Vorberichte

Juan Manuel Lopez vs. Orlando Salido

Der dritte große Fight des heutigen Samstags ist ein Federgewichtsduell auf puerto-ricanischem Boden, zwischen World Boxing Organization-Weltmeister Juan Manuel Lopez und dem Mexikaner Orlando Salido. „Juanma“ ist der klare Favorit in diesem Duell, doch nimmt er Salido auf die leichte Schulter, könnte es dennoch ein böses Erwachen für ihn geben.

Juan Manuel Lopez (30-0, 27 KO) wagte zu Beginn des letzten Jahres den Wechsel vom Super-Bantam- ins Federgewicht. Zuvor hielt er den Super-Bantamgewichtstitel der WBO für zwei Jahre, verteidigte ihn fünfmal. Auch seinen Federgewichtsgürtel hat nun schon zweimal verteidigt, doch der Wechsel in die höhere Gewichtsklasse ist nicht spurlos an Lopez vorübergegangen. Während er noch nie der schnellste Boxer war und sich schon immer auf seine Schlagkraft verlassen konnte, so bewies er in der 55 Kilo-Klasse noch technische Finesse. Seit dem Wechsel ins Federgewicht scheint sich Lopez jedoch gänzlich auf seine Kraft zu beschränken und wirkte in den letzten vier Kämpfen nicht nur ein kleines bisschen kruder, sondern auch überheblicher als zuvor. Seine sowieso noch nie perfekte Defensivarbeit begann er nun scheinbar absichtlich zu vernachlässigen. Gegen Bernabe Conception bekam er dafür die Quittung. Der Filipino schickte ihn im ersten Durchgang zu Boden. Es sollte jedoch erwähnt werden, dass Lopez Concepcion nur eine Runde später auseinandergenommen und durch TKO geschlagen hat. Zuletzt boxte er gegen Rafael Marquez, der seinen Zenit mittlerweile zwar deutlich zu überschritten zu haben scheint, aber dennoch stellenweise einen guten Kampf bot. Auch er erwischte Lopez einige Mal hart, bevor er in der achten Runde wegen einer verletzten Schulter aufgeben musste. Statt des lang ersehnten Kampfes gegen Yuriorkis Gamboa geht es für ihn nun erst einmal gegen Orlando Salido.

Orlando Salido (34-11-2, 22 KO) ist von der Weltspitze natürlich weit entfernt, aber er ist kein Fallobst. Auch wenn seine Bilanz eher durchwachsen aussieht, so verlor er von seinen letzten 15 Kämpfen nur drei – und das gegen Namen wie Juan Manuel Marquez, Cristobal Cruz und zuletzt Yuriorkis Gamboa. Und keiner von denen konnte ihn vorzeitig besiegen. Salido ist mehr als nur ein einfacher Journeyman, er ist ein durchaus solider Boxer und hätte theoretisch die Chance, Lopez zu schocken, sollte der überheblich werden und Fehler begehen.

Natürlich muss man realistisch bleiben und sagen, dass „Juanma“ Lopez den Ring hier zu 90 Prozent als Sieger verlassen wird. Er ist der bessere Boxer, er ist der härtere Puncher und er ist ein Rechtsausleger. Lopez ist außerdem drei Jahre Jünger und hat bedeutend weniger Kämpfe hinter sich als Salido. Das bedeutet weniger Erfahrung – aber auch weniger absorbierten Schaden. Auf dem Papier hat Salido nur einen einzigen Vorteil: seine Reichweite. Er wird Lopez aber nicht besiegen, indem er ihn von draußen auspunktet. Er muss ran an den Mann und Powerpunches ins Ziel bringen. Und das kann ihm nur gelingen, wenn Lopez es zulässt.

Juan Manuel Lopez (l.) und Orlando Salido (Foto by Tom Casino/Showtime)

Juan Manuel Lopez vs. Orlando Salido
16. April 2011
Coliseo Ruben Rodriguez in Bayamon, Puerto Rico


WBO Weltmeisterschaft im Federgewicht
Juan Manuel Lopez vs. Orlando Salido

WBO Latinomeisterschaft im Super-Federgewicht
Luis Cruz vs. Martin Honorio

Vorprogramm
Victor Bisbal vs. Willie Herring
Jose A. Gonzalez vs. Miguel Angel Munguia
Carlos Negron vs. Emerson Chasing Bear
Yordenis Ugas vs. Carlos Garcia
Israel Vazquez vs. Luis Diaz

Mark Bergmann ist Chefredakteur von GroundandPound, sowie Redakteur für Fighters Only Germany. Er berichtet über Boxen und Mixed Martial Arts. Folgt ihm auf Twitter: @MarkBergmann.