Vorberichte

TUF 22 Finale: Edgar, Mendes, Barboza in Action

Der Hauptkampf des TUF Finales: Frankie Edgar gegen Chad Mendes (Foto: Zuffa LLC).

In dieser Woche kommt das Dessert noch vor dem Hauptgang. Nach der Vorspeise am Donnerstag steht am Freitag das Mittelstück des Drei-Gänge-Menüs aus Las Vegas an, und mit Frankie Edgar und Chad Mendes besteht das aus einem ganz besonders schmackhaften Sahnestück. Außerdem mit dabei sind Edson Barboza, Tony Ferguson, Joe Lauzon und das Finale von „The Ultimate Fighter: Team USA vs. Team Europa“.

Die Startzeiten

Vorprogramm (UFC Fight Pass): Samstag, 12. Dezember, 2 Uhr
Hauptprogramm: Samstag, 12. Dezember, 4 Uhr

Hauptkampf

Die UFC scheint aus der Vergangenheit gelernt zu haben – selbst, wenn in den letzten Tagen vor dem großen Abend noch José Aldo oder Conor McGregor ausfallen sollten, stünden Frankie „The Answer“ Edgar (19-4-1) oder Chad „Money“ Mendes (17-3) bereit, um einzuspringen. Bisher scheint der ursprüngliche Plan aber ohnehin aufzugehen, und wenn auch weiterhin alles glatt geht, dann werden wir schon am Freitag einen der hochkarätigsten Federgewichtskämpfe sehen, die man aktuell buchen kann.

Edgar hat als ehemaliger Champion im Leichtgewicht auch eine Gewichtsklasse tiefer bereits seine Qualitäten gezeigt, während Mendes als dreifacher Titelherausforderer selbst in einer Punktniederlage gegen Aldo bewiesen hat, auf welchem Level er arbeitet. Beide wollen noch einmal um den Gürtel kämpfen, und mit einem Sieg hier könnte es in wenigen Monaten tatsächlich soweit sein.

Abseits aller Titelimplikationen ist dieser Kampf  aber auch schon stilistisch ein Traum: Beide kommen aus dem Ringen, haben sich aus ihrer Basis heraus aber zu völlig unterschiedlichen Kämpfern entwickelt. Während Mendes vor einigen Jahren seine Schlagkraft entdeckt und in jede Menge Knockout-Siege umgemünzt hat, hält sich Edgar seit Jahren mit einer Mischung aus unerschöpflicher Kondition, flinker Beinarbeit und schierer Zähigkeit an der Spitze.

Das wirft einige Fragen auf, die uns am Freitag auf hohem Niveau beantwortet werden sollten: Kann Edgar Mendes’ Bomben so wegstecken wie McGregor? Kann Mendes dem Druck und Tempo von Edgar über fünf Runden standhalten? In der Nacht von Freitag auf Samstag erfahren wir es und können in dem Wissen Schlafen gehen, dass es in der nächsten Nacht gleich auf diesem Niveau weitergehen wird.

Co-Hauptkampf

Ob Khabib Nurmagomedov es noch einmal in den Käfig zurück schafft? Eigentlich hätte es hier soweit sein sollen, eine Rippenverletzung machte den Comebackplänen aber einen Strich durch die Rechnung. Glück im Unglück für die UFC: Zum Zeitpunkt der Verletzung war noch reichlich Zeit bis zum TUF-Finale, und so konnte mit Edson „Junior“ Barboza (16-3) noch ein adäquater Ersatzgegner für Tony „El Cucuy“ Ferguson (19-3) gefunden werden.

Rein chronologisch wird der Co-Hauptkampf des „The Ultimate Fighter“-Finales wohl das „The Ultimate Fighter“-Finale sein, weitaus bedeutender für die UFC ist aber der Kampf zwischen Ferguson und Barboza, der einen aufstrebenden Allrounder gegen einen erfahrenen, brandgefährlichen Thaiboxer setzt.

Ferguson gewann 2011 mit einem Knockout gegen Ramsey Nijem die 13. „The Ultimate Fighter“-Staffel und hat seitdem acht von neun Kämpfen gewonnen, zuletzt gegen Josh Thomson und Gleison Tibau.

Barboza stürmte zwischen 2010 und 2012 mit vier aufeinanderfolgenden Siegen in die UFC, bevor Jamie Varner dem kometenhaften Aufstieg spektakulär Einhalt gebot – die Knockout-Niederlage gegen den alternden Veteranen bei UFC 146 kam überraschend, ebenso der Jab-Knockdown durch Donald Cerrone zwei Jahre später, der zu einer schnellen Aufgabe-Niederlage führte.

Der logische Schluss daraus wäre, Barboza ein schlechtes Kinn zu unterstellen, allerdings hat der Brasilianer bis auf diese beiden Treffer alles weggesteckt, was ihm Gegner wie Bobby Green, Evan Dunham oder Paul Felder eingeschenkt haben. Je mehr Platz man Barboza gibt, um seinen Kampfstil durchzusetzen, desto mehr entwickelt er sich zur Hölle auf zwei Beinen.

Kann Tony Ferguson verhindern, überrollt zu werden? Falls ja, dürfte er als Top-Fünf-Leichtgewicht ins neue Jahr reinfeiern.

Restlicher Event
Der Fokus der Freitags-Show liegt deutlich auf den beiden Knallerkämpfen an der Spitze, ein paar weitere solide Duelle verstecken sich aber zusätzlich noch auf dem Programm. So kommt es im Leichtgewicht zu einem Duell zweier Veteranen, die einen Sieg brauchen, um noch einigermaßen relevant zu bleiben.

Joe „J-Lau“ Lauzon (25-10) mag zwar keinen Titel mehr gewinnen, seine rekordverdächtigen 13 Bonus-Auszeichnungen in der UFC aber zeigen, warum es sich lohnt, zu seinen Kämpfen einzuschalten. Lauzon geht selten über die Distanz und hat eine verlässliche Tendenz, sich in spektakuläre Schlachten verwickeln zu lassen. Das gleiche ließ sich lange über Evan „3D“ Dunham (16-6) sagen. Der mittlerweile 33-Jährige kam 2009 in die UFC und gewann vier Kämpfe in Folge, bevor er eine rasante Achterbahnfahrt startete, während der er sechs von elf Kämpfen verlor. In diesem Jahr allerdings ist ein deutlich konservativer kämpfender Dunham nach Siegen gegen Rodrigo Damm und Ross Pearson noch ungeschlagen.  

Potential hat darüber hinaus der Schwergewichtskampf zwischen Gabriel „Napao“ Gonzaga (16-10) und Konstantin Erokhin (9-2): Potential für einen krachenden Knockout und Potential für einen 15-Minuten-Langweiler. Veteran Gonzaga wird allein für seinen Headkick-K.o. gegen Mirko CroCop vor acht Jahren zumindest mit einem Randvermerk in die Geschichtsbücher der UFC eingehen, hat aber drei Kämpfe nacheinander verloren, zwei davon durch Knockout, einen davon im Rückkampf gegen Mirko CroCop im April.

Ein Blick auf die Bilanz von Konstantin Erokhin genügt, um zu wissen, warum es hier zulasten Gonzagas krachen könnte: Von seinen neun Siegen hat Erokhin acht durch Knockout geholt, sein verlorenes UFC-Debüt im Januar gegen Viktor Pesta allerdings zeigt, dass das Dynamit in seinen Fäusten auf der Matte kontrolliert werden kann.

Anbei das gesamte Programm im Überblick:

The Ultimate Fighter 22 Finale: Edgar vs. Mendes
Freitag, 11. Dezember 2015
The Chelsea at the Cosmopolitan, Las Vegas, Nevada, USA


Hauptprogramm
Frankie Edgar vs. Chad Mendes
Ryan Hall vs. Artem Lobov
Tony Ferguson vs. Edson Barboza
Evan Dunham vs. Joe Lauzon
Ryan LaFlare vs. Mike Pierce
Tatsuya Kawajiri vs. Jason Knight

Vorprogramm (UFC Fight Pass)
Gabriel Gonzaga vs. Konstantin Erokhin
Joby Sanchez vs. Geane Herrera
Julian Erosa vs. Marcin Wrzosek
Chris Gruetzemacher vs. Abner Lloveras