Vorberichte

Integra FC 14 setzt auf Striking MMA

Striking MMA bei Integra FC: Berat Aliu im Schlagabtausch. (Bild: FotoSevenSport)

Während Robert Lau im Haupkampf von Integra FC 14 erneut in Deutschland an den Start geht, kehrt mit Vugar Bakhshyev ein weiterer Hochkaräter zurück. Zudem setzt Veranstalter Wladimir Schwarz vermehrt auf Striking MMA und stellt gleich drei Kampfpaarungen dazu auf. Das Kampfprogramm für die Veranstaltung am 16. November in Trier wächst.

Neu im Programm sind Vugar Bakhshyev und Armen Stepanyan. Beide Haudegen werden sich im Leichtgewicht messen. Während Stepanyan aus Düsseldorf anreist, wird M1-Veteran Bakhshyev aus Russland herüberfliegen, um sich den nächsten Karrieresieg in Deutschland zu verdienen. Ob der Kämpfer vom UFD-Gym aus Düsseldorf ihm die Tour vermasselt?

Auch neu dabei: Issa Isakov vom Streetsport Luxemburg prallt auf Mikheili Meskhi vom Team „13 Legion“. Zudem erleben die Zuschauer neben MMA-Kämpfen sowie zwei Amateur-Grand Prix‘ auch drei Duelle im Striking MMA.

Mit Berat Aliu verstärkt ein bekanntes Gesicht das Programm. Im Co-Hauptkampf des Abends stehen sich Berat Aliu und Victor Monfort gegenüber. Beide Kämpfer sind äußerst erfahrene und starke Kickboxer, die für dieses Duell jedoch ihre Komfortzone verlassen werden. Denn sie werden keinen ordinären K-1-Kampf bestreiten, sondern sich im „Striking MMA“ messen. Dieses eigens geschaffene Regelwerk erlaubt Submissions im Stand, regulierte jedoch die Länge des Bodenkampfes.

Striking MMA hat die Regeln des Shootboxings, das Mitte der 80er in Japan geboren wurde, weiterentwickelt und hat sich zum Ziel gemacht, Standkämpfer teilweise in Aspekte des MMA schnuppern zu lassen. So gibt das Regelwerk u.a. vor, dass man mit MMA-Handschuhen kämpft, je nach Einigung beider Athleten von 4 bis 8 Unzen.

„Die Idee dahinter ist, dass wir zum einen Fans des Kickboxens oder des Muay Thai näher ans MMA bringen“, so Veranstalter Wladimir Schwarz. „Auch fürs Fernsehen wäre das sicher perfekt geeignet – schließlich tun sich sehr viele Zuschauer damit schwer, wenn auf dem Boden geschlagen wird.“

Beim Striking MMA wird auf dem Boden nicht geschlagen, allerdings darf ein Aufgabegriff, der im Stand angesetzt wird (und sitzt), durch den Fall auf die Matte dort bis zu 30 Sekunden weitergeführt werden. Grappler werden somit belohnt – mit Zusatzpunkten oder gar bei einer Aufgabe, mit dem direkten Sieg. Gleichzeitig wird im Stand nach MMA-Regeln gekämpft, teilweise nach Absprache beider Athleten mit oder ohne Ellenbogen etc. - allerdings wird bei einem Knockdown wie etwa im Boxen oder Kickboxen angezählt und es werden Punkte vergeben. Gekämpft wird unter den üblichen Box- oder MMA-Regeln: Der Sieger der Runde bekommt zehn Punkte, der Verlierer neun, bei einem erlittenen Niederschlag in aller Regel acht, bei zwei Niederschlägen sieben usw. - allerdings fallen noch Submissions mit ein in die Wertung, die auch für einen Minus- bzw. Pluspunkt sorgen sowie Takedowns, was das Ganze interessant macht. Einen Einblick ins Regelwerk gab uns der Technische Direktor der UWMMA (United World MMA Organization), Michael Wachter, auf Anfrage.

Die Kampfzeit besteht bei Newcomern aus 3x3 Minuten, bei erfahrenen Profis 3x5 Minuten. Kämpfe sind im Ring oder Käfig möglich. Bei Integra FC wird im Rage gekämpft, den Zuschauer von M-1 kennen. Das Regelwerk findet man unter folgendem Link auf der offiziellen UWMMA-Website: http://uwmma.org/striking-mma-rules/

„Viele Zuschauer verstehen das Grappling im MMA nicht“, erzählte uns UWMMA-Präsident Adrian Bakos im Gespräch. „Im Striking MMA werden sie langsamer herangeführt. Es ist ideal, damit der Zuschauer damit auch dem MMA folgen kann. Zum anderen liegt der Fokus auch darauf, dass dies sehr interessant für Kickboxer ist, die schließlich nach einer langen oder erfolgreichen Karriere keine Zeit haben sich all die Disziplinen, die für MMA wichtig sind, neu zu erlernen. Dafür ist Striking MMA Perfekt, um sich testen zu können, ohne gleich 4 Minuten am Boden gehalten zu werden, was es in einem MMA Kampf gegen einen Kickboxer standardmäßig passieren würde.“

Die Idee des Striking MMA basiert auf der Grundidee des MMA. Verschiedene Kampfstile messen sich. So könnte z.B. der Ringer, der teilweise mitboxt, mit Takedowns punkten oder gar Submissions im Stand ansetzen, während der Kickboxer versucht im Stand den KO zu erzielen, sich aber immer wieder den Takedowns erwehren muss und dieser bekommt auch nach jedem Takedown die Chance erneut wieder im Stand anzugreifen – am Ende können gar die Punkte entscheiden. Ein Clinch ist ebenfalls möglich, bis zu 10 Sekunden, wenn etwas Signifikantes passiert.

„Der Entertainment Faktor ist groß. Nach einer Submission, die nicht zum Finish führte, geht es nach maximal 30 Sekunden wieder in den Stand – jetzt hat der Striker wieder die Chance den KO zu suchen, bis der Grappler ihn wieder zu Boden ringt o.ä.“, so UWMMA-Vizepräsident Lusen Bakos. „Das heißt, jeder Kampfstil hat seine Vor- und Nachteile. Vielleicht wird in Zukunft das Striking MMA die Mitteldisziplin für viele erfolgreiche MMA-Kämpfer. Wer weiß. Wir freuen uns darauf, die Zuschauer damit zu begeistern und den Athleten die Chance zu geben sich zu messen.“

Neben dem Auftritt von Berat Aliu gegen Victor Monfort sind folgende zwei Paarungen neu angesetzt:

Thorsten Fuchs trifft auf Ernest Duplijak in einem Duell bis 90kg

und Thibaut Schaeffer kämpft gegen Soubhi Aboalhoul bis 70 Kilogramm.

Anbei das bisher bestätigte Programm in der Übersicht:

Integra FC 14
16. November 2019
Arena Trier, Trier

MMA
Robert Lau vs. Vlado Neferanovic
Vugar Bakhshyev vs. Armen Stepanyan
Eugen Dell vs. Sylwester Hasny
Mraz Avdoyan vs. Artur Tiulparov
Issa Isakov vs. Mikheili Meskhi

Grand Prix im Bantamgewicht
Celil Üstün vs. Bawar Azad
Rasul Davletmurzaev vs. Usair Ansari

Grand Prix im Federgewicht
Islam Madarov vs. Cagri Ucar
Ayman Belhadj vs. Davlet Karataev

Striking MMA
Berat Aliu vs. Victor Monfort
Thorsten Fuchs vs. Ernest Duplijak
Thibaut Schaeffer vs. Soubhi Aboalhoul