Vorberichte

UFC 194: Der Event des Jahres mit Aldo, McGregor, Weidman, Rockhold

Was lange währt, wird endlich gut? Wollen wir es hoffen (Foto: Zuffa LLC).

Der Countdown ist fast vorbei. Beinahe ein Jahr lang ist dieser Kampf jetzt in der Mache, und zwischenzeitlich sah es nicht so aus, als würde er noch stattfinden. Jetzt scheint es trotz allem so weit zu sein: José Aldo und Conor McGregor werden, wenn nichts Unvorhergesehenes dazwischenkommt, in der Nacht von Samstag auf Sonntag wirklich zusammen im Octagon stehen. Unterstützt von Namen wie Chris Weidman, Luke Rockhold, Jacare Souza und Gunnar Nelson bilden sie eines der spektakulärsten Events der jüngeren UFC-Geschichte.

Das Hauptprogramm von UFC 194 wird in Deutschland von ranFIGHTING übertragen.
Das Vorprogramm wird auf dem UFC Fight Pass gezeigt, der ab 5,99 Euro monatlich auf ufc.tv erhältlich ist.

Anbei die Startzeiten:
Vorprogramm Teil 1 (UFC Fight Pass): Sonntag, 13. Dezember, 0:30 Uhr
Vorprogramm Teil 2 (UFC Fight Pass): Sonntag, 13. Dezember, 2 Uhr
Hauptprogramm (ranFIGHTING): Sonntag, 13. Dezember, 4 Uhr

Hauptkampf

No risk, no fun – als im Juli Chad Mendes als neuer Gegner für Conor McGregor angekündigt wurde, schien Schluss mit Lustig zu sein für die grün-weiß-orange Dauer-Party. Immerhin hatte der großmäulige Ire noch nie einen starken Ringer vor die Fäuste bekommen, so die Meinung eines Großteils der MMA-Fangemeinde.

Dass McGregor trotzdem gewann, braucht man wohl nicht mehr zu erwähnen. Und obwohl er gegen Mendes über weite Strecken nicht besonders gut aussah, hat das der Erwartung für den Kampf gegen Aldo keinen Abbruch getan – im Gegenteil, das Blockbuster-Duell ist ein halbes Jahr später nach dem ursprünglichen Termin heißer als je zuvor.

Aldo stand zum letzten Mal im Oktober 2014 im Octagon – an jenem Abend besiegte er Chad Mendes zum zweiten Mal – und musste die McGregor-Show seitdem wegen der schicksalhaften Rippenverletzung aus dem Abseits beobachten.

Die unaufhörlichen Provokationen und Beleidigungen McGregors schienen den sonst so gemäßigten Brasilianer regelmäßig aus der Haut fahren zu lassen – zwar hat sich die Spannung durch die lange Pause seit UFC 189 scheinbar ein wenig gelegt, dieser Eindruck wird aber wohl im Laufe der Woche widerlegt werden, wenn die beiden bei Pressekonferenzen, öffentlichen Trainings und beim Wiegen wieder aufeinander losgelassen werden.

Fototermine und Fragestunden aber sind trotz allem nur Füllmaterial im Vorfeld des Hammer-Duells – in der Nacht von Samstag auf Sonntag wird sich eine der am heißesten diskutierten Storylines der jüngeren UFC-Geschichte endlich auflösen: Ist Conor McGregor so gut, wie er selbst und seine Fans behaupten? Kann José Aldo seine zerstörerischen Lowkicks auch gegen den Rechtsausleger McGregor anbringen? Und kann er die linke Bombe des Iren aushalten? Oder wird seine Erfahrung und technische Brillanz am Ende doch schlicht zu viel sein für den selbsterklärten König des Federgewichts?

Wie auch immer die Antworten auf diese Fragen lauten: Die Wartezeit ist vorbei, in wenigen Tagen erfahren wir, was dran war an den Millionen, die uns diesen Kampf als den größten aller Zeiten verkaufen wollten.

Co-Hauptkampf

Ist dieses Duell der beste Co-Hauptkampf, den die UFC je angesetzt hat? Ansichtssache, aber allzu weit ist diese Behauptung so oder so nicht hergeholt. Das Faszinierende am Kampf zwischen Chris „The All American“ Weidman (13-0) und Luke Rockhold (14-2): Champion und Herausforderer sind nicht nur zwei der besten Mittelgewichte der Welt, sie stehen auch beide gerade auf ihrem Zenit – einen besseren Zeitpunkt für diesen Kampf kann es kaum geben, und das ist selten.   

Wenn es um Weidman und Rockhold geht, dann wird nicht wie bei vielen anderen über ihre Schwächen diskutiert, sondern über die Art und Weise, wie sie ihre Gegner demolieren. Und das nicht ohne Grund: Beide haben es über Jahre geschafft, ihre Gegner nicht nur zu besiegen, sondern jeden Zuschauer wissen zu lassen, dass sie eine Klasse über ihren geschlagenen Kontrahenten stehen. Ein besseres Kompliment kann man einem Kämpfer kaum machen.

Bei aller Kritik an verwässerten Events, die die UFC mittlerweile bietet: Dieser Kampf steht für genau das, was die Liga eigentlich immer bieten sollte – Duelle zwischen den besten Kämpfern der Welt. Weidman hat mit Anderson Silva (2x), Lyoto Machida und Vitor Belfort einen nicht unerheblichen Teil der ersten Liga brasilianischer MMA-Legenden besiegt, Rockhold dagegen seit seinem missglückten UFC-Debüt gegen Belfort eine lange Reihe solider Kämpfer wie Amateure aussehen lassen, darunter Machida und Michael Bisping.

Ob der Beach Boy aus Kalifornien bereit ist für das Ringen, die K.o.-Power und den schieren Willen des New Yorker Champions? Oder hat Rockhold Recht, und Weidman ist lediglich ein Produkt günstigen Timings und wird gegen den ersten voll im Saft stehenden Gegner einbrechen? Einmal mehr: Die Diskussionen sind beinahe vorbei, an diesem Wochenende bekommen wir Antworten.

Restlicher Event

UFC 194 ist der größte Event des Jahres, sofern die MMA-Götter dem ganzen Spaß nicht noch in letzter Sekunde mit einer Verletzung oder einem Sauna-Ausrutscher einen fetten Strich durch die Rechnung machen. Falls bis Samstag alles glatt geht, dann sind allein die drei restlichen Kämpfe auf dem Hauptprogramm ein Muss für Fans.

Im Mittelgewicht wird sich zwischen Ronaldo „Jacare“ Souza (22-3) und Yoel „Soldier of God“ Romero (10-1) aller Voraussicht nach der nächste Titelherausforderer manifestieren. Gunnar „Gunni“ Nelson (14-1-1) und Demian Maia (21-6) sind die wohl besten Grappler im UFC-Weltergewicht und werden an diesem Wochenende zusammen in einen Käfig gesteckt. Eröffnet wird die Show im Federgewicht mit einem Knaller zwischen dem erfahrenen K.o.-Schläger Jeremy „Lil Heathen“ Stephens (24-11) und dem hawaiianischen Jungspund Max „Blessed“ Holloway (14-3). Das gesamte Hauptprogramm treibt sich in der Top 15 der jeweiligen Gewichtsklasse herum und jeder der fünf Kämpfe hat in der einen oder anderen Weise Bedeutung für das Titelgeschehen im Feder, Welter oder Mittelgewicht.

Auf dem Vorprogramm werden außerdem Namen wie Urijah „The California Kid“ Faber (32-8) und Tecia „The Tiny Tornado“ Torres (6-0) in Aktion sein, die gegen Frankie Saenz (11-2) bzw. Jocelyn Jones-Lybarger (6-1) antreten werden.

Darüber hinaus kehrt mit Court „The Crusher“ McGee (16-4) eine der beeindruckendsten, personifizierten Comeback-Geschichten der UFC in den Käfig zurück – der Mann aus Utah ist vor Jahren nach einer Heroin-Überdosis gestorben, konnte von den Ärzten im letzten Moment zurückgeholt werden, gewann dann 2010 die 11. „The Ultimate Fighter“-Staffel und war die letzten zwei Jahre über durchgehend verletzt. Am Samstag kehrt er zurück und wird die Show im ersten Kampf des Abends gegen den Brasilianer Marcio Alexandre Jr. (11-2) eröffnen.


Anbei das gesamte Programm im Überblick:

UFC 194: Aldo vs. McGregor
Samstag, 12. Dezember 2015
MGM Grand Garden Arena, Las Vegas, Nevada, USA


Hauptprogramm (ranFIGHTING)
José Aldo (c) vs. Conor McGregor (ic)
Chris Weidman (c) vs. Luke Rockhold
Ronaldo Souza vs. Yoel Romero
Demian Maia vs. Gunnar Nelson
Jeremy Stephens vs. Max Holloway

Vorprogramm Teil 2 (UFC Fight Pass)
Urijah Faber vs. Frankie Saenz
Tecia Torres vs. Jocelyn Jones-Lybarger
Warlley Alves vs. Colby Covington
Leonardo Santos vs. Kevin Lee

Vorprogramm Teil 1 (UFC Fight Pass)
Joe Proctor vs. Magomed Mustafaev
John Makdessi vs. Yancy Medeiros
Court McGee vs. Márcio Alexandre Jr.