiten:
Vorprogramm Teil 1 (UFC Fight Pass): Sonntag, 8. November, 0:30 Uhr
Vorprogramm Teil 2 (UFC Fight Pass): Sonntag, 8. November, 2 Uhr
Hauptprogramm (UFC Fight Pass): Sonntag, 8. November, 4 Uhr

Hauptkampf
Dan „Hendo“ Henderson (31-13) hat den perfekten Zeitpunkt gewittert, um eine offene Rechnung zu begleichen. Der Ringer-Olympionike wurde während seiner illustren Karriere nicht ein einziges Mal durch Schläge gestoppt, bis Vitor „The Phenom“ Belfort (24-11) Ende 2013 sein Schienbein in „Hendos“ Gesicht versenkte und ihn mit Folgeschlägen vollends ins Reich der Träume schickte. Heute ist Henderson überzeugt, dass an jenem Abend nicht nur die Vorzüge der Testosteron-Ersatz-Therapie durch Belforts Blutkreislauf geflossen sind. Zwei Jahre und die Einführung eines strikten Anti-Doping-Programms später will „Hendo“ nun Revanche für die Revanche.

Zum Zeitpunkt ihres letzten Kampfes haben beide Kämpfer die kontroverse, mittlerweile verbotene Testosteron-Behandlung genutzt, Belfort allerdings schien in besonderem Maße davon profitiert zu haben – im fraglichen Zeitraum hat Belfort nacheinander Michael Bisping, Luke Rockhold und Henderson spektakulär ausgeknockt.

Den Ruf als Steroid-Betrüger ist Belfort seitdem nie mehr so richtig los geworden, obwohl die Therapie an sich ärztlich verordnet war – Dopingtests aus den Jahren 2012, 2014 und 2015, die unschlüssige Ergebnisse hervorgebracht haben, haben dem „Phenom“ ein zweifelhaftes Image eingebracht. Weiter befeuert wurden die Gerüchte durch Belforts Niederlage im Titelkampf gegen Chris Weidman, der den Veteranen im Mai bei UFC 187 auf die Matte beförderte und dort in einer Art und Weise dominierte, die man von Belfort nicht gewohnt war.

Dieser Kampf war Belforts erster seit dem Sieg gegen Henderson, letzterer dagegen stand seitdem gleich vier Mal im Käfig: Neben Niederlagen gegen Daniel Cormier und Gegard Mousasi konnte die alternde Legende „Shogun“ Rua und zuletzt Tim Boetsch ausknocken –ein Sieg gegen einen alten Rivalen wäre wohl Hendersons bevorzugte Art, um sein Karriere-Comeback zu vervollständigen…   

Co-Hauptkampf
Falls es mit dem Kämpfen irgendwann nicht mehr so wirklich läuft, braucht Patrick „Durkin“ Cummins (8-2) sich keine Sorgen um seine Zukunft zu machen – er kann einfach als Tour-Guide in Brasilien arbeiten. Zum dritten Mal in seinen letzten vier Kämpfen wagt sich der Kalifornier diese Woche in das Geburtsland seines Sports.

Zwei Siege hat er hier schon geholt, am Samstag allerdings steht er seiner bisher härtesten Herausforderung gegenüber: Glover Teixeira (23-4), ehemals so gefürchtet, dass „Shogun“ Rua angeblich lieber entlassen werden wollte als gegen ihn zu kämpfen, mag seine Aura nach Niederlagen gegen Jon Jones und Phil Davis verloren haben. Gefährlich ist der schlagstarke Boxer aber nichtsdestotrotz, wie er erst im August mit seinem Sieg gegen Ovince St. Preux bewiesen hat.

Teixeira kann mit harten Händen und solidem BJJ beinahe jedem Halbschwergewicht in der UFC gefährlich werden, seine einzige große Schwäche ist aber Cummins Stärke: Der Amerikaner ist ein dekorierter Ringer, Teixeira dagegen hatte in dieser Disziplin keinen Stich gegen Jones und Davis.

Auf der anderen Seite hat Cummins in seiner noch jungen Karriere zwei Mal durch Knockout verloren, die Strategien scheinen also klar zu sein: Cummins beste Chance besteht darin, seinen Gegner auf der Matte und im Clinch zu kontrollieren, Teixeira dagegen wird aller Voraussicht nach den K.o. suchen.

Auf dem Spiel steht für beide einiges: Cummins (aktuell Nr. 9 auf der offiziellen Rangliste) könnte mit einem Sieg zum ersten Mal in die Top 5 einsteigen, Teixeira (Nr. 4) dagegen will einen wichtigen Schritt auf dem Weg zurück zum Titelkampf hinter sich bringen.

Restlicher Event
Geht man das Programm einer handelsüblichen UFC Fight Night durch, läuft das meist so ab: Die Protagonisten des Haupt- und Co-Hauptkampfes sind bekannt, darunter schleichen sich schon erste unbekannte Gesichter ein und in den ersten Vorkämpfen muss man beinahe jeden Namen nachschlagen.

Das ist bei UFC Sao Paulo anders: Selbst im Vorprogramm verstecken sich eine ganze Reihe vielversprechender Duelle, noch bevor auf dem Hauptprogramm Top-Talente wie Thomas „Thominhas“ Almeida (19-0) oder Action-Kämpfer wie Fabio „Hillbilly Steel“ Maldonado (22-8) ihre Auftritte haben.

Neben Veteranen wie Gleison Tibau (33-11) und Clay „The Carpenter“ Guida (32-15), die in Sao Paulo auf Abel „Killa“ Trujillo (12-6) bzw. Thiago Tavares (19-6-1) treffen werden, bekommen am Samstag vor allem aufstrebende Talente die Chance, mit imposanten Siegen auf sich aufmerksam zu machen.

So werden im Leichtgewicht BJJ-Experte Yan Cabral (12-1) und der seit elf Kämpfen ungeschlagene Johnny „Hollywood“ Case (21-4) aufeinandertreffen, nachdem im Federgewicht zwischen K.o.-Spezialist Edimilson „Kevin“ Souza (15-3) und Chas „The Scrapper“ Skelly (14-1) die Fäuste geflogen sind.


Anbei das gesamte Programm im Überblick:

UFC Fight Night 77: Belfort vs. Henderson 3
Samstag, 7. November 2015
Ginásio do Ibirapuera in Sao Paulo, Brasilien

Hauptprogramm (UFC Fight Pass)
Vitor Belfort vs. Dan Henderson
Glover Teixeira vs. Patrick Cummins
Thomas Almeida vs. Anthony Birchak
Alex Oliveira vs. Piotr Hallmann
Gilbert Burns vs. Rashid Magomedov
Fabio Maldonado vs. Corey Anderson

Vorprogramm Teil 2 (UFC Fight Pass)
Gleison Tibau vs. Abel Trujillo
Yan Cabral vs. Johnny Case
Clay Guida vs. Thiago Tavares
Kevin Souza vs. Chas Skelly

Vorprogramm Teil 1 (UFC Fight Pass)
Viscardi Andrade vs. Gasan Umalatov
Pedro Munhoz vs. Jimmie Rivera
Bruno Rodrigues vs. Matheus Nicolau Pereira