Vorberichte

UFC 244: Masvidal und Diaz machen den „BMF“ unter sich aus

Wer ist der „Baddest Motherf*cker“ in der Welt des MMA? Diese Frage soll im Hauptkampf von UFC 244 endlich geklärt werden. Nach einer kurzen Schrecksekunde steht dem Aufeinandertreffen der Anwärter Jorge Masvidal und Nate Diaz nun nichts mehr im Weg, der große Tag kann kommen. Bevor der extra angefertigte „BMF“-Gürtel auf dem Spiel stehen wird, gibt Darren Till sein lange erwartetes Debüt im Mittelgewicht. Für den „Gorilla“ geht es dabei gegen den Ex-Herausforderer Kelvin Gastelum. Auch das weitere Programm ist mit Kämpfern wie Stephen Thompson, Kevin Lee, Corey Anderson oder Johnny Walker exzellent besetzt und verspricht einen mehr als hochklassigen Kampfabend.

Das Vorprogramm von UFC 244 wird auf dem UFC Fight Pass übertragen, der ab 5,99 Euro monatlich auf ufc.tv erhältlich ist. Das anschließende Hauptprogramm wird auf DAZN gezeigt. Ein Abo kostet dort monatlich 11,99 Euro mit monatlicher Kündigungsmöglichkeit oder 119 Euro im Jahr. Der erste Monat ist gratis. Für UFC-Events fallen keine weiteren Kosten an.

Anbei die Startzeiten: 
Vorprogramm Teil 1 (ufc.tv): Samstag, 02. November, 23:30 Uhr
Vorprogramm Teil 2 (ufc.tv/DAZN): Sonntag, 03. November, 01:00 Uhr
Hauptprogramm (DAZN): Sonntag, 03. November, 03:00 Uhr

Der Main Event: Jorge Masvidal vs. Nate Diaz

Wer hätte noch vor wenigen Jahre gedacht, dass einer der größten MMA-Events des Jahres einmal von Jorge Masvidal (34-13) und Nate Diaz (20-11) angeführt werden würde? Beide Kämpfer gehörten zwar schon immer zu den Lieblingen der eingefleischten Fans, die großen Stars des Sports waren jedoch andere. Das alles sollte sich jedoch in den nächsten Jahren ändern.

Den Anfang dieser Entwicklung machte Nate Diaz. Damals nur als kleiner Bruder von Nick Diaz bekannt, machte ihn der erste Kampf mit Conor McGregor zum absoluten Superstar. Obwohl er den Rückkampf knapp verlor, war Diaz im Mainstream angekommen und unter anderem bei Late-Night-Host Jimmy Kimmel zu Gast.

An seinem Ansehen konnte auch eine dreijährige Pause nichts ändern. Im Gegenteil: Die riesige Vorfreude auf seine Rückkehr mündete in einem dominanten Sieg über Ex-Weltmeister Anthony Pettis. So beeindruckend der Sieg auch war, war er doch nur das Vorspiel zur anschließenden Herausforderung an Jorge Masvidal, den einzigen weiteren Gangster im MMA-Sport.

Masvidal hatte diesen Kampf seinerseits mit zwei überraschenden Triumphen möglich gemacht. Erst knockte er den deutlich stärker eingeschätzten Darren Till aus, dann folgte gegen Ben Askren der schnellste Knockout in der Geschichte der UFC.

Nun steht ein Kampf der Superlative zwischen den alten Lieblingen der Hardcores und neuen Lieblingen der Casuals an. Madison Square Garden. Donald Trump im Publikum. „The Rock“ übergibt den „BMF“-Gürtel. UFC 244 kann kommen.

Der Co-Main Event: Kelvin Gastelum vs. Darren Till

Schwere Weight-Cuts stehen im MMA-Sport auf der Tagesordnung. Oft schleppen sich Kämpfer völlig entkräftet auf die Waage, nur um am nächsten Tag einen kleinen Gewichtsvorteil gegenüber ihres Kontrahenten zu haben.

„Perfektioniert“ wurde diese Praxis von Darren Till (17-2-1). Der Brite trieb das Gewichtmachen dermaßen auf die Spitze, dass sich vor seinen Kämpfen niemand fragte, wie er denn im Octagon auftreten würde, sondern nur, ob er wieder einmal das Gewichtslimit von 77kg verpassen würde.

Diese Farce hat nun glücklicherweise ein Ende. Im Co-Hauptkampf von UFC 244 tritt der „Gorilla“ erstmals im Mittelgewicht an. Eine lange überfällige Entscheidung, besonders beim Blick auf seine vergangenen zwei Kämpfe, die er beide vorzeitig verloren hatte.

Empfangen wird Till von einem weiteren ehemaligen Weltergewicht, Kelvin Gastelum (16-4). Auch er hatte in seiner angestammten Gewichtsklasse mehrmals das Limit verfehlt und wurde schließlich zum Schritt ins Mittelgewicht gezwungen.

Dort konnte der 28-Jährige fünf seiner nächsten sechs Kämpfe gewinnen und verdiente sich mit Siegen über Michael Bisping und Ronaldo „Jacare“ Souza einen Titelkampf. Zwar unterlag er dabei dem amtierenden Weltmeister Israel Adesanya, der spannende Kampfverlauf macht jedoch Lust auf mehr. Mit einem Sieg über Till wäre Gastelum wohl schon wieder in der Verlosung um eine weitere Chance auf das Gold.

Das weitere Programm

Obwohl die UFC erstmals bei einem Event im Madison Square Garden auf einen Titelkampf verzichtet, ist das Programm qualitativ kaum zu übertreffen. Jeder Kampf erzählt seine eigene, spannende Geschichte. So auch das Aufeinandertreffen von Stephen Thompson (14-4-1) und Vicente Luque (17-6-1). Thompson nimmt die Rolle des Veteranen ein, der schon mehrmals um den Titel kämpfen durfte und seit Jahren zur Weltspitze gehört. Luque hingegen ist ein aufstrebender Kämpfer mit spektakulärem Kampfstil, der nach sechs Siegen in Folge seinen ersten namhaften Gegner vorgesetzt bekommt.

Mit von der Partie sind auch zwei Leichtgewichte, die (zumindest stilistisch) eine realistische Chance gegen den Weltmeister Khabib Nurmagomedov haben könnten. Sowohl Kevin Lee (17-5) als auch Gregor Gillespie (13-0) sind vorzügliche Ringer, die auf der Matte Submissions anbringen können. Für Lee geht es in diesem Kampf darum, nach zwei Niederlagen nicht in die Bedeutungslosigkeit abzurutschen. Gillespie hingegen könnte seine makellose Bilanz validieren und sich in die Top-10 der Gewichtsklasse vorarbeiten.

Bereits im Vorprogramm könnte es darum gehen, wer als nächstes gegen LHW-Champion Jon Jones ins Octagon steigen darf. Bei Corey Anderson (12-4) könnte man diesen Anspruch zwar mit seinen Siegen über Patrick Cummins, Glover Teixeira und Ilir Latifi rechtfertigen, sein Kampfstil ist jedoch alles andere als zuschauerfreundlich. Ganz anders stellt sich das bei seinem Gegner Johnny Walker (17-3) dar. Der Brasilianer hat den wohl aufregendsten Kampfstil der UFC und eine Art von Athletik, die man sonst nur von Leichtgewichten kennt. Fehlt nur ein Sieg über einen Top-5-Gegner. Den kann er sich bei UFC 244 holen.

Kaum eine Gewichtsklasse ist in der UFC so dicht besetzt wie das Federgewicht. Zwei Kämpfer, die nach UFC 244 aus dieser Masse herausstechen könnten, sind Shane Burgos (12-1) und Makwan Amirkhani (15-3). Beide haben die Qualität, in absehbarer Zeit um den Titel zu kämpfen. Dementsprechend groß ist der Stolperstein, der ihnen nun im Weg liegt.

Ein weiteres vielversprechendes Talent ist Edmen Shahbazyan (10-0). Der Schützling von Edmond Tarverdyan ist noch ungeschlagen und konnte sein Potenzial bereits in drei UFC-Kämpfen andeuten. Nun wartet mit Brad Tavares (17-5) der nächste Test auf den 22-Jährigen.

Anbei das komplette Programm in der Übersicht:

UFC 244
2. November 2019
Madison Square Garden, New York City, USA

Hauptprogramm (Dazn)
Jorge Masvidal vs. Nate Diaz
Kelvin Gastelum vs. Darren Till
Vicente Luque vs. Stephen Thompson
Blagoy Ivanov vs. Derrick Lewis
Kevin Lee vs. Gregor Gillespie

Vorprogramm Teil 2 (ufc.tv)
Corey Anderson vs. Johnny Walker
Makwan Amirkhani vs. Shane Burgos
Edmen Shahbazyan vs. Brad Tavares
Andrei Arlovski vs. Jairzinho Rozenstruik

Vorprogramm Teil 1 (ufc.tv)
Katlyn Chookagian vs. Jennifer Maia
Lyman Good vs. Chance Rencountre
Julio Arce vs. Hakeem Dawodu