Vorberichte

UFC 188 mit Velasquez, Werdum, Alvarez und Melendez

Zwei Champions im Octagon: Cain Velasquez und Fabricio Werdum (Foto: Zuffa LLC).

Nun kommt die UFC zum zweiten Mal nach Mexiko City. Ganz so stark wie beim ersten Besuch ist das Programm zumindest den Namen nach nicht, nachdem die 21.000 Zuschauer fassende Arena beim letzten Mal aber im Rekordtempo ausverkauft wurde, hat man sich in der UFC-Chefetage wohl gedacht, dass das Comeback von Schwergewichtschampion Cain Velasquez ausreichen dürfte, um diesen Erfolg zu wiederholen. Ganz alleine steht Velasquez dabei allerdings auch nicht – mit Eddie Alvarez, Gilbert Melendez, Kelvin Gastelum und Nate Marquardt sind noch eine handvoll weitere bekannte Gesichter mit von der Partie.

UFC 188 kann in Deutschland über den UFC Fight Pass verfolgt werden, der ab 5,99 Euro monatlich auf ufc.tv erhältlich ist. Während das Vorprogramm für Abonnenten gratis übertragen wird, kostet das Hauptprogramm noch einmal einmalig 15,99 Euro (SD) bzw. 17,99 Euro (HD).

Anbei die Startzeiten:
Vorprogramm Teil 1 (UFC Fight Pass): Sonntag, 14. Juni, 1 Uhr
Vorprogramm Teil 2 (UFC Fight Pass): Sonntag, 14. Juni, 2 Uhr
Hauptprogramm (ufc.tv): Sonntag, 14. Juni, 4 Uhr

Cain Velasquez vs. Fabricio Werdum

Als Schwergewichtschampion Cain Velasquez (13-1) zum letzten Mal im Octagon stand, waren Pay-per-View-Veranstaltungen in Deutschland noch kostenlos verfügbar, der Champion im Weltergewicht hieß Georges St-Pierre und Vitor Belfort trat seine Gegner mit TRT-Unterstützung bewusstlos: Seit Oktober 2013 hat das Schwergewichtsphänomen keinen Käfig mehr von innen gesehen, weil Verletzungen ihn in der Reha und aus dem Gym gehalten haben.

Gleichzeitig ist fehlende Aktivität der einzige Kritikpunkt, den man Velasquez vorwerfen kann. Wenn er erst einmal im Käfig steht, hat ihm bisher kaum jemand etwas anhaben können. Lediglich Junior dos Santos kann einen Sieg gegen Velasquez in dessen erster Titelverteidigung sein Eigen nennen, seitdem hat dieser sich für die Niederlage aber gleich zwei Mal revanchiert. Neben dos Santos hat Velasquez seit seinem Titelgewinn gegen Brock Lesnar im Herbst 2010 lediglich gegen Antonio „Bigfoot“ Silva gekämpft, den er ebenfalls zwei Mal besiegt hat.

Mit Fabricio „Vai Cavalho“ Werdum (19-5-1) hat es in der Zwischenzeit zum ersten Mal ein neues Gesicht geschafft, sich das Recht auf einen Titelkampf zu verdienen. Wobei „neu“ in diesem Fall relativ ist, denn Werdum ist ein langjähriger Veteran des Sports – ein BJJ-Experte, der seinen zweiten Anlauf in der UFC 2012 mit einem dominanten Punktsieg gegen Roy Nelson gestartet hat und sich mit weiteren Siegen gegen Mike Russow, Rodrigo Nogueira und Travis Browne seinen Titelkampf verdiente.

Im Vorfeld von UFC 180 im vergangenen November verletzte sich Velasquez jedoch, weshalb Werdum seinen Status als nächster Herausforderer noch einmal in einem Kampf um den eilig ins Leben gerufenen Interimstitel gegen Mark Hunt verteidigen musste. Das Risiko zahlte sich aus – Werdum musste zwar in der Anfangsphase des Duells einige von Hunts harten Schlägen einstecken, drehte den Kampf aber in der zweiten Runde in einem Sekundenbruchteil um 180 Grad, als er einen Takedown antäuschte und Hunt stattdessen mit einem gesprungenen Kniestoß hart auf die Bretter schickte. Als Interims-Champion wird er nun also doch noch seien Chance gegen Velasquez bekommen.

Gilbert Melendez vs. Eddie Alvarez

Eddie Alvarez (25-4) gegen Gilbert „El Nino“ Melendez (22-4) – schon seit Jahren ist ein Duell dieser beiden Top-Leichtgewichte im Gespräch, die bis vor kurzem allerdings stets in anderen Organisationen unterwegs waren. Während Alvarez über weite Strecken den Gürtel von Bellator MMA hielt, war Melendez bei Strikeforce erfolgreich unterwegs und konnte sich dort den Titel sichern.

Achtzehn Siege bei nur zwei Niederlagen sammelten die beiden seit Anfang 2009 zusammengerechnet an – Alvarez verlor seinen Bellator-Titel zwischenzeitlich an Michael Chandler, konnte ihn im letzten Kampf vor seinem UFC-Debüt aber mittels einer etwas kontroversen Punktentscheidung wieder zurückholen. Im Octagon verlor Alvarez anschließend im vergangenen September nach Punkten gegen Donald Cerrone und musste einige Monate später einen Kampf gegen Ben Henderson absagen. Motivation dürfte nach diesem nicht wirklich planmäßig verlaufenen Start in der UFC also kein Problem für Alvarez sein, den mit Melendez darüber hinaus eine langjährige Rivalität verbindet.

Melendez debütierte im April 2013 als letzter Strikeforce-Leichtgewichtschampion im Octagon und gab eine ultraknappe Punktentscheidung an den damaligen UFC-Champion Ben Henderson ab. Ein Sieg in einem Kandidaten auf den Kampf des Jahres gegen Diego Sanchez und die erste vorzeitige Niederlage seiner Karriere im Titelkampf gegen Anthony Pettis folgten seitdem für Melendez – obwohl ein weiterer Titelkampf damit zunächst in den Hintergrund gerät, könnte „El Nino“ sich mit einem Sieg am Samstag wieder in eine komfortable Position manövrieren.

Bevor die beiden bei der UFC unter Vertrag standen, gab es mehrere Versuche, einen organisationsübergreifenden Super-Fight auf die Beine zu stellen. Aus diesem Vorhaben wurde offensichtlich nichts, dafür findet der Kampf jetzt doch noch statt. Und im Gegensatz zu einigen anderen heiß erwarteten Duellen ist der perfekte Zeitraum für diesen Kampf noch nicht seit Jahren verstrichen. Alvarez und Melendez stehen immer noch voll im Saft und dürften mit ihren aggressiven Kampfstilen für packende Unterhaltung sorgen.

Geheimtipps

Eine der vielen Kampfabsagen der letzten Tage beinhaltet Albert „Einstein“ Tumenovs Duell mit Andrew Todhunter – letzterer musste seinen Gewichtscut jedoch aus medizinischen Gründen abbrechen. Der russische Standkampf-Experte Tumenov hat sich im Laufe eines knappen Jahres mit mehreren krachenden Knockouts einen Namen gemacht, wird nun aber etwas länger auf seinen nächsten Auftritt warten müssen.

Trotzdem gibt es noch andere interessante Kämpfe aus Mexiko City zu sehen: Auf dem Hauptprogramm wird Kelvin Gastelum (10-1) nach seinem Gewichtscut-Debakel und der darauffolgenden geteilten Punktniederlage gegen Tyron Woodley als Mittelgewicht in den Käfig zurückkehren und dabei auf den ehemaligen Strikeforce-Champion Nate „The Great Marquardt (33-14-2) treffen. Für Gastelum, eines der vielversprechendsten jungen Talente im Weltergewicht, stellt dieser Kampf einen potentiellen Wendepunkt dar. Marquardt dagegen steht nach vier Niederlagen in seinen letzten fünf Kämpfen mit dem Rücken zur Wand.

Im letzten Kampf des Vorprogramms wird außerdem Ringer-Olympionike Henry „The Messenger“ Cejudo (8-0) zum dritten Mal in der UFC antreten. Nach Siegen gegen Dustin Kimura und Chris Cariaso wird der Goldmedaillen-Gewinner in Mexiko auf Chico „King“ Camus (14-5-0(1)) treffen. Falls Cejudo hier seinen dritten UFC-Sieg einfahren kann, dürfte er sich in greifbarer Nähe eines Titelkampfes gegen Fliegengewichts-Champion Demetrious Johnson befinden. Einen Kampf zuvor wird darüber hinaus Nick Heins Ex-Gegner und jetziger Schwager Drew Dober (15-6-0(1)) im Leichtgewicht auf Efrain „Hecho en Méxiko“ Escudero (23-9) treffen.

Anbei das gesamte Programm:

UFC 188: Velasquez vs. Werdum
Samstag, 13. Juni 2015
Arena Cuidad de Mexiko in Mexico City, Mexiko

Titelkampf im Schwergewicht (ufc.tv)
Cain Velasquez (c) vs. Fabricio Werdum (ic)

Hauptprogramm (ufc.tv)
Gilbert Melendez vs. Eddie Alvarez
Kelvin Gastelum vs. Nate Marquardt
Yair Rodríguez vs. Charles Rosa
Tecia Torres vs. Angela Hill

Vorprogramm (UFC Fight Pass)
Chico Camus vs. Henry Cejudo
Efrain Escudero vs. Drew Dober
Alejandro Pérez vs. Patrick Williams
Francisco Trevino vs. Johnny Case

Augusto Montano vs. Cathal Pendred
Gabriel Benítez vs. Clay Collard