Vorberichte

Respect.FC 9: Neunmal MMA-Action in Dormagen

Respect.9

Respect.FC 9 hat morgen mehr zu bieten als die fünf Titelkämpfe, die wir euch in diesem Artikel vorstellen. Auch mit dem Ausfall des Superfights zwischen Daniel Weichel und Ruben Crawford wird den Zuschauern in der Bayerhalle in Dormagen ein Rahmenprogramm geboten, das es in sich hat.

Titel-Eliminator im Schwergewicht: Tomislav Akovic vs. Dritan Barjamaj

Aufgrund des Ausfalls von Dawid Baziak ergab sich eine neue Situation für den MMA-Debütanten Tomislav Akovic, der gegen Baziak hätte kämpfen sollen. Den Veranstaltern gelang es, als „Ersatz“ für Baziak den hoch gehandelten Österreicher Dritan Barjamaj zu verpflichten.

Der 34-jährige Thaiboxer stand bei Respect.8 im Ring, als er Janosch Stefan spektakulär besiegte. Im Februar dieses Jahres wiederholte der Linzer seinen Erfolg und stoppte Stefan erneut vorzeitig, womit er deutliche Ansprüche anmeldete.

Barjamaj wird diese Ansprüche nun in einem Contender-Fight im Schwergewicht unter Beweis stellen müssen, bei dem der Gewinner das Recht erkämpft, Titelträger Björn Schmiedeberg herauszufordern.

Ein MMA-Debütant wie Akovic in einem Contender-Fight? Helm weiß, dass das Diskussionen mit sich bringen wird, doch entgegnet er: „Natürlich ist es völlig unüblich, einem ‚Debütanten‘ einen Titelkampf zu ermöglichen, doch ich bin mir sicher, dass Tomo Akovic die Zuschauer nicht enttäuschen wird. Dass Dritan Barjamaj einen Titelkampf verdient hat, steht für mich außer Frage.“

Helm weiter: „Er hat mit Janosch Stefan einen der stärksten deutschen Schwergewichtskämpfer gleich zweimal vorzeitig besiegt, und ich halte es für gerechtfertigt, ihn sofort gegen Björn Schmiedeberg kämpfen zu lassen. Da wir diesen Kampf leider nicht für Respect.9 realisieren konnten, ist es mehr als richtig, ihm mit einem Titel-Contender-Fight die Möglichkeit zu geben, mit einem Sieg der offizielle Herausforderer um den Titel zu werden. 

Sollte Tomo Akovic seinerseits in seinem Debüt einen derart starken Kämpfer wie Barjamaj besiegen, würde dies in meinen Augen einen sofortigen Titelkampf rechtfertigen. Sicher ist, dass die Zuschauer den Sieger bei Respect.10 in einem Kampf um die Schwergewichtskrone von Respect.FC sehen werden." 

Der erfahrene Thaiboxer Akovic vom Fightland Witten nahm den Kampf laut Helm jedenfalls ohne zu zögern an und freut sich. Er hat als Underdog nichts zu verlieren.

Titel-Eliminator im Leichtgewicht: Ric Schreiter vs. Vladimir Sikic

Im Leichtgewicht wird der Free Fight Championship-Veteran Ric Schreiter (9-5) den verletzten Paul Grunties ersetzen und auf den 23-jährigen Neu-Frankfurter Vladimir Sikic (8-0-1) treffen.

Schreiter ist eines der Urgesteine der ostdeutschen MMA-Szene und ist bereits seit 2004 aktiv. Den Großteil seiner Karriere bestritt er in den legendären FFC-Events in Leipzig und Köthen. Zuletzt war der 41-jährige im Dezember, beim Käfig-Comeback der FFC zu sehen, und konnte den Litauer Sergey Drob in der ersten Runde per T.K.o. stoppen. Aktuell belegt Schreiter Rang acht der German Top Ten im Leichtgewicht.

Mit Sikic hat Schreiter ein junges und ungeschlagenes Talent aus der Frankfurter MMA-Spirit-Schmiede vor den Fäusten – keine leichte Aufgabe. Von neun Kämpfen gewann Sikic acht, sieben davon vorzeitig. Im vergangenen Jahr stoppte er sowohl Stefan Larisch, als auch Igor Montes durch T.K.o. in Runde zwei.

Es ist das klassische Duell, Erfahrung vs. Jugend. Weder Schreiter noch Sikic werden es darauf anlegen, den Kampf allzu lange im Stand zu verbringen. Ob dabei Schreiters Ringen oder Sikics Ground and Pound und Submissions kampfbestimmend sein werden, zeigt sich am 13. April. Der Gewinner darf sich anschließend auf einen Titelkampf gegen Respect-Leichtgewichtschampion Cengiz „Mosquito“ Dana freuen.

Nick Hein vs. Roberto Pastuch

Combat Club Cologne-Kämpfer Nick Hein (6-1) hätte ursprünglich auf Achilleas Chalkidis treffen sollen, doch der zog sich einen Bänderriss im Knie zu. Ersetzt wird Chalkidis vom ungeschlagenen MMA Spirit-Talent Roberto Pastuch (5-0) ersetzt.

Pastuch Argentinier und stammt aus dem Dunstkreis von Bruno Carvalho. Derzeit trainiert er im Frankfurter MMA Spirit-Gym. Vier seiner fünf Siege kamen vorzeitig, allesamt durch Submission. Der 32-Jährige hält Schwarzgurte im Aikido und Brazilian Jiu-Jitsu und nahm unter anderem bereits am renommierten ADDC-Wettbewerb in Brasilien teil. Die Marschrute für ihn sollte daher klar sein. Zuletzt stand Pastuch am 16. März bei We Love MMA 5 im Ring und besiegte Jonny Kruschinske nach Punkten.

Hein hat dagegen eine fast einjährige Pause hinter sich und kämpfte zuletzt bei Respect.FC 7 im April letzten Jahres – ein bitterer Abend für den Kölner, sein Kampf gegen Jordan Bloch wurde damals wegen eines Cuts zum No Contest erklärt.

Hein muss sich, mit einer Vergangenheit als erfolgreicher Judoka, am Boden nicht verstecken, ist aber auch ein fähiger Allrounder, der Pastuch vor allem mit seinen Box-Kombinationen im Stand gefährlich werden kann. Wenn er ihn stellen kann, denn der Argentinier war in seiner Heimat bereit Karate-Champion und dürfte daher mit einer recht unorthodoxen Stand-Technik aufwarten.

Maurice van Waeyenberghe vs. Roman Kapranov

Maurice van Waeyenberghe (8-3) war bei den letzten beiden Respect-Galas am Start und hat dabei ein Wechselbad der Gefühle durchlaufen. Wurde er im April bei Respect.7 noch vom MMA-Spirit-Kraftpaket Rafal Lewon mit schweren Treffern gestoppt, wird der 22. September 2012 ein Datum bleiben, das der Bremerhavener nie vergessen wird.  

„Johnnie Beton“ stand an seinem 26. Geburtstag bei Respect.8 im Ring und krönte seinen Ehrentag mit einem Sieg über den Dresdener MMA-Veteran Hendrik Nitzsche. Seine Jubelpose nach dem Kampf wurde als I-Tüpfelchen eines perfekten Tages noch zum Hauptbild auf dem aktuellen Poster für Respect.9. 

Van Waeyenberghe trifft auf den Saarbrücker BJJ-Spezialisten Roman Kapranov (4-1). Kapranov und seine Teamkollegen sind in der deutschen MMA-Szene das, was die Gracies in den frühen Tagen des MMA-Sports waren. 

Technisch enorm versierte und effiziente Grappling-Monster, die stets auf den einen klitzekleinen Fehler des Gegners warten, um ihn mit brandgefährlichen Submissions zu erwischen. Wie bei den Gracies gilt aber auch bei Kapranov: Der Standkampf ist die große Schwäche. Für genug Brisanz ist also gesorgt.

Jörg Lothmann vs. Sebastian Baron

Die „Pusteblume“ Sebastian Baron (9-10) erklärte sich bereit, Peter Angerer im Kampf gegen Jörg Lothmann (2-0) zu ersetzen. Baron, der 2009 bei den GnP Awards zum Kultigster Kämpfer national gekrönt wurde, misst sich somit mit dem Mann, der bei seinen letzten MMA-Auftritten durch Highlight-K.o.s sowie Submissions die Halle zum Kochen brachte.

Lothmann siegte bei Respect.FC 6 via Spinning-Back-Kick-K.o. und eine Veranstaltung darauf, bei Respect.FC 7, durch Anaconda Choke. Baron hat ebenfalls zwei Siege in Folge aufzuweisen, jedoch muss „Marshmallow“ taktisch sicherlich einige Dinge umstellen, da der Wuppertaler bekannt dafür ist, mit einer anderen Kampfstrategie in den Ring zu steigen als Angerer. Das Duell findet im Catchweight bis 80 Kilogramm statt.

Nick Salchow vs. André Schell

Der frühere Taifun Luta Livre-Grappler Nicolai „Nick“ Salchow (1-0) geht auf seinen zweiten MMA-Kampf zu, um dort nach einer langen Auszeit sein Können wieder unter Beweis zu stellen. Bereits im letzten Jahr plante Salchow im Ring zu stehen,aufgrund von Gegnerausfällen kam es jedoch nicht dazu. Nun hat sich der frühere Schwergewichtler von einem Zehenbruch erholt und springt bei Respect.FC 9 mit neuer Motivation für das Phuket Top Team ins umseilte Viereck.

Sein Gegner ist ebenfalls ein früherer Schwergewichtler, der nun sein Debüt im Halbschwergewicht geben wird. Die Rede ist von dem Bielefelder Andre Schell (2-2), der zuletzt bei der Casino Fight Night in Dänemark seinen letzten Sieg einfahren konnte.

Alexandra Buch vs. Megan van Houtom

Alexandra Buch (5-2) gehört zu den erfahrensten Kämpferinnen Deutschlands. Die inzwischen 33-Jährige stand neben Auftritten in ihrer Heimat auch im Land der aufgehenden Sonne bereits mehrfach im Ring. 2009 konnte sie als Europäerin für Schlagzeilen sorgen, als sie den „Rough Stone Grand Prix“ der renommierten japanischen Jewels-Organisation gewann.

Für Respect.FC stand sie bereits einmal im Ring, bei der vierten Ausgabe, in der sie 2010 Melissa Lan nach Punkten besiegte. Nach einer zweieinhalbjährigen Auszeit kehrte die Wuppertalerin im Februar dieses Jahres wieder in den Ring zurück, musste sich dabei allerdings der Holländerin Jorina Baars geschlagen geben. Auf der Suche nach einem wiederholten Triumph steigt das Alligator-Rodeo-Teammitglied am 13. April wieder ins umseilte Viereck.

Buch trifft bei Respect.9 auf Megan van Houtum (1-0), die im Oktober des letzten Jahres ihr MMA-Debüt gab. In dieser Begegnung konnte die Niederländerin Hatice Ozyurt mit einem schnellen Armbar zur Aufgabe zwingen und ihre Grappling-Fähigkeiten unter Beweis stellen. Van Houtum ist ein Gracie-Barra-NL-Teammitglied und nicht nur aufgrund ihres starken Jiu-Jitsus gefährlich, sondern sammelte bislang auch im Judo viel Routine. Die 21-Jährige stand unter anderem auch bei den „Judo World Junior Championships“ in Paris auf der Matte und wird morgen gegen ihre bislang erfahrenste Konkurrentin die Fäuste schwingen.

Man darf gespannt sein, ob Buch sich auf ein Grappling-Duell mit Van Houtum einlassen oder ob sie den Kampf auf den Beinen halten will.

Respect.FC German Amateur Champions

Mit dem Paderborner Martin Pierscinski (0-0) bekommt ein Respect.FC German Amateur Champion 2012 seine Chance, eine erste Duftmarke im Profilager zu setzen. Mit zwei wuchtigen Knock-outs erkämpfte sich das Kraftpaket mit dem eingebauten Vorwärtsgang im Dezember den Amateurtitel.

Pierscinskis erste Bewährungsprobe wird Simon Fiess (1-1) heißen. Der 24-jährige Kickboxer stand bereits mit UFC-Veteran Peter Sobotta im Ring.

„Vorsicht vor der rechten Kelle!“, wird es jedes Mal heißen, wenn ein Gegner gegen Al Mahdadi El Khadir (0-0) antritt. Genau mit jener Faust gelang El Khadir Anfang Dezember bei den Respect.FC Amateur Championships 2012 der Wahnsinns-Knock-out, der ihm den Titel bescherte.

El Khadir bekommt bei seinem MMA-Debüt im Profilager mit dem Düsseldorfer Michal Tomasik (2-2) einen erfahrenen Gegner zugeteilt, der seine ersten beiden Kämpfe durch technischen Knock-out gewann.