Vorberichte

KSW 33: Materla und Khalidov in Europas Kampf des Jahres, Karaoglu und Zawada im Einsatz

Nur noch zwei Tage, dann kommt es im polnischen Krakau zum Jahresabschluss von KSW. Der europäische Premium-Veranstalter packt noch einmal alles aus, was Rang und Namen hat und bietet den Fans nicht nur Titelkämpfe im Schwer- und Federgewicht und Einsätze der deutschen Top-Ten-Kämpfer Aziz Karaoglu und David Zawada, sondern auch ein Duell, mit dem keiner mehr gerechnet hätte: Mamed Khalidov gegen Mittelgewichtschampion Michal Materla.

KSW 33 kann am Samstag ab 19 Uhr auf KSWTV.com als online-Pay-Per-View zum Preis von 40 polnischen Zloty oder 10 Euro live und in HD angesehen werden.

Khalidov und Materla im Duell der Aushängeschilder

Sie sind seit Jahren die Stars von KSW: Michal Materla (22-4) und Mamed Khalidov (30-4-2). Kein Kämpfer stand öfter im Hauptkampf einer KSW-Veranstaltung als Khalidov. Um den Titel kämpfte er dabei nie. Stattdessen bekam Khalidov ein Who-Is-Who der internationalen Halbschwer- und Mittelgewichte gegenübergestellt, setzte sich dabei etwa gegen die einstigen UFC-Kämpfer Matt Lindland, Kendall Grove oder Jesse Taylor durch. In seinem letzten Kampf bekam es Khalidov mit dem Bellator-Veteran Brett Cooper zu tun und musste dabei zum ersten Mal seit fünf Jahren wieder bis zu den Punktrichtern. Khalidov ist in siebzehn Duellen für KSW immer noch ungeschlagen, zweimal begnügte er sich mit einem Unentschieden.

Ganz so makellos ist "Magic" Materlas KSW-Bilanz nicht, aber auch dreizehn Siege aus fünfzehn Kämpfen sprechen eine beeindruckende Sprache. Seit dreieinhalb Jahren hält Materla überdies den Titel, verteidigte ihn bereits viermal und musste sich in jenem Zeitraum nur Jay Silva geschlagen geben, gegen den er bereits den damals noch vakanten Titel gewann. Glück für Materla, dass bei der Niederlage der Gürtel nicht auf dem Spiel stand. Zuletzt scheiterten Jorge Bezerra, der einstige UFC-Kämpfer Tomasz Drwal und erneut Jay Silva im Titelkampf am Polen. Khalidov dürfte jedoch die bisher größte Herausforderung in Materlas imposanter MMA-Karriere bedeuten.

KSW überraschte die Experten mit dieser Ansetzung, hatte doch kaum einer mehr daran geglaubt, dass der Superfight zwischen Materla und Khalidov je zustande käme. Für die Fans auf jeden Fall ein Grund, einzuschalten, hier treffen die besten Mittelgewichte außerhalb der UFC aufeinander.

Karaoglu und Zawada auf der Jagd nach dem Titelkampf

Für deutsche Fans nicht der einzige Grund, für KSW in die Tasche zu greifen. Mit Aziz Karaoglu (8-6) und David Zawada (11-2) machen sich zwei Düsseldorfer auf die Reise nach Krakau, um ihrem Ziel, dem KSW-Gold, näher zu kommen. Karaoglu wurde dabei wiederholt mit weiteren Kämpfen vertröstet, dabei konnte der 38-Jährige zuletzt den einstigen Titelherausforderer Silva und davor Piotr Strus technisch K.o. schlagen. Das sollte für einen Titelkampf eigentlich ausreichen. Nicht so bei KSW, wo sich Karaoglu noch hinten anstellen muss. Mit einem Erfolg am Samstag über den kurzfristig eingesprungenen K.o.-Experten Maiquel Falcao (35-7) sollten aber auch die letzten Steine entfernt sein, die man Karaoglu in den Weg legt (GNP1.de berichtete).

Dort, wo Karaoglu hin möchte, war Zawada bereits. Er durfte sich vergangenes Jahr gegen Weltergewichtschampion Borys Mankowski beweisen, musste aber in einem Arm-Triangle Choke abklopfen. Nun nimmt "Sagat" neuen Anlauf auf den Titel. Nach zwei Siegen im Sommer kehrt er gegen Kamil Szymuszowski (13-4) zu KSW zurück. "Szymek" hat genau wie Zawada erst einen KSW-Kampf hinter sich, den aber gegen Maciej Jewtuszko gewonnen und bringt eine Serie von sechs Siegen in Folge mit nach Krakau. Der 26-Jährige gehört zu den besten polnischen Weltergewichten außerhalb der UFC und konnte zwei seiner Gegner mit Ellenbogenschlägen außer Gefecht setzen. Zawada ist also gewarnt.

Titelkämpfe bei den schweren und federleichten Jungs

Aller guten Dinge sind drei, denkt sich KSW und bietet neben dem Hauptkampf noch Titelkämpfe im Schwer- und Federgewicht auf. Bei den schweren Kalibern verteidigt Champion Karol Bedorf (12-2) seinen Gürtel gegen Herausforderer Michal Kita (16-7). Bedorf gewann den Gürtel im Kampf gegen die polnische Judo-Legende und Olympiasieger Pawel Nastula vor zwei Jahren. Seitdem konnte er ihn gegen Rolles Gracie verteidigen und besiegte darüber hinaus Kickboxer Peter Graham im Mai. Nun bekommt er in Kita einen stilistisch neuen Gegner vorgesetzt. Der 35-jährige Ringer stand schon fast überall auf der Welt im Käfig und hat Siege über den früheren UFC-Champion Ricco Rodriguez oder den Bellator- und WSOF-Veteran DJ Linderman in der Bilanz stehen. Zuletzt besiegte Kita Bellator-Schwergewicht Mike Wessel durch T.K.o. und gibt nun sein KSW-Debüt.

Im Federgewicht ist der Titel noch vakant. Das wird sich Samstag ändern. Mit Artur Sowinski (15-7 (2)) und Kleber Koike Erbst (18-3-1) hat man zwei würdige Kandidaten auf den Titel. "Kornik" ist bereits seit fünf Jahren Teil des KSW-Kaders, der Kampf gegen Erbst wird sein zehnter für die Organisation. Der 28-Jährige, der schon mit Conor McGregor den Käfig teilte, ist seit seinem Wechsel ins Federgewicht in drei Kämpfen unbesiegt und schlug zuletzt Anzor Azhiev und Vaso Bakocevic. Gegen Erbst wird Sowinskis Submission-Verteidigung auf die Probe gestellt. Der 26-Jährige hat fünfzehn seiner achtzehn Siege durch einen Aufgabegriff eingefahren und macht seinen zweiten Kampf auf europäischer Bühne, nachdem im KSW-Debüt Azhiev in einem Triangle Choke aufgeben musste, übrigens die häufigste Submission in Erbst' Arsenal.

Darüber hinaus stehen sich in Krakau Katarzyna Lubonska (3-0) und Ariane Lipski (5-3), Lukasz Chlewicki (12-4-1) und Bartlomiej Kurczewski (9-5), die oben erwähnten Azhiev (5-2 (1)) und Bakocevic (21-9-1) sowie im einzigen Vorkampf Piotr Wawrzyniak (6-2) und Lukasz Bienkowski (3-1) gegenüber.

Das Programm im Überblick:

KSW 33: Materla vs. Khalidov
28. November 2015
Tauron Arena, Krakau, Polen

Titelkampf im Mittelgewicht
Michal Materla (c) vs. Mamed Khalidov

Titelkampf im Schwergewicht
Karol Bedorf (c) vs. Michal Kita

Aziz Karaoglu vs. Maiquel Falcao

Titelkampf im Federgewicht
Artur Sowinski vs. Kleber Koike Erbst

Katarzyna Lubonskavs. Ariane Lipski
Lukasz Chlewicki vs. Bartlomiej Kurczewski
Anzor Azhiev vs. Vaso Bakocevic

Vorprogramm
Piotr Wawrzyniak vs. Lukasz Bienkowski