Vorberichte

UFC 248: Wird Yoel Romero zum Stolperstein für den größten Star der UFC?

Am kommenden Wochenende steht eine der am stärksten besetzten UFC-Veranstaltungen des Jahres an. Angeführt wird der Kampfabend vom ungeschlagenen Mittelgewichtsweltmeister Israel Adesanya, der sein Gold gegen den Ausnahmeringer Yoel Romero verteidigen wird. Zuvor steht ein zweiter Titelkampf auf dem Programm. Nach ihrem spektakulären K.o.-Sieg über Jessica Andrade will Weili Zhang gegen die langjährige Championesse Joanna Jedrzejczyk erstmals ihren Gürtel im Strohgewicht verteidigen. Mit Mark Madsen und Rodolfo Vieira sind zudem zwei ungeschlagene Weltklasse-Bodenkämpfer mit von der Partie.

Das Vorprogramm von UFC 248 wird auf dem UFC Fight Pass übertragen, der ab 5,99 Euro monatlich auf ufc.tv erhältlich ist. Das anschließende Hauptprogramm wird auf DAZN gezeigt. Ein Abo kostet dort monatlich 11,99 Euro mit monatlicher Kündigungsmöglichkeit oder 119 Euro im Jahr. Der erste Monat ist gratis. Für UFC-Events fallen keine weiteren Kosten an.

Anbei die Startzeiten: 
Vorprogramm Teil 1 (ufc.tv): Sonntag, 8. März, 00:15 Uhr
Vorprogramm Teil 2 (ufc.tv): Sonntag, 8. März, 02:00 Uhr
Hauptprogramm (DAZN): Sonntag, 8. März, 04:00 Uhr

Der Main Event: Israel Adesanya vs. Yoel Romero

Nach dem Karriereende von Ronda Rousey und ausgedehnten Auszeiten von Conor McGregor war die UFC in den vergangenen Jahren händeringend auf der Suche nach neuen Stars. Potenzielle Zugpferde wie Paige VanZant und Sage Northcutt stellten sich als sportlich nicht ausreichend heraus, Weltklasseathleten wie Stipe Miocic sorgten hingegen nicht für hohe Zuschauerzahlen.

Dementsprechend große Hoffnungen setzte der Weltmarktführer in Israel Adesanya (18-0). Mit seiner perfekten Bilanz, seinen elitären Fähigkeiten als Weltklassekickboxer und seiner einnehmenden Persönlichkeit schoss der Neuseeländer blitzschnell die Karriereleiter empor und führte bereits in seinem dritten UFC-Kampf eine Fight Night an. Spätestens sein eindrucksvoller Knockout-Triumph über Derek Brunson etablierte Adesanya als potentiellen Herausforderer auf den Gürtel vom damaligen Weltmeister Robert Whittaker.

Bevor es dazu kommen konnte, musste der „Last Stylebender“ noch sein Idol Anderson Silva aus dem Weg räumen. Im ersten Pay-per-View-Hauptkampf seiner Laufbahn lieferte er eine lupenreine Leistung ab und bezwang den langjährigen Weltmeister ungefährdet nach Punkten. Da Whittaker zu diesem Zeitpunkt an einer Verletzung laborierte, führte die UFC kurzerhand einen Interimstitel ein, den Adesanya und Kelvin Gastelum unter sich ausmachen sollten.

Was viele Fans als Pflichtaufgabe für Adesanya ansahen, entwickelte sich schnell zu einer echten Materialschlacht. Gastelum brachte immer wieder harte Hände ins Ziel und hielt überraschenderweise im Stand mit dem Glory-Veteranen mit. Nach 20 extrem harten Minuten musste die Entscheidung in der letzten Runde fallen. In diesen fünf Minuten bewies Adesanya seine Championship-Mentalität. Zweimal schickte er Gastelum zu Boden und verfehlte den vorzeitigen Sieg nur haarscharf. Folgerichtig wurde er von den Punktrichtern zum Sieger und Interims-Weltmeister im Mittelgewicht gekürt.

Seine bis dato stärkste Leistung sollte ein halbes Jahr später folgen. Gegen den regulären Weltmeister Robert Whittaker geriet Adesanya nie in Gefahr und schlug den Australier bereits Ende der ersten Runde zu Boden. Im zweiten Durchgang fand dann eine technische exzellente Kombination ihr Ziel und ließ Whittaker zu Boden gehen, wo der Herausforderer den Sack mühelos zumachte.

Wenige Wochen vorher waren sich Paulo Costa und Yoel Romero (13-4) im Octagon gegenübergestanden, um den nächsten Herausforderer auf den Titel unter sich auszumachen. In einem extrem knappen Kampf, in dessen Verlauf beide Kontrahenten Niederschläge landen konnten, setzte sich Costa nach Punkten durch. Da der Brasilianer sich aber anschließend verletzte, bekommt Romero seine nächste Chance auf das Gold.

Der Kubaner hatte bereits drei Möglichkeiten, den Gürtel an sich zu reißen, scheiterte jedoch jedes Mal haarscharf. Gegen Whittaker setzte es zwei außerordentlich knappe und sogar kontroverse Punktniederlagen, gegen Luke Rockhold verspielte er seine Chance bereits tags zuvor auf der Waage. Obwohl der olympische Silbermedaillengewinner nur einen seiner letzten vier Kämpfe für sich entscheiden konnte, ist immer mit dem Ausnahmeathleten zu rechnen. Interessant zu sehen wird sein, ob der 42-Jährige gegen Adesanya seine ringerischen Fähigkeiten einsetzen wird, worauf er in seinen meisten Kämpfen verzichtet.

Der Co-Main Event: Weili Zhang vs. Joanna Jedrzejczyk

Ähnlich wie Adesanya hat auch Weili Zhang (20-1) einen meteoritenartigen Aufstieg zum Superstar hingelegt. Die Chinesin ist erst seit 2018 Teil des UFC-Kaders und hat bis dato nur vier Kämpfe beim Weltmarktführer vorzuweisen. Nach einem Punktsieg in ihrem Debüt bezwang die 30-Jährige anschließend Jessica Aguilar vorzeitig, bevor sie sich mit einem Punktsieg über Tecia Torres als erste Herausforderin etablierte. Begünstigt wurde diese Stellung sicherlich durch die Tatsache, dass die UFC auf dem chinesischen Markt Fuß fassen wollte und einen ansprechenden Hauptkampf für ihre Veranstaltung in Shenzhen benötigten.

So fand sich Zhang nach drei Auftritten bereits in einem Titelkampf wieder. Eine Chance, die sie zu nutzen wusste. Nach einer halben Minute klingelte sie Jessica Andrade an und nahm die amtierende Weltmeisterin nach nur 42 Sekunden bereits aus dem Kampf – ein Novum in der UFC-Geschichte, da es zuvor keinen einzigen chinesischen UFC-Champion gegeben hatte.

Da es der Championesse im Fliegengewicht, Valentina Shevchenko, derzeit akut an Herausforderinnen mangelt, wurden bereits Stimmen laut, die einen Kampf zwischen Shevchenko und Zhang forderten. Bevor es dazu kommen kann, muss „Magnum“ aber erst an Joanna Jedrzejczyk (16-3) vorbei.

Die Polin gilt als bestes Strohgewicht aller Zeiten und hat mit fünf Titelverteidigungen die meisten in dieser Gewichtsklasse vorzuweisen. Zuletzt lief es für die 32-Jährige jedoch suboptimal. Nachdem sie ihren Titel an Rose Namajunas abgeben musste, verlor sie auch den Rückkampf. Anschließend bezwang sie zwar Tecia Torres nach Punkten, musste sich dann aber Valentina Shevchenko deutlich geschlagen geben. Nach einem einstimmigen Punktsieg über Michelle Waterson ist Jedrzejczyk jedoch schon wieder an der Spitze und könnte den Hype-Train Weili Zhang abrupt zum Erliegen bringen.

Das restliche Programm

Zuvor messen sich mit Beneil Dariush (17-4-1) und Drakkar Klose (11-1-1) zwei aufstrebende Leichtgewichte. Beide Kontrahenten kommen mit drei Kämpfe umfassenden Siegesserien nach Las Vegas und wollen ihre Position im Hauptprogramm nutzen, um sich für Top-15-Aufgabe zu empfehlen.

Neben Weili Zhang ist noch ein weiterer Chinese bei UFC 248 im Einsatz. Li Jingliang (17-5) gehört zu den Hoffnungen des Landes und ist mit seiner Knockout-Power immer für einen vorzeitigen Sieg gut. Nach drei Erfolgen in Serie trifft er nun auf den erfahrenen Neil Magny (21-7), der dem „Leech“ den Eintritt in die Top-15 ermöglichen könnte.

Nach zwei Jahren auf der Ersatzbank ist Sean O´Malley (10-0) wieder da. Das ungeschlagene Bantamgewicht musste zuletzt eine Dopingsperre absitzen, nachdem er positiv auf Ostarin getestet wurde. In seinem Comeback trifft er auf Jose Quinones (8-3), der fünf seiner sieben Kämpfe in der UFC für sich entscheiden konnte.

Seinen zweiten UFC-Kampf bestreitet Mark Madsen (9-0). Der Däne ist fünffacher Vize-Weltmeister im griechisch-römischen Ringen und hat eine Silbermedaille von den olympischen Spielen 2016 vorzuweisen. Während seiner MMA-Karriere konnte er jeden seiner neun Kämpfe gewinnen und knockte in seinem UFC-Debüt Danilo Belluardo in nur 72 Sekunden aus. Bei UFC 248 trifft er auf den ehemaligen LFA-Champion Austin Hubbard (11-3).

Kurz zuvor steigt ein weiterer Weltklasse-Grappler ins Octagon. Rodolfo Vieira (6-0) gehört als fünffacher BJJ-Weltmeister zu den besten Grapplern aller Zeiten und schaffte mit sechs vorzeitigen Siegen in ebenso vielen Kämpfen einen reibungslosen Wechsel zu den gemischten Kampfkünsten. In seinem zweiten UFC-Kampf bekommt es der „Black Belt Hunter“ mit dem Russen Saparbeg Safarov (9-2) zu tun.

Anbei das komplette Programm in der Übersicht:

UFC 248
8. März 2020
T-Mobile Arena, Las Vegas, USA

Titelkampf im Mittelgewicht (Dazn)
Israel Adesanya vs. Yoel Romero

Titelkampf im Strohgewicht (Dazn)
Weili Zhang vs. Joanna Jedrzejczyk

Hauptprogramm (Dazn)
Beneil Dariush vs. Drakkar Klose
Neil Magny vs. Li Jingliang
Alex Oliveira vs. Max Griffin

Vorprogramm Teil 2 (ufc.tv)
Sean O’Malley vs. José Alberto Quiñónez
Mark Madsen vs. Austin Hubbard
Rodolfo Vieira vs. Saparbek Safarov
Gerald Meerschaert vs. Deron Winn

Vorprogramm Teil 1 (ufc.tv)
Emily Whitmire vs. Polyana Viana
Jamall Emmers vs. Giga Chikadze
Guido Cannetti vs. Danaa Batgerel