Vorberichte

Teixeira vs. OSP bei UFC Nashville

Die Sommer-Tournee der UFC geht weiter: Nach Las Vegas, San Diego, Glasgow und Rio de Janeiro macht das Octagon in dieser Woche in Nashville im mittleren Westen der USA Halt. Danach folgt eine fast schon ungewohnt lange Pause von zwei Wochen, am Samstag allerdings geht es noch einmal richtig rund im Achteck – während Glover Teixeira die erste Niederlagenserie seiner Karriere stoppen will, könnte im Hauptkampf in Form von Ovince Saint Preux ein neuer Star den Durchbruch schaffen. Mit auf dem Programm stehen außerdem Michael Johnson, Sara McMann und Uriah Hall.

Die UFC Fight Night 73 kann in Deutschland über den UFC Fight Pass verfolgt werden, der ab 5,99 Euro monatlich auf ufc.tv erhältlich ist.

Anbei die Startzeiten: 

Vorprogramm Teil 1 (UFC Fight Pass): Sonntag, 9. August, 0:30 Uhr
Vorprogramm Teil 2 (UFC Fight Pass): Sonntag, 9. August, 2 Uhr
Hauptprogramm (UFC Fight Pass): Sonntag, 9. August, 4 Uhr

Hauptkampf

Ein bisschen Wehmut wird wohl schon dabei sein, wenn man als UFC-Fan aus Deutschland vor dem Bildschirm dabei ist, wenn Glover Teixeira (22-4) in Nashville, Tennessee ins Octagon steigt. Immerhin hätte der brasilianische Ex-Titelherausforderer eigentlich mit Alexander Gustafsson im vergangenen Juni UFC Berlin anführen sollen, bevor der Schwede verletzt absagen musste und damit hierzulande für lautstark geäußerte Enttäuschung sorgte. 

Bitter ist es allerdings auch für Teixeira: Statt einem etablierten Star in Gustafsson wird ihm nun der wesentlich weniger populäre, dafür aber ebenfalls brandgefährliche Ovince „OSP“ Saint Preux (18-6) gegenüberstehen. An und für sich kein schlechter Kampf – beide Halbschwergewichte haben eine Menge Power in den Fäusten und sorgen gerne für spektakuläre Szenen – Teixeira allerdings geht nach zwei Niederlagen in Folge mit einer Menge Erfolgsdruck in dieses Duell und muss sich auf einen Sieg um jeden Preis konzentrieren, nicht auf einen möglichst spektakulären K.o. 

Nach imposanten 20 Siegen in Folge, davon allein fünf in der UFC, wurde Teixeira im April des letzten Jahres auf Champion Jon Jones angesetzt – fünf Runden später allerdings war Jones immer noch Champion, Teixeira musste sich wieder hinten anstellen. Einige Monate darauf folgte zu allem Überfluss eine recht unspektakuläre Punktniederlage gegen Phil Davis, die den brasilianischen Bomber noch weiter zurückwarf und ihn jetzt in die undankbare Situation gebracht hat, völlig vom Ausgang eines einzigen weiteren Kampfes abhängig zu sein.

Jetzt fungiert er also als Wegstein für Saint Preux, der sich noch bei Strikeforce einen Namen gemacht und diesen dann in der UFC in recht kurzer Zeit so weit ausgebaut hat, dass er dort nun bereits zum dritten Mal im Hauptkampf steht. Gian Villante, Nikita Krylov, Ryan Jimmo, Patrick Cummins und „Shogun“ Rua – die Liste derer, die „OSP“ in den letzten zwei Jahren aus dem Weg geräumt hat, liest sich beeindruckend. Lediglich Ryan Baders Name befleckt die in der UFC ansonsten weiße Weste des gebürtigen Haitianers, der gegen ihn vor einem Jahr – genau wie Teixeira gegen Davis – Schwächen in Kondition und ringerischer Defensive ans Licht brachte. Kann Teixeira seine Negativ-Serie in Nashville also endlich stoppen oder stößt Saint Preux mit einem weiteren Sieg an die Spitze der Gewichtsklasse vor? Am Sonntagmorgen bekommen wir die Antwort.

Co-Hauptkampf

Manche Kämpfer schlagen schon dann wie eine Bombe in die MMA-Welt ein, wenn sie zum ersten Mal das Octagon der UFC betreten. Anderen steht an diesem Punkt noch ein langer Weg bevor, bis sie von den Fans wirklich wahrgenommen werden. Zwei Vertreter letzterer Kategorie sind Michael „The Menace“ Johnson (16-8) und Beneil Dariush (11-1). 

Der 2015er Michael Johnson ist nicht mehr zu vergleichen mit dem von vor fünf Jahren. Athletisch begabt war der Finalist der 12. „The Ultimate Fighter“-Staffel schon immer, gefehlt hat es an ausgereifter Technik und der nötigen Erfahrung, um alle Puzzleteile des Sports fließend ineinander übergehen zu lassen. Mittlerweile aber weiß Johnson sein solides Boxen im Käfig genauso in den richtigen Momenten einzusetzen wie seinen Ringer-Hintergrund. Siege gegen solide Namen wie Tony Ferguson, Danny Castillo, Joe Lauzon oder zuletzt Edson Barboza beweisen, dass Johnson trotz seiner immer noch vergleichsweise geringen Popularität ein ernstzunehmender Faktor am oberen Ende des Leichtgewichts ist. 

Genau dort hin will auch Beneil Dariush, der von der UFC momentan auf Platz 12 in der Gewichtsklasse geführt wird. Für Johnson (aktuell Nummer 5) ist er aus diesem Grund vielleicht nicht der sinnigste Gegner, aber auch der mittlerweile in Kalifornien lebende Iraner hat mit fünf Siegen in sechs UFC-Kämpfen gezeigt, dass große Ambitionen für ihn nicht bloße Träumerei sind. 

Als einer der aktiveren Kämpfer des Kaders hat der BJJ-Spezialist aus Rafael Cordeiros Kings-MMA-Team nach einer überraschenden T.K.o.-Niederlage gegen Ramsey Nijem innerhalb eines Jahres vier Kämpfe nacheinander gewonnen, allein 2015 bereits gegen Daron Cruickshank und Jim Miller. Wenn er am Samstag auch das Striker/Grappler-Duell gegen Johnson für sich entscheiden kann, könnte Dariush damit eine Menge Leute auf dem Weg an die Spitze überholen und schon bald die Chance bekommen, eventuell sogar die Top 5 zu knacken.

Restlicher Event

UFC Nashville versprüht nicht wirklich Blockbuster-Aura, eine Handvoll sehr solider Kämpfer verstecken sich aber dennoch auf dem Programm, wenn man mal ein wenig genauer hinschaut. 

Zwei der vielversprechendsten jungen Fliegengewichte des UFC-Kaders werden beispielsweise am Wochenende in den Käfig steigen, wenn auch nicht gegeneinander. Ray „The Tazmexican Devil“ Borg (8-1) ist erst 22 Jahre alt, hat aber zwei seiner ersten drei UFC-Kämpfe durch Aufgabe gewonnen und dafür jeweils 50.000 US-Dollar für die „Performance of the Night“ eingesackt. In Nashville wird er auf den ungeschlagenen UFC-Debütanten Geane „La Pulga“ Herrera (8-0) treffen, der sein Ticket ins Octagon mit sieben vorzeitigen Siegen löste und nun gleich einen harten Test vor die Fäuste bekommt. 

Ebenfalls auf dem Programm steht der einzige Gegner, der Borg bisher besiegen konnte – im April 2014 wurde der Jungspund knapp von Dustin Ortiz (14-4) ausgepunktet, der anschließend mit Justin Scoggins gleich noch ein weiteres vielversprechendes Talent bezwang, bevor er im vergangenen November eine actiongeladene Schlacht nach Punkten an Joseph Benavidez verlor. Eigentlich hätte Ortiz hier einen Rückkampf gegen Ian McCall bekommen sollen, der ihn vor Jahren bei Tachi Palace Fighting schlug, „Uncle Creepy“ scheint seinen Verletzungsfluch allerdings nicht loswerden zu können und wurde durch Willie „Whoop Ass“ Gates (12-5) ersetzt.

Wer sich für rankingrelevante Kämpfe interessiert, sollte am Wochenende den Kampf zwischen Sara McMann (8-2) und Amanda „The Lioness“ Nunes (10-4) nicht verpassen – zwei Bantamgewichtlerinnen am Rand der Top 5, die Ronda Rouseys scheinbar unantastbarem Gürtel mit einem Sieg ein kleines Stückchen näher kommen wollen. Wer dagegen eher auf Knockouts steht, dem sei im Mittelgewicht das Duell zwischen Derek Brunson (13-3) und Sam „Smil’en“ Alvey (26-6-0(1)) ans Herz gelegt. Der gelernte Ringer Brunson – der seinen Einsatz bei UFC Berlin ebenfalls verletzt absagen musste – bringt harte Hände mit ins Octagon, die zuletzt Ed Herman bei UFC 183 auf die Bretter gehen ließen. Die K.o.-Quote seines Gegners kann er trotzdem nicht toppen – seine drei Siege in der UFC hat Sam Alvey sich allesamt durch Knockout geholt und das gemäß seines Spitznamens immer mit einem fetten Grinsen im Gesicht.

Anbei das gesamte Programm im Überblick: 

UFC Fight Night 73: Teixeira vs. Saint Preux
Samstag, 8. August 2015  
Bridgestone Arena in Nashville, Tennessee, USA

Hauptprogramm (UFC Fight Pass)
Glover Teixeira vs. Ovince Saint Preux
Michael Johnson vs. Beneil Dariush
Derek Brunson vs. Sam Alvey
Jared Rosholt vs. Timothy Johnson
Sara McMann vs. Amanda Nunes
Ray Borg vs. Geane Herrera

Vorprogramm Teil 2 (UFC Fight Pass)
Uriah Hall vs. Oluwale Bamgbose
Chris Camozzi vs. Tom Watson
Dustin Ortiz vs. Willie Gates
Frankie Saenz vs. Sirwan Kakai

Vorprogramm Teil 1 (UFC Fight Pass)
Chris Dempsey vs. Jonathan Wilson
Marlon Vera vs. Roman Salazar
Anthony Christodoulou vs. Scott Holtzman