Vorberichte

KSW 42: Khalidov, Materla und drei Deutsche heizen Lodz ein

Mamed Khalidov (Foto: Dorian Szücs/GNP1.de)

Am 3. März geht im eisigen Lodz das Wettkampfjahr von KSW los. Um die Kältewelle in Europa auszukontern, hat die polnische Top-Organisation auch ein eindrucksvolles Programm aufgefahren, in dessen Verlauf mehrere KSW-Champions und auch drei Deutsche zum Einsatz kommen, bevor im Hauptkampf Mamed Khalidov und Tomasz Narkun aufeinandertreffen.

„Champion vs. Champion“ heißt es im Hauptkampf von KSW 42. Keine neue Situation für Mamed Khalidov, der im Mai schließlich bereits Borys Mankowski, den mittlerweile von Roberto Soldic entthronten Champion des Weltergewichts bezwang. Neu ist hingegen, dass Khalidov als leichterer und kleinerer Kämpfer den Käfig betritt, wenn er sich Halbschwergewichts-Champion Tomasz Narkun stellt. Die „Giraffe“ ist ein versierter Bodenkämpfer und musste sich bei KSW nur einmal Goran Reljic geschlagen geben, den er im Rückkampf K.o. schlug. Der 28-Jährige fliegt als Champion noch unter dem Radar, obwohl er drei Titelverteidigungen auf großer Bühne verbuchen konnte. Jetzt kann er in seinem ersten Hauptkampf aus dem Schatten der Altstars treten.

Wenn Khalidov ihm da keinen Strich durch die Rechnung macht. Dass KSW-Legende sich nun anderen Champions stellen kann, ist der Tatsache geschuldet, dass es außer Michal Materla, den der 37-Jährige innerhalb einer halben Minute ausknockte, derzeit keine Gegner mehr für den „Kannibalen“ gibt. Stattdessen konnte der Tschetschene vor einem Jahr sogar zum ersten Mal seit 2010 außerhalb von KSW antreten, als er für ACB Luke Barnatt besiegte. Eine Titelverteidigung des Titels scheint derzeit nicht Teil der Planung zu sein. Doch wer will es dem Aushängeschild der Organisation, das seit acht Jahren und 14 Kämpfen nicht mehr verloren hat, verdenken.

Zawada feiert KSW-Comeback nach zehn Jahren

Nach fast zehn Jahren feiert Martin Zawada sein Comeback bei KSW und trifft dabei auf einen alten Bekannten in Lukasz Jurkowski. Das KSW-Urgestein kehrte im Mai nach sechsjähriger Auszeit zurück und besiegte Rameau Thierry Sokoudjou bei der Stadion-Show von KSW. Nun will „Juras“ eine alte Rechnung begleichen, denn Zawada bezwang ihn 2006 bei KSW 6 nach Punkten. Der „King Kong“ trat anschließend noch fünf weitere Male in den KSW-Ring und musste sich nur Khalidov sowie den späteren UFClern Antonio Mendes und Jan Blachowicz geschlagen geben. Zehn Jahre später ist Zawada zurück und will den Fans in Lodz nun gegen Publikumsliebling Jurkowski ordentlich einheizen.

Materla gegen UFC-Veteran Askham, Champions vor Titelverteidigung

Auch Michal Materla greift wieder an. Der frühere Mittelgewichtschampion flirtete im Herbst mit einem Wechsel zur UFC, blieb dann doch der polnischen Organisation erhalten und darf zum Dank jetzt auf den dritten früheren UFC-Kämpfer in Folge treffen. Nachdem er zuletzt zwei nominelle Weltergewichte in Rousimar Palhares und Paulo Thiago K.o. schlug, wartet nun der Engländer Scott Askham auf „Cipao“. Askham stand insgesamt sechs Mal im UFC-Octagon, kassiert dort die einzigen vier Niederlagen seiner Karriere. Zuletzt schlug er Luke Barnatt bei ACB K.o.

Mit Mateusz Gamrot und Ariane Lipski lässt KSW auch seine jungen Champions los. Der „Gamer“ lieferte sich im vergangenen Jahr zwei Duelle mit UFC-Veteran Norman Parke, aus denen er unbesiegt hervorging, wenn auch nicht ohne Kontroverse. Er trifft auf Herausforderer Gregorz Szulakowski, seit acht Kämpfen und fünf Jahren ungeschlagen. Die brasilianische „Violence Queen“ setzt ihren Titel gegen die Argentinierin Silvana Gomez Juarez zum zweiten Mal aufs Spiel.

Moeil und Henze komplettieren deutsches Trio

Kurzfristig bekommt Hatef Moeil die Chance bei KSW. Der 31-jährige Teamkollege von Zawada springt mit nur zwei Tagen Vorbereitung gegen den Polen Marcin Wojcik ein, der vergangenes Jahr noch um den Titel im Halbschwergewicht antrat. Das Duell gegen Moeil findet hingegen im Schwergewicht statt. Für den Düsseldorfer, der sich 19 Kilogramm schwerer als Wojcik einwog, ist es die Chance, seinen Namen international bekannt zu machen. Wojciks ursprünglicher Gegner Chris Fields kam Dank des Sturmtiefs Emma nicht von der irischen Insel, da der Flughafen in Dublin keine Flugzeuge starten ließ.

Die Veranstaltung eröffnet Christopher Henze. Der „Joker“ aus Leipzig bekommt es im Duell der Debütanten mit dem ebenfalls ungeschlagenen Polen Krystian Kaszubowski zu tun. Da sich Henze in der Vergangenheit schwertat, Gegner zu finden, kämpft er für seine Chance bei KSW sogar oberhalb seiner natürlichen Gewichtsklasse und geht als Außenseiter gegen Kaszubowski, der auch schon als Mittelgewicht antrat, in die Partie. Kaszubowski kehrte im November nach zweijähriger Auszeit zurück und feierte seinen ersten vorzeitigen Sieg durch einen Kniehebel.

KSW 42 wird am Samstag ab 19 Uhr live auf ran Fighting und dem hauseigenen Streaming-Kanal KSWtv.com übertragen.

Das Programm in der Übersicht:

KSW 42
3. März 2018
Atlas Arena in Lodz, Polen

Mamed Khalidov vs. Tomasz Narkun
Michael Materla vs. Scott Askham

Titelkampf im Leichtgewicht
Mateusz Gamrot vs. Gregorz Szulakowski

Titelkampf im Fliegengewicht der Frauen
Ariane Lipski vs. Silvana Gomez Juarez

Martin Zawada vs. Lukasz Jurkowski
Marcin Wojcik vs. Hatef Moeil
Karolina Owczarz vs. Paulina Raszewska
Filip Wolanski vs. Bartlomiej Kopera
Christopher Henze vs. Krystian Kaszubowski