Vorberichte

Sieben Hauptkämpfe in Tokio

Wenn am Sonntagmorgen um etwa halb zehn Uhr Ortszeit das Zuffa-Intro durch die Saitama Super Arena tönt, wird es mehr als elf Jahre her sein, dass die UFC das letzte mal eine Veranstaltung im Land der aufgehenden Sonne abgehalten hat.

In der Zwischenzeit hatte dort jahrelang eine andere MMA-Organisation die sportliche Oberhand, nämlich Pride FC, in deren riesigen, spektakulären Shows einige der früheren, aber auch aktuellen Superstars der UFC kämpferisch großgeworden sind, und die bis heute zahllose Fans auf der ganzen Welt hat.

Im Jahr 2007 wurde Pride allerdings von der UFC aufgekauft und recht schnell geschlossen, was aus heutiger Sicht einen regelrechten Absturz des japanischen MMA zur Folge hatte. Die meisten dort ansässigen Organisationen stehen zur Zeit vor allem finanziell äußerst schlecht da oder existieren schon gar nicht mehr; viele japanische Kämpfer sind außerdem mittlerweile bei der UFC unter Vertrag oder aus dem Rampenlicht verschwunden und auch das öffentliche Interesse an den Mixed Martial Arts ist seitdem nicht gerade gewachsen.

Vor diesem Hintergrund musste UFC 144 einiges an Kritik einstecken, Fakt ist jedoch, dass die Veranstaltung rein sportlich gesehen eine der stärksten des bisherigen Jahres ist. Fast alle der besagten, bei der UFC unter Vertrag stehenden, japanischen Stars sind auf dem Programm vertreten und werden größtenteils gegen nicht minder bekannte Kämpfer aus anderen Ländern antreten. Man darf also gespannt sein.

Frankie Edgar vs. Ben Henderson
Leichtgewichtschampion Frankie "The Answer" Edgar (14-1-1) wird hier versuchen, seinen im Jahr 2010 von BJ Penn gewonnenen Leichtgewichtstitel zum vierten Mal zu verteidigen. Das es so weit kommen könnte, hätte wohl vor fast zwei Jahren niemand gedacht, nachdem Edgar den bis dahin dominanten Champion Penn bei UFC 112 enttrohnt hatte. Allein die Tatsache, dass Penn einen sofortigen Rückkampf zugesprochen bekam, spricht Bände darüber, dass man ihn weitaus lieber als Titelträger gehabt hätte, als den ruhigen und unauffälligen Familienvater aus Toms River, New Jersey.

Edgar selbst schien das allerdings nicht weiter zu beeinflussen, denn mit einer ebenso dominanten wie überraschenden Vorstellung im zweiten Kampf gegen Penn, bei UFC 118, ließ der frühere College-Ringer keinen Zweifel daran, wer der rechtmäßige Champion bis 70 Kilo war; mit seinem quirligen, bewegungsreichen Kampfstil kam sein populärer Gegner erneut nicht zurecht und gab die Punktentscheidung abermals ab.

Nachdem Edgar sich dieser Hürde entledigt hatte, stand ein Kampf gegen den Ringer Gray Maynard an, der Edgar im Jahr 2008 seine bisher einzige Niederlage zufügen konnte, weshalb dieser am Neujahrstag 2011 erneut, trotz seiner Position als Champion, als starker Underdog in den Kampf ging.

Nach wenigen Minuten sah es dann auch tatsächlich danach aus, als wäre Edgar die längste Zeit Champion gewesen, nachdem er von Maynard mit mehreren harten Uppercuts und Folgeschlägen an den Rand eines Knockouts gebracht wurde. Edgar fing sich jedoch und hielt bis zum Ende durch, was zu einem Unentschieden und in der Konsequenz zu einem weiteren Titelkampf der beiden führte.

Dieser fand wegen beiderseitigen Verletzungen erst im Oktober letzten Jahres statt, und wieder war Edgar für viele Beobachter der klare Außenseiter. Der dritte Kampf ähnelte dann auch überraschend
stark dem vorherigen, da Maynard seinen Rivalen erneut beinahe in der ersten Runde schlafen schickte. Dieses Mal jedoch wurde den Punktrichtern die Arbeit abgenommen, denn Edgar riss sich erneut zusammen und nahm sein Schicksal selbst in die Hand – in Runde vier schaffte er es, Maynard einen guten Schluck seiner eigenen Medizin zu geben und zwang den Ringrichter mit einem Aufwärtshaken und nachfolgendem Ground and Pound dazu, den Kampf als TKO abzubrechen.

Obwohl Edgar damit seinen Titel bereits drei Mal verteidigt hat, ist er für die meisten Fans immer noch der Champion, dessen Trohn am stärksten wackelt und auch gegen Ben Henderson (15-2) geht er nach Ansicht vieler ein weiteres Mal als Underdog in den Kampf.

Henderson ist selbst ein ehemaliger Champion. Bis Ende 2010 war er an der Spitze der Leichtgewichtsklasse der WEC, bis Anthony Pettis ihm diesen Platz und damit auch die vermeindliche Chance, um den UFC-Titel kämpfen zu dürfen, streitig machte.

Laut eigener Aussage war der Titelverlust und insbesondere der von Pettis in der letzten Runde ins Ziel gebrachte "Matrix Kick" ein herber psychologischer Schlag für ihn, den er nur schwer verdauen konnte. Von solchen Problemen war allerdings seither nicht wirklich viel zu sehen – "Smooth" zieht seit seinem UFC-Debüt im April 2011 eine Schneise der Verwüstung durch die Leichtgewichtsklasse, der sowohl Mark Bocek, als auch der damals allgemein als längst überfälliger Titelherausforderer angesehene Jim Miller mehr oder weniger chancenlos zum Opfer fielen.

Mit diesen dominanten Siegen hatte sich Henderson wieder ins Gespräch gebracht und einen  Ausscheidungskampf gegen Clay Guida verdient, der bei der ersten von Fox übertragenen Veranstaltung der UFC ausgetragen wurde. Nach drei unterhaltsamen Runden wurde von Bruce Buffer erneut Henderson als Sieger ausgerufen und damit steht nur noch ein weiterer Gegner zwischen ihm und einem erneuten Titelgewinn, dieses mal jedoch auf einer weitaus größeren Bühne.

Quinton Jackson vs. Ryan Bader
Quinton "Rampage" Jackson (32-9) hatte erst vor wenigen Tagen bekannt gegeben, dass er in Rente gegangen wäre, hätte er im September letzten Jahres Jon Jones den Halbschwergewichtstitel abnehmen können. Da ihm das nicht gelungen ist, dürfen wir ihn auch weiter im Octagon sehen, allerdings weiß niemand, wie lange das noch so sein wird – dass seine Laufbahn sich langsam aber sicher dem Ende zuneigt, hat der auch an einer Karriere in Hollywood interessierte Jackson in letzter Zeit mehrfach angedeutet.

Wann immer dieser Zeitpunkt aber auch kommen sollte, sicher ist, dass Jackson diesen Sonntag gegen Ryan Bader ins Octagon steigen wird und damit auf den Tag genau sechs Jahre nach seinem letzten Kampf in Japan erneut versuchen wird, dort wieder jemanden möglichst spektakulär auszuknocken. Dass er dazu in der Lage ist, hat der mittlerweile 33-Jährige aus Memphis, Tennessee, bisher in 14 seiner Kämpfe eindrucksvoll bewiesen, u.a. gegen Wanderlei Silva, Chuck Liddell, Kevin Randleman und Ricardo Arona.

Gegen Ryan Bader wird Jackson zweifellos dasselbe versuchen, ob es ihm gelingt, ist ihm selbst dabei allerdings einigermaßen egal. "Rampage" will laut eigener Aussage nur einen guten Kampf abliefern und sich damit vor allem bei den japanischen Fans bedanken, die ihn während des Zenits seiner Karriere bei Pride begleitet haben.

Für Ryan Bader dagegen stellt dieser Kampf die Chance seines Lebens dar. Nachdem er bis 2010 eine fehlerlose Statistik aufbauen konnte, wurde seinem kometenhaften Aufstieg von Jon Jones bei UFC 126 ein jähes, dafür umso deutlicheres Ende gesetzt, als dieser ihn dominierte und in Runde zwei zur Aufgabe zwang. Der Kampf gegen Tito Ortiz endete auf die gleiche Weise, allerdings schon in Runde eins, weswegen Bader vor seinem letzten Kampf, gegen Jason Brilz, mit dem Rücken zur Wand stand. Er zeigte an dem Abend jedoch keinerlei Nerven und schlug Brilz in einer knappen Minute KO, was seine UFC-Karriere für's erste gerettet haben dürfte.

Gegen "Rampage" wird der KO-gefährliche Ringer zwar direkt wieder zurück in das Haifischbecken der Halbschwergewichte geworfen, falls er am Sonntag allerdings das Octagon als Sieger verlassen kann, würde sich dieses Risiko zweifellos mehr als gelohnt haben; ein Quinton Jackson in seinem Resumee wäre das bisher größte Ausrufezeichen in seiner noch jungen Karriere.

Beim offiziellen Wiegen am Freitag ging Jackson mit 35,7 Kilo über die Waage, fast drei Kilo über dem geforderten Halbschwergewichtslimit. Er muss 20 Prozent seiner Kampfbörse als Strafe aufbringen, der Kampf wird wie geplant stattfinden.

Mark Hunt vs. Cheick Kongo
Für Mark "Super Samoan" Hunt (7-7) ist es ein Glücksfall, dass er überhaupt in der UFC antreten darf. Ursprünglich wurde dem K1-Grand Prix-Gewinner von der Chefetage angeboten, eine Abfindung zu bekommen und dafür aus seinem Vertragsverhältnis mit der Organisation entlassen zu werden. Hunt aber weigerte sich und bestand darauf, für sein Geld auch zu Kämpfen, weshalb er Mitte 2010 offiziell in den Schwergewichtskader der UFC aufgenommen wurde.

Seinen ersten Kampf verlor er zwar durch Aufgabe nach knapp einer Minute gegen Sean McCorkle,  im letzten Jahr konnte er dafür aber sowohl Ben Rothwell auspunkten, als auch Chris Tuscherer KO schlagen, was ihm diesen Kampf in einem UFC-Hauptprogramm eingebracht hat.

Dort wird er auf den Franzosen Cheick Kongo (17-6-2) treffen, der ebenfalls seine letzten beiden Kämpfe gewonnen hat – bei UFC 137 konnte er Matt Mitrione auspunkten und im Juni in einem der spektakulärsten Comebacks der letzten Jahre Pat Barry KO schlagen.

Vor diesen beiden Kämpfen lief es für den wie Hunt im Kickboxen beheimateten Schwergewichtler mal mehr, und mal weniger gut. So kann er einerseits neben einer einstimmigen Punktentscheidung über Mirko Cro Cop eine Reihe von (T)KO-Siegen gegen Antoni Hardonk, Dan Evensen und weitere vorweisen, andererseits konnten einige seiner Gegner seine Schwächen im Grappling aufzeigen, wie der ehemalige Titelträger Cain Velasquez, oder ihn wie Frank Mir völlig überrumpeln.

Trotzdem befindet sich Kongo zur Zeit auf einer Siegesserie, und falls er in diesem Kickboxer vs. Kickboxer-Duell auch gegen Hunt gewinnen sollte, würde ihn das langsam wieder in die höheren Regionen seiner Gewichtsklasse bewegen.

Yoshihiro Akiyama vs. Jake Shields
Für Jake Shields (26-6-1) war das letzte Jahr eines der härtesten seiner Karriere. Anfang 2011 sah noch alles danach aus, als könne es ein großartiges Jahr für das Jiu-Jitsu-Ass aus dem Caesar Gracie Team werden – mit einem Sieg gegen den Dänen Martin Kampmann hatte sich Shiels im Oktober 2010 einen Titelkampf gegen Georges St.-Pierre gesichert, der im April vor dem mit 55.000 Zuschauern größten Publikum in der Geschichte der UFC stattfinden sollte. Shields hielt zwar alle fünf Runden gegen den Champion durch und konnte ihm sogar auf den Punktzetteln die ein oder andere Runde abnehmen, am Ende reichte das aber trotzdem nicht, um St.Pierre zu enttrohnen.

Der verlorene Titelkampf wäre kein allzu großes Drama gewesen. Nur wenige Wochen vor seiner Rückkehr ins Octagon, einem geplanten Kampf gegen den seit einiger Zeit sehr erfolgreichen Jake Ellenberger, erreichte Shields jedoch die überraschende Nachricht vom Tod seines Vaters, von dem er bei seinen Kämpfen jahrelang begleitet wurde. Trotz dieser Tragödie entschied sich Shields allerdings dazu, den Kampf nicht abzusagen und wie geplant in New Orleans gegen Ellenberger anzutreten.

Ob das die richtige Entscheidung war, kann außer ihm und seinem Team wohl niemand wissen. Sicher ist nur, dass Ellenberger weniger als eine Minute benötigte, um Shields mit Kniestößen bewusstlos auf die Bretter zu schicken. In Saitama wird auf Shields daher einiges an Druck lasten, das letzte Jahr mit einem möglichst überzeugenden Sieg endgültig hinter sich zu lassen und sich wieder einen Weg in Richtung Spitze der Weltergewichtsdivision zu erarbeiten.

Nicht weniger Druck wird dabei auf seinem Gegner lasten, der zum ersten Mal in dieser Gewichtsklasse unterwegs ist. Yoshihiro "Sexyama" Akiyama ist ein großer Star in seinem Heimatland, der neben seinen Kämpfen u.a. auch als Sänger vor größerem Publikum auftritt.

Am Sonntag steht jedoch seine hauptberufliche Tätigkeit im Vordergrund, und in der war Akiyama in letzter Zeit wenig erfolgreich. Nach einigen denkwürdigen Schlachten bei Organisationen wie Dream oder Hero's sicherte er sich 2009 einen Platz in der UFC, in der er sein Debüt auf der Jubiläumsveranstaltung UFC 100 gab. An diesem Abend konnte er sich in einem als "Fight of the Night" ausgezeichneten Kampf noch per geteiltem Punktentscheid gegen Alan Belcher durchsetzen, seitdem geht es jedoch konstant bergab.

Im Sommer 2010 lief er kurz vor einem Punktsieg gegen Chris Leben noch in dessen Triangle Choke, was alleine nicht allzu schlimm gewesen wäre. Einige Monate später musste er sich allerdings auch Michael Bisping per Punktentscheid geschlagen geben und wurde außerdem im letzten Jahr brutal von Vitor Belfort ausgeknockt. Besonders dieser Rückschlag veranlasste "Sexyama" dazu, einen lange von Dana White geforderten Gewichtsklassenwechsel zu versuchen. Mit dem ehemaligen Strikeforce Champion und Jiu-Jitsu-Ass Shields bekommt Akiyama hier allerdings bei weitem keinen Aufbaukampf – dennoch sollte er diesen unbedingt gewinnen, wenn er seinen Platz in der UFC auch weiterhin behalten möchte.

Yushin Okami vs. Tim Boetsch
Nachdem der letztjährige Mittelgewichtstitelherausforderer Yushin Okami (26-6) ursprünglich für das Vorprogramm der Veranstaltung eingeplant war, hagelte es Kritik für Dana White, Joe Silva und Co. - da das Hauptprogramm letztlich aber auf sieben Kämpfe erweitert wurde, hat es Okami letztendlich doch noch in die Hauptkämpfe geschafft.

Dort wird er gegen Tim Boetsch versuchen, seine TKO-Niederlage, in seinem Titelkampf gegen Anderson Silva aus dem letzten Jahr, zu verarbeiten und einen ersten Schritt zurück in diese Richtung zu machen.

Okami ist eines der stilleren Mitglieder der Mittelgewichtsklasse der UFC, sein dazu kontrastierender Erfolg im Octagon – er kann Siege u.a. gegen Nate Marquardt, Alan Belcher, Dean Lister und Mark Munoz vorweisen – hat ihm daher lange Zeit die Bezeichnung als "Dark Force" der Mittelgewichtsklasse gesichert; es wird daher interessant zu sehen sein, ob die demütigende Vorführung durch Silva längerfristige Spuren bei Okami hinterlassen hat oder ob er genau da weitermacht, wo er vor seinem Titelkampf aufgehört hat.

Die möglicherweise undankbare Aufgabe, genau das herauszufinden, wurde für dieses Wochenende an Tim "The Barbarian" Boetsch (14-4) vergeben. Für den ist sein derzeitiger Lauf bereits die zweite Chance in der UFC. Bereits zwischen 2007 und 2009 kämpfte er einige Male im Octagon, musste jedoch nach Niederlagen gegen Vladimir Matyushenko, Matt Hamill und Jason Brilz seine Sachen packen.

Einige Siege in kleineren Ligen später wurde ihm eine zweite Chance angeboten, die er mit einem einstimmigen Punktsieg über Todd Brown im Sommer 2010 dankbar nutze. Nach einem Rückschlag gegen Phil Davis gegen Ende des Jahres startete er 2011 wieder voll durch, indem er nacheinander Kendall Grove aus der UFC beförderte und Nick Ring in die Knie zwang. Sollte er auch gegen Okami gewinnen können, würde ihn das langsam aus dem Mittelfeld der Gewichtsklasse lösen und in höhere Regionen befördern, obwohl ein Titelkampf für ihn selbst im Falle eines Sieges noch ein ganzes Stück entfernt ist.

Hatsu Hioki vs. Bart Palaszewski
Der japanische Federgewichtler Hatsu Hioki (25-4-2) wurde von vielen lange als ein großes Talent in der japanischen MMA-Szene gesehen, so konnte er sich unter anderem die Titel von Shooto und Sengoku sichern und auf dem Weg Kämpfer wie Marlon Sandro, Jeff Curran und Mark Hominick besiegen.

Letztes Jahr folgte dann der nächste Schritt, als er von der UFC verpflichtet wurde und sein Debüt Ende Oktober, bei UFC 137, gab. Gegen George Roop konnte er die hohen in ihn gesetzten Erwartungen dann zwar nicht ganz erfüllen, für eine geteilte Punktentscheidung reichte es aber trotzdem.

Bei der gleichen Veranstaltung, nur etwa eine Stunde früher, stand auch der gebürtige Pole Bart Palaszewski (36-14) im Octagon und auch für ihn war es der erste Auftritt in der UFC. Sein Debüt  war allerdings wesentlich schneller vorbei und außerdem ein gutes Stück aussagekräftiger als das von Hioki -  Palaszewski brauchte nur zwei Minuten und 45 Sekunden, um Tyson Griffin so böse schlafen zu schicken, dass er nach dem Knockout dachte, er hätte sich dabei beide Hände gebrochen.

Diese Befürchtung bewarheitete sich dann letztlich aber zum Glück doch nicht, einen besseren Einstand hätte sich der 28-Jährige also gar nicht wünschen können. Und falls er bei diesem Event eine ähnliche Vorstellung hinlegen sollte, könnte sich der langjährige Veteran sogar langsam in die Nähe einer Titelchance bewegen.

Anthony Pettis vs. Joe Lauzon
Dieser Leichtgewichtskampf wird das erstmalig sieben Kämpfe umfassende Hauptprogramm von UFC 144 am Sonntag um etwa vier Uhr unserer Zeit eröffnen, bevor einige Stunden später der neue oder alte Champion in genau dieser Gewichtsklasse gekrönt wird.

Der von Duke Roufus trainierte Pettis (14-2) war schon einmal in dieser Position; in der mittlerweile aufgelösten WEC konnte er den Mann besiegen, der am anderen Ende des Hauptprogramms versuchen wird, sich den UFC-Titel von Frankie Edgar zu holen.

Genau dieser Sieg hätte ihm eigentlich das Recht geben sollen, in seinem nächsten Kampf um UFC-Gold kämpfen zu dürfen, der kontroverse Verlauf der ersten Titel-Begegnung zwischen Frankie Edgar und Gray Maynard führte dann allerdings dazu, dass die beiden einen Rückkampf zugesprochen bekamen und Pettis sich vorläufig in die Warteschleife einzuordnen hatte.

Zu allem Überfluss stand bei seinem UFC-Debüt im letzten Juni dann nicht nur kein Titel auf dem Spiel, er wurde von Clay Guida auch noch drei Runden lang unter Kontrolle gehalten und gab seinen Herausfordererstatus damit endgültig ab.

Einige Monate später konnte er sich zwar gegen Jeremy Stephens wieder auf die Siegerstraße zurückbringen, mit dem geteilten Punktentscheid gelang ihm allerdings kein allzu großer Schritt zurück in Richtung Titelkampf, weshalb zu diesem Zweck gegen Joe "J-Lau" Lauzon (21-6) wieder mal ein spektakuläres Statement her muss.

Lauzon ist ein Veteran in der Leichtgewichtsklasse der UFC, dessen Teil er seit 2006 ist. Damals feierte er seinen Einstand, in dem er den haushoch favorisierten Jens Pulver nach nur 48 Sekunden KO schlug. Fünfeinhalb Jahre später steht seine Bilanz bei acht Siegen und drei Niederlagen, wobei er in seinen letzten sechs Kämpfen entweder den "Fight of the Night" oder "Submission of the Night" zugesprochen bekommen hat.

Seinen letzten Kampf bestritt er wie Pettis bei UFC 136, als er, für viele überraschend, Melvin Guillard in der ersten Runde zur Aufgabe zwang. Falls er auch Pettis besiegen sollte, könnte sich Lauzon nach einem dutzend UFC-Kämpfen schließlich doch noch auf dem besten Weg in Richtung Titelchance bewegen.

Die gesamten Kämpfe vom UFC 144 im Überblick:

UFC 144: Edgar vs. Henderson
26. Februar 2012
Saitama Super Arena in Saitama, Tokio, Japan

Hauptkämpfe (ufc.tv)
Frankie Edgar (C) vs. Ben Henderson
Quinton Jackson vs. Ryan Bader
Mark Hunt vs. Cheick Kongo
Yoshihiro Akiyama vs. Jake Shields
Yushin Okami vs. Tim Boetsch
Hatsu Hioki vs. Bart Palaszewski
Anthony Pettis vs. Joe Lauzon

Vorkämpfe (ufc.tv)
Takanori Gomi vs. Eiji Mitsuoka
Norifumi Yamamoto vs. Vaughan Lee
Riki Fukuda vs. Steve Cantwell
Takeya Mizugaki vs. Chris Cariaso

Vorkämpfe (Facebook)
Zhang Tiequan vs. Issei Tamura