Vorberichte

UFC 198: Werdum, Belfort, Jacare, Maia, Cyborg - Brasiliens Elite in Aktion

Wer wird Curitiba am Sonntag als Champion verlassen? (Foto: Tobias Bunnenberg).

Zum vierten Mal wird die UFC an diesem Wochenende in einem Stadion veranstalten – in die Arena de Baixada in Curitiba, Brasilien passen ganze 45.000 Zuschauer, und die Tickets für den Mega-Event sind innerhalb kurzer Zeit vollständig über die Theke gegangen. Nicht verwunderlich, denn für die Stadion-Show hat die UFC buchstäblich ihre schweren Geschütze aufgefahren: Mit Fabricio Werdums Titelverteidigung im Schwergewicht gegen Stipe Miocic, dem Brasi-Duell zwischen Vitor Belfort und „Jacare“ Souza sowie Auftritten von Demian Maia, „Shogun“ Rua und Rogerio Nogueira ist UFC 198 bestens besetzt.

Das Hauptprogramm von UFC 198 wird in Deutschland von ran Fighting gezeigt und kostet einmalig 14,99 Euro. Das Vorprogramm wird auf dem UFC Fight Pass übertragen, der ab 5,99 Euro monatlich auf ufc.tv erhältlich ist.

Anbei die Startzeiten:
Vorprogramm Teil 1 (UFC Fight Pass): Sonntag, 15. Mai, 0:30 Uhr
Vorprogramm Teil 2 (UFC Fight Pass): Sonntag, 15. Mai, 2 Uhr
Hauptprogramm (ran Fighting): Sonntag, 15. Mai, 4 Uhr

Hauptkampf: Fabricio Werdum (c) vs. Stipe Miocic

An diesem Wochenende wird in Curitiba der Titel des gefährlichsten Mannes der Welt ausgefochten. Der Spitzname für den Champion im Schwergewicht mag ursprünglich auf Mike Tysons Schneise der Verwüstung in den Boxringen dieser Welt zurückgehen, aber wer Weltmeister der schweren Jungs der UFC ist, der ist mit einiger Sicherheit ebenfalls aus ziemlich bruchfestem Holz geschnitzt.

Fabrício „Vai Cavalo“ Werdum (20-5-1) mag dabei eher wie der nette Familienvater von nebenan aussehen, aktuell aber steht der 38-jährige Brasilianer ganz oben in der Hierarchie der ganz harten, ganz schweren Jungs.

Nachdem sein erster Anlauf in der UFC 2009 mit einer krachenden K.o.-Niederlage gegen den damals noch völlig unbekannten Junior dos Santos endete, kehrte Werdum 2013 ins Octagon zurück und ist dort aktuell in sechs Kämpfen ungeschlagen – eine Serie, die letztes Jahr mit dem Gewinn des Schwergewichtsgürtels ihren vorläufigen Höhepunkt fand.

Die Liste seiner Gegner liest sich dabei wie ein Who’s Who der Gewichtsklasse. Weder Roy Nelson, noch Rodrigo Nogueira, Travis Browne, Mark Hunt oder Cain Velasquez haben es in den letzten drei Jahren geschafft, den unscheinbaren Grimassenschneider zur Strecke zu bringen.

Am Wochenende wird Stipe Miocic (14-2) seine Gelegenheit bekommen, ein ehemaliger Golden Glory-Boxer aus Ohio, der sich in der UFC seit 2011 einen Namen gemacht hat. Mit Siegen gegen Namen wie Roy Nelson, Gabriel Gonzaga und Fabio Maldonado hat Miocic sich in Titelnähe vorgearbeitet und sich seine Chance auf das Gold anschließend mit Knockouts gegen Mark Hunt und Andrei Arlovski gesichert.

Verdient hat Miocic sich den Titelkampf also, trotzdem hat das Glück ihm dabei ein wenig in die Karten gespielt: Eigentlich hätte Werdum bereits im Februar auf den Mann treffen sollen, dem er den Titel vergangenen Sommer abgenommen hat, Ex-Champion Cain Velasquez verletzte sich aber und wurde für UFC 198 von Miocic ersetzt.

Gegen eben jenen muss Werdum nun beweisen, dass er tatsächlich der gefährlichste Mann der Welt ist, denn, wie heißt es so schön: Man ist erst ein echter Champion, wenn man seinen Titel verteidigt hat. Keine leichte Aufgabe an diesem Wochenende.

Co-Hauptkampf: Ronaldo Souza vs. Vitor Belfort

In Brasilien gegen einen Brasilianer zu kämpfen, ist nicht einfach, denn ihre Sympathien äußern die einheimischen Fans schon mal gerne durch Rufe wie "Du wirst sterben" - in einem zigtausend Kehlen starken Chor durchaus eine bedrohliche Atmosphäre für denjenigen, auf den die Flüche auf dem Weg zum Octagon niederregnen.

Was aber, wenn eine brasilianische Legende gegen die andere antritt - in Brasilien? Die Antwort werden wir an diesem Wochenende bekommen, wenn Ronaldo „Jacare“ Souza (22-4-0(1)) in Curitiba auf Vitor „The Phenom“ Belfort (25-11) trifft.

Dass Belfort diesen Abend überhaupt noch als aktiver Kämpfer erlebt, grenzt schon an ein kleines Wunder. Der mitterweile 39-Jährige ist seit 1997 dabei, seine ersten beiden Siege im Octagon holte er sich bei UFC 12 in einer einzigen Nacht. Sinnbildlich genug, um die Dauer einer Karriere zu beschreiben, die Belfort von der UFC über Pride und Cage Rage zu Strikeforce, Affliction und zurück zur UFC geführt hat.

Nach drei erfolglosen Titelkämpfen, Dopingkontroversen und jeder Menge knallharter Knockouts ist Belfort dabei noch lange nicht fertig – zumindest, wenn man ihn fragt. Mit einem K.o.-Sieg gegen Dan Henderson hat „The Phenom“ sich im November nach einer Titelniederlage gegen Chris Weidman wieder auf Spur gebracht, jetzt soll mit einem Sieg gegen „Jacare“ der nächste Streich folgen.

Souza indes will sich bei UFC 198 seinen eigenen Titelkampf sichern, nachdem fünf Siege in der UFC ihn an den Rand eines solchen gebracht haben.

Eine extrem knappe Punktniederlage gegen Yoel Romero im Dezember schien diesem Vorhaben zunächst einen Riegel vorgeschoben zu haben, Romero allerdings lieferte später einen positiven Dopingtest ab. Und da über die Punktentscheidung ohnehin stark diskutiert wurde, könnte ein Sieg gegen Ex-Champion Belfort seinen Landsmann tatsächlich in Griffweite eines Duells gegen denjenigen bringen, der bei UFC 199 den Rückkampf zwischen Luke Rockhold und Chris Weidman gewinnt.   

Die weiteren Kämpfe von UFC 198

Auch nach der kurzfristigen Absage Anderson Silvas kann sich das Programm von UFC 198 noch sehen lassen.

Allein auf dem Hauptprogramm sind sämtliche Kämpfe sehenswert – von Cristiane „Cyborg“ Justinos (15-1-0(1)) langerwartetem UFC-Debüt gegen Leslie „The Peacemaker“ Smith (8-6-1) über Maurício „Shogun“ Ruas (23-10) Kampf gegen Corey „Beastin 25/8“ Anderson (8-1) bis hin zum Duell zwischen Sage Northcutt-Bezwinger Bryan „Bam Bam“ Barberena (11-3) und Top-Talent Warlley „Slingshot“ Alves (10-0).

Und auch auf dem Vorprogramm versteckt sich der ein oder andere Kampf, den man nicht verpassen sollte. Allen voran natürlich das Weltergewichtsduell zwischen Demian Maia (22-6) und Matt „The Immortal“ Brown (20-13).

Zwei langjährige UFC-Veteranen, die zu Beginn ihrer Karrieren mal mehr, mal weniger Erfolg hatten, mittlerweile aber zur Elite in ihrer Gewichtsklasse gehören und sich mit einem Sieg am Samstag für einen Titelkampf empfehlen könnnten. Zusätzlich ist das Duell stilistisch ein Traum: Weltklasse-Grappler Maia wird mit Brown einem der aggressivsten Standkämpfer der UFC gegenüberstehen.

Action verspricht außerdem das Bantamgewichtsduell zwischen John „Hands of Stone“ Lineker (26-7) und Rob Font (12-1). Lineker galt dank seiner massiven K.o.-Power lange als Gefahr auf Demetrious Johnsons Thron im Fliegengewicht, verpasste aber regelmäßig das 56-Kilo-Limit und wurde schließlich ins Bantamgewicht versetzt.

Dort hat Lineker zuletzt Francisco Rivera besiegt, während Font in bisher zwei UFC-Kämpfen mit Knockouts gegen George Roop und Joey Gomez überzeugen konnte.


Anbei das gesamte Programm im Überblick:

UFC 198: Werdum vs. Miocic
Samstag, 14. Mai 2016
Arena de Baixada in Curitiba, Brasilien

Titelkampf im Schwergewicht (ran Fighting)
Fabricio Werdum (c) vs. Stipe Miocic

Hauptprogramm (ran Fighting)
Ronaldo Souza vs. Vitor Belfort
Cris Cyborg vs. Leslie Smith
Maurício Rua vs. Corey Anderson
Warlley Alves vs. Bryan Barberena

Vorprogramm Teil 2 (UFC Fight Pass)
Demian Maia vs. Matt Brown
Thiago Santos vs. Nate Marquardt
Francisco Trinaldo vs. Yancy Medeiros
John Lineker vs. Rob Font

Vorprogramm Teil 1 (UFC Fight Pass)
Antonio Rogério Nogueira vs. Patrick Cummins
Sérgio Moraes vs. Luan Chagas
Renato Moicano vs. Zubaira Tukhugov