Vorberichte

Sehen wir Dan Henderson am Samstag zum letzten Mal?

Dan Henderson ist eine Legende des MMA-Sports. Vor allem bei Pride FC baute sich der ehemalige Ringer-Olympionike eine gigantische Fan-Basis auf, die ihm bis heute die Treue hält. Auch, wenn die Erfolge zuletzt ausblieben. Gerade deshalb könnte jeder Kampf des 44-Jährigen der letzte sein, so auch sein an diesem Wochenende anstehendes Duell mit Tim Boetsch. Wie ihr den Kampf aus New Orleans mitverfolgen könnt und welche Kämpfe der 68. UFC Fight Night sich außerdem lohnen, erfahrt ihr in unserem Vorbericht.

Die 68. UFC Fight Night kann in Deutschland über den UFC Fight Pass verfolgt werden, der ab 5,99 Euro monatlich oder im Zuge einer einwöchigen, kostenlosen Testphase auf ufc.tv erhältlich ist.

Anbei die Startzeiten:

Vorprogramm Teil 1 (UFC Fight Pass): Sonntag, 7. Juni, 1 Uhr
Vorprogramm Teil 2 (UFC Fight Pass): Sonntag, 7. Juni, 2 Uhr
Hauptprogramm (UFC Fight Pass): Sonntag, 7. Juni, 4 Uhr

Hauptkampf

Ursprünglich sollte Daniel Cormier an dieser Stelle auf seinen neuen besten Freund Ryan Bader treffen, Jon Jones’ aktuellste Verfehlungen aber haben ihm einen Titelkampf an Jones Stelle eingebracht. An die freie Stelle rücken also Tim „The Barbarian“ Boetsch (18-8) und Dan „Hendo“ Henderson (30-13), deren Mittelgewichtsduell bei weitem weniger Implikationen für das Titelgeschehen hat. Tatsächlich könnte eine Niederlage am kommenden Wochenende in New Orleans das Ende für einen von ihnen bedeuten.

Tim Boetsch sorgte im Octagon zwischen 2011 und 2012 kurzzeitig für Furore, indem er vier Kämpfe nacheinander gewann, u.a. gegen Yushin Okami und Hector Lombard. Eine T.K.o.-Niederlage gegen Costa Philioppou leitete anschließend aber eine Abwärtsspirale für den zähen Brawler ein, der nach Philippou auch gegen Mark Munoz, Luke Rockhold und Thales Leites verlor. Dazwischen eingestreute Siege gegen C.B. Dollaway und Brad Tavares dürften in der UFC trotzdem das Ende für den 34-Jährigen bedeuten, falls er auch Henderson nicht besiegen kann.

Henderson dagegen würde angesichts seines Legenden-Status wohl nicht entlassen werden, ein weiterer Misserfolg nach zuletzt fünf Niederlagen in sechs Kämpfen dürfte die UFC-Chefetage aber wohl dazu bewegen, dem mit 44 Jahren ältesten aktiven Kämpfer des Kaders den Ruhestand nahezulegen. Seit er 2011 Fedor Emelianenko ausgeknockt hat, konnte Henderson lediglich Maurício Rua zwei Mal besiegen – daneben verlor er gegen Lyoto Machida, Rashad Evans, Vitor Belfort, Daniel Cormier und Gegard Mousasi. Diese Liste enthält offensichtlich ausschließlich Hochkaräter, zu denen Tim Boetsch nüchtern betrachtet nicht gehört. Vor allem für Henderson steht der kommende Samstag also für die Chance, allen zu beweisen, dass er ein gewisses trotz fortgeschrittenen Alters noch nicht unterschritten hat.

Co-Hauptkampf

Vor Henderson und Boetsch werden zwei Schwergewichte den Käfig betreten, den vermutlich nur einer der beiden Kämpfer bei vollem Bewusstsein wieder verlassen wird. Matt „Meathead“ Mitrione (9-3) und Ben „Big Ben“ Rothwell (34-9) haben im Laufe ihrer mittlerweile doch recht ausgedehnten UFC-Karrieren nicht unbedingt durch übermäßiges Titel-Potential geglänzt, dafür aber konstant unterhaltsame oder zumindest punktuell unterhaltsame Kämpfe abgeliefert. Soll heißen: Die beiden nehmen zwar diverse Schwachpunkte mit ins Octagon, trotzdem oder gerade deshalb enden ihre Kämpfe aber meist, bevor die Punktrichter ins Spiel kommen können.

Mitrione hat dabei zuletzt drei Kämpfe in Folge gewonnen, gegen Shawn Jordan, Derrick Lewis und Gabriel Gonzaga, während Ben Rothwell zum ersten Mal seit Jahren zwei Siege in Folge gegen Brandon Vera und Alistair Overeem einfahren konnte. Die beiden können also befreit aufkämpfen, was wiederum den Fans zugute kommen dürfte.

Geheimtipps

Allzu viel Relevantes in Sachen Titelgeschehen wird sich in New Orleans nicht abspielen, der ein oder andere vielversprechende Kampf lässt sich trotzdem auf dem Programm finden. So wird u.a. Dustin „The Diamond“ Poirier (17-4) zum zweiten Mal nach dem niederschmetternden Knockout gegen Conor McGregor wieder in den Käfig steigen. Anfang des Jahres wechselte das für seinen aggressiven Kampfstil bekannte ehemalige Federgewicht hoch ins Leichtgewicht, wo er Carlos Diego Ferreira nach nicht einmal vier Minuten glatt ausknockte. Ein nahezu perfektes Comeback, das er am Samstag gegen Yancy Medeiros (11-2-0(1)) fortführen will, der seinerseits nach zunächst drei sieglosen Kämpfen in der UFC im vergangenen Jahr zwei Aufgabe-Siege holen konnte.

Ebenfalls auf dem Programm stehen mit Shawn „The Savage“ Jordan (17-6) und Derrick „The Black Beast“ Lewis (12-3-0(1)) zwei Schwergewichte, deren Kämpfe meist auf die eine oder andere Weise in einem Knockout enden sowie Joe „One Bad Mofo“ Soto (15-3). Der UFC-Debütant machte sich im vergangenen August einen Namen, als er bei UFC 177 für den ultra-kurzfristig ausgefallenen Bantamgewichtstitelherausforderer Renan Barao einsprang und Champion T.J. Dillashaw einen ansehnlichen Kampf lieferte. Zwar verlor Soto letztlich in der fünften Runde noch durch K.o., erntete mit dieser Leistung aber eine Menge Respekt und neue Fans. Am Samstag wird er auf Anthony Birchak (11-2) treffen – den Mann, gegen den er bei UFC 177 ursprünglich hätte antreten sollen.


Anbei das gesamte Programm:

UFC Fight Night 68: Boetsch vs. Henderson
Samstag, 6. Juni 2015 
Smoothie King Center in New Orleans, USA

Hauptprogramm (UFC Fight Pass):
Tim Boetsch vs. Dan Henderson
Ben Rothwell vs. Matt Mitrione
Dustin Poirier vs. Yancy Medeiros
Thiago Tavares vs. Brian Ortega
Joe Soto vs. Anthony Birchak
Francisco Rivera vs. Alex Caceres

Vorprogramm (UFC Fight Pass):
Rony Jason vs. Damon Jackson
Shawn Jordan vs. Derrick Lewis
Brian Ebersole vs. Omari Akhmedov
Chris Wade vs. Christos Giagos
Joe Proctor vs. Justin Edwards
Ricardo Abreu vs. Jake Collier
José Quinonez vs. Leonardo Morales