Vorberichte

Mit Startzeiten: So könnt ihr UFC 227 am Wochenende verfolgen

UFC 220, 223, 225 und nun UFC 227: Während zwei Titelkämpfe bei einem Event früher eine absolute Rarität darstellten, sind sie spätestens im Jahr 2018 zur Gewohnheit geworden. Diese Erfolgsformel wurde auch auf UFC 227 angewendet, das am 4. August in Los Angeles stattfindet. Angeführt wird der Event von heiß erwarteten Rückkämpfen im Fliegen- sowie Bantamgewicht, der Rest des Programms ist hingegen weit weniger vielversprechend.

UFC 227 wird in Deutschland auf dem UFC Fight Pass übertragen, der ab 5,99 Euro monatlich auf ufc.tv erhältlich ist. Das Hauptprogramm kostet allerdings einmalig zusätzlich 12,99 Euro für die SD- oder 14,99 Euro für die HD-Version. Das Vorprogramm zeigen der Fight Pass sowie die Facebook-Seite der UFC.

Anbei die Startzeiten:

Vorprogramm Teil 1 (UFC Fight Pass/Facebook): Sonntag, 5. August, 0:30 Uhr
Vorprogramm Teil 2 (UFC Fight Pass): Sonntag, 5. August, 2 Uhr
Hauptprogramm (UFC Fight Pass, zahlungspflichtig): Sonntag, 5. August, 4 Uhr

Hauptkampf: T.J. Dillashaw vs. Cody Garbrandt

Selten gab es im Vorfeld eines Kampfes größere Spannungen als zwischen T.J. Dillashaw (15-3) und Cody Garbrandt (11-1) vor ihrem ersten Aufeinandertreffen bei UFC 217. Eine Beleidigung folgte auf die andere, bevor es zwischen den Trainern bei „The Ultimate Fighter“ 25 sogar zu einer physischen Konfrontation kam. Noch wenige Jahre zuvor war eine solche Entwicklung kaum vorstellbar. Seite an Seite trainierten die beiden Ausnahmeathleten bei Team Alpha Male und kitzelten Höchstleistungen aus dem jeweils anderen heraus. Während sich Dillashaw an die Spitze der UFC schob, entwickelte sich Garbrandt rasend schnell zu einem der vielversprechendsten Bantamgewichte der Welt. Der Bruch zwischen Dillashaw und seinem langjährigen Team begann mit der Verpflichtung von Duane Ludwig als neuen Cheftrainer. Zwar brachte „Bang“ den Standkampf all seiner Kämpfer auf ein neues Level, die Beziehung zu Dillashaw stach jedoch hervor. Als der ehemalige UFC-Kämpfer sich dann ein eigenes Team in Denver aufbauen wollte, folgte ihm Dillashaw nach Colorado und verließ dafür seine alten Weggefährten. Dieser Mangel an Loyalität stieß vor allem Cody Garbrandt übel auf. Eine außergewöhnliche Rivalität war geboren.

Als sich die beiden Kontrahenten dann bei UFC 217 erstmals gegenüberstanden, hatte Garbrandt gerade Dominick Cruz den Gürtel im Bantamgewicht abgenommen. Über die volle Distanz von fünf Runden hatte der 27-Jährige das wohl beste Bantamgewicht aller Zeiten dominiert und bewiesen, dass Team Alpha Male sehr wohl in der Lage war, Cruz zu schlagen. Zuvor hatte Garbrandts Mentor Urijah Faber zwei Niederlagen gegen den „Dominator“ einstecken müssen. Auf der anderen Seite des Oktagons wartete TJ Dillashaw auf die Chance, sich das zurückzuholen, was in seinen Augen immer ihm gehört hatte. Im Januar  2016 hatte er sich einen extrem knappen Kampf mit Cruz geliefert, den die Punktrichter geteilt für seinen Gegner werteten. Während andere Champions in einer solchen Situation einen sofortigen Rückkampf erhalten, musste sich Dillashaw mit dominanten Siegen über Raphael Assuncao und John Lineker zurück an die Spitze kämpfen. Alle Weichen waren auf einen der besten Kämpfe in der Geschichte des Bantamgewichts gestellt.

Wie von vielen erwartet sah man von Beginn an zwei komplett unterschiedliche Ansätze. Dillashaw tänzelte um seinen Kontrahenten herum, suchte die Lücke in der Verteidigung von Garbrandt. „No Love“ hingegen verlegte sich aufs Kontern und vertraute seiner rechten Hand, die ihm zu vier Knockouts in der UFC verholfen hatte. Am Ende der ersten Runde ging die Taktik des Titelverteidigers auf: Garbrandt erwischte Dillashaw mit einer knallharten rechten Geraden, die den Herausforderer auf die Matte beförderte. Lediglich der Ringgong rettete den ehemaligen Champion, der auf wackeligen Beinen in seine Ecke stolperte. Mit entsprechend riesigem Selbstbewusstsein begann Garbrandt den zweiten Durchgang, wurde jedoch von einem Tritt dem Kopf, der ihn leicht anklingelte, wieder auf den Boden der Tatsachen geholt. Diese Aktion brachte die Wende in dem knappen Gefecht. Der Champion wollte seine Stärke beweisen und ließ sich in einen Schlagabtausch verwickeln, in dem er von einem rechten Haken erwischt wurde, der ihn beinahe ins Land der Träume beförderte. Am Boden machte Dillashaw den Sack zu und holte sich den Gürtel zurück, den er zwei Jahre zuvor verloren hatte.

UFC 227 entscheidet nun die Zukunft der beiden Kontrahenten. Gewinnt Dillashaw, kann man die Rivalität als beendet ansehen. Triumphiert jedoch Garbrandt, ist ein dritter und alles entscheidender Kampf wohl unumgänglich.

Co-Hauptkampf: Demetrious Johnson vs. Henry Cejudo

Auch in der leichtesten männlichen Gewichtsklasse steht ein Rückkampf um den Titel an. Schon bei UFC 197 hatte es ein Aufeinandertreffen zwischen Demetrious Johnson (27-2-1) und Henry Cejudo (12-2) gegeben, damals hatte Johnson die Nase vorne. In einem sehr einseitigen Kampf gelang es Cejudo zu keinem Zeitpunkt, Akzente zu setzen. Dementsprechend schnell endete das Gefecht: Nach weniger als drei Minuten erwischte der Titelverteidiger Cejudo mit einem Knie zum Körper. Unter Schmerzen ging der Herausforderer zu Boden, wo Johnson seine achte Titelverteidigung mit Ground and Pound perfekt machte.

Zwei Jahre später erhält Henry Cejudo eine Chance auf Revanche. Nach der ersten Niederlage seiner Karriere kehrte der Olympiasieger im Ringen ein halbes Jahr später gegen Joseph Benavidez zurück und musste gleich den nächsten Rückschlag hinnehmen. Nach drei knappen Runden erklärten die Punktrichter Benavidez geteilt zum Sieger. In seinen letzten zwei Kämpfen zeigte sich der 31-Jährige dann stark verbessert. Einem T.K.o.-Sieg über Wilson Reis ließ er einen Triumph über Sergio Pettis folgen, der ihm den Rückkampf mit dem dominanten Champion verschaffte. Dieses Mal will er seine Qualitäten unter Beweis stellen und „wirklich gegen ihn kämpfen“, wie er vor dem Event in Los Angeles versprach.

Für Demetrious Johnson geht es in Kalifornien darum, seine Vormachtstellung erneut unter Beweis zu stellen. Seit der Einführung des Fliegengewichts im Jahr 2012 ist 31-Jährige Champion der Gewichtsklasse, nennt elf Titelverteidigungen sein Eigen. In dieser Zeit bezwang er den ganzen Kader der UFC und hat nun kaum noch ernstzunehmende Kontrahenten, auf die er in Zukunft treffen kann. Rückkämpfe gegen Joseph Benavidez und John Dodson dominierte er nach Belieben, ähnliches plant er gegen Cejudo. Sollte ihm das Gelingen, stellt sich die Frage nach möglichen Gegnern dringender denn je zuvor. Eine der interessantesten Optionen ist ein „Champion vs. Champion“-Kampf gegen den Sieger des Hauptkampfes, dem Johnson zustimmen würde, „wenn das Geld stimmt“.

Das weitere Programm

Im Gegensatz zu den beiden Hauptkämpfen ist das weitere Programm nicht mit bekannten Namen gespickt. Vor den Titelkämpfen stehen sich Thiago Santos (17-6) und Kevin Holland (12-3) im Oktagon gegenüber. Santos machte sich mit vier Siegen in Folge, darunter ein Erfolg gegen das aufstrebende Halbschwergewicht Anthony Smith, im Mittelgewicht einen Namen, bevor er zuletzt David Branch durch Knockout unterlag. Holland ist dagegen noch weitestgehend unbekannt, kam erst vor kurzem über „Dana White´s Tuesday Night Contender Series“ in die UFC.

Im Federgewicht will Cub Swanson (25-9) auf die Siegerstraße zurück. Der 34-Jährige stand nach vier Siegen in Folge kurz vor einem Titelkampf, bevor er zuletzt Brian Ortega und Frankie Edgar unterlag. In Los Angeles trifft der Veteran auf Renato „Moicano“ Carneiro (12-1-1). In fünf Auftritten bei der UFC unterlag der 29-Jährige lediglich Brian Ortega, bezwang jedoch unter anderem Jeremy Stephens. Gegen Swanson will er den nächsten Schritt an die Spitze machen.

Ein interessantes Duell bekommen die Zuschauer auch im Bantamgewicht geboten. Pedro Munhoz (15-3) kämpfte sich mit vier Siegen in Folge, darunter drei durch Guillotine Choke, in die Top 10 des UFC-Bantamgewichts. Sein Aufstieg wurde durch eine geteilte Punktniederlage gegen John Dodson zwar vorerst gestoppt, ein Triumph über Brett Johns (15-1) könnte diesen jedoch wieder in Fahrt bringen. Der Waliser befindet sich in einer ähnlichen Situation wie sein brasilianischer Kontrahent. Mit drei Siegen in seine UFC-Karriere gestartet, unterlag er im April Aljamain Sterling nach Punkten.

Anbei findet ihr das komplette Programm in der Übersicht:

UFC 227
4. August 2018
Staples Center, Los Angeles, USA

Titelkampf im Bantamgewicht (UFC Fight Pass)
T.J. Dillashaw (c) vs. Cody Garbrandt

Titelkampf im Fliegengewicht (UFC Fight Pass)
Demetrious Johnson (c) vs. Henry Cejudo

Hauptprogramm (UFC Fight Pass)
Thiago Santos vs. Kevin Holland
Polyana Viana vs. JJ Aldrich
Cub Swanson vs. Renato Moicano

Vorprogramm Teil 2 (UFC Fight Pass)
Pedro Munhoz vs. Brett Johns
Ricky Simon vs. Montel Jackson
Ricardo Ramos vs. Kyung Ho Kang
Matt Sayles vs. Sheymon Moraes

Vorprogramm Teil 1 (UFC Fight Pass/Facebook)
Jose Torres vs. Alex Perez
Danielle Taylor vs. Zhang Weili
Marlon Vera vs. Wuliji Buren