Vorberichte

Nick Diaz fordert Carlos Condit bei UFC 143

Die UFC lässt ihren Fans keine Zeit zum Verschnaufen und baut schon eine Woche nach UFC on Fox 2 das Octagon im Mandalay Bay Events Center in Las Vegas, Nevada wieder auf. Bei UFC 143: Diaz vs. Condit kämpfen Nick Diaz und Carlos Condit im Mainevent um den Interimstitel im Weltergewicht. Außerdem trifft Fabricio Werdum bei seiner Rückkehr in die UFC auf Roy Nelson, während es Josh Koscheck mit Mike Pierce zu tun bekommt. Zudem trifft Renan Barão auf Scott Jorgensen und Ed Herman auf Clifford Starks.

Nick Diaz vs. Carlos Condit

Eigentlich hatten Nick Diaz (26-7 (1)) und Carlos Condit (27-5) ihren Titelkampf gegen Georges St. Pierre schon sicher, allerdings machten Verletzungen bzw. schlechtes Benehmen den Plänen der UFC immer wieder einen Strich durch die Rechnung. Nachdem dann noch bekannt wurde, dass St. Pierre verletzungsbedingt voraussichtlich bis Ende 2012 ausfallen würde, entschloss sich die UFC dazu, Diaz und Condit um den Interimstitel kämpfen zu lassen.

Für beide Kämpfer ist es nicht der erste Titelkampf. In seinem zweiten Kampf in der WEC gewann Condit den Weltergewichtstitel und verteidigte diesen drei Mal, bevor er in die UFC wechselte. Dort musste er lediglich eine geteilte Punktniederlage gegen Martin Kampmann in seinem Debütkampf einstecken - Condits einzige Niederlage in den letzten fünf Jahren. Anschließend besiegte er Jake Ellenberger nach Punkten. Nach seinem knappen (T)KO-Sieg über Rory MacDonald, folgten zwei umso überzeugendere KO-Siege gegen Dan Hardy und Dong Hyun Kim - beide in der ersten Runde.

Der Kampfrekord von Diaz liest sich ähnlich beeindruckend. Seit seinen Punktniederlagen gegen Diago Sanchez, Joe Riggs und Sean Sherk, die zu seiner ersten Entlassung aus der UFC in 2006 führten, konnte er 13 seiner 15 Kämpfe gewinnen. Die einzigen Rückschläge waren ein positiver Marihuanatest nach seinem Sieg über Takanori Gomi und seine TKO-Niederlage gegen KJ Noons, beides in 2007. Seitdem hat er so bekannte Kämpfer wie Frank Shamrock und Hayato Sakurai besiegt und sich durch einen Sieg in seinem Rückkampf gegen Noons den Weltergewichtstitel von Strikeforce gesichert. Diesen verteidigte er anschließend gegen Evangelista Santos und Paul Daley, bevor er zurück in die UFC wechselte. Dort gelang ihm zuletzt ein überzeugender Sieg gegen BJ Penn, der diesen vorläufig in den Ruhestand schickte.

Geht man nach den Wettquoten, dann erwartet die Fans ein sehr enger Kampf. Diaz geht als leichter Favorit in den Kampf und erst bei UFC 143 wird sich zeigen, ob sich sein unorthodoxer Boxstil und seine exzellenten BJJ-Künste gegen das Muay Thai und die KO-Power von Condit durchsetzen können.

Fabricio Werdum vs. Roy Nelson

Nach Lavar Johnson bei UFC on Fox 2, ist Fabricio Werdum (14-5-1) das zweite Schwergewicht aus Strikeforce, das in die UFC wechselt. Seinen zweiten Anlauf in der UFC startet der mehrfache BJJ-Weltmeister gegen Roy Nelson (16-6).

Für beide Kämpfer stellt UFC 143 eine Art Standortbestimmung dar. Nach der Eingliederung der Strikeforce Schwergewichte in die UFC, brauchen beide Kämpfer einen Sieg, um nicht im Niemandsland der Gewichtsklasse zu verschwinden oder gar entlassen zu werden.

Vor einer ähnlichen Situation stand Nelson bereits vor seinem letzten Kampf gegen Mirko „Cro Cop“ Filipovic. Nach zwei Niederlagen in Folge gegen Frank Mir und Junior dos Santos, musste Nelson um seinen Job bangen. Durch seinen TKO Sieg über die PRIDE Legende, konnte er sich zwar seinen Platz in der UFC sichern, doch um an die Spitze der Gewichtsklasse zu kommen, muss er in der Nacht von Samstag auf Sonntag Werdum besiegen.

Dieser konnte, nach seiner Entlassung aus der UFC, seine Karriere um 180 Grad herumreißen. Durch Siege über Mike Kyle und Antonio Silva bekam Werdum einen Kampf gegen MMA-Legende Fedor Emelianenko. Der BJJ-Experte brachte den zuvor zehn Jahre lang ungeschlagenen Russen nach etwas über einer Minute zur Aufgabe und stand plötzlich im Scheinwerferlicht. Allerdings konnte er das Momentum nicht nutzen, da sein nächster Kampf erst ein Jahr später stattfand. In der ersten Runde des Strikeforce Schwergewichtsturniers verlor er einstimmig gegen Alistair Overeem nach Punkten. Somit muss auch er bei UFC 143 beweisen, dass er in die UFC gehört.

Josh Koscheck vs. Mike Pierce

Im Kampf zwischen Josh Koscheck (16-5) und Mike Pierce (13-4) geht es für Koscheck darum, wieder an die Spitze der Gewichtsklasse zu kommen, während Pierce endlich einen Kämpfer aus den Top 10 besiegen möchte. In seinen bisherigen beiden Anläufen gegen Jon Fitch und Johny Hendricks musste Pierce sich jeweils nach Punkten geschlagen geben. Gegen Kämpfer aus den unteren Regionen des Weltergewichts weist er in der UFC dagegen einen Kampfrekord von 5-0 auf. Zuletzt gelang ihm bei UFC on Fox 1 ein Punktsieg gegen Paul Bradley.

Während Pierce immer noch versucht, in der Weltergewichtsspitze Fuß zu fassen, ist Koscheck dort schon seit Jahren zuhause. Mit Ausnahme von Frank Trigg hat er in den letzten drei Jahren nur gegen Top-Gegner gekämpft und dabei nur gegen Paulo Thiago und Georges St. Pierre den Kürzeren gezogen. Mit einem KO-Sieg gegen UFC Hall of Famer Matt Hughes konnte sich Koscheck bei UFC 135, nach seiner verletzungsbedingt Auszeit nach seiner Niederlage gegen GSP, wieder zurückmelden, dennoch stellt Pierce für ihn nur eine weitere Pflichtaufgabe auf dem Weg zurück zur Spitze dar.

Renan Barão vs. Scott Jorgensen

Im einzigen Hauptkampf im Bantamgewicht trifft Renan Barão (27-1 (1)) auf Scott Jorgensen (13-4). Für den seit seinem ersten MMA-Kampf ungeschlagenen Barão ist der Kampf gegen Jorgensen die Gelegenheit, sich ins Titelrennen zu befördern. Nach der Abwanderung von Joseph Benavidez und Demetrious Johnson ins Fliegengewicht, ist das Titelrennen im Bantamgewicht wieder sehr offen und nachdem Barão zuletzt bereits die MMA-Veteranen Cole Escovedo und Brad Pickett besiegen konnte, würde ein Sieg gegen einen ehemaligen Titelherausforderer ihn ganz weit nach oben befördern.

Jorgensen wird sich nach dem Abgang von Benavidez und Johnson sicherlich ebenfalls Hoffnung auf einen zweiten Titelkampf machen. In seinem ersten Versuch scheiterte er bei WEC 53 gegen den amtierenden Champion Dominick Cruz. Seitdem gelangen ihm zwei Siege in der UFC gegen Ken Stone und Jeff Curran, womit er seinen Platz in den Top 5 im Bantamgewicht gefestigt hat. Sollte er bei UFC 143 auch Barão schlagen, dürfte nicht mehr viel zwischen ihm und einem Titelkampf stehen.

Ed Herman vs. Clifford Starks

Im ersten Hauptkampf des Abends trifft Ed Herman (19-7) auf Clifford Starks (8-0). Für den ungeschlagenen Starks wird es erst der zweite Kampf in der UFC sein, nachdem er bei UFC 137 Dustin Jacoby einstimmig nach Punkten besiegen konnte. Damals ersetzte er Brad Tavares, der den Kampf verletzungsbedingt absagen musste, und machte das Beste aus der Situation, nachdem er erst zwei Wochen zuvor bei Shark Fights 20 Artenas Young nach Punkten besiegt hatte.

Für Herman sind die Scheinwerfer der UFC inzwischen zur Gewohnheit geworden. Der 31 Jahre alte Amerikaner kämpft bereits seit fünf Jahren in der UFC, konnte sich bisher aber noch nicht an die Spitze vorkämpfen. Nach drei Siegen in 2007, musste er sich 2008 Demian Maia und Alan Belcher geschlagen geben. 2009 besiegte er David Loiseau bei UFC 97, musste sich dann aber bei UFC 102 Aaron Simpson geschlagen geben. Nach einer verletzungsbedingten Pause in 2010 kehrte er 2011 mit zwei Siegen gegen Tim Credeur und Kyle Noke ins Octagon zurück. Ob es ihm zum ersten Mal seit 2007 wieder gelingt, drei Siege hintereinander einzufahren, können die deutschen MMA-Fans Samstagnacht live und kostenlos auf UFC TV sehen.

UFC 143: Diaz vs. Condit
4. Februar 2012
Mandalay Bay Events Center in Las Vegas, Nevada, USA

Interimstitelkampf im Weltergewicht
Nick Diaz vs. Carlos Condit

Hauptkämpfe (UFC TV)
Roy Nelson vs. Fabricio Werdum
Josh Koscheck vs. Mike Pierce
Renan Barão vs. Scott Jorgensen
Ed Herman vs. Clifford Starks

Vorkämpfe (UFC TV)
Dustin Poirier vs. Max Holloway
Matthew Riddle vs. Henry Martinez
Alex Caceres vs. Edwin Figueroa
Matt Brown vs. Chris Cope

Vorkämpfe (Facebook)
Dan Stittgen vs. Stephen Thompson
Rafael Natal vs. Michael Kuiper