Vorberichte

UFC 245: Drei Titelkämpfe führen Knaller-Event an

Kamaru Usman (li.) und Colby Covington (Foto: ZUFFA LLC)

Wie könnte die UFC ihr Pay-per-View-Jahr besser abschließen als mit drei Titelkämpfen? Das haben sich die Verantwortlichen offensichtlich auch gedacht und eine der besten Veranstaltungen des Jahres auf die Beine gestellt. Im Hauptkampf des Abends kommt es zur ersten Titelverteidigung des frisch gebackenen Champions im Weltergewicht, Kamaru Usman. Der „Nigerian Nightmare“ bekommt es in Las Vegas mit seinem Erzrivalen Colby Covington zu tun. Zuvor trifft Federgewichts-Weltmeister Max Holloway auf den Herausforderer Alexander Volkanovski. Mit Amanda Nunes ist auch die beste Kämpferin der Welt mit von der Partie. Sie verteidigt ihr Gold im Bantamgewicht gegen Germaine de Randamie. Das restliche Programm hat es ebenfalls in sich. So kämpfen unter anderem Marlon Moraes, Jose Aldo, Urijah Faber und Mike Perry.

Das Vorprogramm von UFC 245 wird auf dem UFC Fight Pass übertragen, der ab 5,99 Euro monatlich auf ufc.tv erhältlich ist. Das anschließende Hauptprogramm wird auf DAZN gezeigt. Ein Abo kostet dort monatlich 11,99 Euro mit monatlicher Kündigungsmöglichkeit oder 119 Euro im Jahr. Der erste Monat ist gratis. Für UFC-Events fallen keine weiteren Kosten an.

Anbei die Startzeiten: 
Vorprogramm Teil 1 (ufc.tv): Sonntag, 15. Dezember, 00:30 Uhr
Vorprogramm Teil 2 (ufc.tv/DAZN): Sonntag, 15. Dezember, 02:00 Uhr
Hauptprogramm (DAZN): Sonntag, 15. Dezember, 04:00 Uhr

Der Main Event: Kamaru Usman vs. Colby Covington

Anderthalb Jahre, nachdem sich Colby Covington (15-1) den Interims-Titel im Weltergewicht gesichert hat, bekommt er endlich seine Chance auf den regulären Titel. Dass er so lange darauf warten musste, war (zumindest teilweise) selbstverschuldet. Da er sich kurz nach besagtem Kampf mit Rafael Dos Anjos nicht in der Lage fühlte, gegen den damaligen Weltmeister Tyron Woodley anzutreten, bekam Kamaru Usman (15-1) diese Chance. Covington hingegen blieb auf der Strecke.

Laut UFC lehnte er auch in der Folge Kämpfe ab und legte so eine lange Wettkampfpause ein. Erst im vergangenen August kehrte er gegen Robbie Lawler ins Octagon zurück. Von Ringrost war bei diesem Auftritt trotz der Auszeit nichts zu sehen. Gegen den Ex-Weltmeister präsentierte sich der selbsternannte Lieblingskämpfer von Donald Trump nahezu tadellos. Fünf Runden lang spielte er seine enorme Ausdauer aus brachte Lawler immer wieder zu Boden. Auch im Stand zeigte er sich stark verbessert. Zwar bringt der 31-Jährige auch weiterhin wenig bis keine K.o.-Power mit, sein hohes Volumen setzte Lawler dennoch sichtlich zu.

Eine ähnliche taktische Marschroute dürfte Covington auch gegen Usman verfolgen. Fraglich ist, ob diese gegen den Weltmeister umsetzbar ist. Denn der „Nigerian Nightmare“ ist, im Gegensatz zu Covingtons bisherigen Gegnern, ebenfalls ein Ringer von Weltklasseformat. Dies stellte er nicht zuletzt gegen Tyron Woodley unter Beweis, den er nach Belieben dominierte und sich mit einem einstimmigen Punktsieg das Gold sicherte. Zwar ist auch Usman nicht für seine kickboxerischen Fähigkeiten bekannt, hat jedoch zumindest einen Knockout vorzuweisen. Diesen Vorteil könnte der Weltmeister ausspielen, sollten die beiden Ringer ihre Stärke nicht ausspielen können.

Der Co-Main Event: Max Holloway vs. Alexander Volkanovski

Geht es nach Joe Rogan, ist Max Holloway (21-4) bereits seit langer Zeit das beste Federgewicht aller Zeiten. Schon nachdem sich „Blessed“ gegen Jose Aldo den Titel im Federgewicht sichern konnte, ließ sich der UFC-Kommentator zu dieser gewagten These hinreißen. Blickt man auf die nackten Zahlen, bietet sich ein anderes Bild. Aldo konnte den Gürtel ganze sieben Mal verteidigen, für Holloway geht es nach Siegen über Aldo, Brian Ortega und Frankie Edgar um die vierte Titelverteidigung.  

Zwischendurch wagte Holloway den Sprung ins Leichtgewicht, musste sich in einem Interims-Titelkampf jedoch Dustin Poirier geschlagen geben. Diese Pläne liegen somit vorerst auf Eis und der 28-Jährige kann sich auf seine angestammte Gewichtsklasse konzentrieren. Dort lauern einige hungrige Herausforderer auf ihre Chance gegen den Champion.

Der erste von ihnen ist Alexander Volkanovski (20-1). Der ehemalige Rugbyspieler ist in seiner bisherigen UFC-Karriere noch ungeschlagen und stellte seine Qualität gegen immer bessere Konkurrenz unter Beweis. Nach fünf Siegen bekam der 31-Jährige bereits den ehemaligen Herausforderer Chad Mendes vorgesetzt, den er in beeindruckender Manier technisch K.o. schlug. Anschließend ging es gegen das wohl beste Federgewicht aller Zeiten, Jose Aldo. In einem weitestgehend ausgeglichenen Kampf war „The Great“ der aktivere Kämpfer und fuhr folgerichtig einen einstimmigen Punktsieg ein. Nun will er den letzten Schritt auf seinem Weg machen und sich nur zwei Jahre nach seinem UFC-Debüt den Titel sichern.

Amanda Nunes vs. Germaine de Randamie

Was kann Amanda Nunes (18-4) in ihrer Karriere noch erreichen? Titel im Bantamgewicht? Check! Titel im Federgewicht? Check! Siege über jede ehemalige Weltmeisterin im Bantamgewicht? Check!

Nunes hat bereits jede Kämpferin besiegt, die im MMA Rang und Namen hat. Für Ronda Rousey und Cris Cyborg benötigte sie jeweils nicht mal eine Minute. Miesha Tate klopfte in einem Rear-Naked-Choke ab, Holly Holm ging nach einem Head Kick zu Boden. Auch die Championesse im Fliegengewicht, Valentina Shevchenko, besiegte sie bereits. Zwei Mal.

Nun kann die „Lioness“ ihre Erfolge nur noch wiederholen. Gegen die Herausforderin Germaine de Randamie (9-3) siegte sie bereits im Jahr 2013, in der ersten Runde durch T.K.o. Seitdem hat sich jedoch bei beiden Kämpferinnen so einiges getan. Nunes stieg zur besten Kämpferin aller Zeiten auf und auch de Randamie feierte einige Erfolge.

So sicherte sich die Niederländerin mit zwei Siegen im Bantamgewicht einen Titelkampf im Federgewicht, den sie umstritten gegen Holly Holm gewann. Da sich die „Iron Lady“ anschließend weigerte, gegen Cris Cyborg anzutreten, nahm die UFC ihr den Titel wieder ab und de Randamie kehrte ins Bantamgewicht zurück. Dort besiegte sie Raquel Pennington nach Punkten und schlug zuletzt Aspen Ladd in nur 16 Sekunden T.K.o. Nun bekommt sie ihre nächste Chance auf einen UFC-Gürtel.

Das weitere Programm

Zuvor wird Jose Aldo (28-5) erstmals im Bantamgewicht antreten. Der langjährige Weltmeister im Federgewicht musste zuletzt eine Punktniederlage gegen Alexander Volkanovski einstecken und wagt nun den Sprung in die 135-Pfund-Klasse. Dort steigt er sofort ins Titelrennen ein. Sein Kontrahent Marlon Moraes (22-6-1) unterlag zuletzt Henry Cejudo in einem Titelkampf, nachdem er zuvor vier Kämpfe in Folge gewinnen konnte. Ein Sieg über Aldo könnte bereits den nächsten Titelkampf bedeuten.

Ein weiterer Kampf im Bantamgewicht komplementiert das Hauptprogramm. Nach seinem Comeback, in dem Urijah Faber (35-10) seinen Gegner Ricky Simon in nur 46 Sekunden aus dem Kampf nahm, bestreitet „The California Kid“ seinen nächsten Auftritt. Diesmal geht es gegen Petr Yan (13-1). Der Russe könnte schon in absehbarer Zeit um den Titel kämpfen und geht als klarer Favorit in das Aufeinandertreffen mit Faber.

Im Vorprogramm will sich Geoff Neal (12-2) für höhere Aufgaben empfehlen. „Handz of Steel“ peilt gegen Mike Perry (13-5) den siebten Sieg in Folge an. „Platinum“ hingegen will sich von einer Niederlage gegen Vicente Luque erholen.

Anbei das komplette Programm in der Übersicht:

UFC 245
15. Dezember 2019
T-Mobile Arena, Las Vegas, USA

Titelkampf im Weltergewicht
Kamaru Usman vs. Colby Covington

Titelkampf im Federgewicht
Max Holloway vs. Alexander Volkanovski

Titelkampf im Bantamgewicht
Amanda Nunes vs. Germaine de Randamie

Jose Aldo vs. Marlon Moraes
Urijah Faber vs. Petr Yan

Vorprogramm Teil 2
Mike Perry vs. Geoff Neal
Irene Aldana vs. Ketlen Vieira
Omari Akhmedov vs. Ian Heinisch
Matt Brown vs. Ben Saunders

Vorprogramm Teil 1
Chase Hooper vs. Daniel Teymur
Kai Kara-France vs. Brandon Moreno
Jessica Eye vs. Viviane Araujo
Oskar Piechota vs. Punahele Soriano