Vorberichte

Mit Startzeiten: So könnt ihr Cejudo vs. Dillashaw am Wochenende verfolgen

Das Ende des Fliegengewichts? Henry Cejudo gegen T.J. Dillashaw (Quelle: Zuffa LLC)

An diesem Wochenende wird offiziell eine neue Ära in der Geschichte der UFC eingeleitet. Nach sieben Jahren beim Fernsehsender Fox gibt der Event in Brooklyn den Startschuss für die Zusammenarbeit mit ESPN, dem „Worldwide Leader in Sports“. Um diesem Anlass gerecht zu werden, wird die Veranstaltung von einem Kampf zweier Champions angeführt. Der Weltmeister im Bantamgewicht, T.J. Dillashaw, wechselt für das Aufeinandertreffen mit Henry Cejudo ins Fliegengewicht und will nicht nur dessen Titel, sondern gleich die ganze Gewichtsklasse auslöschen. Im weiteren Programm verstecken sich zudem einige Leckerbissen, wie das UFC-Debüt des ehemaligen Footballspielers Greg Hardy oder der Generationenkampf zwischen Donald Cerrone und Alexander Hernandez.

Das Vorprogramm der UFC Fight Night on ESPN+ 1 wird auf dem UFC Fight Pass übertragen, der ab 5,99 Euro monatlich auf ufc.tv erhältlich ist. Das Hauptprogramm wird vom UFC Fight Pass und außerdem von DAZN übertragen. Ein Abo kostet dort monatlich 9,99 Euro, der erste Monat ist gratis. Für UFC-Events fallen keine weiteren Kosten an.

Anbei die Startzeiten:
Vorprogramm Teil 1 (ufc.tv): Sonntag, 19. Januar, 0 Uhr
Vorprogramm Teil 2 (ufc.tv): Sonntag, 19. Januar, 2 Uhr
Hauptprogramm (ufc.tv/DAZN): Sonntag, 19. Januar, 4 Uhr

Hauptkampf: Henry Cejudo vs. T.J. Dillashaw

Sehen wir am Samstag den letzten Fliegengewichtskampf in der UFC? Der langjährige Champion Demetrious Johnson wurde bereits nach Asien zu ONE Championship verschifft und auch einige weitere Athleten aus dieser Gewichtsklasse mussten ihre Koffer packen. Auch die Äußerungen von T.J. Dillashaw (16-3) decken sich mit dieser Prophezeiung. Laut eigener Aussage zahlt ihm die UFC „einen Haufen Geld, damit ich runtergehe und die Gewichtsklasse kille.“

UFC-Präsident Dana White bestätigte das Aus für die Fliegengewichte zwar noch nicht offiziell,  wollte sich bei der letzten Pressekonferenz vor dem Event aber auch nicht auf einen Deal mit Henry Cejudo (13-2) einlassen, der im Falle eines Sieges das Bestehen der Gewichtsklasse forderte.

Doch auch unabhängig von der Zukunft des Fliegengewichts steht den Zuschauern ein interessantes Gefecht bevor. Henry Cejudo unternimmt am Samstag den Versuch, seinen Titel erstmals zu verteidigen. Nur fünf Monate zuvor hatte sich der „Messenger“ das Gold von Langzeitchampion Demetrious Johnson geschnappt. Nachdem er im ersten Aufeinandertreffen der beiden noch durch technischen K.o. in der ersten Runde unterlegen war, zeigte sich der Olympiasieger im zweiten Kampf stark verbessert und versuchte fünf Runden lang, seinen ringerischen Vorteil auszuspielen.

Seine Bemühungen wurden nach 25 Minuten von den Punktrichtern mit einem geteilten Entscheid zu seinen Gunsten belohnt. Bereits kurz nach diesem Erfolg forderte er einen Kampf mit Dillashaw im Bantamgewicht. Dieser Wunsch wird ihm nun teilweise erfüllt. Zwar darf  er sich mit dem Bantamgewichtschampion messen, auf dem Spiel steht jedoch sein eigener Titel.

Für Dillashaw ist es die Chance, Historisches zu schaffen. Im Falle eines Sieges wäre er nach Conor McGregor, Daniel Cormier und Amanda Nunes erst der vierte Athlet, der zeitgleich Titel in unterschiedlichen Gewichtsklassen hält. Zudem würde er sich zum dritten Mal zum Champion krönen. Seinen ersten Weltmeistertitel bejubelte der 32-Jährige im Jahr 2014, als er völlig überraschend Renan Barao bezwingen konnte. Der Rückkampf bestätigte dieses Ergebnis und ließ Dillashaw schier unbesiegbar wirken.

Seine Geschwindigkeit und hervorragende Beinarbeit erinnerte an einen jungen Dominick Cruz, der zu diesem Zeitpunkt wieder einmal mit Verletzungen zu kämpfen hatte. Als der Kampf schließlich doch angesetzt wurde, ging der Champion als Favorit in das Aufeinandertreffen, da er als jüngere und verbesserte Version des „Dominators“ angesehen wurde. Der Altmeister ließ sich davon jedoch nicht beeindrucken und stand nach fünf harten Runden erneut als UFC-Champion fest. Dillashaw hingegen musste die Leiter erneut erklimmen und brachte sich mit Siegen über Raphael Assuncao und John Lineker wieder in die Konversation um einen Titelkampf.

Diesen bekam er bei UFC 217: Gegen seinen Rivalen und Ex-Teamkollegen Cody Garbrandt, der in der Zwischenzeit Cruz besiegt hatte, behielt er die Ruhe und konterte den Hitzkopf aus, was zu einem K.o.-Sieg führte. Auch der Rückkampf änderte daran nichts und etablierte den Schützling von Duane Ludwig zusätzlich als die Nummer 1 der Gewichtsklasse. Dillashaws Qualitäten als Kämpfer sind unbestreitbar, eine Frage bleibt jedoch offen. Wie verkraftet er den harten Weight-Cut, der bei einem Wechsel ins Fliegengewicht erforderlich ist?

Co-Hauptkampf: Greg Hardy vs. Allen Crowder

Ein streitbarer Charakter wird den zweiten Hauptkampf des Abends bestreiten. Greg Hardy (3-0) schaffte es im Jahr 2010 zwar in die NFL und entwickelte sich schnell zum Star, außerhalb des Feldes sorgte er jedoch immer wieder für handfeste Skandale. Neben einer Verhaftung wegen Kokainbesitzes war es vor allem eine Anklage wegen häuslicher Gewalt, die Hardy massenhaft schlechte Berichterstattung einbrachte und so sein Image schädigte. 127 Kilo schwere Defensive End hatte seine damalige Freundin laut ihrer Aussage körperlich misshandelt und ihr mit dem Tode gedroht. Nach einer darauf folgenden Suspendierung versuchte Hardy bei den Dallas Cowboys, wieder Fuß in der NFL zu fassen, kam jedoch nicht mehr an seine alte Form heran.

Daraufhin widmete sich der 30-Jährige dem MMA-Sport. Während seiner Amateur-Karriere bestritt er drei Kämpfe, die er allesamt durch K.o. in der ersten Runde beendete. Bei keinem dieser Siege stand er länger als zwei Minuten im Käfig. Bei Dana Whites Tuesday Night Contender Series feierte er dann sein Profidebüt und zeigt sich seitdem ebenso dominant wie als Amateur: Drei Siege, drei Knockouts, alle in unter einer Minute.

Sein bis dato größter Test steht ihm am kommenden Wochenende bevor. Bei UFC Brooklyn trifft das Schwergewicht auf Allen Crowder (9-3). Der 29-Jährige schaffte ebenfalls über DWTNCS den Sprung in die UFC, ging in seinem Debüt jedoch gegen Justin Willis K.o. Nun erhält er die Chance, sich mit einem Sieg über einen großen Namen auf ESPN zu profilieren.

Das weitere Programm

Zuvor will Gregor Gillespie (12-0) seine außergewöhnliche Siegesserie weiter ausbauen. Der New Yorker ist in zwölf Profikämpfen noch ungeschlagen, davon fünf in der UFC. Zuletzt konnte er Vinc Pichel zur Aufgabe zwingen und will sich mit einem weiteren Erfolg für höhere Aufgaben empfehlen. Der 31-Jährige trifft in seiner Heimatstadt auf Yancy Medeiros (15-5(1)). Nach vier Kämpfen im Weltergewicht, von denen er drei für sich entscheiden konnte, wechselt Medeiros wieder ins Leichtgewicht, um sich dort dem vielversprechenden Gillespie zu stellen.

Neben dem Titelkampf sind noch zwei weitere Fliegengewichte in Brooklyn im Einsatz. Joseph Benavidez (26-5) gehört seit Jahren zur absoluten Spitze der Gewichtsklasse, zog in den entscheidenden Kämpfen jedoch stets den Kürzeren. Er trifft auf Dustin Ortiz (19-7), den er schon vor fünf Jahren bezwungen hatte. Auch zwei Frauen sind im Hauptprogramm vertreten. Sowohl Paige VanZant (7-4), als auch Rachael Ostovich (4-4) wollen sich nach Niederlagen rehabilitieren und im neu geschaffenen Fliegengewicht in Zukunft eine ernsthafte Rolle spielen. Ähnliches hat Glover Teixeira (27-7) vor, der es nach einer eindeutigen Punktniederlage gegen Corey Anderson bei UFC Hamburg nun mit dem aufstrebenden Karl Roberson (7-1) aufnimmt.

Den Hauptkampf des Vorprogramms bestreiten Donald Cerrone (34-11(1)) und Alexander Hernandez (10-1). Cerrone konnte zuletzt Mike Perry im Weltergewicht besiegen und will nun, als frischgebackener Vater, ein letztes Mal das Gold im Leichtgewicht angreifen. Dafür muss er zuerst an Alexander Hernandez vorbei. „The Great“ ist eines der vielversprechendsten Talente der Organisation und zeigte in seinen bisherigen zwei UFC-Kämpfen schon eine, für einen 26-Jährigen, außergewöhnliche Abgeklärtheit.

Anbei findet ihr das komplette Programm in der Übersicht:

UFC Fight Night: Cejudo vs. Dillashaw
19. Januar 2019
Barclays Center, Brooklyn, USA

Hauptprogramm (DAZN/ufc.tv)
Titelkampf im Fliegengewicht

Henry Cejudo (c) vs. T.J. Dillashaw

Greg Hardy vs. Allen Crowder
Gregor Gillespie vs. Yancy Medeiros
Joseph Benavidez vs. Dustin Ortiz
Paige VanZant vs. Rachael Ostovich
Glover Teixeira vs. Karl Roberson

Vorprogramm (ufc.tv)
Donald Cerrone vs. Alexander Hernandez
Joanne Calderwood vs. Ariane Lipski
Alonzo Menifield vs. Vinicius Moreira
Mario Bautista vs. Cory Sandhagen

Vorprogramm (ufc.tv)
Dennis Bermudez vs. Te Edwards
Belal Muhammad vs. Geoff Neal
Chance Rencountre vs. Kyle Stewart