Vorberichte

Lyoto Machida vs. Yoel Romero bei UFC Hollywood

Lyoto Machida und Yoel Romero (Foto: Zuffa LLC).

Als kurz vor UFC Berlin bekannt wurde, dass Uriah Hall nicht antreten können würde, weil er kein Visum bekam, war der Aufschrei groß. Wie viel schlimmer es kommen kann, mussten kürzlich die Fans in Florida erfahren, wo am kommenden Wochenende die 70. UFC Fight Night stattfinden wird. Da der Event eigentlich für Sao Paulo eingeplant war, standen ursprünglich viele brasilianische Kämpfer auf dem Programm, von denen nun ein großer Teil wegen technischer Probleme bei der Visumsausstellung nicht in die Staaten einreisen können. Dank einiger kurzfristig eingesprungener Sportler ist nun trotzdem noch ein vollständiger Event zustande gekommen.

Die 70. UFC Fight Night kann in Deutschland über den UFC Fight Pass verfolgt werden, der ab 5,99 Euro monatlich auf ufc.tv erhältlich ist.

Anbei die Startzeiten:

Vorprogramm (UFC Fight Pass): Sonntag, 28. Juni, 2 Uhr
Hauptprogramm (UFC Fight Pass): Sonntag, 28. Juni, 4 Uhr

Hauptkampf
Kaum jemand außer Luke Rockhold hätte wohl damit gerechnet, dass sein Kampf gegen Lyoto „The Dragon“ Machida (22-6) im April derart einseitig verlaufen würde – Rockhold knockte den Ex-Halbschwergewichtschampion in der ersten Runde ihres Duelle beinahe aus, dominierte ihn anschließend am Boden und brachte ihn in Runde zwei per Rear Naked Choke zur Aufgabe. Nur zehn Wochen später kehrt Machida nun ins Octagon zurück, wo er mit Yoel „Soldier of God“ Romero Palacio (9-1) keineswegs Fallobst für ein leichtes Comeback vor die Fäuste bekommt.

Romero legte im April 2013 eines der besten UFC-Debüts der letzten Jahre hin, als der eigentlich für sein Weltklasse-Ringen bekannte Ex-Olympionike mit einem eingesprungenen Kniestoß gegen Clifford Starks explosive Power im Stand bewies und seinen Gegner spektakulär ins Reich der Träume schickte. Seitdem hat der „Soldier of God“ vier weitere Kämpfe gewonnen, drei davon durch (technischen) Knockout. Zuletzt war Romero im vergangenen September zu sehen, als er gegen Tim Kennedy zunächst am Rande einer K.o.-Niederlage zu sein schien, dann jedoch selbst durch K.o. gewann, nachdem er in der Rundenpause verbotenerweise fast dreißig Sekunden zu lang in seiner Ecke sitzen blieb und damit eine heftige Kontroverse auslöste.

Ein Kampf gegen „Jacare“ Souza fiel anschließend verletzungsbedingt aus, nun bekommt Romero dennoch seine Chance gegen einen der richtig großen Namen. Das vorläufige Highlight einer beeindruckenden Reise, die für den kubanischen Ringer-Olympionike in Deutschland begann, wo er sich wegen der Repressalien in seinem Heimatland von der Ringer-Delegation Kubas absetzte und in Nürnberg seine MMA-Karriere begann.

Acht Jahre später hat er es bis fast an die Spitze des Sports geschafft – eine Position, in der Lyoto Machida bereits war. 2009 gewann er mit einem Knockout gegen Rashad Evans den UFC-Titel im Halbschwergewicht, den er anschließend jedoch nur ein einziges Mal verteidigen konnte – mit einem kontroversen Punktsieg gegen „Shogun“ Rua, gegen den er den Gürtel im nächsten Kampf durch K.o. verlor.

Seitdem hat Machida Titelkämpfe gegen Jon Jones sowie Chris Weidman verloren, dafür aber beinahe jeden Gegner geschlagen, der keinen Gürtel trug. Trotzdem muss der Brasilianer unbedingt gegen Romero gewinnen, um die Niederlage gegen Rockhold als Ausrutscher in Vergessenheit geraten zu lassen.

Co-Hauptkampf
Des einen Leid ist des anderen Freud, und so darf sich Lorenz „The Monsoon“ Larkin (15-4-0(1)) am Wochenende über einen Platz im Co-Hauptkampf freuen, der eigentlich schon anderweitig verplant war. Besagte Visa-Probleme haben das Programm aber ordentlich durchgerüttelt, und so ist es nun an Larkin, sich in seinem zweiten Kampf als Weltergewicht längerfristig in der 77-Kilo-Klasse zu etablieren, nachdem er im Januar mit einem imposanten K.o. gegen Thaibox-Spezialist John Howard bereits einen spektakulären Ersteindruck hinterlassen hat.

Am Wochenende wird er auf Santiago „Gente Boa“ Ponzinibbio (20-2) treffen, den momentan einzigen Argentinier im Kader der UFC, der nach einer Punktniederlage in seinem UFC-Debüt Siege gegen Wendell Oliveira und Sean Strickland einfahren konnte. Ponzinibbio hat dank seiner harten Fäuste den Großteil seiner Siege durch (T.)K.o. geholt und stellt den perfekten Gegner dar, um Larkin zu testen und sich bestenfalls mit einem weiteren Knockout selbst in den Ranglisten hochzuarbeiten.

Geheimtipps
Ebenfalls auf dem Hauptprogramm wird Steve „The Boss“ Bossé (10-1) sein UFC-Debüt geben, das seit mittlerweile knapp eineinhalb Jahren in der Mache ist. Bosse, ein ehemaliger Hockey-Spieler, der als „Goon“ hauptsächlich für die berühmt-berüchtigten Schlägereien auf dem Eis bekannt war, trat mit einer Profi-Bilanz von zehn hauptsächlich vorzeitigen Siegen sowie einer Niederlage kurz vor seinem Octagon-Debüt gegen Ryan Jimmo vom Sport zurück, da sich im Laufe der Jahre zu viele Verletzungen angesammelt hatten. Als die UFC im vergangenen April jedoch kurzfristig einen Ersatz für den in Rechtsprobleme mit Bellator verwickelten „Rampage“ Jackson brauchte, entschied sich Bosse für ein Comeback. Jackson kämpfte schließlich doch noch, Bosse musste bei UFC 186 also nicht antreten und entschied sich, entgegen vorheriger Ankündigungen, doch Teil der UFC zu bleiben und weiterzukämpfen.

In Hollywood wird er nun also auf Thiago „Marreta“ Santos (10-3) treffen, der in der UFC bisher zwei Siege und zwei Niederlagen vorweisen kann – während er Ronny Markes und Andy Enz jeweils mit Kicks zum Körper ausknocken konnte, verlor er mit Cezar Ferreira und Uriah Hall gegen zwei der gefährlicheren Kämpfer des Mittelgewichts. Gegen Bossé muss er nun zeigen, dass er in die UFC gehört und seine Octagon-Bilanz in den positiven Bereich verschieben.

Ebenfalls auf dem Programm stehen in Hollywood der brasilianische „Cowboy“ Alex Oliveira (11-2-1(1)), der Ende Mai erst K.J. Noons per Aufgabe besiegt hat und immer für einen spannenden Kampf gut ist. Hier wird das Leichtgewicht kurzfristig gegen den ungeschlagenen UFC-Newcomer Alex Merritt (6-0) antreten.


Anbei das gesamte Programm:

UFC Fight Night 70: Machida vs. Romero
Samstag, 27. Juni 2015  
Seminole Hardrock Hotel and Casino in Hollywood, Florida, USA

Hauptprogramm (UFC Fight Pass)
Lyoto Machida vs. Yoel Romero
Lorenz Larkin vs. Santiago Ponzinibbio
Antonio Carlos Júnior vs. Eddie Gordon
Thiago Santos vs. Steve Bossé
Hacran Dias vs. Levan Makashvili

Vorprogramm (UFC Fight Pass)
Alex Oliveira vs. Joe Merritt
Leandro Silva vs. Lewis Gonzales
Steve Montgomery vs. Tony Sims
Danny Martinez vs. Sirwan Kakai