Vorberichte

UFC Austin: Stoppt Cerrone gegen Medeiros den freien Fall?

Für eine seltene Sonntags-Show ist die UFC an diesem Wochenende in Texas zu Gast. Donald Cerrone braucht im Hauptkampf dringend einen Sieg gegen Yancy Medeiros, nachdem Derrick Lewis vor heimischem Publikum versucht hat, gegen den Polen Marcin Tybura seinen neunten Knockout in der UFC zu holen. Auch der unkaputtbare Veteran Thiago Alves ist mit von der Partie, nachdem er zuletzt arg von Niederlagen, Verletzungen und Wirbelstürmen ausgebremst wurde.

Das Hauptprogramm von UFC Austin wird in Deutschland als Teil des Black Pass (3,99 Euro monatlich) von ran Fighting sowie vom UFC Fight Pass übertragen, der ab 5,99 Euro monatlich auf ufc.tv erhältlich ist. Das Vorprogramm zeigt ausschließlich der Fight Pass.

Anbei die Startzeiten:
Vorprogramm Teil 1 (UFC Fight Pass): Montag, 19. Februar, 0 Uhr
Vorprogramm Teil 2 (UFC Fight Pass): Montag, 19. Februar, 1 Uhr
Hauptprogramm (UFC Fight Pass/ran Fighting): Montag, 19. Februar, 3 Uhr

Hauptkampf: Donald Cerrone vs. Yancy Medeiros

Wenn Donald „Cowboy“ Cerrone (32-10-0(1)) etwas tut, dann richtig. Das gilt fürs Biertrinken ebenso wie fürs Bullenreiten oder Wakeboarden. Und, im Guten wie im Schlechten, auch fürs Kämpfen. Statt mit kleinen Krisen zu langweilen, lieferte der „Cowboy“ daher zuletzt gleich drei Niederlagen am Stück ab. Es ist das erste Mal, dass er mehrere Kämpfe hintereinander verloren hat. Steht er deswegen unter Erfolgsdruck? Natürlich nicht.

Cerrone ist einer der beliebtesten Kämpfer der UFC, und das liegt nicht nur an seinen in Sieg und Niederlage spektakulären Kämpfen. Cerrone ist ein amerikanisches Original – laut, selbstbewusst, patriotisch. Um die öffentliche Meinung zu seinen Niederlagen gegen Jorge Masvidal, Robbie Lawler und Darren Till schert der 34-Jährige sich daher einen Dreck – er will gewinnen, weil er gewinnen will. Entsprechend wird der gelernte Thaiboxer sich auch im Falle einer Niederlage gegen Yancy „Frisson“ Medeiros (15-4-0(1)) nicht um seinen UFC-Vertrag sorgen müssen. Ein Cowboy hört auf, wenn er aufhören will.

Medeiros dagegen ist an einem völlig anderen Punkt seiner Karriere. Der Hawaiianer hatte einen wackligen Start in der UFC, zuletzt legte der Trainingspartner von Federgewichtschampion Max Holloway aber einen spektakulären Lauf hin. Vorzeitige Siege gegen Sean Spencer und Erick Silva wurden im Dezember gekrönt mit einem Kandidaten für den Kampf des Jahres, als er bei UFC 218 Alex „Cowboy“ Oliveira nach zweieinhalb wilden Runden ausknockte.

Nun bekommt er den originalen Cowboy der UFC vor die Fäuste. Bezwingt er auch Cerrone, könnte die nähere Zukunft ein Top-Ten-Ranking für ihn bereithalten. Für Cerrone geht es um nicht mehr und nicht weniger als seine Relevanz an der Spitze. Zumindest die auf dem Papier. Für den Großteil der UFC-Fans dürfte er auch mit einem Dutzend Niederlagen am Stück relevant bleiben.

 

Co-Hauptkampf: Derrick Lewis vs. Marcin Tybura

Derrick „The Black Beast“ Lewis (18-5-0(1)) ist der Road Warrior der UFC. In Kroatien, Kanada, Neuseeland und quer durch die USA stand der Texaner bereits im Octagon. In dieser Woche ist er innerhalb von zwei Stunden mit dem Auto zum Kämpferhotel gefahren. In Austin wird „The Black Beast“ am Sonntag auf Marcin „Tybur“ Tybura (16-3) treffen.

Auch für das polnische Schwergewicht war der Weg zum Kampf nicht allzu weit. Tybura bereitet sich seit letztem Jahr im Team von Greg Jackson und Mike Winkeljohn in New Mexico auf seine Kämpfe vor. Der erste Auftritt unter neuer Fuchtel war zwar nicht von Erfolg gekrönt, allerdings hatte Tybura im November in Sydney auch mit einem kurzfristigen Gegnerwechsel zu kämpfen – vom 1,78-Standspezialisten Mark Hunt zum 1,93-Meter-Mann und Grappling-Ass Fabricio Werdum.

Die einstimmige Punktniederlage sollte den 32-Jährigen allerdings nicht allzu weit zurückwerfen. Tybura zeigte eine beherzte Leistung gegen den Ex-Champion und kann mittlerweile auf drei UFC-Siege zurückblicken, unter anderem gegen Andrei Arlovski.

Der größte Skalp seiner UFC-Karriere wäre trotzdem Derrick Lewis. Der ehemals unter George Foreman trainierende Boxer, der nach einer dreieinhalbjährigen Haftstrafe zum MMA fand, machte sich seit seinem UFC-Debüt 2014 mit jeder Menge Knockouts einen Namen. Unter anderem Gabriel Gonzaga und Travis Browne gingen unter seinen Hieben auf die Bretter.

Zuletzt steckte Lewis zwar seinerseits einen technischen Knockout gegen Mark Hunt ein, trotzdem bleibt der mit trockenem Humor wie mit harten Fäusten ausgestattete Texaner ein Publikumsliebling – und vor allem ein harter Gegner, auch auf hohem Niveau. Aktuell auf Rang sieben gelistet, muss Lewis seinen Hackordnungs-Platz gegen die Nummer neun verteidigen. Angesichts genau eines Kampfes, der in Lewis‘ UFC-Karriere über die volle Distanz ging, dürfte das eine spektakuläre Angelegenheit werden.

 

Die restlichen Kämpfe von UFC Austin:

Die Stippvisite der UFC in Texas bringt den einen oder anderen vielversprechenden Kampf mit in den Lone Star State. So werden auf dem Hauptprogramm im Leichtgewicht James „The Texecutioner“ Vick (12-1) und Francisco „Massaranduba“ Trinaldo (22-5) aufeinandertreffen. Vick war vor dreieinhalb Jahren zuletzt im Frank Erwin Center zu sehen, als er mehrere Niederschläge überstand und nach drei Runden knapp gegen Nick Hein gewann. Seitdem musste der 1,91-Meter-Mann sich lediglich Beneil Dariush geschlagen geben, dem gegenüber stehen vorzeitige Siege u.a. gegen Jake Matthews, Abel Trujillo und Joseph Duffy.

Trinaldo ist ebenfalls noch immer auf der Erfolgsspur unterwegs, im Alter von 39 Jahren eine reife Leistung. Mit Siegen u.a. gegen Paul Felder, Chad Laprise und Yancy Medeiros hat sich der Brasilianer als harter Gegner für jedes Leichtgewicht der UFC etabliert. Physisch stark, Power in den Fäusten, erfahren: James Vick hat Zuhause einen harten Test vor sich.

Ebenfalls mit auf dem Programm – und ebenfalls im Leichtgewicht – steht Thiago „Pitbull“ Alves (22-11). Der Brasilianer ist mittlerweile einer der langjährigsten Veteranen der UFC, seit 2005 steigt der Thaiboxer ins Octagon. Zuletzt war die Karriere des K.o.-Spezialisten, der 2009 bei UFC 100 Georges St. Pierre um den Weltergewichtstitel herausforderte, allerdings von Frust geprägt. Verletzungen, Niederlagen und ein Wirbelsturm, der die Anreise zu seinem letzten geplanten Kampf verhinderte, sorgten dafür, dass er seit Anfang 2015 nur einen Sieg in drei Kämpfen vorweisen kann.

Am Wochenende wird er auf den UFC-Debütanten Curtis „Curtious“ Millender (14-3) treffen, einen Bellator- und Legacy-FC-Veteranen, der zuletzt sechs Kämpfe in Folge gewann, die aktuellsten zwei via Headkick. Seinen ersten MMA-Kampf bestritt Millender im Februar 2013. Zu diesem Zeitpunkt hatte Alves bereits 17 UFC-Kämpfe in seiner Bilanz.

Anbei das gesamte Programm im Überblick:

UFC Fight Night 126: Cerrone vs. Medeiros
Sonntag, 18. Februar 2018
Frank Erwin Center in Austin, Texas, USA

Hauptprogramm (UFC Fight Pass/ran Fighting)
Donald Cerrone vs. Yancy Medeiros
Derrick Lewis vs. Marcin Tybura
James Vick vs. Francisco Trinaldo
Thiago Alves vs. Curtis Millender
Steven Peterson vs. Brandon Davis
Sage Northcutt vs. Thibault Gouti

Vorprogramm Teil 2 (UFC Fight Pass)
Jared Gordon vs. Carlos Diego Ferreira
Brian Camozzi vs. Geoffrey Neal
Roberto Sanchez vs. Joby Sanchez
Sarah Moras vs. Lucie Pudilová

Vorprogramm Teil 1 (UFC Fight Pass)
Alex Borono vs. Josh Burkman
Oskar Piechota vs. Tim Williams