Vorberichte

Gelingt Tom Schwarz die Überraschung gegen Tyson Fury?

In der Nacht zum Sonntag steht der „lineare Schwergewichts-Champion“ wieder im Ring: Tyson Fury. Der Engländer, der seine WM-Titel nie im Ring verlor, setzt seinen Weg in Richtung Weltmeisterschaft fort, macht aber nach seinem Unentschieden gegen Deontay Wilder erst einmal einen Schritt zurück und trifft dabei auf Tom Schwarz aus Halle (Saale).

Daher wird die Begegnung aus Las Vegas auch in der Nacht zum Sonntag ab 4 Uhr im MDR live übertragen.

Für Tyson Fury (27-0-1, 19 KO) geht es dabei in diesem Duell vor allem darum, sich dem amerikanischen Markt gut zu präsentieren. Denn der Kampf zum Sonntag ist der erste auf dem US-Sender ESPN, der sich die Dienste des englischen Hünen in den kommenden Jahren eine neunstellige Summe kosten lässt. Um dieses Investment auch nur ansatzweise zu rechtfertigen, darf Fury nicht mehr nur außerhalb des Rings Gas geben, sondern auch im Ring wieder zu glänzen.

Seit seinem Comeback vor einem Jahr hat der 30-Jährige zwar seine Bilanz weiter aufgebaut, die großen Kracher fehlten jedoch dabei. Umso überraschender, dass der „Gipsy King“ dann schon im Dezember nach dem WM-Titel griff und Deontay Wilder um den WBC-Gürtel forderte. Noch überraschender war dann, dass Fury den Kampf sogar fast gewann, wäre er nicht in der neunten und zwölften Runde auf die Bretter gegangen. Ob am Ende die Freude, überhaupt wieder auf die Beine gekommen zu sein, oder der Ärger über das Unentschieden überwiegt, weiß wohl nur Fury selbst.

Bevor er nun seinen Rückkampf gegen Wilder angeht, will er sich in einem Zwischenkampf bewähren und gegen Tom Schwarz (24-0, 16 KO) keine Blöße geben. Und das SES-Schwergewicht wird dem Engländer sicherlich nicht den Gefallen tun. Spätestens seit Andy Ruiz vor zwei Wochen Anthony Joshua auf die Bretter schickte, sollte auch Fury mit dem nötigen Ernst an die Sache herangehen. Immerhin hat sich Schwarz in den letzten Jahren auch gegen erfahrene Boxer als gefährlicher Boxer bewiesen hat. Fünf Knockouts in den letzten sechs Kämpfen sprechen da eine eindeutige Sprache.

Ob der 25-Jährige es jedoch wirklich schaffen kann, nicht nur die Distanz gegen den längeren Fury zu überbrücken, sondern auch mit dessen unkonventionellen Bewegungsstil klarzukommen, der schon zahlreichen anderen Gegnern großes Kopfzerbrechen bereitet hat. Doch daran denkt Schwarz überhaupt nicht. Er weiß, dass er hier in Las Vegas nur gewinnen kann und geht entsprechend selbstbewusst in die Begegnung in der Nacht zum Sonntag. Schwarz weiß, ein einziger Schlag kann alles verändern.