Vorberichte

UFC 189: Die Show des Jahres am Samstagabend

Die Stars von UFC 189 (Foto: Zuffa LLC).

Die Zahlen deuten es schon an: Über sieben Millionen US-Dollar Ticketeinnahmen, vermutlich zig hunderttausende Pay-per-View-Verkäufe. UFC 189 ist die Show des Jahres, und das vor allem dank eines einzigen Kämpfers: Was auch immer man vom irischen Großmaul Conor McGregor halten mag, er generiert Aufmerksamkeit wie kein zweiter. Obwohl Federgewichtschampion José Aldo verletzungsbedingt ausgefallen ist, wurde in Form von Chad Mendes adäquater Ersatz gefunden. Neben den rivalisierenden Federgewichten steht ein Titelkampf im Weltergewicht zwischen Robbie Lawler und Rory MacDonald auf dem Programm, außerdem bekannte Namen wie Gunnar Nelson, Brad Pickett oder Matt Brown.

UFC 189 kann in Deutschland über den UFC Fight Pass verfolgt werden, der ab 5,99 Euro monatlich auf ufc.tv erhältlich ist. Während das Vorprogramm für Abonnenten gratis gezeigt wird, kostet das Hauptprogramm noch einmal einmalig 15,99 Euro (SD) beziehungsweise 17,99 Euro (HD).

Anbei die Startzeiten:

Vorprogramm Teil 1 (UFC Fight Pass): Sonntag, 12. Juli, 1 Uhr
Vorprogramm Teil 2 (UFC Fight Pass): Sonntag, 12. Juli, 2 Uhr
Hauptprogramm (ufc.tv): Sonntag, 12. Juli, 4 Uhr

Hauptkampf
Wenn es in den letzten Jahren einen Kampf gab, der nicht ausfallen durfte, dann dieser: Noch nie hatte die UFC so viel Geld in die Hand genommen, um einen Kampf über Monate hinweg zu promoten. Und dann, zwei Wochen vor dem großen Abend, bricht sich Federgewichtschampion José Aldo im Training eine Rippe und es scheint fraglich, ob Conor „The Notorious“ McGregor (17-2) überhaupt in der MGM Grand Garden Arena ins Octagon steigen würde. Eine PR-Katastrophe, immerhin wollten sich gerüchteweise weit über zweitausend Iren auf den Weg nach Nevada machen, um ihr Idol live sehen zu können. Die Show musste also weitergehen, und deshalb hat man kurzerhand Aldo durch Chad „Money“ Mendes (17-2) ersetzt und einen Interims-Titelkampf ins Leben gerufen – ungewöhnlich für eine Situation, in der der Champion lediglich wenige Monate ausfällt.

Jetzt werden McGregor und Mendes also um den Übergangs-Titel kämpfen, und diese Ansetzung könnte für Fans und Feinde des großmäuligen Iren gleichermaßen sogar der interessantere Kampf sein. Seit McGregor in der UFC für Furore sorgt, beschweren sich seine Skeptiker darüber, dass er ausschließlich gegen Standspezialisten angesetzt wurde, gegen die McGregor dank seines variablen Schlag- und Tritt-Arsenals und immenser Schlagkraft stets brillant ausgesehen hat. Mit Mendes bekommt er nun einen gelernten Ringer vor die Fäuste, und einen mit ordentlich Dampf in den Fäusten dazu. Während McGregor mit Kämpfen wie Diego Brandao, Dustin Poirier und zuletzt Dennis Siver eher Gegner aus dem Mittelfeld vor sich hatte, hat Mendes in Siegen gegen Kämpfer wie Ricardo Lamas und Cub Swanson bewiesen, dass er gegen Top-Kämpfer gewinnen kann. Erst im letzten Oktober ist er darüber hinaus mit Aldo in einem so spektakulären wie knappen Kampf über die Runden gegangen. Mit anderen Worten, er hat sich an der Spitze bewiesen – etwas, das McGregor noch tun muss. Aber egal, ob „Notorious“ am Wochenende seinen großen Worten ebenso große Taten folgen lassen kann oder nicht, die Schockwellen, die das Ergebnis vermutlich durch die MMA-Welt senden wird, sollte man sich nicht entgehen lassen…

Co-Hauptkampf
Nach den Leitlinien der UFC hätte eigentlich dieser Kampf an der Spitze des Programms stehen müssen, immerhin werden Robbie „Ruthless“ Lawler (25-10-0(1)) und Rory „Red King“ MacDonald (18-2) zwei Gewichtsklassen über den beiden Federgewichten um den Weltergewichtstitel antreten. Normalerweise bekommen die schwereren Kämpfer stets den Vorzug – wenn nicht gerade jemand wie Conor McGregor die Show stiehlt.

Tatsächlich fliegt der Rückkampf zwischen Lawler und MacDonald angesichts des Hauptkampfes ein gutes Stück unter dem Radar – hier stehen sich zwei der erfolgreichsten Weltergewichte gegenüber, die die UFC momentan unter Vertrag hat und deren erneutes Duell sich lange angebahnt hat. Robbie Lawler hatte man noch vor wenigen Jahren bereits völlig abgeschrieben – nach nur drei Siegen in acht Kämpfen bei Strikeforce schien er zum alten Eisen zu gehören, als er Anfang 2013 nach dem Strikeforce-Aufkauf der UFC ins Octagon zurückkehrte. Knockout-Siege gegen Josh Koscheck und Bobby Voelker ließen die ersten Fans aufhorchen, seinen endgültigen Durchbruch zurück an die Spitze hatte Lawler aber schließlich bei UFC 167 im November 2013 gegen eben jenen Mann, dem er jetzt wieder gegenübersteht – beim 20-jährigen Jubiläumsevent der UFC schlug er Rory MacDonald in einem ereignisreichen Kampf knapp nach Punkten und sicherte sich so einen Titelkampf gegen Johny Hendricks. Zwar verlor er im ersten Versuch knapp nach Punkten, weitere Siege gegen Jake Ellenberger und Matt Brown allerdings brachten ihm eine zweite Chance ein, die Lawler im vergangenen Dezember zu einem Punktsieg nutzte – jetzt steht der 33-Jährige tatsächlich mit dem Gürtel um die Hüfte an der Spitze der hart umkämpften Weltergewichtsklasse.

In seiner ersten Titelverteidigung wird ihm gleich ein harter Test gegenüberstehen – MacDonald konnte nach der Niederlage bei UFC 167 gleichermaßen überzeugen. Dominante Punktsiege gegen Demian Maia und Tyron Woodley sowie ein technischer Knockout in seinem letzten Kampf gegen Tarec Saffiedine haben dem Top-Talent nach fünf Jahren in der UFC endlich den langersehnten Titelkampf eingebracht. Für MacDonalds Karriere hätte ein Sieg am Samstag eine ganz besondere Bedeutung: Lange war Teamkollege und Mentor Georges St-Pierre unumstrittener Champion in der 77-Kilo-Klasse, währenddessen stand MacDonald stets in dessen Schatten. Nachdem St-Pierre den Gürtel Ende 2013 vakantierte, bekommt nun sein Protege die Chance, den Gürtel zurück ins Montrealer Tristar Gym zu holen.

Restlicher Event
Auch der Rest von UFC 189 kann sich durchaus sehen lassen. Allein das restliche Hauptprogramm ist durchgehend sehenswert – von Action-Kämpfern wie Brad „One Punch“ Pickett (24-10), der mit dem brasilianischen Senkrechtstarter Thomas „Thominhas“ Almeida (19-0) eine hammerharte Aufgabe vor sich hat, zu aufstrebenden Talenten wie Gunnar „Gunni“ Nelson (13-1-1) und Brandon „Rukus“ Thatch (11-2), die im Weltergewicht aufeinandertreffen werden, ist an diesem Wochenende alles dabei.

Auf dem Vorprogramm verstecken sich ebenfalls einige bekannte Gesichter, so wird beispielsweise Matt „The Immortal“ Brown (19-13) auf Tim „Dirty Bird“ Means (24-6-1) treffen - beide sind für ausufernde Schlachten im Stand bekannt. Während Means nach vier Siegen in Folge endlich einen bekannten Namen auf sein Resümee setzen will, braucht Brown nach zwei aufeinanderfolgenden Niederlagen unbedingt einen Sieg – fehlende Motivation dürfte also kein Problem sein.

Ebenfalls immer für einen spektakulären Kampf gut sind John „Doomsday“ Howard (22-11), Cody „No Love“ Garbrandt (6-0) und Neil „2Tap“ Seery (15-10), die in Vegas auf Cathal Pendred (17-2-1), Enrique „Henry Bure“ Briones (16-4-1) beziehungsweise Louis Smolka (8-1) treffen werden.


Anbei das gesamte Programm:

UFC 189: Mendes vs. McGregor
Samstag, 11. Juli 2015  
MGM Grand Garden Arena in Las Vegas, Nevada, USA

Interimstitelkampf im Federgewicht (ufc.tv)
Chad Mendes vs. Conor McGregor

Titelkampf im Weltergewicht (ufc.tv)
Robbie Lawler (c) vs. Rory MacDonald

Hauptprogramm (UFC Fight Pass)
Dennis Bermudez vs. Jeremy Stephens
Gunnar Nelson vs. Brandon Thatch
Brad Pickett vs. Thomas Almeida

Vorprogramm (UFC Fight Pass)
Matt Brown vs. Tim Means
Mike Swick vs. Alex Garcia
Cathal Pendred vs. John Howard
Cody Garbrandt vs. Henry Briones

Neil Seery vs. Louis Smolka
Yosdenis Cedeno vs. Cody Pfister