Vorberichte

Frank Mir vs. Todd Duffee bei UFC San Diego

Schwere Jungs: Frank Mir und Todd Duffee (Foto: Zuffa LLC).

Eine anstrengende Woche für die UFC – nach zwei Events am letzten Wochenende und nur ein paar Tage vor der Show in Glasgow am nächsten Samstag legt das Octagon am Mittwoch noch einen weiteren Zwischenstopp in San Diego ein. Unter der Sonne Südkaliforniens wird dabei der ehemalige Schwergewichtschampion Frank Mir auf das schlagstarke Talent Todd Duffee treffen. Außerdem mit von der Partie sind bekannte Gesichter wie Josh Thomson, Holly Holm und Sam Sicilia – Reinschauen sollte sich daher trotz des ungewohnten Sendetermins mitten in der Woche lohnen.

Die UFC Fight Night 71 wird in Deutschland auf dem UFC Fight Pass übertragen, der ab 5,99 Euro monatlich auf ufc.tv erhältlich ist.

Anbei die Startzeiten:


Vorprogramm (UFC Fight Pass): Mittwoch, 15. Juli, 1 Uhr
Vorprogramm (UFC Fight Pass): Mittwoch, 15. Juli, 2 Uhr
Hauptprogramm (UFC Fight Pass): Mittwoch, 15. Juli, 4 Uhr

Hauptkampf
Da hat Frank Mir (17-9) seinen Kopf gerade noch aus der Schlinge ziehen können: Sieglos seit Ende 2010, mit vier Niederlagen in Folge hieß es im Februar „Do or Die“ für den ehemals so erfolgreichen zweifachen Schwergewichtschampion. Gegen Antonio „Bigfoot“ Silva konnte Mir dann glücklicherweise Anzeichen seiner alten Form zeigen und den Brasilianer vor heimischem Publikum in Runde eins ausknocken. Ein dringend benötigter Sieg für den mittlerweile 36-Jährigen, der zuvor nacheinander gegen Junior dos Santos, Daniel Cormier, Josh Barnett und Alistair Overeem verloren hatte. Mirs Mix aus brauchbarem Boxen und zigfach bewiesener Expertise auf der Matte, der ihn zu Siegen gegen Namen wie Roy Nelson, Brock Lesnar, Rodrigo Nogueira (zwei Mal) und noch früher Tim Sylvia und Tank Abbott geführt hat, ist also immer noch effektiv und gefährlich.

Am Mittwoch allerdings wird Mir seine Fähigkeiten einmal mehr in Höchstform abrufen müssen, wenn er das Octagon gegen Todd Duffee als Sieger verlassen will. Der mittlerweile 29-Jährige Duffee verursachte 2009 als ungeschlagener Jungspund jede Menge Hype, als er sein UFC-Debüt gegen Tim Hague in nur sieben Sekunden durch K.o. gewann. Was folgte, war allerdings eine völlig aus dem Nichts kommende K.o.-Niederlage gegen einen den Großteil des Kampfes über grob überforderten Mike Russow, die Entlassung aus der UFC und eine 19-Sekunden-K.o.-Niederlage gegen Alistair Overeem.

Im Anschluss geriet Duffee in Vergessenheit, bis er eineinhalb Jahre nach dem Overeem-Debakel mit einem Erstrunden-Sieg gegen UFC-Veteran Neil Grove auf die Bildfläche und wenig später auch in die UFC zurückkehrte. Zwar konnte Duffee mit einem weiteren Erstrunden-Knockout gegen Phil De Fries wieder auf sich aufmerksam machen, anschließend hielt ihn jedoch eine Nervenkrankheit weitere zwei Jahre lang aus dem Käfig fern. Das dritte Comeback seiner eigentlich noch jungen Karriere brachte Duffee schließlich im vergangenen Dezember hinter sich, und zwar – wie könnte es anders sein – mit einem Erstrunden-Knockout gegen Anthony Hamilton. Gegen Frank Mir muss Duffee nun beweisen, dass er auch auf höherem Level bestehen kann. Geht es nach ihm, dann würde er das natürlich am liebsten durch einen Knockout in Runde eins zeigen.

Co-Hauptkampf

Eigentlich hätte an dieser Stelle Gilbert Melendez auf Al Iaquinta treffen sollen, allerdings fiel Melendez vor wenigen Wochen, wohl für viele überraschend, durch einen Dopingtest. An seine Stelle rückt nun also Josh „The Punk“ Thomson (20-7-0(1)), der in San Diego mit Tony „El Cucuy“ Ferguson (18-3) auf einen starken Gegner treffen wird.

Thomson ist ein populärer Veteran, der 2003 erstmals ins UFC-Octagon stieg, den Großteil seiner Sporen aber bei Strikeforce verdiente. Mit Kämpfen gegen Clay Guida, Pat Healy, KJ Noons, Gesias Cavalcante und einer epischen Trilogie mit Gilbert Melendez war Thomson 2013 einer der populäreren Transfers, nachdem Strikeforce zunächst von UFC-Mutterfirma Zuffa aufgekauft und später völlig in die Hauptliga integriert wurde. Ein beeindruckender Headkick-T.K.o. gegen Nate Diaz brachte Thomson dann auch gleich einen Titelkampf ein, der allerdings nie zustande kam. Eine Verletzung kostete dem „Punk“ die größte Chance seiner Karriere und startete eine Negativ-Serie, während der Thomson sowohl gegen Ben Henderson als auch gegen Bobby Green knappe bis kontroverse Punktentscheidungen abgeben musste.

Nun also seit über zwei Jahren sieglos, wird der 36-Jährige in San Diego zum ersten Mal seit Juli 2014 wieder ins Octagon steigen, wo bereits Tony Ferguson auf ihn warten wird. Der gelernte Ringer, der 2011 die 13. „The Ultimate Fighter“-Staffel gewann, hat sich in den letzten Jahren zu einem überaus gefährlichen Kämpfer entwickelt, der seine Gegner sowohl mit Power in den Fäusten als auch mit diversen Aufgabegriffen auf der Matte in arge Bedrängnis bringen kann. Mit nur einer Niederlage in neun UFC-Kämpfen wird es langsam Zeit für einen Sprung in den Ranglisten, und mit einem Sieg gegen ein überaus bekanntes Gesicht wie Thomson sollte Ferguson genau das gelingen.

Restlicher Event
Für eine Fight Night mitten in der Woche ist der Event in San Diego gar nicht mal so schlecht besetzt: Sowohl im Haupt- als auch im Vorprogramm ist der eine oder andere bekannte Name und lohnende Kampf versteckt. Auf dem Hauptprogramm beispielsweise wird die renommierte frühere Profiboxerin Holly „The Preacher’s Daughter“ Holm (8-0), immer noch eine potentiell fordernde Herausforderung für Bantamgewichtschampioness Ronda Rousey, in ihrem zweiten UFC-Kampf auf Marion „The Belizean Bruiser“ Reneau (6-1) treffen, die in der UFC bisher gegen Alexis Dufresne und Jéssica Andrade gewinnen konnte.

Mit Kevin „The Mo-Town Phenom“ Lee (10-1) ist darüber hinaus ein vielversprechendes Talent im Leichtgewicht unterwegs, das hier auf den in Deutschland geborenen Amerikaner James „Moonwalker“ Moontasri (8-2) treffen wird. Im ersten Kampf des Hauptprogramms wird es zwischen Alan „Brahma“ Jouban (11-3) und Matt Dwyer (8-2) zur Sache gehen, zwei Weltergewichten, die ordentlich Dampf in den Fäusten haben und beide so gut wie nie über die volle Distanz gehen.

Ähnliches lässt sich über Federgewicht Sam „Sampage“ Sicilia (14-5) sagen, der gegen Yaotzin Meza (21-9-0(1)) zum ersten Mal seit Januar ins Octagon zurückkehren wird, als er in Stockholm vor 30.000 Zuschauern Akira Corassani mit einem krachenden K.o. in Rente schickte.

Anbei das gesamte Programm:

UFC Fight Night 71: Mir vs. Duffee
Mittwoch, 15. Juli 2015  
Valley View Casino Center in San Diego, Kalifornien, USA


Hauptprogramm (UFC Fight Pass)
Frank Mir vs. Todd Duffee
Josh Thomson vs. Tony Ferguson
Holly Holm vs. Marion Reneau
Scott Jorgensen vs. Manvel Gamburyan
Kevin Lee vs. James Moontasri
Alan Jouban vs. Matt Dwyer

Vorprogramm (UFC Fight Pass)
Sam Sicilia vs. Yaotzin Meza
Jéssica Andrade vs. Sarah Moras
Rani Yahya vs. Masanori Kanehara
Igor Araujo vs. Sean Strickland

Kevin Casey vs. Ildemar Alcantara
Andrew Craig vs. Lyman Good