Vorberichte

Sergio Martinez vs. Sergei Dzinziruk

Die Vorschau zum zweiten großen Boxkampf des Wochenedes.

Er ist die Box-Sensation des vergangenen Jahres: Sergio Martinez. Nach einem beeindruckenden Sieg über Kelly Pavlik und dem schockierenden KO im Rückkampf gegen Paul Williams, ist der 36-Jährige in den Ranglisten beträchtlich nach oben gerutscht. Heute boxt er den Ukrainer Sergeij Dzinziruk – einen Mann, denn man nicht unterschätzen darf.

Sergio Martinez (46-2-2, 25 KO) ist bereits seit Jahren im Geschäft, verbrachte einen Großteil seiner Karriere aber in Spanien und Großbritannien, bevor er 2007 in die Vereinigten Staaten zurückkehrte, um es noch einmal dort zu versuchen. Wirklich in Schwung kam seine Karriere dort aber erst 2009. Mit einem Unentschieden gegen Kermit Cintron und einer knappen Punktniederlage gegen Paul Williams, in einem der actiongeladensten Fights des Jahres, machte der Argentinier sich zunehmend auch im Mainstream einen Namen. So kam es, dass er im April 2010 gegen Kelly Pavlik um dessen WBC und WBO Mittelgewichtstitel boxen durfte. Er besiegte Pavlik überlegen nach Punkten. Der Weg war nun frei für den Rückkampf auf den alle gewartet hatten: Martinez vs. Williams II. Es wurde nicht dieselbe Schlacht wie im ersten Duell, stattdessen schickte Martinez seinen Gegner schon in der zweiten Runde ins Reich der Träume. Nun stand er an der Spitze des Mittelgewichts. Einen Pflichtkampf gegen den damaligen WBC Interimschampion Sebastian Zbik schlug er auf Grund von finanziellen Bedenken seitens TV-Partner HBO aus, der Titel wurde ihm aberkannt und Zbik am grünen Tisch verliehen. Kurz darauf stand fest, wen man als nächsten Gegner ausgewählt hatte: Sergei Dzinziruk.

Sergei Dzinziruk (37-0-0, 23) ist ein 35-Jähriger Ukrainer und dürfte vor allem deutschen Fans ein Begriff sein, da er den Großteil seiner Karriere hierzulande im Ring verbracht hat. Dzinziruk ist ebenso wie Martinez ein Linksausleger, allerdings der größere Mann. Mit einem Sieg über Daniel Santos sicherte sich im Dezember 2005 den Mittelgewichtstitel der WBO, den er bis heute hält. Seitdem stand der Ukrainer allerdings auch nur sechs Mal im Ring. Von Dezember 2008 bis Mai 2011 gönnte er sich eine eineinhalb-jährige  Pause. In seinem Comeback-Kampf besiegte er einen überforderten Daniel Dawson durch TKO in Runde 10.

Dzinziruk ist ein typisch-europäischer Boxer, er arbeitet viel mit der Führhand, geht kaum Risiken ein und lässt sich nur Ungern in einen Schlagabtausch verwickeln. In Sachen Schnelligkeit und Kraft dürfte er Martinez unterlegen sein – doch das will bei diesem Stil nichts heißen. Er ist ein smarter Boxer und weiß seine Chancen zu Nutzen.

Martinez ist auf der anderen Seite ein Mann, der es versteht, seinen Gegnern Wege abzuschneiden, sie sich zurechtzulegen. Er ist der schnellere und obendrein wohl auch bessere Boxer. Beide sind nicht mehr die Jüngsten, doch Martinez war in den vergangenen Jahren der deutlich aktivere Mann. Auch Routine könnte hier also eine Rolle spielen. Sollte Dzinziruk kein Mittel finden, den flinken Attacken von Martinez zu entgehen, sich nicht von den Ringseilen und Ecken fern halten, dann hat er in diesem Fight keine Chance auf den Sieg.

Sergio Martinez vs. Sergei Dzinziruk
12. März 2011
Foxwoods Resort Casino in Mashantucket, Connecticut, USA    

Hauptkämfpe

Sergio Gabriel Martinez vs. Sergei Dzinziruk    
Andy Lee vs. Craig McEwan

Vorkämpfe
Javier Fortuna vs. Derrick Wilson        
Thomas Dulorme vs. Guillermo Valdes        
Sonya Lamonakis vs. Tanzee Daniel    
Seanie Monaghan vs. Billy Cunningham        
Abraham Lopez vs. Andrew Jones