Vorberichte

UFC Belem: Kann Lyoto Machida noch mithalten? Eryk Anders will es herausfinden

Veteran vs. Newcomer: Lyoto Machida trifft auf Eryk Anders (Foto: UFC).

Zum ersten Mal in diesem Jahr ist die UFC am kommenden Wochenende in Brasilien zu Gast, und dort zum ersten Mal überhaupt im Norden des Landes. Wer eignete sich da besser für den Hauptkampf als Lyoto Machida, der dort aufgewachsen ist? Vor heimischer Kulisse steht „Der Drache“ jedoch mit dem Rücken zur Wand: Nach Dopingsperre und K.o.-Niederlagen muss gegen Newcomer Eryk Anders ein Sieg her. Außerdem mit von der Partie sind Namen wie Valentina Shevchenko, Thiago Santos und Tim Means.

Das Hauptprogramm von UFC Belem wird in Deutschland als Teil des Black Pass (3,99 Euro monatlich) von ran Fighting sowie vom UFC Fight Pass übertragen, der ab 5,99 Euro monatlich auf ufc.tv erhältlich ist. Das Vorprogramm zeigt ausschließlich der Fight Pass.

Anbei die Startzeiten:
Vorprogramm Teil 1 (UFC Fight Pass): Sonntag, 4. Februar, 1:30 Uhr
Vorprogramm Teil 2 (UFC Fight Pass): Sonntag, 4. Februar, 2 Uhr
Hauptprogramm (UFC Fight Pass/ran Fighting): Sonntag, 4. Februar, 4 Uhr

Hauptkampf: Lyoto Machida vs. Eryk Anders

Zum ersten Mal in einer langen UFC-Karriere bekommt Lyoto „The Dragon“ Machida (22-8) an diesem Wochenende ein Heimspiel. In Brasilien hat der ehemalige Champion im Halbschwergewicht, der jetzt in Kaliornien lebt, zwar bereits im Octagon gestanden, am Samstag aber wird eben jenes zum ersten Mal in Belem in im Norden des Landes aufgebaut, wo Machida lange gelebt hat.

Vor heimischer Kulisse steht „Der Drache“ jedoch unter immensem Erfolgsdruck. Zuletzt lief es weniger als gut für Machida, der 2015 zunächst harte, vorzeitige Niederlagen gegen Luke Rockhold und Yoel Romero einsteckte, dann einen positiven Dopingtest ablieferte, gesperrt wurde und in seinem Comeback vergangenen Oktober von Derek Brunson ausgeknockt wurde.

Mit 39 Jahren muss Machida nun zeigen, dass mit ihm noch immer auf hohem Niveau zu rechnen ist. Eine weitere Niederlage würde die Rufe nach der Rente nur noch lauter werden lassen und ihn obendrein wohl endgültig unerreichbar weit von einer Chance auf den Titel wegrutschen lassen.

Machida wird Zuhause auf Eryk „Ya Boi“ Anders (10-0) treffen. Der 30-Jährige ist insofern ein unüblicher Gegner für Machida, als er erst im vergangenen Sommer in der UFC debütierte. Zwei Siege später, darunter ein K.o. gegen Rafael Natal, steht der ehemalige LFA-Mitttelgewichtschampion im Hauptkampf gegen einen ehemaligen UFC-Champion, der bisher meist Gegner vor den Fäusten hatte, die ähnlich UFC-erfahren waren wie er selbst.

Das wird Anders nicht abschrecken, der mit sechs Knockouts auf dem Konto versuchen wird, Machida die dritte K.o.-Niederlage in Folge beizubringen. Der UFC-Neuling hat in Belem nichts zu verlieren, aber jede Menge zu gewinnen. Machida ist trotz Dopingsperre und Niederlagen noch immer auf Platz 13 der offiziellen Rangliste gesetzt. Kann Anders ihn besiegen, womöglich sogar vorzeitig, würde das nach sieben Monaten in der UFC den Einzug in die Rankings bedeuten. Kein schlechter Karrierestart.

Die restlichen Kämpfe von UFC Belem

Eigentlich hätte John Dodson im Co-Hauptkampf der UFC Fight Night Nummer 125 auf Pedro Munhoz treffen sollen, das Bantamgewichtsduell wurde jedoch abgesagt, nachdem Munhoz sein Gewicht um fast zwei Kilo verfehlte.

Das UFC-Debüt in Belem ist trotzdem nicht schlecht besetzt. So wird auf dem Hauptprogramm Valentina „Bullet“ Shevchenko (14-3) ihr Debüt im Fliegengewicht geben, nachdem sie zuletzt haarscharf an Bantamgewichts-Championess Amanda Nunes scheiterte. Die talentierte Thaiboxerin wird dazu einen ungewöhnlichen Spagat hinlegen: Vom Titelkampf direkt zum Duell mit einer Debütantin.

Priscila „Pedrita“ Cachoeira (8-0) war bisher nur in der brasilianischen Szene unterwegs, ist dort aber ungeschlagen geblieben und hat vier Knockouts geholt. Allerdings können nur drei ihrer acht Gegnerinnen eine positive Bilanz vorweisen, eines ihrer K.o.-Opfer steht mittlerweile bei 0-6. Ob das die richtige Vorbereitung auf ein Kaliber von Abrissbirne wie Shevchenko ist, bleibt abzuwarten.

Ebenfalls auf dem Hauptprogramm dürfte es in einem vielversprechenden Kampf im Mittelgewicht knallen. Thiago „Marreta“ Santos (16-5) ist bekannt für schnelle Kicks und harte Fäuste, die gerne in Knockouts enden. 2017 schickte der Brasilianer Jack Marshman, Gerald Meerschaert und Jack Hermansson auf die Bretter.

Das wird Anthony Lionheart“ Smith (28-12) nicht sonderlich beeindrucken. Der 29-jährige Strikeforce-Veteran gewinnt zwar nicht jeden Kampf und ist sogar schon einmal aus der UFC geflogen, stellt sich aber seit jeher jeder noch so harten Herausforderung und hat nicht zuletzt dank dieser Mentalität im vergangenen Jahr Knockouts gegen Andrew Sanchez und Hector Lombard geholt.

Für Action sollte auch auf dem Vorprogramm gesorgt sein, wenn beispielsweise mit Alan „Nuguette“ Patrick (14-1) und Damir „The Bosnian Bomber“ Hadzovic (11-3) zwei aggressive Standkampfliebhaber im Leichtgewicht aufeinandertreffen oder im Weltergewicht mit Sérgio „The Panther“ Moraes (12-3-1) und Tim „The Dirty Bird“ Means (27-9-1(1)) ein klassisches Grappler-Striker-Duell steigt.


Anbei das gesamte Programm im Überblick:

UFC Fight Night 125: Machida vs. Anders
Samstag, 3. Februar 2018
Arena Guilherme Paraense in Belem, Brasilien

Hauptprogramm (UFC Fight Pass/ran Fighting)
Lyoto Machida vs. Eryk Anders
Valentina Shevchenko vs. Priscila Cachoeira
Michel Prazeres vs. Desmond Green
Timothy Johnson vs. Marcelo Golm
Douglas Silva de Andrade vs. Marlon Vera
Thiago Santos vs. Anthony Smith

Vorprogramm Teil 2 (UFC Fight Pass)
Sérgio Moraes vs. Tim Means
Alan Patrick vs. Damir Hadzovic
Maia Stevenson vs. Polyana Viana
Iuri Alcantara vs. Joe Soto

Vorprogramm Teil 1 (UFC Fight Pass)
Deiveson Figueiredo vs. Joseph Morales