Vorberichte

Magalhaes, Dunham und Noke kämpfen in Toronto

Es ist wieder soweit: Nachdem UFC 151, von großem Medienrummel begleitet, abgesagt wurde, wird am kommenden Wochenende in Toronto, Kanada, zum ersten Mal seit sechs Wochen wieder das Octagon seine Tore öffnen. Das Leid des einen ist auch hier allerdings die Freude des anderen, und so dürfen sich die Fans in Toronto auf zwei weitere Kämpfe freuen, die von UFC 151 dorthin verschoben wurden: Im Hauptkampf der Veranstaltung wird nun Jon Jones stehen, der seinen Halbschwergewichtstitel gegen Vitor Belfort verteidigen muss, während am anderen Ende des Programms Charlie Brenneman und Kyle Noke den Abend eröffnen werden.

Die Vorkämpfe werden voraussichtlich gegen 01:00 Uhr deutscher Zeit mit den drei Kämpfen auf Facebook beginnen und ab 02:00 Uhr mit vier weiteren Begegnungen fortgesetzt werden, die, wie auch das Hauptprogramm, in Deuschland kostenfrei via ufc.tv verfolgt werden können.

Igor Pokrajac vs. Vinny Magalhaes
Zwei Halbschwergewichtler werden das Vorprogramm im Air Canada Centre anführen. Mit dem Kroaten Igor Pokrajac (25-8) und dem Brasilianer Vinny Magalhaes (9-5-0(1)) hat die UFC dabei zwei Kämpfer aufeinander angesetzt, die in letzter Zeit sehr erfolgreich waren.

Pokrajac hatte nach seinem UFC-Debüt im Jahr 2009 zwar zunächst einen etwas holprigen Start, der ihn durch drei Niederlagen in vier Kämpfen an den Rand einer Entlassung brachte. Seit Beginn des Jahres 2011 scheint der "Duke" allerdings gehörig aufzudrehen und besiegte seither nacheinander Todd Brown, Krzysztof Soszynski und zuletzt Fabio Maldonado, die ersten beiden durch K.o. in Runde eins.

Magalhaes war während dieser Zeit ähnlich erfolgreich, allerdings nicht in der UFC, sondern vorrangig bei M-1, wo er bis vor kurzem sogar den Titel hielt. Diverse Streitigkeiten führten jedoch letztlich dazu, dass Magalhaes sich mit der Promotion überwarf und am Ende sogar versuchte, seinen Titelgürtel bei Ebay zu versteigern.

Trotz des Chaos hat der für sein BJJ bekannte Brasilianer es nun allerdings geschafft, sich einen lange gehegten Wunsch zu erfüllen und ein weiteres Mal einen Vertrag mit der UFC zu unterschreiben. Im ersten Anlauf hatte Magalhaes seine zwei Kämpfe verloren und war folglich von der UFC vor die Tür gesetzt worden. Nun, mit einer Siegesserie von fünf vorzeitig beendeten Kämpfen unterwegs, befindet sich der 28-Jährige in einer weitaus besseren Ausgangsposition und könnte sich, sofern er Pokrajac besiegen kann, direkt an einer soliden Position im Halbschwergewicht einordnen.

TJ Grant vs. Evan Dunham
In diesem Leichtgewichtskampf bekommen TJ Grant (18-5) und Evan Dunham (13-2) die Gelegenheit, sich ein gutes Stück weiter in der Gewichtsklasse vorzuarbeiten, indem sie dem jeweils anderen möglichst überzeugend diese Chance aus der Hand nehmen.

Grant ist seit 2009 in der UFC und hatte dort bis zum vergangenen Jahr eher moderaten Erfolg: Während er an guten Tagen Gegner wie Ryo Chonan bezwang, hatte er an schlechten immer wieder Misserfolge einzustecken, die dafür sorgten, dass der 28-jährige Kanadier immer etwas unter dem Radar der meisten Fans flog. Das tut Grant zwar bei genauerer Betrachtung immer noch, seine Bilanz hat sich in der jüngeren Vergangenheit allerdings sichtbar gebessert – seit seinem Wechsel ins Leichtgewicht befindet Grant sich auf einer Siegesserie von zwei Kämpfen, die aus überzeugenden Erfolgen gegen Shane Roller und Carlo Prater besteht.

Evan Dunham hatte im Gegensatz zu Grant erst den Erfolg und ist dann ins Abseits geraten: Mit einem beeindruckenden Start von vier Siegen in genausovielen Kämpfen, von denen außerdem  zwei vorzeitig endeten, machte sich Dunham einen Namen als der vielleicht vielversprechendste Neuling in der stark besetzten Leichtgewichtsklasse - aufeinanderfolgende Niederlagen gegen Sean Sherk und Melvin Guillard zerstörten diesen Ruf jedoch nachhaltig innerhalb von ein paar Monaten. Eine Verletzung zögerte außerdem Dunhams Comeback um einige Zeit hinaus, weshalb er erst im vergangenen September wieder aktiv zu sehen war – auf dem Vorprogramm einer kleineren Fight Night und von der Öffentlichkeit weitgehend unbeachtet. Seitdem konnte sich der im Xtreme Couture trainierende BJJ-Schwarzgurt allerdings mit zwei Siegen wieder aus dem Nichts emporkämpfen und bekommt am Samstag nun die Gelegenheit, sich mit einem weiteren Erfolg erneut unter den Top-Leichtgewichtlern zu etablieren.

Sean Pierson vs. Lance Benoist
Diese beiden Weltergewichtler werden sich am Wochenende möglicherweise an einem karriereentscheidenden Wendepunkt gegenüberstehen, denn sowohl Pierson (12-6) als auch Benoist (6-1) gehen mit durchwachsenen UFC-Bilanzen in diesen Kampf.

Pierson debütierte im Dezember 2010 gegen Matt Riddle, den er drei Runden lang in einem sehr unterhaltsamen Kampf auspunkten konnte. Seitdem hielt sich der Erfolg des ehemaligen "Pimp Daddy" - der wegen dieses früheren Spitznamens nach dem Sieg über Riddle seinen Job bei der kanadischen Polizei verlor – allerdings eher in Grenzen: Einer brutalen K.o.-Niederlage gegen Jake Ellenberger folgte eine weitere nach Punkten gegen Dong-Hyun Kim. Seinen Arbeitsplatz in der UFC konnte Pierson zwar im verganenen Juni mit einem Punktsieg gegen Jake Hecht vorläufig sichern, gegen Lance Benoist sollte am Samstag aber dennoch ein weiterer Sieg her, um nicht gleich wieder auf der Abschussliste der UFC-Offiziellen zu landen.

Benoist debütierte ebenfalls erfolgreich in der UFC, indem er Matt Riddle über die Distanz bezwang und kassierte daraufhin eine Niederlage. Der geteilte Punktentscheid gegen Seth Baczynski allerdings dürfte den talentierten 24-Jährigen nicht weiter verfolgen, sofern er am Wochenende gegen Sean Pierson bestehen kann. Falls ihm das nicht gelingen sollte, könnte auch er sich allerdings in einer kritischen Position innerhalb des UFC-Kaders wiederfinden.

Jimy Hettes vs. Marcus Brimage
Den Anfang der auf Fuel TV bzw. in Deutschland auf ufc.tv übertragenen Kämpfe werden in Toronto zwei Jungspunde machen: Jimmy Hettes (10-0) und Marcus "The Bama Beast" Brimage (5-1) sind zwar beide noch nicht allzu lange dabei, konnten in der UFC aber bisher überzeugen.

Hettes ist seit Sommer 2011 Mitglied der UFC und hat dort bisher zwei Mal überzeugen können: Nach einem Debütsieg gegen Alex Caceres, den er via Rear-Naked Choke zur Aufgabe brachte, hatte auch Nam Pham dem "Kid" bei UFC 141 nicht viel entgegenzusetzen – tatsächlich dominierte Hettes seinen favorisierten Gegner wie kaum jemand vor ihm, seit diesem Kampf im Dezember 2011 stand Hettes allerdings verletzungsbedingt nicht mehr im Octagon.

Am Samstag wird ihm dort nun Marcus Brimage gegenüberstehen, einem Mitglied des American Top Team aus Coconut Creek, Florida. Von dort aus gelang es "Brim", sich mit zwei Siegen vorläufig im Octagon zu etablieren, und ein weiterer Sieg gegen den hoch gehandelten Hettis dürfte seinen Namen weiter bekannt machen. Um dieses Ziel zu erreichen, wird sich der 27-Jährige wahrscheinlich auf sein Thaiboxen verlassen wollen, während Hettes wohl einen ernstzunehmenden Vorsprung am Boden innehaben dürfte.

Vorkämpfe (Facebook)
Auch auf der offiziellen Facebook-Seite der UFC wird in der Nacht von Samstag auf Sonntag wieder ein Live-Stream aus dem Octagon zu sehen sein und die ersten drei Kämpfe der Veranstaltung kostenfrei übertragen.

Highlight dieses Programmteils wird dabei Seth Baczynski (16-6) sein, wenn er gegen den Norweger Simeon "The Grin" Thoresen (17-2-1) antritt. Baczynski hatte in der jüngeren Vergangenheit bemerkenswerten Erfolg in der UFC: Weder Clay Harvison, noch Matt Brown oder Lance Benoist konnten dem mit 1,91 Meter sehr großen Weltergewichtler etwas entgegensetzen. Thoresen dagegen, der einzige Norweger auf dem UFC-Kader, wird sein Amerika-Debüt auf einen Aufgabe-Sieg gegen Besam Yousef bei der diesjährigen UFC-Veranstaltung in Schweden aufbauen wollen.

Zuvor steht mit einem Bantamgewichtskampf zwischen Mitch Gagnon (8-2) und Walel Watson (9-4) ein weiterer potentieller Kracher auf dem Programm. Gagnon gab sein Debüt erst im verganenen Juli gegen Bryan Caraway, dem der 27-Jährige Kanadier anfangs gut zusetzen konnte, bis ihm nach einiger Zeit die Puste ausging und er in der letzten Runde zur Aufgabe gebracht wurde.
Watson dagegen kann bereits drei UFC-Auftritte vorweisen, von denen er allerdings nur einen gewinnen konnte – in seinem Debüt schlug er Joseph Sandoval in Runde eins K.o., während er gegen Yves Jabouin eine sehr knappe und daraufhin gegen T.J. Dillashaw eine sehr eindeutige Punktniederlage hinnehmen musste. Für genug Motivation sollte also bei beiden Kämpfern gesorgt sein.

Auch im ersten Kampf des Abends könnten in der Weltergewichtsklasse möglicherweise UFC-Verträge auf dem Spiel stehen, denn sowohl Kyle Noke (19-6-1) als auch Charlie Brenneman (15-4) waren unlängst nicht allzu erfolgreich innerhalb des Octagons. Während der populäre Australier Noke zwei aufeinanderfolgende Niederlagen hinnehmen musste, stockt Brenneman zur Zeit mit einer Bilanz von 1-3 in seinen letzten vier Kämpfen.

Anbei das gesamte Programm für den kommenden Samstag:

UFC 152: Jones vs. Belfort
22.9.2012
Air Canada Centre in Toronto, Ontario, Kanada

Hauptprogramm (ufc.tv)
Jon Jones (c) vs. Vitor Belfort
Joseph Benavidez vs. Demetrius Johnson
Michael Bisping vs. Brian Stann
Matt Hamill vs. Roger Hollett
Cub Swanson vs. Charles Oliveira

Vorprogramm (ufc.tv)
Igor Pokrajac vs. Vinny Magalhaes
TJ Grant vs. Evan Dunham
Sean Person vs. Lance Benoist
Jimy Hettes vs. Marcus Brimage

Vorprogramm (Facebook)
Seth Baczynski vs. Simeon Thoresen
Mitch Gagnon vs. Walel Watson
Kyle Noke vs. Charlie Brenneman