Vorberichte

UFC 242: Der Beste aller Zeiten?

UFC 242: Nurmagomedov vs. Poirier

27-0. Eine Bilanz, mit der viele Boxer noch weit entfernt von der Chance auf einen Weltmeistertitel sind. Im MMA hingegen ist eine solche Serie mehr als ungewöhnlich. Dies gilt im Besonderen, wenn elf dieser Kämpfe in der UFC stattfinden. Nicht zuletzt aufgrund seiner beeindruckenden Bilanz zählt Khabib Nurmagomedov zu den gewichtsübergreifend besten Kämpfern der Welt. In Abu Dhabi erwartet ihn mit Interim-Champion Dustin Poirier ein echter Härtetest. Zuvor kommt es zum Rückkampf zwischen Edson Barboza und Paul Felder. Das weitere Programm ist mit Kämpfern wie Islam Makhachev, Mairbek Taisumov und dem UFC-Debüt von Ottman Azaitar ebenfalls stark besetzt.

Das Vorprogramm von UFC 241 wird auf dem UFC Fight Pass übertragen, der ab 5,99 Euro monatlich auf ufc.tv erhältlich ist. Das Vorprogramm ab 18 Uhr und das anschließende Hauptprogramm werden auf DAZN gezeigt. Ein Abo kostet dort monatlich 11,99 Euro mit monatlicher Kündigungsmöglichkeit oder 119 Euro im Jahr. Der erste Monat ist gratis. Für UFC-Events fallen keine weiteren Kosten an.

Anbei die Startzeiten: 
Vorprogramm Teil 1 (ufc.tv): Samstag, 07. September, 16:00 Uhr
Vorprogramm Teil 2 (ufc.tv/DAZN): Samstag, 07. September, 18:00 Uhr
Hauptprogramm (DAZN): Samstag, 07. September, 20:00 Uhr

Der Main Event: Khabib Nurmagomedov vs. Dustin Poirier

Es war der mit Abstand größte Sieg in der Karriere des Khabib Nurmagomedov (27-0). Im Hauptkampf von UFC 229 ließ er den ehemaligen Weltmeister Conor McGregor in einem Rear-Naked-Choke abklopfen und validierte damit seinen eigenen Titel, den er zuvor gegen Al Iaquinta gewonnen hatte. So beeindruckend seine Leistung war, so unschön waren auch die Szenen, die sich im Anschluss an den Kampf abspielten. Nurmagomedov kletterte aus dem Octagon und attackierte einen Trainingspartner McGregors, der ihn zuvor beleidigt haben soll. Auch innerhalb des Käfigs kam es zu Ausschreitungen, als das Team des Russen auf seinen Kontrahenten los ging.

Es folgten Suspendierungen, das Zurückhalten des Gehalts sowie Drohungen seitens Nurmagomedov, die UFC verlassen zu wollen. Dies ist nun jedoch alles ausgestanden. Fast ein Jahr nach seinem letzten Kampf steigt „The Eagle“ im Rahmen von UFC 242 wieder ins Octagon.

Mit Dustin Poirier (25-5) erwartet ihn ein mehr als würdiger Herausforderer. Obwohl der „Diamond“ mit 30 Jahren das beste Kämpfer-Alter gerade erst erreicht, hat er schon zehn Jahre als Profi hinter sich. In dieser Zeit erlebte er alles, was man als MMA-Kämpfer erleben kann. Nach zwei Gefechten in der WEC wurde er von der UFC übernommen und schaffte in seinem Debüt gleich eine riesige Überraschung gegen Josh Grispi, den er nach Punkten bezwang. Nach drei weiteren Siegen, unter anderem gegen Max Holloway, endete sein Lauf gegen den „Korean Zombie“ Chan Sung Jung.

Anschließend kämpfte er sich erneut an die Spitze des Federgewichts, nur um kurz vor einem Titelkampf von Conor McGregor gestoppt zu werden. Die logische Konsequenz: der Wechsel ins Leichtgewicht. Dort entfaltet Poirier seitdem sein komplettes Potenzial und gewann ganze zehn seiner elf Kämpfe.

Nachdem ihm zuvor vorgeworfen wurde, in großen Momenten stets den Kürzeren zu ziehen, legte er diesen Ruf mit einem T.K.o.-Sieg über Ex-Weltmeister Anthony Pettis ab. Auch Justin Gaethje und Eddie Alvarez fielen Poirier zum Opfer. Die Krönung seiner Reise folgte bei UFC 236. Erneut besiegte er Max Holloway, was mit dem Interim-Titel im Leichtgewicht belohnt wurde. Sollte er diesen Gürtel nun mit dem von Nurmagomedov vereinen können, würde er zu den besten Leichtgewichten aller Zeiten zählen.

Der Co-Main Event: Paul Felder vs. Edson Barboza

Betrachtet man das Programm von UFC 242, fällt einem schnell ein Muster auf. Die Fightcard ist mit zahlreichen Muslimen ganz auf die Gastgeberstadt Abu Dhabi abgestimmt. Ein Kampf fällt jedoch komplett aus der Reihe: Paul Felder (16-4) gegen Edson Barboza (20-7).

Das Publikum sollte er dennoch begeistern. Beide Kämpfer sind versiert im Stand und bearbeiten ihre Kontrahenten gerne mit Tritten. Besonders Barboza ist für seine Legkicks gefürchtet. Die Qualität dieser Ansetzung konnte man schon einmal bestaunen. Vor vier Jahren standen sich die beiden Kämpfer zum ersten Mal gegenüber und lieferten einen sehr unterhaltsamen Kampf ab.

Damals war Barboza eine Nummer zu groß für Felder und punktete den „Irish Dragon“ klar aus. Der US-Amerikaner hat sich jedoch stetig weiterentwickelt und konnte vier seiner letzten fünf Kämpfe siegreich gestalten. Zuletzt besiegte er James Vick und schob sich damit in die Top-10 des Leichtgewichts. Der nächste Schritt in Richtung Top-5 soll gegen Barboza folgen, der sich wiederum von einer K.o.-Niederlage gegen Justin Gaethje erholen will.

Das restliche Programm

Ein weiteres Top-Duell im Leichtgewicht tragen Islam Makhachev (17-1) und Davi Ramos (10-2) aus. Makhachev gilt als legitimer Nachfolger seines Trainingspartners Khabib Nurmagomedov und untermauerte diese Stellung zuletzt mit fünf Siegen in Folge. Trotz seines Könnens blieben dem 27-Jährigen bisher Kämpfe gegen große Namen verwehrt. Dies ändert sich auch bei UFC 242 nicht. Mit Davi Ramos wird ihm ein relativ unbekannter Athlet vorgesetzt, der jedoch brandgefährlich sein kann. Als ADCC-Sieger gehört der Brasilianer zu den besten Grapplern der Welt. Das musste auch Nick Hein feststellen, den Ramos in der ersten Runde abklopfen ließ. Seitdem feierte der 32-Jährige noch zwei weitere Erfolge und klopft nun an die Tür der Top-15 an.

Auch im Schwergewicht werden die Fäuste fliegen. Mit Curtis Blaydes (11-2) und Shamil Abdurakhimov (20-4) treffen zwei Kämpfer aufeinander, die sich mit einem Sieg im schwach besetzten Schwergewicht schnell in den Top-5 wiederfinden könnten.

Eröffnet wird das Hauptprogramm von Mairbek Taisumov (27-5). Der Wahl-Österreicher kommt mit einer sechs Siege umfassenden Serie nach Abu Dhabi. Dennoch hat der 31-Jährige im Leichtgewicht einen schweren Stand, ein Top-15-Gegner wurde ihm bisher noch nicht vorgesetzt. Das bleibt auch in Abu Dhabi so. Dort bekommt es „Beckan“ mit Diego Ferreira (15-2) zu tun, der zuletzt Rustam Khabilov auspunkten konnte.

Den letzten Kampf des Vorprogramms bestreiten Joanne Calderwood (13-4) und Andrea Lee (11-2). „KGB“ bringt sieben Siege in Folge mit nach Abu Dhabi und will nach ihrem Sieg über Calderwood die Weltmeisterin Valentina Shevchenko entthronen.

Ebenfalls im Vorprogramm wird Ottman Azaitar (11-0) sein heiß erwartetes UFC-Debüt feiern. Nachdem er mit einem T.K.o.-Sieg über Alejandro Martinez den Titel von Brave CF an sich reißen konnte und anschließend Danijel Kokora in nur 32 Sekunden ausknockte, heuerte er beim Weltmarktführer an. In Abu Dhabi trifft der „Bulldozer“ auf Teemu Packalen (8-2), der nach zwei Jahren Auszeit den zweiten UFC-Sieg im vierten Kampf anpeilt.

Anbei das komplette Programm in der Übersicht:

UFC 242
7. September 2019
du Arena in Abu Dhabi, Vereinigte Arabische Emirate

Titelkampf im Leichtgewicht (Dazn)
Khabib Nurmagomedov vs. Dustin Poirier

Hauptprogramm (Dazn)
Edson Barboza vs. Paul Felder
Islam Makhachev vs. Davi Ramos
Curtis Blaydes vs. Shamil Abdurakhimov
Mairbek Taisumov vs. Carlos Diego Ferreira

Vorprogramm Teil 2 (ufc.tv)
Joanne Calderwood vs. Andrea Lee
Zubaira Tukhugov vs. Lerone Murphy
Liana Jojua vs. Sarah Moras
Ottman Azaitar vs. Teemu Packalén

Vorprogramm Teil 1 (ufc.tv)
Belal Muhammad vs. Takashi Sato
Nordine Taleb vs. Muslim Salikhov
Omari Akhmedov vs. Zak Cummings
Don Madge vs. Fares Ziam