Vorberichte

Lebedev vs. Ramirez – Weltmeister gegen Weltmeister

Verlor wie sein Gegner Victor Ramirez umstritten gegen Marco Huck: Denis Lebedev (rechts im Foto) (Foto: via Sauerland)

Der Khodynka Eispalast in Moskau sollte Zeuge eines der größten Schwergewichtskämpfe der letzten Jahre werden.  In der russischen Hauptstadt sollte es zum Aufeinandertreffen zwischen dem Eigengewächs Alexander Povetkin und dem amerikanischen Knock-Outer Deontay Wilder kommen. Der Kampf fiel aufgrund eines positiven Dopingtests des Osteuropäers aus, bzw. soll zu einem bisher unbekannten Zeitpunkt nachgeholt werden. Der neue Hauptkampf des heutigen Abends ist aber nicht weniger brisant. Denis Lebedev wird dabei auf den Argentinier Victor Emilio Ramirez treffen.

Weltmeister gegen Weltmeister, Lebedev gegen Ramirez, die Boxfans fiebern diesem Duell entgegen. Was als zweiter Hauptkampf geplant wurde sollte, auch als Hauptattraktion für die Zuschauer in der Millionenmetropole ausreichen. Denis Lebedev ist einigen deutschen Boxfans ein Begriff. Der Mann aus Chekhov traf im Jahr 2010 zunächst auf Alexander Alekseev, den er vorzeitig bezwang und später im Jahr auf Marco Huck. Im damals ersten WM-Kampf für den mittlerweile 36-Jährigen verlor er nur sehr knapp nach Punkten, wobei ihn ein Punktrichter vorne sah. 

Die Niederlage zerstörte die aufstrebende Karriere nicht. Im darauffolgenden Jahr bezwang er zunächst die Boxlegende Roy Jones Jr. und sicherte sich gegen James Toney den Interimsgürtel der WBA. Weitere Siege sicherten ihm den WBA-Gürtel, den er erst 2013 in einer Schlacht mit Guillermo Jones verlor. Damals musste der Russe eine schwere Schwellung hinnehmen. Ein positiver Dopingtest bei Jones sorgte aber dafür, dass er wieder in den Besitz seines Goldes gelangte. Seitdem hat er drei weitere Siege einfahren können und will nun den IBF-Gürtel in seinen Besitz bringen.

Das will der Argentinier Ramirez verhindern. Auch seine Vorgeschichte führte ihn zunächst über Alexander Alekseev zu Marco Huck. Zu diesem Zeitpunkt war der aktuelle IBF-Weltmeister aber schon Titelträger der WBO. Diesen Gürtel holte er sich mit einem Sieg über Ali Ismailov. Das Duell mit Huck endete wie auch bei Lebedev sehr umstritten mit einem Punktsieg für den Deutschen, der mehrmals in seiner Karriere äußerst knapp und heiß diskutiert gewann. Danach machte der mittlerweile 32-Jährige eine mehrjährige Pause. Nach einem erfolgreichen Comeback und mehreren Siegen bekam er gegen Ola Afolabi die Chance auf die Interims-Weltmeisterschaft der IBF und nutzte diese. Da der Titelträger Yoan Pablo Hernandez in absehbarer Zeit nicht boxen kann, wurde ihm der Gürtel zugesprochen. Seine erste Verteidigung verlief dabei weniger erfolgreich, kam er doch gegen Ovill McKenzie über ein Unentschieden nicht hinaus.

Lebedev oder Ramirez? Die Zuschauer in der russischen Hauptstadt bekommen einen spannenden Vereinigungskampf zu sehen.